Zitat

Zitieren leicht(er) gemacht: Wichtige Regeln im รœberblick

Es passiert schneller als gedacht: Ein Absatz ist geschrieben, und plรถtzlich stellt sich die Frage, ob er nicht eigentlich doch zitiert werden muss. Und vor allem: Wie macht man das korrekt? Die gute Nachricht: Zitieren ist kein Hexenwerk. Mit ein paar grundlegenden Regeln lรคsst sich bereits sauber und transparent arbeiten.

In wissenschaftlichen Arbeiten mรผssen wir alle verwendeten Quellen korrekt angeben. Immer wenn wir uns auf eine Quelle beziehen, fรผgen wir einen Verweis im Text oder eine FuรŸnote ein. AuรŸerdem listen wir alle Quellen am Ende unserer Arbeit im Literaturverzeichnis auf. Im Detail haben wir das Thema bereits im Blogbeitrag Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten: Warum und wie? ausfรผhrlich besprochen.

In diesem Beitrag fassen wir einige wesentliche Regeln fรผr das Zitieren nochmals zusammen. AnschlieรŸend kann in einem H5P-Quiz รผberprรผft werden, was wir bereits zum Thema wissen.

Der Beitrag ist in die folgenden Abschnitte eingeteilt:

Warum wir zitieren

Zitieren ist weit mehr als eine formale Pflicht. Zitieren ist ein zentraler Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens. Die wichtigsten Grรผnde sind:

  • Nachweis wissenschaftlicher Quellen: Wir zeigen, auf welchen Arbeiten unsere Argumentation basiert.
  • Transparenz: Leser*innen kรถnnen nachvollziehen, woher Informationen stammen.
  • Vermeidung von Plagiaten: Eigenstรคndiges Arbeiten wird sichtbar, fremde Ideen korrekt gekennzeichnet.
  • Respekt fรผr Urheberrechte: Wir wรผrdigen die Leistung der Autor*innen.
  • Stรผtzung eigener Argumente: Zitate kรถnnen Aussagen untermauern oder kontrastieren.
  • Dialog mit der Forschung: Wir treten in Austausch mit bestehenden Texten und Wissenschaftler*innen.

Die Bedeutung des Zitierens wird auch in den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis (GWP) deutlich. Umfassender werden diese auf der TUHH-Seite GWP Video fรผr Studierende besprochen. Das Thema Zitieren wird dort unter anderem in Video 2 ab Minute 9:00 aufgegriffen.

Direkte Zitate

Direkte Zitate รผbernehmen den genauen Wortlaut aus einer Quelle. Sie sind besonders sinnvoll, wenn die Formulierung oder der Ausdruck von Autor*innen mรถglichst exakt wiedergegeben werden soll.

Kennzeichnung und Formatierung

Jedes direkte Zitat wird durch doppelte Anfรผhrungszeichen (โ€žโ€ฆโ€œ) vom eigenen Text abgehoben und muss den originalen Wortlaut, die Rechtschreibung, Zeichensetzung und die Zeitform unverรคndert wiedergeben. Wenn wir Wรถrter weglassen mรถchten, markieren wir dies mit [โ€ฆ]. Eigene Ergรคnzungen oder Anpassungen, die fรผr das Verstรคndnis nรถtig sind, setzen wir in eckige Klammern [ ]. Wichtig: Das Zitat muss grammatikalisch korrekt in unseren eigenen Satzbau eingebunden werden, damit der Text am Ende flรผssig lesbar bleibt.

Beispiel:
Sesink schreibt: โ€žIn den Ingenieur-, den Natur- und den empirischen Sozialwissenschaften werden primรคr Daten generiert und interpretiert; in den Geisteswissenschaften werden vor allem Texte gelesen und geschriebenโ€œ (Sesink 2012, S. 11).

Wenn wir nur einen Teil zitieren mรถchten, kรถnnen wir es wie folgt formulieren:
Laut Sesink werden โ€žin den Geisteswissenschaften [โ€ฆ] vor allem Texte gelesen und geschriebenโ€œ (Sesink 2012, S. 11).

Quellenangabe und Zitierstile

Bei der Quellenangabe geben wir bei Bรผchern Autor, Jahr und Seitenzahl an (z.B. Jele 2024, S. 29), bei Internetseiten den Titel der Seite. Alternativ kรถnnen FuรŸnoten verwendet werden. Am Ende der Arbeit fรผhren wir alle Quellen vollstรคndig im Literaturverzeichnis auf.

Wichtig:
Der konkrete Zitierstil (zum Beispiel Harvard, APA oder Chicago) wird oft von Fachbereichen, Journals oder Betreuenden vorgegeben.

Ein Tipp:
Wenn wir einen Zitierstil vorgegeben bekommen oder auch einfach erstmal nur mit dem Zitieren beginnen wollen, so helfen uns Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero (siehe auch Schnelleinstieg: Zotero in 7 Schritten) oder Citavi (siehe auch Einstieg in Citavi) bei der Umsetzung. Das Schรถne: Soll es nachher ein komplett anderer Stil sein, so reichen in diesen Programmen wenige Mausklicks. Ohne Literaturverwaltungsprogramm mรผssen wir jede Quelle in unserem Text manuell anpassen.

Im Blogbeitrag Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten: Warum und wie? finden wir detailliertere Informationen zu einigen Zitierstilen. Eine รœbersicht zu vielen verschiedenen Zitierstilen ist auch im Beitrag Den einen oder keinen: Zitationsstile โ€žanalysierenโ€œ und in Zotero hinzufรผgen verlinkt.

Besonderheiten

  • Anfรผhrungszeichen im Zitat: Wenn im Originalzitat Anfรผhrungszeichen vorkommen, wandeln wir diese in einfache Anfรผhrungszeichen (โ€šโ€ฆโ€˜) um.
  • Fehler im Original: Offensichtliche Fehler oder ungewรถhnliche Schreibweisen im Original markieren wir mit [sic], was so viel wie โ€žso stand es im Originalโ€œ bedeutet. Je nach Stilvorgabe variiert die Schreibweise, sodass u.a. auch [sic!] gebrรคuchlich ist.
  • Hervorhebungen: Kursive oder fette Schrift im Originaltext รผbernehmen wir unverรคndert.

