Symbolbild Argumentation

Argumentieren mit mehr System: Argdown als Tool fรผr wissenschaftliches Arbeiten

Wer eine Hausarbeit schreibt, sich auf eine Klausur vorbereitet oder allgemein wissenschaftliche Texte liest und verfasst, kennt das Problem vielleicht: Argumente, Schlussfolgerungen und Gegenargumente verschwimmen in wissenschaftlichen Texten oft in lรคngeren Absรคtzen. Nach ein paar Seiten verliert man den รœberblick: Was war nochmal das Hauptargument? Welche Gegenargumente gibt es? Und wie hรคngt alles zusammen?

Hier setzt Argdown an. Argdown ist eine einfache Form der Textauszeichnung, mit der sich Argumentationsstrukturen sichtbar machen lassen. ร„hnlich wie Markdown, eine Auszeichnungssprache, die im Beitrag Schreiben mit Markdown Thema ist, arbeitet Argdown mit wenigen, leicht erlernbaren Zeichen. Das Ergebnis: Argumentationsketten werden auf einen Blick erkennbar.

Auf Argdown hingewiesen wurde ich von Axel Dรผrkop im Rahmen einer HOOU-Shares-Sitzung an der TUHH. Seitdem habe ich das Tool fรผr unterschiedliche Zwecke ausprobiert und mรถchte einige Erfahrungen in diesem Beitrag teilen.

Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut:

1. Was ist Argdown?

Argdown ist eine Syntax, also eine Sammlung von Regeln, wie man Text formatiert. Thesen, Argumente und logische Verknรผpfungen lassen sich mit einfachen Zeichen darstellen. Daraus werden automatisch Diagramme erzeugt, die zeigen, welche Argumente sich unterstรผtzen oder widersprechen.

Warum ist das fรผr das wissenschaftliche Arbeiten nรผtzlich?

  • Einfach zu lernen: Nach ein paar Minuten kann man, wie bei Markdown, loslegen
  • Denken strukturieren: Bevor man eine Hausarbeit schreibt, kann man die Argumentationsstruktur durchdenken und Lรผcken erkennen
  • Zusammenarbeiten und Austausch: Die Dateien lassen sich einfach per E-Mail verschicken oder in Lerngruppen teilen

2. Wann lohnt sich Argdown?

Die Nutzung von Argdown lohnt sich in ganz unterschiedlichen Situationen: Zum Beispiel beim Schreiben einer Hausarbeit, beim Lesen wissenschaftlicher Texte, in Seminaren und im Unterricht.

Fรผr Studierende

Beim Schreiben von Hausarbeiten

Bevor wir mit dem Schreiben beginnen, kรถnnen wir unsere Hauptthese (also die zentrale Behauptung, die wir begrรผnden wollen) und die wichtigsten Argumente in Argdown skizzieren. Dabei wird schnell sichtbar: Folgt aus unseren Begrรผndungen wirklich die These? Oder fehlt ein Zwischenschritt? Argdown zeigt auch, wo Gegenargumente ansetzen kรถnnten. Wie genau so eine Argumentationsstruktur aufgebaut sein kann, zeigt der Abschnitt โ€žVom Analysieren zum Argumentierenโ€œ.

Beim Lesen wissenschaftlicher Texte

Komplexe Texte mit vielen verschachtelten Argumenten lassen sich mit Argdown entknoten. Wir kรถnnen die Kernargumente eines Aufsatzes herausarbeiten und ihre Beziehungen zueinander darstellen. Das hilft beim Vergleich verschiedener Positionen in der Fachliteratur. Bei der Prรผfungsvorbereitung kรถnnen wir so die zentralen Debatten auf einen Blick รผberschauen.

In Seminaren

Wenn in einem Seminar kontroverse Positionen diskutiert werden, kรถnnen wir die verschiedenen Argumente mit Argdown sortieren und nach dem Seminar nochmal durchgehen. Auch wรคhrend der Veranstaltung kรถnnen wir so schon einzelne Aussagen reflektieren und mรถglicherweise neue Perspektiven entwickeln. Fรผr die Vorbereitung eigener Diskussionsbeitrรคge hilft Argdown ebenfalls, die eigene Position vorher zu strukturieren.

Wie dies konkret aussehen kann, zeigen die spรคter aufgefรผhrten Beispiele.

