Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Studentische Perspektiven

Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind nicht zuletzt seit der Fridays-for-Future-Bewegung ein Thema, nutzt diese doch für die interne und externe Kommunikation wesentlich auch digitale Werkzeuge. In unserem Blog ging es in einem Beitrag auch um die Nachhaltigkeit von digitalen Projekten und um die Frage wie Lernen nachhaltig durch Digitalisierung unterstützt werden kann. Letzteres ist ein Punkt, der durch die Corona-Krise besonders wichtig geworden ist. Die Bewegung „Bits & Bäume“ will Digitalisierung allgemein nachhaltiger gestalten. Das Buch zur gleichnamigen Konferenz ist Open Access verfügbar und damit nachhaltig nutzbar. Es steht unter der Creative Commons 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0 DE) Lizenz. Es darf also unter Nennung der Originalquelle vervielfältigt und nicht kommerziell weiterverbreitet werden.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung?

Dieser Beitrag setzt auch den Beitrag Wie funktioniert Lernen heute und morgen? Studentische Perspektiven zum Lernen im Zeitalter der Digitalisierung mit einem weiteren Einblick in studentische Perspektiven fort. Für die Studierenden des Seminars “Wissenschaftliches Arbeiten” an der Technischen Universität Hamburg gab es im Wintersemester 2019/20 optional die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Schreibaufgabe als Essay mit folgender Fragestellung zu befassen:

„Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ – zwei Begriffe, die jetzt und zukünftig uns alle betreffen. Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung? Welcher Aspekt bzw. welche Aspekte dieses vielschichtigen Zusammenhangs sind Ihnen besonders wichtig und warum?

Die oben genannten unterschiedlichen Aspekte der Beziehung zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden im Folgenden durch sieben Ausarbeitungen mit freundlicher Genehmigung der Studierenden widergespiegelt und erweitert:

Lorenz Reichel reflektiert über Nachhaltigkeit und Digitalisierung und stellt unter anderem einen Bezug beider zum wissenschaftlichen Arbeiten aber auch zu Fridays-for-Future her.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – Gegensatz oder Symbiose?