Hรคufige Fehler beim direkten Zitieren

Beim direkten Zitieren sollten wir darauf achten, den Sinn des Originals zu erhalten. Wir sollten nicht zu hรคufig oder unnรถtig zitieren. Unsere eigene Argumentation sollte im Vordergrund stehen und Zitate mรถglichst sparsam (also keine Zitatcollage) eingesetzt werden. Wichtig ist auch, dass Sรคtze nicht mitten im Zitat abbrechen und jedes Zitat grammatikalisch korrekt in unseren Text eingebunden wird.

Indirekte Zitate

Indirekte Zitate, auch Paraphrasen genannt, geben die Gedanken eines Textes in eigenen Worten wieder. Sie eignen sich besonders, wenn die exakte Formulierung nicht entscheidend ist, aber die Aussage wichtig bleibt. Bei indirekten Zitaten mรผssen wir die Aussage des Originals genau wiedergeben, ohne sie zu verzerren. Eine Quellenangabe ist dabei immer erforderlich. Um zusรคtzlich im FlieรŸtext deutlich zu machen, dass es sich nicht um unsere eigenen Gedanken handelt, kรถnnen wir einleitende Wendungen (zum Beispiel โ€žlautโ€œ oder โ€žnach Angaben vonโ€œ) sowie den Konjunktiv nutzen. Bei indirekten Zitaten werden keine Anfรผhrungszeichen gesetzt.

Beispiel:
Statt Die Methode ist effektiv (vgl. Mustermann 2025, S. 67) schreiben wir mit Konjunktiv Nach Angaben von Mustermann sei die Methode effektiv (vgl. Mustermann 2025, S. 67) oder ohne Konjunktiv Mustermann zufolge erweist sich die Methode als effektiv (vgl. Mustermann 2025, S. 67).

Die Quellenangabe wird in vielen Fachdisziplinen รผblicherweise mit โ€žvgl.โ€œ (vergleiche) gekennzeichnet (vgl. Jele 2024; Niedermair 2023), um zu zeigen, dass wir nicht wรถrtlich zitieren. Ob โ€žvgl.โ€œ verwendet wird, hรคngt jedoch vom gewรคhlten Zitierstil ab.

Was muss nicht zitiert werden?

Nicht alle Informationen mรผssen als Zitat gekennzeichnet werden. Quellenpflichtig sind nur autor*innenspezifische Ideen und Formulierungen. Fachbegriffe, die zum Allgemeingut unseres jeweiligen Fachgebiets gehรถren, mรผssen nicht zitiert werden. Ebenso wenig historische Daten und Fakten, die allgemein bekannt sind (z.B. โ€žDie Berliner Mauer fiel 1989โ€œ), oder selbstverstรคndliche Aussagen, die keiner spezifischen Quelle zugeordnet werden kรถnnen.

Praktische Hinweise fรผr das Zitieren

  • Korrektheit prรผfen: Kontrollieren wir nach dem Zitieren, ob wir die ursprรผngliche Aussage korrekt รผbernommen haben.
  • Eigene Anmerkungen kennzeichnen: Nutzen wir eckige Klammern [ ] fรผr eigene Kommentare und [sic] fรผr Fehler in der originalen Quelle.
  • Balance wahren: Achten wir darauf, dass Zitate unseren eigenen Gedankengang unterstรผtzen, aber nicht verdrรคngen.
  • Literaturverwaltung nutzen: Programme wie Zotero (Open Source), Citavi (Campuslizenz) oder JabRef (Open Source) helfen beim Erstellen von Quellenangaben sowie Literaturverzeichnissen und vermeiden Fehler.

Interaktives Quiz zum Zitieren

Nach der Kurzรผbersicht kรถnnen wir nun รผberprรผfen: Haben wir die wichtigsten Grundregeln des Zitierens verinnerlicht?

Sollte es bei der Darstellung des H5P-Elements zu Problemen kommen, kann auch die auf https://h5p.org abgelegte Version ausprobiert werden.

Literaturempfehlungen zum Zitieren

In der Lehrbuchsammlung der TUB zum wissenschaftlichen Arbeiten bieten sich unter anderem folgende Titel zur Vertiefung des Themas an:

  • Signatur: WHN 319
    Jele, H. (2024). Richtig Zitieren (5th ed). Kohlhammer Verlag.
  • Signatur: WHN 397
    Niedermair, K. (2023). Recherchieren, Dokumentieren, Zitieren: Die Arbeit mit wissenschaftlichen Quellen (2., vรถllig รผberarbeitete und erweiterte Auflage). UTB. https://doi.org/10.36198/9783838560663
  • Signatur: WHN 332
    Sesink, W. (2014). Einfรผhrung in das wissenschaftliche Arbeiten: Inklusive E-Learning, Web-Recherche, digitale Prรคsentation u.a (9., aktualisierte Auflage). Oldenbourg Verlag. https://doi.org/10.1524/9783486717648

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrรผcklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemรครŸ TULLU-Regel bitte wie folgt: Zitieren leicht(er) gemacht: Wichtige Regeln im รœberblick von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag und dazugehรถrige Materialien wie das H5P-Element stehen auch in nachnutzbaren Formaten sowie als PDF zum Download zur Verfรผgung.

Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten: Warum und wie?

Egal, ob Sie nun eine Haus- oder Abschlussarbeit schreiben oder vielleicht Ihren ersten Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift verรถffentlichen wollen, das richtige Zitieren ist dafรผr eine unerlรคssliche Voraussetzung.
Und auch hier gilt: Zitieren muss man zunรคchst lernen.
 
Die wesentlichen Lernziele dieses Beitrags zum Zitieren sind:

  • Sie kennen die wichtigsten Grรผnde fรผr das Zitieren
  • Sie verstehen, warum das Zitieren von wissenschaftlichen Dokumenten Teil des wissenschaftlichen Schreibens ist
  • Sie kรถnnen verschiedene Methoden des Zitierens anwenden und kennen deren Vor- und Nachteile
  • Sie wissen, dass es fรผr die Formatierung von Zitaten in wissenschaftlichen Texten verschiedene Formatvorgaben gibt
  • Sie kennen die hรคufigsten Fehler beim Zitieren und die wichtigsten Sonderfรคlle

Der Text ist in mehrere Abschnitte gegliedert:

Und nun viel Erfolg und auch SpaรŸ ๐Ÿ˜‰

1 Warum zitieren?

1.1 Ziel des Zitierens

Das Ziel des Zitierens ist die Einbeziehung der Gedanken und fรผr die Fragestellung relevanten Inhalte Dritter in die eigenen รœberlegungen und den eigenen Text, um damit (wissenschaftlich) zu argumentieren:
 
โ€žsozusagen als โ€šFundament und zentrale Eckpfeilerโ€™ , nicht jedoch dergestalt, dass alle ห โ€šSteineโ€™ von anderen stammen und Sie nur die Verbindungssรคtze schreiben, sozusagen den Mรถrtel liefernโ€œ (F. Rost 2003, S. 246; Hervorh. d. Verf.).