Fรผr Lehrende

  • Lehrmaterialien: Argumentationsstrukturen fรผr Vorlesungen und Seminare visualisieren
  • Prรผfungsvorbereitung und Kompetenzaufbau: Studierende auf das Analysieren und Entwickeln von Argumentationen vorbereiten
  • Feedback: Argumentationsfehler in studentischen Arbeiten prรคzise aufzeigen

Fรผr die Schule

Spรคtestens ab der Oberstufe, wo argumentatives Schreiben zentral wird, kann Argdown beim Analysieren von Sachtexten, politischen Debatten oder philosophischen Argumentationen helfen. Das betrifft Fรคcher wie Deutsch, Gesellschaftskunde oder Ethik, die mir beim Rรผckblick auf meine Schulzeit als erstes einfallen, aber sicherlich auch fรคcherรผbergreifende Kontexte, zum Beispiel in Englisch oder Wirtschaftslehre, wenn Positionen begrรผndet werden mรผssen.

Die einfache Syntax macht Argdown niedrigschwelliger als komplexe Mindmapping-Software, gerade fรผr Lernende, die sich auf Inhalte statt auf Bedienoberflรคchen konzentrieren sollen.

3. So funktioniert Argdown: Zwei Beispiele

Nachfolgend werden zwei vereinfachte Beispiele fรผr die Nutzung von Argdown abgebildet. Beispiel 1 widmet sich dem Open-Access-Publizieren in der Wissenschaft, Beispiel 2 den Lehrformaten an Hochschulen.

Fรผr den Einstieg nutzen wir nur einige zentrale Elemente der Argdown-Syntax:

  • Eckige Klammern โ€ž[โ€ฆ]โ€œ markieren zentrale Thesen.
  • Spitze Klammern โ€ž<โ€ฆ>โ€œ benennen Argumente.
  • Nummerierte Schritte fรผhren รผber โ€ž—-โ€œ zur Schlussfolgerung.
  • Pfeile verbinden Argumente mit Thesen und zeigen, ob sie dafรผr oder dagegen sprechen.

Mehr zur Syntax gibt es direkt auf der Argdown-Startseite oder zum Ausprobieren in der Argdown-Sandbox.

Beispiel 1: Eine vereinfachte Diskussion zum Thema Open Access in der Wissenschaft

Im ersten Beispiel schauen wir uns eine (stark vereinfachte) Diskussion รผber Open Access in der Wissenschaft an. Im Mittelpunkt steht die zentrale Aussage. Dafรผr sprechen zwei Grรผnde (besserer Zugang zu Forschung und hรถhere Sichtbarkeit), dagegen sprechen in diesem Beispiel ebenfalls zwei Grรผnde (zusรคtzliche Kosten und eventuell eine begrenzte Auswahl an Fachzeitschriften).

Der Argdown-Code hilft dabei, diese Grรผnde รผbersichtlich darzustellen und zu zeigen, wie sie jeweils begrรผndet sind und zu einer Schlussfolgerung fรผhren.

===
title: Open Access fรผr wissenschaftliche Publikationen
subTitle: Eine vereinfachte Argumentationsanalyse
author: Florian Hagen
date: 15/12/2025
color:
    tagColors:
        pro: "#1a798c"
        con: "#C0392B"
    argumentFontColor: white
    statementFontColor: black
===


[Open-Access-These]: Open Access sollte fรผr alle wissenschaftlichen 
Publikationen verpflichtend sein.


<Zugangsargument>: Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten allen 
zugรคnglich sein. #pro

(1) Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten allen Interessierten 
    unabhรคngig von Region oder finanzieller Situation zugรคnglich sein.
(2) Open Access ermรถglicht diesen universellen Zugang.
----
(3) Open Access sollte fรผr wissenschaftliche Publikationen Standard sein.
  -> [Open-Access-These]


<Sichtbarkeitsargument>: Open Access erhรถht die Reichweite 
wissenschaftlicher Ergebnisse. #pro

(1) Open-Access-Publikationen sind frei zugรคnglich und werden 
    hรคufiger gelesen.
(2) Hรถhere Leserschaft fรผhrt zu mehr Zitationen und grรถรŸerer Wirkung.
----
(3) Open Access steigert die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Arbeit.
  -> [Open-Access-These]


<Kostenargument>: Publikationsgebรผhren kรถnnen Forschungsbudgets belasten. #con

(1) Open-Access-Publikationen verursachen oft Publikationsgebรผhren.
(2) Nicht alle Institutionen kรถnnen diese Gebรผhren tragen.
----
(3) Verpflichtender Open Access benachteiligt finanzschwache 
    Institutionen.
  -> [Open-Access-These]


<Zeitschriftenauswahl abhรคngig von Fachdisziplin>: Nicht alle etablierten Zeitschriften 
bieten Open Access an. #con

(1) Viele etablierte Fachzeitschriften publizieren derzeit noch nicht 
    im Open Access.
(2) Fรผr manche Forschungsbereiche gibt es nur wenige oder keine 
    Open-Access-Alternativen in etablierten Zeitschriften.
----
(3) Verpflichtender Open Access kรถnnte die Publikationsmรถglichkeiten 
    in bestimmten Fachbereichen einschrรคnken.
  -> [Open-Access-These]

So sieht die automatisch generierte Argumentkarte zum Open-Access-Beispiel in der Argdown-Sandbox aus:

  • Open Access Abbildung Argumentation
  • Open Access Abbildung Quellen Argumentation

In der Abbildung wird deutlich, wie die Argumente zueinander in Beziehung stehen: Tรผrkisfarbene Boxen zeigen Pro-Argumente, rote Boxen Contra-Argumente.