Lorenz Reichel

Beim Nennen dieser beiden Begriffe geht sicherlich den Meisten direkt durch den Kopf, dass es hier um brandaktuelle Themen geht, die unsere Gesellschaft prägen und für viel Diskussionsstoff sorgen. Doch vielleicht ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, warum diese Schlagwörter in einem Atemzug miteinander genannt werden. Besteht überhaupt ein Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung? Wenn ja, wo liegt dieser und welche Aspekte der Korrelation sind besonders spannend? Diesen Fragen versucht dieses Essay auf den Grund zu gehen. Mit dem Thema Nachhaltigkeit verbinden viele zwangsläufig die Themen Klima- und Umweltschutz, da diese in den Medien sehr präsent sind. Und dies zurecht, stellen sie doch eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit dar. Doch natürlich hat Nachhaltigkeit nicht nur eine ökologische Dimension. Auch politische, ökonomische oder wissenschaftliche Aspekte können nachhaltig sein. So hat zum Beispiel der Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit wahrscheinlich den Anspruch, dass sein Werk nachhaltig ist und auch in 20 Jahren in dem Fachgebiet noch eine gewisse Relevanz und Gültigkeit hat und nicht schon übermorgen von einer anderen Arbeit in die Bedeutungslosigkeit geschickt wird. Nachhaltigkeit ist also der Anspruch, dass eine Handlung für längere Zeit die ursprüngliche Wirkung entfaltet und somit ein Begriff, der vor allem zukunftsorientiert ist. Auch „Digitalisierung“ stellt eines der zentralen Schlagwörter der heutigen Zeit dar. Sie ermöglicht und beschleunigt den Fortschritt auf vielen Gebieten, sei es bei der „Industrie 4.0“, der alltäglichen Kommunikation zwischen Menschen über Social Media oder dem Begriff „Big Data“, also der Verarbeitung von großen Daten- und Informationsmengen. Daran anknüpfend lässt sich ebenfalls eine Brücke zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit schlagen. Durch die Digitalisierung stehen dem Verfasser innerhalb weniger Sekunden unzählige Informationen zu einem Thema zur Verfügung. Dies ist natürlich eine großartige Möglichkeit, kann aber auch zum Teil erschlagend wirken. Auch macht vielen Menschen die Vorstellung Angst, durch die Digitalisierung in allen Lebensbereichen zum „gläsernen Menschen“ zu werden, d.h. alles von sich an irgendeiner Stelle unfreiwillig preiszugeben. Fakt ist: Die Digitalisierung ermöglicht nicht nur Fortschritt, sie ist auch Teil dessen und schreitet immer weiter voran. Und dies wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern. Doch wo besteht nun ein Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen? Ein recht anschauliches Beispiel ist hier die „Fridays for Future“ – Bewegung. Dort haben sich innerhalb kurzer Zeit vor allem junge Menschen auf der ganzen Welt zusammengefunden und organisiert. Dies sieht dann so aus, dass jeden Freitag in unzähligen Städten rund um den Globus die Aktivisten für einen besseren Klima-, Umwelt-, und Tierschutz demonstrieren. Ihre große Forderung ist eine nachhaltige und somit den Planeten schützende Lebensweise aller Menschen. Vor allem die sozialen Medien waren und sind wie ein Brandbeschleuniger für die Bewegung. Ohne diese hätten sich vielleicht Menschen in einer einzelnen Stadt organisiert, jedoch hätte die Verbreitung auf andere Städte und sogar Länder viel länger gedauert oder wäre erst gar nicht zustande gekommen. Außerdem bieten die sozialen Medien die Chance, sich selbst zu vermarkten und somit große Aufmerksamkeit auch außerhalb der Bewegung und abseits von Demonstrationen zu erlangen. Hier kann die Digitalisierung somit als ein Werkzeug verstanden werden, um auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen. Nennen wir die „Fridays for Future“ – Bewegung also einfach mal ein Beispiel für digitale Nachhaltigkeit. Wenn es eine digitale Nachhaltigkeit gibt, muss es bestimmt auch eine nachhaltige Digitalisierung geben. Denken wir zum Beispiel an „Smart Homes“. Diese digitalen Assistenten sollen unser Leben in den eigenen vier Wänden natürlich einfacher, stressfreier und angenehmer gestalten. Aber auch unsere Heizung, die Beleuchtung oder technische Geräte sollen intelligenter und damit effizienter gesteuert werden und zu einem nachhaltigen Lebensstil beitragen. Natürlich gibt es noch viele weitere „Smarts“, wie zum Beispiel „Smart Mobility“, „Smart Health“ oder sogar die Vision von ganzen „Smart Cities“. Es lässt sich festhalten, dass die Digitalisierung in allen Lebensbereichen eine Unterstützung für die Gesellschaft darstellen soll, Nachhaltigkeit nicht nur als platte Phrase zu verstehen sondern als gelebtes Ideal zu verwirklichen. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit doch ganz schön viel gemein miteinander haben und vor allem die Wechselwirkung dieser beiden zentralen Begriffe unserer heutigen Gesellschaft außerordentlich spannend ist. Die Anfangsfrage lässt sich wohl so beantworten, dass eine Symbiose einen großen Mehrwert schaffen und dabei helfen kann, die Herausforderungen dieser Zeit besser zu meistern.

Björn Wohltmann greift die Wahlwerbung einer kleineren deutschen Partei aus dem letzten Bundestagswahlkampf auf und widmet sich interessanten Fragen wie „Ist alles digitalisierbar? oder „Ist Nachhaltigkeit nachhaltig?“

Digitalisierung first, Nachhaltigkeit second?

Björn Wohltmann

Vorwort

Aus dem Nebel von Modebegriffen, der seit einigen Jahren durch die Niederungen der öffentlichen Debatte wabert, stechen zwei besonders universell instrumentalisierbare Begriffe heraus. Zum einen wäre da das Wort „Nachhaltigkeit“. Während der Begriff per Definition lediglich ein Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung beschreibt, ist Nachhaltigkeit auf dem Weg, das wichtigste Kriterium bei der Bewertung von nahezu allen Produkten und Handlungen zu werden. Nachhaltigkeit ist Leitmotiv vieler gesellschaftlicher Bewegungen, die jedoch im Detail so zerstritten sind, dass sie ihre Einigkeit untereinander nur der äußerst flexiblen Auslegbarkeit dieses Begriffes zu verdanken haben. Konkurrenz im Wettrennen um das Füllwort des Jahrzehnts macht der Nachhaltigkeit nur ein Begriff, dessen aktuelle Hochkonjunktur einzig und allein darauf basiert, dass Niemand so genau weiß, was mit ihm gemeint ist. Die Rede ist von der „Digitalisierung“. Digitalisierung beschreibt das Umwandeln von analogen Daten und Prozessen, um diese informationstechnisch verarbeiten und erfassen zu können. Gleichzeitig ist der Begriff Zauberwort der Politik, Religion der Industrie und große Unbekannte im Leben vieler Menschen. Digitalisierung suggeriert Moderne, Fortschritt, Effizienz und Innovation, aber mache Menschen fühlen sich auch mehr oder weniger zu Recht von ihr bedroht. Wo auch immer einer der Begriffe fällt, ist der andere nicht weit. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, betreffen beide die meisten Themenkomplexe, die unsere Gesellschaft heutzutage bewegen. Das wirft mehrere Fragen auf:

Ist alles digitalisierbar?