Zur Erlรคuterung: Die Abkรผrzung โ€žHervorh. d. Verf.โ€œ bedeutet, dass der Verfasser des Blogbeitrags diese Textpassage hervorgehoben hat, in diesem Fall durch die Verwendung von Fettdruck. Dies gehรถrt zu den Regeln des Zitierens, dass ร„nderungen an Originalzitaten kenntlich gemacht werden.
 
Damit diese Einbeziehung der Argumente von anderen AutorInnen in Ihrem Text erkennbar sind, mรผssen sie dementsprechend durch sogenannte Zitate gekennzeichnet werden, mit anderen Worten: zitiert werden. Wie das geht, wird im nรคchsten Kapitel erklรคrt.

1.2 Wissenschaftliche Arbeitsweise

Richtiges Zitieren und Belegen durch Quellen ist eine wichtige Formalie des wissenschaftlichen Arbeitens.
 
Aus inhaltlicher Sicht gehรถrt zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit, dass Sie nachweisen, dass Sie die Argumente und Gegenargumente oder auch Behauptungen anderer Autoren und Autorinnen kennen und diese auch einbeziehen in Ihre Argumentation. Das heiรŸt eben wiederum, dass Sie andere AutorInnen zitieren. Ein Beispiel hierfรผr ist die Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zu einem Thema.
 
Die dadurch entstehenden Belege – das Anfรผhren der Herkunftsquelle im Text und im Literaturverzeichnis – machen sichtbar und nachprรผfbar, welches Ihre eigenen รœberlegungen sind und wo Sie sich auf andere beziehen. Das Zitieren dient also auch einer Absicherungsfunktion (vgl. Rost 2003, S. 239).

1.3 Mรถglichkeiten durch das Zitieren

Das Zitieren hat noch einige weitere wichtige Grรผnde. So ermรถglicht es รผberhaupt erst die Darstellung der eigenen Leistung in einer Arbeit. Dazu gehรถrt die Abgrenzung von anderen AutorInnen oder die Bezugnahme auf diese. Den Lesern einer wissenschaftlichen Arbeit ermรถglicht es auรŸerdem die Diskussion verschiedener Auffassungen, Ansรคtze, Argumente und Gegenargumente und damit die Anknรผpfung, Diskussion und Kritik an ร„uรŸerungen anderer Autorinnen und Autoren.
 
Ganz wichtig fรผr die Wissenschaft und deren Fortschritt ist die Mรถglichkeit der Aufnahme von Ideen anderer AutorInnen, sodass diese (die Ideen ๐Ÿ˜‰ ) zu Neuem weiter entwickelt werden kรถnnen. Neben der Selbstverstรคndlichkeit, die UrheberInnen geistiger Arbeit(en) zu nennen, macht die Angabe der Quellen รผberhaupt erst eine Weiterentwicklung mรถglich, da ohne deren Namen ein Anknรผpfen oder eine Vertiefung der Informationen gar nicht mรถglich ist.

1.4 Von der Quelle zum Zitat

Die nachfolgende Skizze steht sinnbildlich fรผr das Meer von Wissen.

Von der Quelle zum Zitat (Zeichnung Detlev Bieler, Lizenz: CC BY 4.0)

Das Meer von Wissen wird von den verschiedenen Quellen gespeist und stรคndig erweitert. Die Abzweigungen der Flรผsse zeigen, wo sich verschiedene AutorInnen auf andere bezogen und diese zitiert haben. Die rot eingekreiste Welle wรคre dann z.B. ein Zitat, das Sie gerade fรผr Ihre Arbeit entnehmen.

2 Wie zitieren?

2.1 Zitat oder Paraphrase

Beim Zitieren gibt es zwei Hauptformen: das wรถrtliche Zitat und die Paraphrase. Ein wรถrtliches Zitat ist die wortwรถrtliche รœbernahme einer Textstelle, wรคhrend eine Paraphrase eine Formulierung in eigenen Worten ist, die sich aber an eine Quelle anlehnt und deren Inhalt unverfรคlscht und sinngemรครŸ wiedergibt.
 
Wann was?

  • โ€žโ€ฆ Zitieren Sie, wenn es auf den Wortlaut des Zitierten ankommt
  • Paraphrasieren Sie, wenn Sie lรคngere Textabschnitte zusammenfassen wollen und wenn es auf den Wortlaut nicht ankommtโ€œ (Bedorf 2004, S.2).

2.2 Wรถrtliches Zitat

Hier sind zwei typische Beispiele fรผr wรถrtliche Zitate. Erstens ein Zitat, das eine prรคgnante Bezeichnung enthรคlt (Maschinisierung der Kopfarbeit). Zweitens ein Zitat, das einen Satzteil enthรคlt, indem der vorher zitierte Begriff nรคher erlรคutert wird.

Das Beispiel stammt aus der Dissertation von Isabell Zorn 2010, S. 13 (Die Quellen sรคmtlicher Beispiele dieses Lernmoduls sind im Kapitel Literatur und Links aufgefรผhrt).

2.3 Wรถrtliches Zitat – eingerรผckt

Dieses Beispiel zeigt, wie ein lรคngeres zusammenhรคngendes Zitat formatiert werden sollte, eingerรผckt und in einem kleineren Font (kleinere SchriftgrรถรŸe). Es wird in dieser Lรคnge gebracht, da es ohne seinen inhaltlichen Gesamtzusammenhang schwer verstรคndlich wรคre bzw. wiederum erklรคrt werden mรผsste. In diesem Fall ist es besser, den zitierten Autor selbst „sprechen“ zu lassen.