Hinweis:

Dies ist ein vereinfachtes Beispiel. In der realen Open-Access-Debatte gibt es natรผrlich noch viele weitere Argumente (zum Beispiel zur Sichtbarkeit, Zitierhรคufigkeit oder zu Fรถrderrichtlinien). Argdown eignet sich auch dafรผr, komplexere Debatten zu strukturieren.

Beispiel 2: Diskussion in einer Lehrveranstaltung รผber Lehrformate der Zukunft

Stellen wir uns vor, in einer Lehrveranstaltung wird รผber die zukรผnftige Ausgestaltung der Lehrangebote diskutiert: Sollen Veranstaltungen vor Ort stattfinden, online angeboten werden oder in einer Mischform? Die folgenden Argumente basieren zum Teil auf Rรผckmeldungen aus Evaluationen und Gesprรคchen der vergangenen Semester, insbesondere aus unserem Seminar โ€žWissenschaftliches Arbeitenโ€œ an der TUHH. Mit Argdown lassen sich diese verschiedenen Positionen strukturieren und ihre Beziehungen zueinander sichtbar machen.

===
title: Prรคsenzlehre, Online-Lehre oder Hybridformat?
subTitle: Rekonstruktion einer Seminardiskussion
author: Florian Hagen
date: 15/12/2025
color:
    tagColors:
        praesenz: "#1a798c"
        online: "#C0392B"
        hybrid: "#8E44AD"
        herausforderung: "#95a5a6"
    argumentFontColor: white
    statementFontColor: black
===

[Prรคsenzlehre-bevorzugt]: Lehrveranstaltungen sollten primรคr als 
Prรคsenzveranstaltungen stattfinden.

[Online-bevorzugt]: Lehrveranstaltungen sollten primรคr online 
angeboten werden.

<Austausch-Argument>: Prรคsenz ermรถglicht wertvollen direkten Austausch. #praesenz

(1) In Prรคsenzveranstaltungen kรถnnen spontane Nachfragen direkt geklรคrt werden.
(2) Gruppenarbeiten und Diskussionen funktionieren vor Ort deutlich besser 
    als in Videokonferenzen.
(3) Persรถnlicher Kontakt zu Kommiliton*innen und Lehrenden erleichtert das Lernen.
----
(4) Prรคsenzlehre fรถrdert besseres Verstรคndnis und soziale Vernetzung.
  -> [Prรคsenzlehre-bevorzugt]

<Sozialer-Kontakt-Argument>: Studium bedeutet auch soziale Erfahrung. #praesenz

(1) Freundschaften und Lerngruppen entstehen vor allem durch persรถnliche 
    Begegnungen auf dem Campus.
(2) Informeller Austausch vor und nach Veranstaltungen (รผber Prรผfungen, 
    andere Kurse, Studienorganisation) ist wertvoll.
(3) Studierende, die nur online studieren, berichten hรคufig von Isolation 
    und fehlendem Zugehรถrigkeitsgefรผhl.
----
(4) Prรคsenzlehre fรถrdert soziale Integration und Studiengemeinschaft.
  -> [Prรคsenzlehre-bevorzugt]

<Konzentrations-Argument>: Lernumgebung auf dem Campus fรถrdert Fokus. #praesenz

(1) Zuhause gibt es viele Ablenkungen (Mitbewohner*innen, Familie, Haushaltsaufgaben, 
    Streaming-Dienste).
(2) Nicht alle haben einen ruhigen, ergonomischen Arbeitsplatz oder 
    stabiles Internet.
(3) Die rรคumliche Trennung von Lernen und Privatleben hilft vielen bei 
    der Konzentration.
----
(4) Campus-Rรคume bieten bessere Lernbedingungen als viele private Wohnungen.
  -> [Prรคsenzlehre-bevorzugt]