Data-Science-Enthusiasten und FDP-Politiker würden diese Frage ohne zu zögern mit ja beantworten, und im Grunde genommen haben sie recht. Moderne Datenerfassung lässt sich überall integrieren, über alles können Statistiken erstellt werden und alles lässt sich theoretisch besser durch ein Programm steuern als durch einen Menschen. Diese Transformation ist in vielen Lebensbereichen längst vollzogen oder schon voll im Gange, doch wenn man die Welt mit den Augen eines Idealisten sieht, muss die Digitalisierung nicht vor den letzten Bastionen menschlicher Überlegenheit halt machen. Längst bewerten in manchen Unternehmen künstliche Intelligenzen Bewerbungsschreiben und greifen dabei auf den gesamten digitalen Fußabdruck der Bewerber zurück. Längst kann man online seine Symptome in eine Maske eingeben und bekommt von einem Algorithmus die angeblich wahrscheinlichste Erkrankung ausgespuckt. Und längst bringen Politiker aus bestimmten Ecken des politischen Spektrums Pflegeroboter als Maßnahme gegen die Unterbesetzung in Pflegeheimen in Spiel. Dabei vergessen sie eines: Den Störfaktor Mensch. Wäre die Spitzenpolitik in Deutschland nicht so überaltert, hätte man vermuten können, dass entsprechende Politiker ihr Wissen über die Berechenbarkeit menschlicher Bedürfnisse und Eigenschaften aus Computerspielen ableiten. Berechenbarkeit ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Digitalisierung, und die vollständige Berechenbarkeit des Menschen bleibt zum Glück ein feuchter Tagtraum diverser Digitalvisionäre.

Ist Digitalisierung nachhaltig?

Diese Frage lässt auch unter Annahme diverser Idealisierungen nicht eindeutig beantworten. Einerseits eröffnet die Digitaltechnologie nie dagewesene Chancen, was das gezielte Micromanagement von Wirtschaftsprozessen, neue Forschungsmethoden und die Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung angeht. Es gibt unzählige Anwendungszwecke, in denen die Nutzung von Digitaltechnologie Sinn ergibt und sogar geboten ist. Die Landwirtschaft zum Beispiel ist ein altes Gewerbe, das so stark von Traditionen geprägt ist wie kein zweites. Unser deutscher Flickenteppich von Feldern, die von alteingesessene Bauernfamilien des bäuerlichen Gespürs nach mit Maschinen von Museumswert bewirtschaftet werden, ist zwar schön anzusehen, aber auch ein Milliardengrab für EU-Subventionen und ein Alptraum für die Umwelt. Durch die digitale Aufrüstung von Landmaschinen lässt sich mittlerweile jeder Quadratmeter eines Ackers genau überwachen. Dünger und Pestizide können selektiv ausgebracht werden, wodurch die Belastung des Grundwassers reduziert werden kann. Kein anderer Bereich bietet sich mehr für autonomes Fahren an als der Acker. Durch 24-Stundenbetrieb könnten Maschinen eingespart werden. Maschinelle Datenanalysen ermöglichen überraschend genaue Vorhersagen über die Entwicklung des Konsumverhaltens der Bevölkerung. Würde man die europäische Nahrungsmittelproduktion vernetzen, ließe sich mit Hilfe dieser Vorhersagen der Lebensmittelüberschuss drastisch reduzieren. Allerdings kommt Digitalisierung nicht zum ökologischen Nulltarif. Die Produktion von Platinen, Prozessoren und Akkus verschlingt wertvolle Ressourcen problematischer Herkunft und die Vernetzungsinfrastruktur frisst Unmengen an Energie, die wir momentan noch zu einem viel zu großen Teil mit Technologien des letzten Jahrhunderts erzeugen. Der blinde Wahn der Digitalisierungsfetischisten gipfelte 2017 vorläufig im glücklicherweise kurzen Erfolg der Digitalwährung Bitcoin, zu dessen „Erzeugung“ riesige Rechenzentren aus dem Boden gestampft wurden, deren einziger Sinn es war, Ressourcen in mittlerweile wieder wertlosen Datenmüll zu verwandeln.

Ist Nachhaltigkeit nachhaltig?