Quelle: Diss. Zorn 2010, S. 22

Nebenbei interessant an diesem Beispiel ist: Der Rechtschreibfehler (ZeichenProzesse zusammengeschrieben) wird nicht korrigiert. Dies ist zwar richtig, aber die Autorin hรคtte direkt nach dem Fehler durch ein [sic!] darauf hinweisen mรผssen. Die Regel ist: Rechtschreibfehler in einem zitierten Text dรผrfen nicht korrigiert werden, mรผssen also im Original รผbernommen werden. Damit aufmerksame LeserInnen aber wissen, dass nicht der oder die Zitierende den Fehler gemacht hat, sondern der oder die Zitierte, ist der Hinweis sic! (lat. sฤซc, โ€žsoโ€œ, โ€žwirklich soโ€œ; sฤซc erat scriptum โ€šso stand es geschrieben) in rechteckigen Klammern nรถtig (siehe auch hier).

2.4 Paraphrase – Regeln

Bei der Formulierung einer Paraphrase (der sinngemรครŸen Wiedergabe eines Gedankens oder Textausschnittes in Form der Umschreibung oder Umformulierung) ist Folgendes zu beachten:

  • Die Paraphrase wird bei grรถรŸerem Textumfang angewendet, also fรผr Zusammenfassungen lรคngerer Abschnitte
  • Sie ist wie eine indirekte Wiedergabe zu verstehen, der Wortlaut muss verรคndert werden, es genรผgt nicht nur die Ersetzung einzelner Worte! (sonst wรคre es ein wรถrtliches Zitat, welches nicht durch Anfรผhrungszeichen kenntlich gemacht ist und damit ein Plagiat!)
  • Sie wird in der Regel im Konjunktiv formuliert (Dies ist aber in der Praxis tatsรคchlich meist nicht der Fall)
  • Die Paraphrase wird nicht hervorgehoben (Anfรผhrungszeichen o.รค.), aber gekennzeichnet durch Nennung des Autors/der Autorin und des Jahres, manchmal zusรคtzlich mit der Ergรคnzung โ€žvgl.“ (fรผr vergleiche), Beispiel: (vgl. Mรผller 2008)
  • Die Paraphrase darf genauso wie das wรถrtliche Zitat nicht sinnentstellend sein, d.h. der ursprรผngliche Zusammenhang muss nach wie vor zu verstehen sein
  • Es โ€ž[โ€ฆ] muss klar ersichtlich werden, welcher Inhalt aus welcher Quelle entnommen wurdeโ€œ (Uni Wien Schreibprojekt).

2.5 Paraphrase – Beispiel 1

Hier sehen Sie ein Beispiel fรผr mehrere aufeinander folgende Paraphrasen in einem Textabschnitt (gelb markiert), in dem verschiedene Autor*innen sinngemรครŸ wiedergegeben werden.

Quelle: Diss. Schulthess 2012, S. 49

Im ersten Satz wird eine Erkenntnis wiedergegeben, die von gleich drei verschiedenen und hier angegebenen Autor*innen so geteilt wird. Die zitierte Behauptung untermauert damit die Argumentation des Verfassers der Dissertation besonders.

Dabei bietet sich hier eine Paraphrase auch deshalb an, da man ansonsten drei wรถrtliche Zitate รคhnlichen Inhalts anfรผhren mรผsste. Die Paraphrasierung vereinfacht also an dieser Stelle die Formulierung, sie fasst zusammen.

2.6 Paraphrase – Beispiel 2

Im folgendem Beispiel werden die Paraphrasen in zwei Fรคllen durch die Nennung der Autoren eingeleitet. So wird sofort klar, dass es sich um eine Zitierung handelt, die dann in Form einer Paraphrase gemacht wird. Leider wird nicht ganz klar, ab wann die Paraphrase der dritten Quelle (Veres-Homm) beginnt, in der auch noch ein wรถrtliches Zitat enthalten ist, das nun entweder der einen oder der anderen Quelle zuzuordnen ist. Schwieriger wird das Ganze noch dadurch, dass die Seitenzahlen nicht angegeben sind, sodass man in der angegebenen Literatur mรผhsam suchen muss.

Quelle: Diss. Jungmann 2009, S. 22

2.7 Beispiel: Richtig und falsch paraphrasiert

Quelle: https://www.scribbr.de/richtig-zitieren/paraphrasieren/ (Abb. nicht unter freier Lizenz)

2.8 Beispiel: Wรถrtliches Zitat und Paraphrase einmal gegenรผbergestellt

Original, Pรถppel 2010, S. 325:
Das intuitive Wissen spiegelt sich in unseren Entscheidungen, die oft โ€žaus dem Bauch herausโ€œ erfolgen.

Wรถrtliches Zitat
Intuitives Wissen stรผtzt sich auf intuitive Vorstellungen und erfahrene Beziehungen als verinnerlichte Wahrnehmungen (Erfahrungen). Es โ€žspiegelt sich in unseren Entscheidungen, die oft โ€šaus dem Bauch herausโ€™ erfolgenโ€œ (Pรถppel 2010, S. 325).

Paraphrase
Intuitives Wissen stรผtzt sich auf intuitive Vorstellungen und erfahrene Beziehungen als verinnerlichte Wahrnehmungen (Erfahrungen). Nach Pรถppel (2010, S. 325) lรคsst es sich an unseren Entschlรผssen ablesen, die hรคufig gefรผhlsgesteuert getroffen werden.

Hier, bei der Paraphrase, muss der Inhalt des Originals in eigenen Worten mit anderen Begriffen wieder gegeben werden. Sonst wรคre es, wenn vielleicht auch nur stellenweise ein nicht kenntlich gemachtes wรถrtliches Zitat und damit plagiatsverdรคchtig.

2.9 Grundsรคtze Teil 1

Es gibt einige Grundsรคtze oder Regeln, die beim Zitieren beachtet werden mรผssen. Nachfolgend werden die wichtigsten vorgestellt und kurz erlรคutert.

  • Zitate sollen unmittelbar, zweckmรคssig (besonders treffend), vollstรคndig und einheitlich sein
  • Zitate mรผssen aus Originalquellen entnommen werden und verรถffentlicht sein!