<Mobilitรคt-Argument>: Anfahrtswege sind eine groรŸe Belastung. #online

(1) Viele Studierende haben Anfahrtszeiten von 60 bis 90 Minuten pro Strecke, 
    bei mehreren Prรคsenztagen summiert sich das auf 10 bis 15 Stunden pro Woche.
(2) Studierende aus lรคndlichen Regionen haben oft nur eingeschrรคnkte 
    ร–PNV-Verbindungen, frรผhe oder spรคte Veranstaltungen sind manchmal 
    nicht erreichbar.
(3) Ein eigenes Auto ist fรผr viele finanziell nicht machbar.
(4) Diese Zeit fehlt fรผr Vor- und Nachbereitung, Nebenjobs oder Erholung.
----
(5) Online-Formate sparen wertvolle Zeit und machen Studium unabhรคngig 
    vom Wohnort mรถglich.
  -> [Online-bevorzugt]

<Gesundheit-Argument>: Online-Formate ermรถglichen Teilnahme trotz Krankheit. #online

(1) Bei leichten Erkrankungen (Erkรคltung, Kopfschmerzen) ist man noch 
    aufnahmefรคhig, sollte aber andere nicht anstecken.
(2) Bei chronischen Erkrankungen gibt es Tage, an denen die Anfahrt nicht 
    mรถglich ist, geistige Arbeit aber schon.
(3) Prรคsenzpflicht fรผhrt dazu, dass kranke Studierende erscheinen und 
    andere anstecken.
----
(4) Online-Optionen schรผtzen die Gesundheit aller Beteiligten.
  -> [Online-bevorzugt]

<Tagesplanung-Argument>: Online-Formate lassen sich besser in den 
Alltag integrieren. #online

(1) Studierende mรผssen Studium oft mit Nebenjob, Kinderbetreuung oder 
    Pflege von Angehรถrigen vereinbaren.
(2) Eine Prรคsenzveranstaltung bindet nicht nur 90 Minuten, sondern mit 
    An- und Abreise oft 3 bis 4 Stunden am Stรผck.
(3) Online-Teilnahme ermรถglicht flexiblere Tagesgestaltung (z.B. Teilnahme 
    in der Mittagspause des Jobs).
----
(4) Online-Formate erleichtern die Vereinbarkeit verschiedener Verpflichtungen.
  -> [Online-bevorzugt]

<Hybrid-Modell>: Eine Kombination nutzt Stรคrken beider Formate. #hybrid

(1) Prรคsenztermine fรผr interaktive Formate (Diskussionen, Gruppenarbeiten, 
    รœbungen) ermรถglichen wertvollen Austausch.
(2) Vorlesungen und Inputphasen kรถnnen gut online stattfinden und sparen 
    Anfahrtszeiten.
(3) Online-Optionen als Alternative ermรถglichen Teilnahme trotz Krankheit, 
    weiter Anfahrt oder anderen Verpflichtungen.
(4) Die Campus-Infrastruktur bleibt verfรผgbar, wird aber gezielter genutzt.
----
(5) Ein Hybridmodell ist besser als einseitige Festlegungen.
  +> <Austausch-Argument>
  +> <Sozialer-Kontakt-Argument>
  +> <Konzentrations-Argument>
  +> <Mobilitรคt-Argument>
  +> <Gesundheit-Argument>
  +> <Tagesplanung-Argument>
  <- [Prรคsenzlehre-bevorzugt]
  <- [Online-bevorzugt]

<Didaktik-Herausforderung>: Hybrid-Lehre erfordert hohe didaktische Kompetenz. #herausforderung

(1) Hybrid-Veranstaltungen mรผssen fรผr beide Gruppen (vor Ort und online) 
    gleichzeitig funktionieren.
(2) Das erfordert mehr Vorbereitung und andere didaktische Ansรคtze als 
    reine Prรคsenz- oder Online-Lehre.
(3) Lehrende mรผssen beide Gruppen im Blick behalten und moderieren.
(4) Nicht alle Lehrenden haben die Zeit, Ressourcen oder Fortbildung dafรผr.
----
(5) Hybrid-Modelle kรถnnen in der Praxis zu schlechterer Lehrqualitรคt fรผhren.
  <- <Hybrid-Modell>

<Technik-Herausforderung>: Technische Ausstattung ist oft unzureichend. #herausforderung

(1) Hybrid-Lehre braucht gute Kameras, Mikrofone und stabile Internetverbindung 
    in jedem Raum.
(2) Viele Hรถrsรคle und Seminarrรคume sind dafรผr nicht ausgestattet.
(3) Technische Probleme wรคhrend der Veranstaltung stรถren den Ablauf fรผr alle 
    Teilnehmenden.
(4) Die Anschaffung und Wartung der Technik verursacht erhebliche Kosten.
----
(5) Die technische Infrastruktur unterstรผtzt Hybrid-Formate oft nicht ausreichend.
  <- <Hybrid-Modell>

So sieht die automatisch generierte Argumentkarte zum Lehrformat-Beispiel in der Argdown-Sandbox aus:

  • Lehre Abbildung Argumentation
  • Lehre Abbildung Quellen Argumentation

In der Abbildung wird deutlich, welche Argumente fรผr Prรคsenz- und welche fรผr Online-Lehre sprechen.

