Digitales Semester

Wissenschaftliches Arbeiten im Onlinesemester 2020 – Welche Inhalte, Faustregeln oder Ideen sind für Studierende wichtig?

Vom Präsenzseminar zur Onlineveranstaltung: Das digitale Sommersemester 2020 stellte wohl für alle Lehrenden und Lernenden eine große Herausforderung dar. Experimentieren in und mit digital gestützten Lehrformaten und Lernprozessen war erforderlich. Und so wurde vieles von uns im Rahmen des Onlinesemesters im Seminar Wissenschaftliches Arbeiten an der TUHH ausprobiert. Ursprünglich für die Präsenzlehre konzeptionierte Inhalte wurden überarbeitet, anders strukturiert oder komplett neu erstellt.

Noch vor den eigentlichen Inhalten schwingt für alle Beteiligten nicht selten der herausfordernde, gleichzeitige Umgang mit Technik mit. Für mich spielt hier auch die fehlende Interaktion von Angesicht zu Angesicht eine Rolle: hochgezogene Augenbrauen, fragende Blicke, Kopfschütteln – in der Präsenzlehre kann ohne Probleme auf Gestik und Mimik reagiert werden. In der Vergangenheit entstanden in unseren Präsenzveranstaltungen auch auf diesem Weg immer wieder tolle Diskurse. Dies war so im digitalen Semester trotz vielen technischen Möglichkeiten nur schwer möglich (Lesenswert dazu: Die stumme, dunkle Wand in Zoom vom Hochschulforum Digitalisierung).

Bevor wir in den kommenden Wochen und Monaten Einblicke unserer Studierenden zu ihren Erfahrungen im Onlinesemester 2020 anbieten wollen (und Technik wird hier vermutlich eine große Rolle spielen), wollen wir heute in diesem Beitrag nochmal konkrete Einblicke zu einer von uns gestellten Frage in der – vor wenigen Augenblicken beendeten – Abschlussveranstaltung unseres Seminars geben:

Welcher inhaltliche Aspekt, welche Faustregel oder welche Idee war für Sie das Wichtigste, was Sie in diesem Seminar gelernt haben?

In einem kollaborativen Etherpad konnten alle Teilnehmenden über die TU-Installation des Etherpads anonyme Antworten im Hinblick auf das wissenschaftliche Arbeiten im Kontext der oben aufgeführten Frage hinterlassen. Diese werden hier ungeordnet aufgelistet (Hinweis: Zustimmungen wie „+2“ werden in der Liste nicht abgebildet):

 

  • Die Vielfalt an Recherchemöglichkeiten war sehr hilfreich für mich;
  • Inhaltlich war der Block zum Thema Recherche und Datenbanken für mich der interessanteste;
  • Strukturierung (z.B. Zeitmanagement, Lesetechniken);
  • Für mich war die Literaturrecherche sehr wichtig;
  • Zeitmanagement;
  • Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit;
  • Literaturrecherche online;
  • Wie man am effektivsten nach passender Literatur sucht;
  • Einfach erst einmal drauf losschreiben;
  • Zitiertechniken;
  • Literaturrecherche;
  • Plagiate vermeiden;
  • Wie wichtig ein einheitlicher wissenschaftlicher Arbeitsstil (Konvention) für den Informationsaustausch ist;
  • Die Recherche und die verschiedenen Datenbanken, die es dafür gibt;
  • Möglichkeiten mit Datenbanken zu arbeiten;
  • Möglichkeiten zur Ideenfindung und Schreibblockaden (überwinden);
  • Was ein Expose ist;
  • überarbeiten geht später, erst einmal Schreiben und „Wie komme ich aus Schreibblockaden raus?“;
  • Literaturverwaltung.

Auffällig ist aus Perspektive von uns Lehrenden, dass das Thema Literaturverwaltung (gefühlt) zu wenig benannt wurde. Sowohl im Seminar als auch an dieser Stelle können wir nur empfehlen, sich vor Beginn einer Abschlussarbeit mit Literaturverwaltungsanwendungen wie Citavi oder Zotero praktisch auseinanderzusetzen. Neben Übungen im geschlossenen Seminarraum bieten wir Interessierten im Schwester-Blog zu tub.torials – dem Schaufenster zum Seminar „Wissenschaftliches Arbeiten“ – eine umfangreichere Übungsaufgabe an.

Interessant im Zusammenhang mit der oben gestellten Frage und dem Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ ist vielleicht auch ein Twitter-Thread von Sandra Beck, in dem der Frage nachgegangen wird, „Was hätte euch viel Zeit und Mühe gespart, wenn es vor Beginn einer Projekt- oder Hausarbeit erklärt worden wäre?“ Letztlich ist auch das Ziel unseres Seminars ja die Vorbereitung auf den „Ernstfall“ Haus- bzw. Abschlussarbeit. Für mich ist es übrigens die Erkenntnis, dass eine gewisse Ungewissheit immer Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens ist. Wie sieht es bei Euch und Ihnen aus? Kommentare sind immer gerne gesehen 🙂

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Wissenschaftliches Arbeiten im Onlinesemester 2020 – Welche Inhalte, Faustregeln oder Ideen sind für Studierende wichtig?“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Dieser Beitrag kann als Markdowndatei runtergeladen werden.

Beitragshinweis: „Wissenschaftliches Arbeiten oder Wissenschaftliches Schreiben? Nachdenkliches zum Gebrauch von zwei Begriffen“

Gerade in Videokonferenzen mit internationaler Besetzung fällt es mir aktuell oft auf: Wenn ich über unser Seminar Wissenschaftliches Arbeiten spreche, komme ich immer und immer wieder ins Grübeln. Wie lautet die (passende) gängige Bezeichnung im englischsprachigen Raum?

Allen denen es ähnlich geht und Interessierten an Fragen wie „Was macht das Schreiben und Arbeiten überhaupt wissenschaftlich?“ sei der Beitrag Wissenschaftliches Arbeiten oder Wissenschaftliches Schreiben? Nachdenkliches zum Gebrauch von zwei Begriffen von Thomas Hapke empfohlen. Im Gastbeitrag auf Insights – dem Schaufenster zum digitalen Experimentierfeld an der TUHH – werden darüber hinaus auch unterschiedliche Sichten auf Wissenschaft(en) thematisiert.

Unterscheiden sich „Wissenschaftliches Arbeiten“ und „Wissenschaftliches Schreiben“? Die Antwort gibt es bei Insights (Foto: Florian Hagen, CC BY 4.0).

 

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Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Beitragshinweis: Wissenschaftliches Arbeiten oder Wissenschaftliches Schreiben? Nachdenkliches zum Gebrauch von zwei Begriffen“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0.
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