Wichtig ist hier, dass wirklich nur dann zitiert wird, wenn es notwendig ist. Zitieren Sie nicht nur, um zu zeigen, dass Sie viele Quellen gelesen haben oder weil die Zitate selbst schรถn zu lesen sind oder auf eine „tolle“ Quelle hinweisen (Name-Dropping). Damit ist gemeint, dass Sie die Originalquellen herangezogen haben und diese wenigstens ausschnittweise gelesen haben. Verlassen Sie sich nicht auf die Zitierung von anderen Autoren und รผbernehmen deren Zitate nicht ungeprรผft. Nur in Ausnahmefรคllen sollten Sie Zitate anderer Autoren รผbernehmen, und wenn Sie dies tun, kennzeichnen Sie es durch „zit. nach XY“. Die genaue Regel wird im Abschnitt Sonderfรคlle beschrieben.

Verรถffentlicht sein bedeutet, dass die Quelle, aus der Sie zitieren, allgemein zugรคnglich sein muss (eben verรถffentlicht). Das bedeutet jedoch nicht immer, dass die Quelle auch einfach erreichbar ist. Manche Habilitationen sind zwar verรถffentlicht, aber trotzdem nur an der jeweiligen Hochschule vor Ort einzusehen, also nicht z.B. per Fernleihe ausleihbar.

  • Grund und Funktion des Zitats mรผssen deutlich werden
  • Eine einmal gewรคhlte Zitierform muss durchgรคngig beibehalten werden

2.10 Analogie Oldtimer-Restaurierung 1

Analogie Oldtimer-Restaurierung 1 (Zeichnung Detlev Bieler, Lizenz: CC BY 4.0)

2.11 Analogie Oldtimer-Restaurierung 2

Analogie Oldtimer-Restaurierung 2 (Zeichnung Detlev Bieler, Lizenz: CC BY 4.0)

2.12 Grundsรคtze Teil 2

  • Direktes Zitat: Wortwรถrtliche Wiedergabe einer Textstelle, Kennzeichnung durch Anfรผhrungszeichen im Text oder Einrรผckung.

Die Einrรผckung wird eher bei lรคngeren wรถrtlichen Zitaten verwendet und wird so deutlicher erkennbar. Neben der Einrรผckung wird oftmals auch die Schrift an dieser Stelle verkleinert.

  • Indirektes Zitat = Paraphrase: sinngemรครŸe Wiedergabe einer Textstelle in eigenen Worten
  • Der Sinn eines Textabschnittes muss bei Zitat und Paraphrase erhalten bleiben!
  • Quellenwiederholung: โ€žebd.โ€œ oder โ€ža.a.O.โ€œ

Wenn Sie denselben Autor oder dieselbe Autorin mehrfach hintereinander zitieren, mรผssen Sie nicht immer die vollstรคndige Quellenangabe machen. Stattdessen kรถnnen Sie die oben angegebene Methode zur Abkรผrzung verwenden.

  • Generell gilt: Keine Zitat-Collage (Sammlung)

Gemeint ist, dass in einem oder mehreren aufeinanderfolgenden Abschnitten nicht zu viele Zitate desselben Autors oder derselben Autorin verwendet werden sollten. Sie kรถnnten entweder zusรคtzliche Zitate von anderen Autor*innen zum jeweiligen Thema finden oder weitere eigene Gedanken in den Text einbringen. Wichtig ist, dass sich auch Ihre Meinung im Text widerspiegelt und nicht nur die anderer AutorInnen.

2.13 Sonderfรคlle

  • Zitat im Zitat: wenn Sie eine Textstelle zitieren, die bereits ein Wort in Anfรผhrungszeichen beinhaltet, mรผssen Sie diese in ihrem Zitat in einfache Anfรผhrungszeichen umwandeln, รผbrigens so auf der Tatstatur (Windows) zu erzeugen: alt+0130; alt+0145.
  • Zitate aus englischen Quellen mรผssen nicht รผbersetzt werden (es wรคren dann keine wรถrtlichen Zitate mehr).
  • Umgang mit Sekundรคrliteratur (zit. n. yx) Generell gilt: Sie sollten mรถglichst aus der Originalquelle zitieren. Denn „Quellen mรผssen zuverlรคssige Quellen sein. Wer aus zweiter Hand zitiert, setzt sich der Gefahr aus, Fehler zu รผbernehmen“ (Franck & Stary 2003, S. 183), oder dass der Zusammenhang nicht (mehr) stimmt. Wenn Sie also in einem Text auf ein Zitat stoรŸen, das Sie ebenfalls bringen mรถchten, weil es Ihre Argumentation unterstรผtzt, dann sollten Sie sich diese Quelle (Primรคrquelle) beschaffen. Sollte dies schwer mรถglich sein oder gar unmรถglich, weil der Titel z. B. vergriffen ist, kรถnnen Sie ausnahmsweise so verfahren: Belegen Sie das Zitat mit beiden Quellen. Zunรคchst wird die Quelle genannt, aus der das Zitat im Original stammt, danach die Quelle, in der Sie das Zitat gefunden haben (Sekundรคrquelle), Beispiel: (Maier 1956, S. 23; zit. n. Schulze 2008, S. 74) wobei Maier die Primรคrquelle ist und Schulze die Sekundรคrquelle. Eine Alternative ist auch auf den Autor oder die Autorin hinzuweisen, der oder die Sie durch das Zitat erst auf den anderen Autoren gebracht hat, indem Sie z. B. schreiben: Schulze (2008, S. 74) verweist auf Maier (1956), nachdem zu beachten ist, โ€ždass die eigentliche Zentralaufgabe das Nachdenken istโ€œ (S. 23). Dies beinhaltet ebenfalls, dass Sie die Originalquelle besorgen, um dies zu รผberprรผfen.
  • Fehler werden รผbernommen und durch: [sic!] gekennzeichnet, bei Ergรคnzungen durch Sie selbst durch: [Anm. d. Verf.] und bei einer [Satzumstellung] werden diese Satzteile ebenfalls in eckige Klammern gesetzt. Dies macht kenntlich, dass die ร„nderungen von Ihnen stammen.
  • Auslassungen werden mit [โ€ฆ] gekennzeichnet, Einfรผgungen so [z.B. Satzergรคnzung zur Lesbarkeit] und Hervorhebungen wie Fett- oder Kursiv-Setzungen, werden durch die Einfรผgung [Herv. durch V.] ergรคnzt. Letzteres kann auch in der Quellenangabe direkt nach dem Zitat erfolgen.
  • Wenn รผbersetzt wird, muss der oder die รœbersetzerIn mit angefรผhrt werden, z. B. so: Aus dem Englischen von Diane Marten.
  • Auch fรผr Abbildungen, Zeichnungen, Schemazeichnungen von Modellen etc. gilt: die Quelle ist anzugeben und bei einer ร„nderung: in Anlehnung an Quelle xy.
  • Sind in einem Literaturverzeichnis mehrere Verรถffentlichungen eines Autors oder einer Autorin aus einem Jahr zu nennen, so werden diese durch das Anhรคngen von Kleinbuchstaben unterschieden; XY (2004a)… (2004b)… (2004c) etc.
  • Ist ein Autor oder eine Autorin unbekannt, so wird anstelle des Namens o.V. (ohne Verfasser) angegeben oder Anonymus.