Umfassendere Beispiele in unterschiedlicher Komplexitรคt bietet auch die Beispielsammlung von Argdown.

4. Vom Analysieren zum Argumentieren

Argdown hilft nicht nur beim Verstehen fremder Argumentationen, sondern auch beim Entwickeln eigener. In Hausarbeiten mรผssen mitunter komplexere Argumentationsketten aufgebaut werden und genau hier kann Argdown in der Planungsphase unterstรผtzen.

Wie funktioniert wissenschaftliches Argumentieren?

Im Kern geht es darum, eine These durch klare Schritte zu begrรผnden. Eine vollstรคndige Argumentation besteht aus:

  • Unseren Ausgangspunkten (Prรคmissen): Die Voraussetzungen, von denen wir ausgehen (oft gestรผtzt durch Fachliteratur)
  • Unseren Gedankengรคngen: Wie kommen wir von den Ausgangspunkten zu unserer Schlussfolgerung?
  • Unsere Schlussfolgerung: Was folgt daraus?

Ein Beispiel in Anlehnung an Abschnitt 3:

  1. ร–ffentlich finanzierte Forschung sollte fรผr die ร–ffentlichkeit zugรคnglich sein (Werturteil)
  2. Die meisten wissenschaftlichen Publikationen basieren auf รถffentlicher Finanzierung (Tatsache)
  3. Also: Wissenschaftliche Publikationen sollten รถffentlich zugรคnglich sein (Schlussfolgerung)

Argdown als Planungswerkzeug

Bevor wir in den FlieรŸtext unserer Hausarbeit bzw. unseres wissenschaftlichen Schreibprojekts einsteigen, kรถnnen wir die wichtigsten Argumente in Argdown skizzieren. Das kann ggf. sofort zeigen:

  • Sind unsere Ausgangspunkte รผberzeugend? Wรผrden andere sie akzeptieren?
  • Ist unser Gedankengang logisch? Oder machen wir gedankliche Sprรผnge?
  • Wo ist unser Argument ausbaufรคhig? An welchen Stellen kรถnnen andere widersprechen?
  • Was mรผssen wir belegen? Welche Behauptungen brauchen Quellen?

Ein Argument, das in Argdown nicht รผberzeugend aussieht, wird dies auch im ausgeschriebenen Text eher nicht tun. Die kompakte Darstellung macht Probleme sichtbar, bevor sie sich durch viele Seiten Text ziehen.

Von der Struktur zum Text

Sobald die Argumentationsstruktur steht, fรคllt das Schreiben leichter. Jedes Argument in unserem Argdown-Diagramm kann zu einem Absatz oder Unterkapitel werden. Die Verbindungen (zum Beispiel unterstรผtzt oder widerspricht) werden zu รœberleitungen. Und wir haben einen besseren รœberblick darรผber, an welchen Stellen wir Quellen benรถtigen.

5. Argdown in Kombination mit Lese- und Notiztechniken

Argdown lรคsst sich gut mit etablierten Methoden kombinieren, รผber die wir bereits in frรผheren tub.torials-Beitrรคgen geschrieben haben:

Mit Cornell-Notizen

Die Zusammenfassungs-Sektion am Seitenende von Cornell-Notizen eignet sich bei argumentativen Texten perfekt, um die Kernargumente im Argdown-Schema festzuhalten. Statt eines FlieรŸtextes haben wir die logische Struktur auf einen Blick, was besonders nรผtzlich fรผr spรคtere Diskussionen oder die Prรผfungsvorbereitung ist.

Mit PQ4R

Besonders in der โ€žReflectโ€œ-Phase der PQ4R-Methode kann Argdown helfen, die Argumentationslogik eines Textes zu durchdringen. Statt nur zu fragen โ€žWas sind die Hauptpunkte?โ€œ, kรถnnen wir gezielt analysieren: โ€žWie hรคngen die Argumente logisch zusammen?โ€œ und โ€žWelche Prรคmissen werden vorausgesetzt?โ€œ

Ein Hinweis:

Nicht jeder Text eignet sich fรผr den zusรคtzlichen Einsatz von Argdown. Bei rein deskriptiven oder empirischen Texten sind Cornell- oder PQ4R-Ansรคtze allein oft mehr als ausreichend. Sobald ein Text eine These verteidigt oder eine Debatte nachzeichnet, kann Argdown die Struktur aber besser sichtbar machen.