Einer der größten industriellen Betrugsskandale, bekannt unter dem Kosenamen „Diesel-Gate“, war retrospektiv betrachtet der Auslöser unserer aktuellen Klimadebatte, welche sowohl die Regierung, als auch die Oppositionsparteien vor massive Herausforderungen stellt. Ein Vorzeigeprojekt der Bundesregierung ist momentan die Förderung von Elektroautos. Unter der Fahne der Nachhaltigkeit werden verhältnismäßig saubere, und vor allem bereits produzierte Diesel-PKW verschrottet, um der Umwelt so frühzeitig die Produktionsemissionen eines für den Stadtverkehr viel zu großen Lithium-Ionen-Akkus aufzubürden. Dieser Wahnsinn wird aus Angst vor dem lauterwerdenden Verlangen der Bevölkerung nach einerseits mehr Umweltschutz und andererseits weniger Veränderungen weiter vorangetrieben. Denn unter bestimmten Umständen ist ein Elektroauto für sich allein betrachtet tatsächlich nachhaltig und das Märchen vom grünen individuellen Personennahverkehr kann noch ein paar Jahre weitererzählt werden.

Fazit

Es beruhigt zwar den aktuellen Durchschnittswähler, als Klimapolitiker auf technische Lösungen statt auf den berühmt-berüchtigten Veggi-Day zu setzen. Sobald allerdings das Adjektiv „nachhaltig“ zum wertlosen Gütesiegel für grün lackierte Übergangstechnologien verkommt, verspielen wir die Chance, die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf unser Leben durch tatsächliche technische Innovationen zumindest etwas abzufedern.

Olivier Petitot fragt nach dem Potential der Digitalisierung für Nachhaltigkeit und betrachtet zusätzlich die Ökobilanz der Digitalisierung.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Olivier Petitot

Wie nachhaltig ist die Digitalisierung und wie nachhaltig kann Digitalisierung sein? Eine schwierige Frage, die ein sehr komplexes und vielseitiges Thema anspricht. Zunächst einmal wird der Begriff Digitalisierung geklärt. Ursprünglich steht der Begriff für die Umwandlung von analogen Informationen in digitale Formate (1). Das, was die meisten darunter verstehen, ist aber der digitale Wandel oder die digitale Transformation. Dieser Wandel bringt Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Politik. Viele Prozesse, die früher analog funktioniert haben, werden heute global und in Sekundenschnelle digital bearbeitet. So läuft z.B. der Schriftverkehr hauptsächlich über E-Mails, statt über Briefe und die Massenproduktion wird zum Großteil mit Maschinen automatisiert (2). Die Globalisierung ist somit ohne die Digitalisierung nicht möglich oder nur sehr träge. Heutzutage kann z. B. ein Unternehmen auf mehrere Standorte in verschiedenen Ländern aufgeteilt sein und dennoch als eine Einheit funktionieren. Meistens sind die Gründe für eine solche Aufteilung wirtschaftlicher Natur, das Potential für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung durch die Digitalisierung ist aber groß. So ist es möglich die Stärken des jeweiligen Landes zu nutzen, aber ohne Menschenrechte zu verletzen oder der Natur Schaden zuzufügen. Häufig hat die Wirtschaft aber die Oberhand und nachhaltige Aspekte geraten in den Hintergrund. Es bedarf also Regelungen, die bestimmte Rahmen setzen, um den Fokus stärker auf Nachhaltigkeit zu lenken. Der Begriff “digital“ wird häufig mit dem Einsparen von Ressourcen in Verbindung gebracht, so z.B. der geringere Papierbedarf. Das gilt jedoch nicht allgemein. Einige digitale Prozesse machen das Ausführen in analoger Form überflüssig, doch für alle digitalen Geräte werden zunächst sehr viele Ressourcen benötigt. Ein Beispiel sind Server, die sämtliche Informationen in Form des Internets bereitstellen und die Suchverläufe speichern. Dabei wird für den Betrieb sehr viel Energie verbraucht und zur Herstellung solcher Server und auch anderer digitaler Geräte werden viele Rohstoffe benötigt (3). Häufig werden diese Rohstoffe in Entwicklungsländern unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut. Für den Abbau der Mineralien wird ein Schaden an der Natur häufig in Kauf genommen, Profit und Wirtschaftswachstum dominiert. Der nachhaltige Gedanke gewinnt aber zunehmend an Bedeutung, da wir vor dem immer größer werdenden Problem der Erderwärmung stehen mit sämtlichen Folgen, die sie auf die Umwelt bzw. die Menschen hat. Der Begriff “Circular Economy“ ist einer der Ansätze, um schonender mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen (4). Altgeräte sollen nicht einfach entsorgt werden, sondern wiederbenutzt oder recycelt werden, um die enthaltenen Rohstoffe wiederzuverwenden und ein erneuter Abbau von Rohstoffen ist dafür nicht nötig. Schlussfolgernd kann man sagen, dass die Digitalisierung ein großes Potential für Nachhaltigkeit hat, dieses aber nicht ausgeschöpft wird. So muss der Nachhaltigkeit der Digitalisierung stärker in den Vordergrund gerückt werden, z.B. durch Vorschriften und Regelungen.