2.14 Hรคufige Fehler

Hรคufige Fehler beim Zitieren sind folgende:

  • Fehlende oder nicht ausreichende Belegung der Aussagen (Zitate), im schlimmsten Fall keine Namensangabe. Weniger schlimm, aber umstรคndlich fรผr den Nachvollzug der Quelle wird es, wenn keine Seitenangabe gemacht wird
  • Es kommt zu hรคufiger Verwendung von Sekundรคrzitaten
  • Literatur wird nur oberflรคchlich recherchiert: wichtige Autoren werden nicht beachtet
  • รœberwiegendes Zitieren aus Lehrbรผchern statt aus Forschungsliteratur
  • Fehlende Integration hochrangiger Journals
  • Unvollstรคndiges Literaturverzeichnis

Nach Meyer (2011, S. 24)

3 Wie belegen?

Obwohl es scheinbar unzรคhlige Varianten von Zitierformen gibt (siehe hierzu auch Kapitel 5), lassen sich diese letztendlich auf „nur“ zwei Hauptmethoden zurรผckfรผhren: die Kurzbelegmethode im Text und die Ziffernmethode.

3.1 Kurzbeleg im Text

Eine Mรถglichkeit, eine Quelle im Text anzugeben (zu belegen), ist die Angabe des Namens von AutorInnen, des Jahres der Verรถffentlichung der Quelle und der Seitenzahl, von der das Zitat stammt. Dies wird auch Kurzbeleg genannt und findet unmittelbar im Anschluss an das Zitat statt oder im unmittelbaren Zusammenhang dazu. Beispiel (Arnold 2008, S. 31): Wenn der Autor im Text genannt wird, wird nur das Jahr und die Seitenangabe in Klammern gesetzt. Die ausfรผhrlichen Quellenangaben werden dann im Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit gemacht.

Weitere hรคufig gebrauchte Bezeichnungen fรผr diese Methode sind Anglo-Amerikanische Belegmethode, Harvard-Methode oder Autor-Jahr-System (Zur Verwendung der zahlreichen verschiedenen mรถglichen Stile siehe im Kapitel Zitationsstile)

Er gibt verschiedene Varianten fรผr die Schreibweise bei der Nennung von AutorIn und Jahr in der Kurzbelegmethode:

  • (Schulz 2003, S. 34); (Schulz, 2003, S. 34); (Schulz 2003: 34); (SCHULZ 2003, S. 34)

Im folgenden Beispiel ist oben der Beleg eines wรถrtlichen Zitats, unten der fรผr eine Paraphrase:

Quelle: Diss. Jungmann 2009, S. 20

3.2 Weiteres Beispiel

Quelle: Dissertation Blees 2011, S. 8

3.3 Ziffer und FuรŸnote

Die zweite Belegmethode ist die der Anmerkungsziffer mit Kurzbeleg in einer FuรŸnote. Diese Methode wird auch Deutsche Belegmethode oder Anmerkungssystem genannt. Ein weiterer Name ist Oxford-System.

Dabei wird direkt nach dem Zitat eine Anmerkungsziffer in Form einer Hochzahl (die Zahl kann auch auf der Grundlinie stehen, das ist vom Stil abhรคngig) eingefรผgt, die fortlaufend durchnummeriert wird. Auf der gleichen Seite wird das Zitat in einer FuรŸnote in Kurzform mit der Angabe von Namen, Jahr und Seite belegt.

Auch hier werden die ausfรผhrlichen Quellenangaben im Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit gemacht.

Quelle: Diss. Janzik 2011, S. 89

3.4 Weiteres Beispiel Ziffernmethode

Quelle: Dissertation Faika 2014, S. 9

Interessant: hier gibt es keine Belege in FuรŸnoten auf der Seite. Diese befinden sich stattdessen alle im Literaturverzeichnis. Eine der zahlreichen Varianten…

Sowohl Kurzbeleg- als auch Ziffernmethode gibt es in zahlreichen Varianten. Literaturverwaltungsprogramme haben ca. 11.000 verschiedene Zitationsstile „gesammelt“. In der folgenden Grafik sind beide Zitierhauptmethoden zur besseren รœbersicht noch einmal einander gegenรผbergestellt:

Zwei Hauptzitiermethoden (Grafik Detlev Bieler, Lizenz: CC BY 4.0)

3.5 Vor- und Nachteile 1: Deutsche Belegmethode (Anmerkungsziffer und FuรŸnote)

Vorteile:

  • Der Lesefluss im Text ist besser, da der Text nicht durch Quellenangaben zerrissen wird und da nicht immer zum Literaturverzeichnis am Ende geblรคttert werden muss
  • Das Vergessen von Literaturangaben passiert weniger hรคufig
  • Belege und Erlรคuterungen sind auf der gleichen Seite in der Nรคhe der Zitate zu finden

Nachteile:

  • Die Anmerkungen benรถtigen Platz auf der Seite, der sonst fรผr Text zur Verfรผgung stรผnde
  • Die Quellenangaben mรผssen so zweimal gemacht werden, in den Anmerkungen und im Literaturverzeichnis

3.6 Vor- und Nachteile 2: Anglo-amerikanische Belegmethode (Kurzbeleg im Text u. Literaturverzeichnis, auch Harvard-Zitierweise genannt)

Vorteile:

โ€ข es spart Schreibarbeit, da die Quellenangaben nur einmal am Ende im Literaturverzeichnis zu machen sind

โ€ข es wird kein Platz benรถtigt fรผr u.U. zahlreiche Anmerkungen auf der Seite

Nachteil:

  • Der Lesefluss im Text ist schlechter, da die Quellenangaben darin erst „รผberlesen“ werden mรผssen

3.7 Und Abbildungen?

Natรผrlich kรถnnen auch Abbildungen zitiert werden. Allerdings nur, wenn dies fรผr die wissenschaftliche Arbeit nรถtig ist, also nicht nur zur Verschรถnerung ๐Ÿ˜‰ . Ganz wichtig ist bei der Zitierung von Abbildungen daher die Bezugnahme auf diese und deren Kommentierung im Text.