Einfach ausprobieren: Wie und wo

Die Hรผrde zum Ausprobieren von Argdown ist niedrig. Der Argdown-Quickstart fรผhrt in drei Minuten in die Grundlagen ein. Danach kann direkt in einer Browser-Sandbox experimentiert werden. Eine Installation oder Anmeldung ist nicht erforderlich. Dennoch sei an dieser Stelle auf das Plugin fรผr Visual Studio Code hingewiesen. Und auch Obsidian kann um ein Argdown-Plugin erweitert werden.

Ein Tipp zum Ausprobieren:

Wir nehmen einen Text, den wir gerade fรผr eine Hausarbeit lesen, eine Diskussion aus der letzten Lehrveranstaltung oder dem Berufsalltag. Nun versuchen wir, die Kernargumente in Argdown zu รผbersetzen. Oft zeigt sich dabei: Manche Argumentationen erweisen sich als schlรผssig und bereit fรผr die Ausarbeitung. Andere, die zunรคchst รผberzeugend klangen, haben vielleicht noch Lรผcken. Oder: Scheinbar unvereinbare Positionen lassen sich doch vermitteln.

6. Fazit

Argdown ist kein Allheilmittel bei der Auseinandersetzung mit Argumenten in wissenschaftlichen Texten. Es kann aber ein prรคzises, unterstรผtzendes Werkzeug sein beim Verstehen, Rekonstruieren und Entwickeln von Argumentationen. Ob fรผr die nรคchste Hausarbeit, die Dissertation oder Lehrveranstaltungen: wer Argumentationsstrukturen transparent(er) machen mรถchte, sollte Argdown einmal ausprobieren. Die Lernkurve ist flach, der Nutzen mรถglicherweise groรŸ. Und das Schรถnste: Wie bei Markdown ist weniger oftmals mehr.

Habt ihr Argdown schon ausprobiert? Welche Erfahrungen habt ihr mit Argumentationsanalyse in Studium, Lehre oder der Schule gemacht? Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren oder schreibt uns, wenn ihr Fragen habt!

7. Weitere Ressourcen

Argdown:

Literatur zum Thema โ€žArgumentieren in der Wissenschaftโ€œ:

  • Dech, U. C. (2025). Stufen der Argumentation ein Weg zum verkรถrperten Debattieren. transcript. [TUB-Katalog]
  • Kornmeier, M. 1966-. (2024). Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht fรผr Bachelor, Master und Dissertation (10., aktualisierte und ergรคnzte Auflage). Haupt Verlag. [Lehrbuchsammlung, Signatur WHN-392]
  • Kruse, O. 1948-. (2017). Kritisches Denken und Argumentieren eine Einfรผhrung fรผr Studierende. UVK Verlagsgesellschaft mbH. [Bestand der TUB, Signatur 2851-0048]

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrรผcklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemรครŸ TULLU-Regel bitte wie folgt: โ€žArgumentieren mit mehr System: Argdown als Tool fรผr wissenschaftliches Arbeitenโ€œ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag und dazugehรถrige Materialien stehen auch in nachnutzbaren Formaten sowie als PDF zum Download zur Verfรผgung.
Zitat

Zitieren leicht(er) gemacht: Wichtige Regeln im รœberblick

Es passiert schneller als gedacht: Ein Absatz ist geschrieben, und plรถtzlich stellt sich die Frage, ob er nicht eigentlich doch zitiert werden muss. Und vor allem: Wie macht man das korrekt? Die gute Nachricht: Zitieren ist kein Hexenwerk. Mit ein paar grundlegenden Regeln lรคsst sich bereits sauber und transparent arbeiten.

In wissenschaftlichen Arbeiten mรผssen wir alle verwendeten Quellen korrekt angeben. Immer wenn wir uns auf eine Quelle beziehen, fรผgen wir einen Verweis im Text oder eine FuรŸnote ein. AuรŸerdem listen wir alle Quellen am Ende unserer Arbeit im Literaturverzeichnis auf. Im Detail haben wir das Thema bereits im Blogbeitrag Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten: Warum und wie? ausfรผhrlich besprochen.

In diesem Beitrag fassen wir einige wesentliche Regeln fรผr das Zitieren nochmals zusammen. AnschlieรŸend kann in einem H5P-Quiz รผberprรผft werden, was wir bereits zum Thema wissen.

Der Beitrag ist in die folgenden Abschnitte eingeteilt:

Warum wir zitieren

Zitieren ist weit mehr als eine formale Pflicht. Zitieren ist ein zentraler Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens. Die wichtigsten Grรผnde sind:

  • Nachweis wissenschaftlicher Quellen: Wir zeigen, auf welchen Arbeiten unsere Argumentation basiert.
  • Transparenz: Leser*innen kรถnnen nachvollziehen, woher Informationen stammen.
  • Vermeidung von Plagiaten: Eigenstรคndiges Arbeiten wird sichtbar, fremde Ideen korrekt gekennzeichnet.
  • Respekt fรผr Urheberrechte: Wir wรผrdigen die Leistung der Autor*innen.
  • Stรผtzung eigener Argumente: Zitate kรถnnen Aussagen untermauern oder kontrastieren.
  • Dialog mit der Forschung: Wir treten in Austausch mit bestehenden Texten und Wissenschaftler*innen.