1 Stefan Luber, Nico Litzel: Was ist Digitalisierung?. 2019. [Online Dokument]. Verfügbar in: https://www.bigdata-insider.de/was-ist-digitalisierung-a-626489/ [abgerufen am 6.11.2019].
2 Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung: Mit Etikettiermaschine und Co. zum Global Player werden. 2019. [Online Dokument]. Verfügbar in: https://www.trendsderzukunft.de/unternehmen-im-zeitalter-der-digitalisierung-mit-etikettiermaschine-und-co-zum-global-player-werden/ [abgerufen am 6.11.2019].
3 Werner Eckert: Faktencheck: Ökobilanz von Suchmaschinen. 2018. [Online Dokument]. Verfügbar in: https://www.swr.de/wissen/20-jahre-google-umweltfacts-zu-suchmaschinen/-/id=253126/did=22378814/nid=253126/d2azhl/index.html [abgerufen am 6.11.2019].
4 Valentin Greggersen: Denken in Kreisläufen – Die Circular Economy als Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaften?. 2017. [Online Dokument]. Verfügbar in: https://reset.org/knowledge/denken-kreislaeufen-die-circular-economy-als-schluessel-fuer-nachhaltiges-wirtschaften-072 [abgerufen am 6.11.2019].

Joshua Höhne beleuchtet die Frage, wie die Digitalisierung von bisher analog verfügbaren Daten bzw. analog ablaufenden Prozessen ein nachhaltiges Leben fördern kann. Dabei wird auch die Nachhaltigkeit digitaler Infrastruktur hinterfragt.

Digitalisierung – Bringt sie uns einer nachhaltigen Lebensweise näher?