Ein zitiertes Bild sollte eine fortlaufende Nummerierung aufweisen (idealerweise mit Angabe des Kapitels oder Abschnittes) . Es ist besonders wichtig, die Quellenangabe direkt unter der Abbildung aufzufรผhren. Dies bedeutet, dass die Quelle immer unter der Abbildung angeben werden sollte, selbst wenn im Text z.B. mit dem FuรŸnotensystem gearbeitet wird: (Sandberg 2012, S. 106)!

Bei รผbernommenen Grafiken, die abgeรคndert werden, ist zusรคtzlich zur Quelle der Hinweis zu geben:

  • In Anlehnung anโ€ฆAbb. 1: …, eigene Bearbeitung nach … (Quelle)

Ansonsten sollte ein Hinweis auf die eigene Darstellung gegeben werden, falls dies der Fall ist. Dadurch wird sichergestellt, dass klar wird, dass die Quellenangabe nicht vergessen wurde. Zudem ist es notwendig, ein separates Abbildungsverzeichnis zu erstellen. Dies gilt auch fรผr Tabellen, fรผr die ein Tabellenverzeichnis erforderlich ist.

3.8 Abbildungen, Beispiel 1

Quelle: Diss. Jungmann 2011

Hier unter der Abbildung zu sehen: Bildbezeichnung, fortlaufende Nummerierung und die Quellenangabe.

3.9 Abbildungen, Beispiel 2

Quelle: Stephan 2009

Bei รผbernommenen Grafiken, die abgeรคndert werden: Quelle und Hinweis: In Anlehnung anโ€ฆ

Abb. 1: (Titel der Abbildung), eigene Bearbeitung nach … (Quelle)

3.10 Abbildungen, Beispiel 3

Diss. Janzig 2011 S. 65

4 Literaturverzeichnis – Formatierungsbeispiele

Zu einer wissenschaflichen Arbeit und dem Belegen von Quellen gehรถrt schlieรŸlich deren Nachweis in einem Literaturverzeichnis. Nachfolgend sind die wichtigsten Formate verschiedener Literaturarten vorgestellt.

4.1 Monographie und Sammelband

Im Folgenden sehen Sie Beispiele fรผr die Quellenangaben von verschiedenen Publikationsformaten. Abwandlungen sind dabei mรถglich und richten sich nach den Vorschriften des jeweiligen Zitationsstiles. Die wesentlichen Bestandteile bleiben aber gleich. Bei den ersten drei Formaten ist den Umsetzungsbeispielen zum besseren Verstรคndnis die Formatvorgabe vorangestellt. Einige Besonderheiten sind fett hervorgehoben.

Monographie
Name, Vorname (evtl. als Initial) (Jahr): Titel (Untertitel durch Punkt getrennt). (ggf. Auflage) Ort d. Publikation: Verlag. Seite(n)

Bortz, Jรผrgen und Nicola Dรถring (2002): Forschungsmethoden und Evaluation. Fรผr Human und Sozialwissenschaftler. 3., รผberarb. Aufl. Springer-Lehrbuch. Berlin: Springer. S.  173.

Sammelband bzw. Beitrag in einem Sammelband
Bei einem Beitrag aus einem Sammelband mรผssen sowohl der Beitrag als auch der Sammelband selbst aufgefรผhrt werden. Zuerst werden AutorInnen des Beitrages genannt, dann folgt in dieser Nennung der Sammelband, erkennbar an dem „in“ vor der darauffolgenden Nennung der AutorInnen bzw. HerausgeberInnen des jeweiligen Sammelbandes:

Name, Vorname (evtl. als Initial) (Jahr): Titel des Aufsatzes, in: Name des Herausgebers des Sammelbandes (Hrsg.): Titel des Werkes (des Sammelbandes), evtl. Bandnummer. Erscheinungsort: Verlag, Seiten

HERSTATT, C.; SANDER, J. G. (2004b): Einfรผhrung: Virtuelle Communities, in: C. Herstatt, J. Sander (Hrsg.), Produktentwicklung mit virtuellen Communities: Kundenwรผnsche erfahren und Innovationen realisieren. Wiesbaden: Gabler, S.1โ€“16. (Anm.: Hier sind die Namen z.B. in Kapitรคlchen gesetzt, eine der zahlreichen Varianten)

4.2 Zeitschriftenbeitrag und Hochschulschrift

Zeitschriftenbeitrag
Das „in“ kennzeichnet auch die Nennung eines Beitrages/Artikels in einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Nach den Namen von AutorInnen und dem „in“ folgt die Angabe des Namens der Zeitschrift:

Name, Vorname als Initial (Jahr): Titel des Aufsatzes, in: Name der Zeitschrift, Jahrgang, evtl. Heftnummer, Anfangs u. Endseite.

WISWEDE, G. (1988): ร–konomische Psychologie – Psychologische ร–konomie: Probleme und Befunde wirtschaftspsychologischer Forschung, in: Zeitschrift fรผr Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 108(4), S. 503โ€“592.

Hochschulschrift
Lettl, C. (2004). Die Rolle von Anwendern bei hochgradigen Innovationen: Eine explorative Fallstudienanalyse in der Medizintechnik. Dissertation. Wiesbaden: Deutscher Universitรคts-Verlag.

4.3 Graue Literatur und Internetquelle

Graue Literatur
THOMKE, STEFAN (2002): Innovation at 3M Corporation, Working Paper, Harvard Bu School, 2. Auflage,   Cambridge (MA).