Die Bedeutung des Zitierens wird auch in den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis (GWP) deutlich. Umfassender werden diese auf der TUHH-Seite GWP Video fรผr Studierende besprochen. Das Thema Zitieren wird dort unter anderem in Video 2 ab Minute 9:00 aufgegriffen.

Direkte Zitate

Direkte Zitate รผbernehmen den genauen Wortlaut aus einer Quelle. Sie sind besonders sinnvoll, wenn die Formulierung oder der Ausdruck von Autor*innen mรถglichst exakt wiedergegeben werden soll.

Kennzeichnung und Formatierung

Jedes direkte Zitat wird durch doppelte Anfรผhrungszeichen (โ€žโ€ฆโ€œ) vom eigenen Text abgehoben und muss den originalen Wortlaut, die Rechtschreibung, Zeichensetzung und die Zeitform unverรคndert wiedergeben. Wenn wir Wรถrter weglassen mรถchten, markieren wir dies mit [โ€ฆ]. Eigene Ergรคnzungen oder Anpassungen, die fรผr das Verstรคndnis nรถtig sind, setzen wir in eckige Klammern [ ]. Wichtig: Das Zitat muss grammatikalisch korrekt in unseren eigenen Satzbau eingebunden werden, damit der Text am Ende flรผssig lesbar bleibt.

Beispiel:
Sesink schreibt: โ€žIn den Ingenieur-, den Natur- und den empirischen Sozialwissenschaften werden primรคr Daten generiert und interpretiert; in den Geisteswissenschaften werden vor allem Texte gelesen und geschriebenโ€œ (Sesink 2012, S. 11).

Wenn wir nur einen Teil zitieren mรถchten, kรถnnen wir es wie folgt formulieren:
Laut Sesink werden โ€žin den Geisteswissenschaften [โ€ฆ] vor allem Texte gelesen und geschriebenโ€œ (Sesink 2012, S. 11).

Quellenangabe und Zitierstile

Bei der Quellenangabe geben wir bei Bรผchern Autor, Jahr und Seitenzahl an (z.B. Jele 2024, S. 29), bei Internetseiten den Titel der Seite. Alternativ kรถnnen FuรŸnoten verwendet werden. Am Ende der Arbeit fรผhren wir alle Quellen vollstรคndig im Literaturverzeichnis auf.

Wichtig:
Der konkrete Zitierstil (zum Beispiel Harvard, APA oder Chicago) wird oft von Fachbereichen, Journals oder Betreuenden vorgegeben.

Ein Tipp:
Wenn wir einen Zitierstil vorgegeben bekommen oder auch einfach erstmal nur mit dem Zitieren beginnen wollen, so helfen uns Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero (siehe auch Schnelleinstieg: Zotero in 7 Schritten) oder Citavi (siehe auch Einstieg in Citavi) bei der Umsetzung. Das Schรถne: Soll es nachher ein komplett anderer Stil sein, so reichen in diesen Programmen wenige Mausklicks. Ohne Literaturverwaltungsprogramm mรผssen wir jede Quelle in unserem Text manuell anpassen.

Im Blogbeitrag Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten: Warum und wie? finden wir detailliertere Informationen zu einigen Zitierstilen. Eine รœbersicht zu vielen verschiedenen Zitierstilen ist auch im Beitrag Den einen oder keinen: Zitationsstile โ€žanalysierenโ€œ und in Zotero hinzufรผgen verlinkt.

Besonderheiten

  • Anfรผhrungszeichen im Zitat: Wenn im Originalzitat Anfรผhrungszeichen vorkommen, wandeln wir diese in einfache Anfรผhrungszeichen (โ€šโ€ฆโ€˜) um.
  • Fehler im Original: Offensichtliche Fehler oder ungewรถhnliche Schreibweisen im Original markieren wir mit [sic], was so viel wie โ€žso stand es im Originalโ€œ bedeutet. Je nach Stilvorgabe variiert die Schreibweise, sodass u.a. auch [sic!] gebrรคuchlich ist.
  • Hervorhebungen: Kursive oder fette Schrift im Originaltext รผbernehmen wir unverรคndert.