Joshua Höhne

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – zwei Themen, denen heutzutage so viel Aufmerksamkeit zukommt, wie noch nie zuvor und die wohl auch noch in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Digitalisierung selbst ist ein sehr junges Thema, das mit der Erfindung von Computer und erst recht der des Internets schlagartig an Popularität gewann und stetig an Relevanz zunimmt. Nachhaltigkeit dagegen ist ein Prinzip des Handelns und Wirtschaften, welches wohl schon den ersten Menschen bekannt war. Die Verknüpfung beider Themen verspricht also sehr interessante Diskussionen und wird für unsere jetzige und zukünftige Lebensweise neue wichtige Erkenntnisse hervorbringen. Im Folgenden sei unter Nachhaltigkeit besonders der Aspekt der Nutzung von Ressourcen unseres Planeten zu verstehen. Dem Begriff Digitalisierung soll vorrangig die Bedeutung vom Digitalisieren analoger Daten und Vorgängen zukommen. Als besonders wichtig erachte ich die Frage, wie die Digitalisierung unsere Nachhaltigkeitsbemühungen beeinflusst und ob sie unsere Situation des globalen Ressourcen-Haushalts insgesamt verbessern oder verschlechtern wird, weil ich die nachhaltige Nutzung der Ressourcen unserer Umwelt als die derzeit größte Herausforderung der Menschheit einschätze. Deshalb werde ich in diesem Essay einige Gedanken dazu vortragen. Was einem bei Nennung des Begriffs „Digitalisierung“ wahrscheinlich zuerst in den Sinn kommen mag, ist die Digitalisierung von Daten, die zuvor in analoger Form meist auf Papier vorlagen. Das sind zum Beispiel Bücher, Dokumente und andere Textformate, sowie Fotos und Filme. Aber auch Vorgänge wie Steuererklärungen oder persönliche Gespräche können digitalisiert werden. Dadurch können diejenigen Ressourcen eingespart werden, die für die analoge Existenz der Daten oder die analoge Ausführung der Tätigkeit notwendig gewesen wären. So kann beispielsweise eine Menge Papier und damit Holz eingespart werden, indem Bücher als E-Books erscheinen, Briefe und Nachrichten per E-Mail versendet werden und Studiums-Unterlagen und Aufgabenblätter digital abrufbar werden. So könnte der weltweite Holz-Haushalt nachhaltiger gestaltet werden, denn mit einem geringeren Papierbedarf kann man dem Ziel näher kommen, nur so viel Wald zu fällen, wie im selben Zeitraum auch nachwachsen kann. Auch fossile Brennstoffe und Schadstoffausstoßungen können eingespart werden: Der Kraftstoffbedarf der Forstwirtschaft geht zurück, da sie wegen der geringeren Holznachfrage weniger Maschinen benötigen. Briefe müssen nicht mehr per Postauto, Schiff oder Flugzeug zugestellt werden, weil die E-Mail eine Alternative mit vielen Vorteilen bietet. Und persönliche Gespräche können durch (Video-)Anruf getätigt werden, ohne um die halbe Welt reisen zu müssen. Dabei ist gerade die Einsparung von fossilen Brennstoffen aus ressourcen-nachhaltiger Sicht wichtig, da wir diese aktuell viel schneller abbauen, als sie regeneriert werden können. Allerdings bringt die Digitalisierung nicht nur Segen im Bereich der Ressourcen-Nachhaltigkeit. Es muss unbedingt beachtet werden, unter welchem Aufwand diese digitale Infrastruktur geschaffen und aufrecht erhalten wird. So müssen zum einen all die elektronisch-technischen Geräte hergestellt werden, auf denen eine digitale Welt basiert. Dafür werden viele verschiedene Materialien aus der Erdkruste benötigt, deren Abbau und Verarbeitung nicht immer dem Prinzip der Nachhaltigkeit entspricht. Auch die Energiemengen für die Herstellung und vor allem für den Betrieb der Geräte ist beachtlich. Um die hohe Verfügbarkeit der digitalisierten Daten zu ermöglichen, müssen weltweit unzählige Server rund um die Uhr betrieben werden, und auch das Abrufen und Nutzen der Daten bedarf eines elektronischen Gerätes mit Stromverbrauch. Dieser Strom wird allerdings zum aktuellen Zeitpunkt nicht nachhaltig gewonnen – zu groß ist der Anteil an fossilen Brennstoffen, der für die Erzeugung der riesigen Strommengen verwendet wird. Die große Frage ist, in welchem Verhältnis zurzeit die Gewinne und Verluste in der Nachhaltigkeit der Digitalisierung zueinander stehen. Das langfristige Ziel muss sein, den Unterhalt einer digitalen Welt so ressourcenschonend zu gestalten, dass die oben genannten Vorteile der Digitalisierung auch wirklich ausgekostet werden können, ohne unterm Strich Minus im Sinne der Nachhaltigkeit zu machen. Sollte uns das gelingen, kann die Menschheit einem nachhaltigem Leben auf diesem Planeten ein weiteres Stück näher kommen.

Fynn Pieper verknüpft die Beschreibung sozioökonomischer Aspekte der Digitalisierung mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen.

Digitalisierung vs. Nachhaltigkeit – Wie kann digitaler Fortschritt mit Voraussicht vereinbar werden?