Internetquelle
Wildt, Johannes, Mathias Heiner und Andrea Krelaus (2009).  hochschuldidaktik-on-line. Hrsg. Von Hochschuldidaktisches Zentrum der Technischen Universitรคt Dortmund. Dortmund. url: www.hd-on-line.de (besucht am 2009. 12. 12). S. 53.

5 Zitationsstile

5.1 Beispiel 1

Wie schon zuvor erwรคhnt, gibt es mehr als 10.000 verschiedene Zitationsstile. Es folgen einige Beispiele. In der linken Spalte steht der Name der Zeitschrift, gefolgt von der Markierung des Belegs im Text und rechts die Vorschau aus dem Literaturverzeichnis:

Methode: Kurzbeleg im Text

Quelle: Citavi Zitierstilรผbersicht.pdf 2010, S. 8 (Anm.: leider ist dies schรถn รผbersichtliche PDF nicht mehr erhรคltlich.

5.2 Beispiel 2

Quelle: Citavi Zitierstilรผbersicht.pdf 2010, S. 4
Quelle: Citavi Zitierstilรผbersicht.pdf 2010, S. 5

5.3 Beispiel 3

Hier noch ein Blick in ein Literaturverzeichnis einer Dissertation, Die nachnamen der Autor*innen sind in Kapitรคlchen gesetzt, der Vorname wird als Initiale abgekรผrzt. Nach der Jahreszahl folgt ein Doppelpunkt. In der vierten Quelle ist das Wรถrtchen „in“ zu sehen, woran erkennbar ist, dass es sich um einen Zeitschriftenbeitrag handelt:

Quelle: Diss. Janzik 2011

5.4 Beispiel 4

Hier ein etwas seltenerer Stil, hier ist der erste Name der beiden Autoren mit dem Nachnamen zuerst angefรผhrt, beim zweiten Autor erst der Vor- und dann der Nachname, ab der zweiten Zeile sind die Zeilen eingerรผckt, nach der Jahreszahl folgt ein Punkt:

Quelle: Diss. Jungmann 2011

5.5 Beispiel 5

Quelle: Diss. Drewko 2013

Aufgrund der Vielzahl an Zitierstilen ist es wichtig, die Vorgaben z.B. einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift oder auch, im Falle einer Promotion, eines Institutes rechtzeitig zu erfragen. Gerade hierfรผr ist die Nutzung eines Literaturverwaltungsprogrammes zu empfehlen. Quasi auf Knopfdruck lassen sich Zitierstile je nach Wunsch passend รคndern.

6.1 Quellen dieses tub.torials

Bedorf, Thomas (2004): Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten: Zitieren und Paraphrasieren.
http://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/philosophie/textdokumente/bedorf_zitieren.pdf
Franck, Norbert; Stary, Joachim (2003): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. 11. Aufl. Schรถningh, Paderborn.
Meyer, Matthias (2011): Hinweise und Formvorschriften fรผr das erstellen wissenschaftlicher Arbeiten. http://www.cur.tu-harburg.de/de/dateien/oeffentlich/hinweiseundformvorschriftencurmai2011.pdf
Rost, Friedrich (2007): Lern- und Arbeitstechniken fรผr das Studium. VS Verlag fรผr Sozialwissenschaften. Wiesbaden.4. Auflage.
Vertiefende Literatur, die in diesem tub.torial nicht zitiert ist:
Balzert, Helmut; Schrรถder, Marion; Motte, Petra (2011): Wissenschaftliches Arbeiten: Ethik, Inhalt & Form wiss. Arbeiten, Handwerkszeug, Quellen, Projektmanagement, Prรคsentation. W3L-Verlag, Herdecke.
Kruse, Otto (2010): Lesen und Schreiben. UTB, Stuttgart.
Limburg, Anika; Otten, Sebastian (2011): Schreiben in den Wirtschaftswissenschaften. Schรถningh UTB, Stuttgart.
Rost, Friedrich (2012): Lern- und Arbeitstechniken fรผr das Studium. Springer, Wiesbaden.
Sandberg, Berit (2013): Wissenschaftlich Arbeiten von Abbildung bis Zitat. Lehr- und รœbungsbuch fรผr Bachelor, Master und Promotion. Oldenbourg, Mรผnchen.
Stickel-Wolf, Christine; Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken: erfolgreich studieren – gewusst wie! Springer, Mรผnchen.
Theisen, Manuel R. (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 16. Aufl. Vahlen, Mรผnchen.

6.2 Quellen der Beispiele

Blees, Christoph (2011): Eine Methode zur Entwicklung modularer Produktfamilien. Dissertation. Techn. Uni. Hamburg.
Drewko, Aleksandra  (2013):  Low-tech sustainable sanitation options for Ghana and Ethiopia โ€“
economic, social  and technical aspects. Dissertation. Techn. Uni. Hamburg.
Faika, Daniela (2014): Modifikation magnetischer Nanotrรคger fรผr den Einsatz in enzymatisch katalysierten Reaktionen. Dissertation. Techn. Uni. Hamburg.
Janzik, Lars (2011): Motivanalyse zu Anwenderinnovationen in Online-Communities. Wiesbaden. Springer.
Jungmann, Thorsten  (2011): Forschendes Lernen im Logistikstudium. Dissertation. Technische Universitรคt Dortmund.
Meyer, Matthias (2011): Hinweise und Formvorschriften fรผr das Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten.
Pรถppel, Ernst (2010) Der Rahmen. Ein Blick des Gehirns auf unser Ich. Mรผnchen. Hanser.
Schulthess, Marc (2012): Die Nutzung von Analogien im Innovationsprozess. Wiesbaden. Springer.
Scribbr: https://www.scribbr.de/richtig-zitieren/paraphrasieren/
Stephan, Michael (2009): Improvisationsfรคhigkeit, Kreativitรคt & Offenheit als Herausforderungen innovativer Unternehmen. Jazz als Referenzkonzept fรผr das Innovationsmanagement? Discussion Papers on Strategy and Innovation 09-03 Department of Technology and Innovation Management. Philipps-University Marburg.
Uni Wien Schreibberatung: https://ctl.univie.ac.at/angebote-fuer-studierende/waehrend-des-studiums/schreibberatung/
Zorn, Isabel  (2010): Konstruktionstรคtigkeit mit Digitalen Medien – Eine qualitative Studie als Beitrag zur
Medienbildung. Glรผckstadt. Hรผlsbusch


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