Hรคufige Fehler beim direkten Zitieren

Beim direkten Zitieren sollten wir darauf achten, den Sinn des Originals zu erhalten. Wir sollten nicht zu hรคufig oder unnรถtig zitieren. Unsere eigene Argumentation sollte im Vordergrund stehen und Zitate mรถglichst sparsam (also keine Zitatcollage) eingesetzt werden. Wichtig ist auch, dass Sรคtze nicht mitten im Zitat abbrechen und jedes Zitat grammatikalisch korrekt in unseren Text eingebunden wird.

Indirekte Zitate

Indirekte Zitate, auch Paraphrasen genannt, geben die Gedanken eines Textes in eigenen Worten wieder. Sie eignen sich besonders, wenn die exakte Formulierung nicht entscheidend ist, aber die Aussage wichtig bleibt. Bei indirekten Zitaten mรผssen wir die Aussage des Originals genau wiedergeben, ohne sie zu verzerren. Eine Quellenangabe ist dabei immer erforderlich. Um zusรคtzlich im FlieรŸtext deutlich zu machen, dass es sich nicht um unsere eigenen Gedanken handelt, kรถnnen wir einleitende Wendungen (zum Beispiel โ€žlautโ€œ oder โ€žnach Angaben vonโ€œ) sowie den Konjunktiv nutzen. Bei indirekten Zitaten werden keine Anfรผhrungszeichen gesetzt.

Beispiel:
Statt Die Methode ist effektiv (vgl. Mustermann 2025, S. 67) schreiben wir mit Konjunktiv Nach Angaben von Mustermann sei die Methode effektiv (vgl. Mustermann 2025, S. 67) oder ohne Konjunktiv Mustermann zufolge erweist sich die Methode als effektiv (vgl. Mustermann 2025, S. 67).

Die Quellenangabe wird in vielen Fachdisziplinen รผblicherweise mit โ€žvgl.โ€œ (vergleiche) gekennzeichnet (vgl. Jele 2024; Niedermair 2023), um zu zeigen, dass wir nicht wรถrtlich zitieren. Ob โ€žvgl.โ€œ verwendet wird, hรคngt jedoch vom gewรคhlten Zitierstil ab.

Was muss nicht zitiert werden?

Nicht alle Informationen mรผssen als Zitat gekennzeichnet werden. Quellenpflichtig sind nur autor*innenspezifische Ideen und Formulierungen. Fachbegriffe, die zum Allgemeingut unseres jeweiligen Fachgebiets gehรถren, mรผssen nicht zitiert werden. Ebenso wenig historische Daten und Fakten, die allgemein bekannt sind (z.B. โ€žDie Berliner Mauer fiel 1989โ€œ), oder selbstverstรคndliche Aussagen, die keiner spezifischen Quelle zugeordnet werden kรถnnen.

Praktische Hinweise fรผr das Zitieren

  • Korrektheit prรผfen: Kontrollieren wir nach dem Zitieren, ob wir die ursprรผngliche Aussage korrekt รผbernommen haben.
  • Eigene Anmerkungen kennzeichnen: Nutzen wir eckige Klammern [ ] fรผr eigene Kommentare und [sic] fรผr Fehler in der originalen Quelle.
  • Balance wahren: Achten wir darauf, dass Zitate unseren eigenen Gedankengang unterstรผtzen, aber nicht verdrรคngen.
  • Literaturverwaltung nutzen: Programme wie Zotero (Open Source), Citavi (Campuslizenz) oder JabRef (Open Source) helfen beim Erstellen von Quellenangaben sowie Literaturverzeichnissen und vermeiden Fehler.

Interaktives Quiz zum Zitieren

Nach der Kurzรผbersicht kรถnnen wir nun รผberprรผfen: Haben wir die wichtigsten Grundregeln des Zitierens verinnerlicht?

Sollte es bei der Darstellung des H5P-Elements zu Problemen kommen, kann auch die auf https://h5p.org abgelegte Version ausprobiert werden.

Literaturempfehlungen zum Zitieren

In der Lehrbuchsammlung der TUB zum wissenschaftlichen Arbeiten bieten sich unter anderem folgende Titel zur Vertiefung des Themas an:

  • Signatur: WHN 319
    Jele, H. (2024). Richtig Zitieren (5th ed). Kohlhammer Verlag.
  • Signatur: WHN 397
    Niedermair, K. (2023). Recherchieren, Dokumentieren, Zitieren: Die Arbeit mit wissenschaftlichen Quellen (2., vรถllig รผberarbeitete und erweiterte Auflage). UTB. https://doi.org/10.36198/9783838560663
  • Signatur: WHN 332
    Sesink, W. (2014). Einfรผhrung in das wissenschaftliche Arbeiten: Inklusive E-Learning, Web-Recherche, digitale Prรคsentation u.a (9., aktualisierte Auflage). Oldenbourg Verlag. https://doi.org/10.1524/9783486717648

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