Fynn Pieper

Digitalisierung ist die Abstrahierung der uns umgebenden physischen Dinge und Abläufe zum Zweck der Vereinfachung, Strukturierung und schlussendlichen Nutzung der erfassten Daten. Die Gestaltung dieses Prozesses ist eins der umstrittensten Themen unserer Zeit, nicht nur in Bezug auf die technische Umsetzung, sondern auch auf sozioökonomischer Ebene. Frühzeitig wurde versucht die Rolle der Technologie und der digitalen Welt für den sozialen Wandel und die individuelle Entwicklung zu klären. Obwohl die maßgeblichen Interessen zur Erforschung anderen Ursprungs sind entsteht dabei noch kein Widerspruch! Sehr wohl kann die Digitalisierung sogar den sozialen Fortschritt fördern. Die Vergangenheit hat jedoch auch gezeigt, dass neue Technologien ohne Regulierung, kritische Diskussion über die Risiken und ohne demokratische Kontrolle häufig zu mehr oder neuen sozialen Problemen führen. Nicht ohne Grund stellt deshalb Datenschutz eines der wichtigsten öffentlichen Interessen des 21. Jahrhunderts dar. Nach einer Umfrage des Anti-Virus Programms McAfee fühlen sich weltweit über 40% der Menschen nicht dazu in der Lage, ihre persönlichen Daten eigenständig zu kontrollieren. Wenn die Digitalisierung wirklich ein Element eines großen sozialen Wandels sein soll, muss sie also nachhaltig, fair und für alle Menschen transparent sein. Vor diesem Hintergrund haben sich 193 Staaten auf 17 nachhaltige Entwicklungsziele verständigt. Die Delegierten dieser Nationen unterzeichneten 2015 eine ambitionierte Agenda, welche innerhalb von 15 Jahren dazu führen soll zukünftigen Generationen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Dieser Prozess hat jedoch gerade erst begonnen: Für die Umsetzung ist der Dialog mit vielen verschiedenen Interessengruppen erforderlich, um die Entwicklungsziele schlussendlich erreichen zu können. Dies gilt insbesondere in Hinsicht auf die aktuellsten Schritte zur Realisierung der Nachhaltigkeit: Entgegen den allgemeinen Erwartungen sind bahnbrechenden Ergebnisse ausgeblieben. Trotz vielfacher Bemühungen in Entwicklungs- und Industrieländern hat noch keiner der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen alle erklärten Ziele erreicht, so dass der Aufruf zur Intensivierung des Engagements und zur Erforschung von Lösungsstrategien offen bleibt. Ein konkreter Weg, der zur Lösung der langfristigen, ökologischen Probleme führen wird, ist noch nicht in Sicht. Aber damit die Aussicht auf diesen nicht verbaut wird, müssen wir schon heute handeln und bei der Digitalisierung unserer Umwelt auf alle Interessen Rücksicht nehmen. Das angestrebte Ziel der Menschheit muss die Sicherung des eigenen Bedarfs sein, ohne kommende Generationen darin einzuschränken ihren eigenen Bedarf decken zu können.

Kevin Malz verknüpft die Konzepte Nachhaltigkeit und Digitalisierung mit den den Bezeichnungen Kommunikation, Information und Wissen. Alle drei haben und werden sich weiterhin durch die aufgeführten Konzepte verändern. Der Autor verbindet das Thema mit dem Konsum und betont, dass die positiven Aspekte der Digitalisierung im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens und der Bildung die negativen Ausprägungen überwiegen.

Unser Planet – Können wir ihn retten? Ein Essay zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Kevin Malz

Tagtäglich begegnen wir heute dem Thema Umwelt und damit verbunden ebenso dem Thema Nachhaltigkeit. Jeder interpretiert diesen Begriff etwas individueller und jeder handelt in seinem Ermessen so nachhaltig, wie es für einem möglich erscheint. Doch was können wir mit Nachhaltigkeit erreichen? Besteht eine Chance unseren blauen und grünen Planeten mit unserer konsumorientierten Lebensweise am Leben zu halten? Kann uns die Digitalisierung helfen? Für jeden Menschen wird der rasende Klimawandel zur Folge haben, dass er sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen muss. Gesetze und neue Verordnungen werden unser Handeln einschränken und versuchen private Emissionen zu reduzieren. Doch das ist nur ein kleiner Teil des Kuchens und ein viel größerer davon ist die Industrialisierung und daher einhergehend auch die Digitalisierung zur immensen Kostenreduktion der Prozesse großer Unternehmen. Mein erster Gedanke zum Thema Digitalisierung ist der gesparte Papieraufwand der durch den Umstieg auf elektronische Kommunikation zustande kommt. Keine Briefe mehr, keine Fax oder lästiges hin und her schicken von großen Briefen. All das wird gespart und sorgt für eine massive Reduktion des Papierverbrauchs und schont damit unsere Wälder unseres grünen Planeten. Doch neben Umwelteinflüssen hat die Digitalisierung auch einen Einfluss auf unser tägliches Leben. Sie vereinfacht uns den gesamten Alltag. Informationen sind überall abrufbar und wir sparen dadurch einen enormen Zeitaufwand um an verschiedene Informationen zu gelangen. Auch die Selektion und die gezielte Suche nach Informationen wird vereinfacht. Doch ist das ein Vorteil? Durch die Vereinfachung wird dem Mensch suggeriert, dass kein Fleiß mehr nötig ist um an Informationen zu gelangen. Alles ist öffentlich abrufbar und kann rund um die Uhr genutzt werden. Abseits des Themas Wissen hat die Digitalisierung auch den Konsum des Internets und die Vernetzung der Menschheit grundlegend verändert. Das Internet hat das Verhalten der Menschen in jederlei Hinsicht verändert. Es beeinflusst die Wirtschaft, die Arbeitsplätze und auch die Umwelt. Durch große Konzerne wie Amazon werden kleine lokales Geschäfte verdrängt, da diese aufgrund der mangelnden Preisanpassung nicht mit den Preisen eines Milliarden Konzerns mithalten können. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen bevorzugt über das Internet Waren bestellen. Gründe dafür sind Komfort und günstigere Preise, ebenso wie ein 14 tägiges Widerrufsrecht, welches im normalen Handel nicht existiert. Am Ende eines Jahres wird in den Medien darüber berichtet, wie viele Millionen Pakete versendet werden, es kommt zu Streiks weil unterbezahlte Schichtarbeiter in Versandunternehmen unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Doch was ist der Preis am Ende? Den obigen Argumenten ist klar zu entnehmen, dass die Digitalisierung positive sowie negative Aspekte mit sich bringt. Zum einen sorgt sie dafür, dass alle Menschen Zugang zu Informationen bekommen können, welche Sie für eigene Forschungen, schulische Zwecke oder ihr eigenes Interesse nutzen können. Aber auch dafür, dass der Mensch an Bequemlichkeit gewinnt und die Digitalisierung als einfaches Medium nutzt und sich auf dieses verlässt. Bezogen auf umweltbehaftete Gründe sorgt die Digitalisierung an einen Ende für das Sparen von unzähligen Tonnen Papier, aber sorgt im gleichen Atemzug auch dafür, dass enorm viele Emissionen durch andere Konsequenzen der Digitalisierung entstehen. Am Ende ist die Digitalisierung meiner Meinung nach eine sehr positive Errungenschaft des Menschen. Vor allem durch die Vereinfachung vielerlei Prozesse und die daraus resultierenden Möglichkeiten. Jedoch muss man am Ende abwägen, welche Aspekte der Digitalisierung jene sind, die der Mensch weiter ausführen sollte, denn der massenhafte online Konsum ist alles andere als eine positive Errungenschaft, da daraus nur negative Belastungen für Mensch, Klima und Umwelt resultieren. Können wir also unseren Planeten retten? Dafür ist die Digitalisierung alleine nicht verantwortlich, dazu gehört noch viel mehr. Der wichtigste Zusammenhang bildet für mich der Aspekt des Klimawandels. Bezogen auf Wissenschaftliches Arbeiten müssen wir es nutzen um Fortschritte in der Wissenschaft schneller umsetzen zu können, ebenso für die einfache Verbreitung von niedergeschriebenem Wissen. Ich bin überzeugt davon, dass vielen Menschen die Barriere zur eigenen Bildung genommen wurde und vielen Menschen überhaupt erst Bildung ermöglicht wurde. Die Digitalisierung hat somit enorme Vorteile, welche in meinen Augen den negativen überwiegen. Jedoch sollte man ein Auge auf die negativen Konsequenzen haben, denn mit Digitalisierung haben wir ein Mittel, welches uns in jeglicher Hinsicht behilflich sein kann, aber nur, wenn wir es richtig nutzen.

Sinan Özyilmaz hinterfragt das heutige Konsumverhalten vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Konsumgesellschaft

Sinan Özyilmaz

Bestellung per Knopfdruck und dabei Zuhause gemütlich einen Kaffee trinken. Durch die Digitalisierung ist es jedem möglich mal eben ein paar Dinge Online zu bestellen. Sei es jegliche Art von Bekleidung, Elektronik oder auch Lebensmittel. Wie wirkt sich ein solches Verhalten auf die Umwelt aus? Inwiefern schadet dieses bequemliche Verhalten der Umwelt. Gibt es nachhaltige Alternativen, die besser für unsere Umwelt sind? Die Digitalisierung veränderte die Generation. Gerade junge Menschen, die mit diesem technischen Fortschritt aufwachsen, sind besonders davon betroffen. Dabei sind diese Veränderungen nicht nur technisch zu betrachten, sondern die Auswirkung gehen tiefer und beeinflussen unsere Verhaltensmuster. Die Möglichkeiten die sich durch die Digitalisierung ergeben, fördern ein Bequemlichkeitsverhalten. Nach einem langen und harten Arbeitstag, wollen die meisten Menschen nicht noch einmal in einen Laden rennen, um Einkäufe oder anderweitige Besorgungen zu erledigen. Sie sind meistens erschöpft und müde. Hinzu kommt das sich die Geschäfte nicht mal in direkter Nähe befinden. Da ist es praktisch, dass durch die neue vorhandene Technologie eine Möglichkeit besteht, Gegenstände online in verschiedenen Shops einfach und bequem bestellen zu können. So wird fleißig Bekleidung im Internet bestellt, und wenn es nicht passt oder gut ausschaut, ganz einfach wieder zurück verschickt. Kostenloser Rückversand! Damit wird von Anbietern geworben. Die Bestellungen fangen an zu steigen und die Rücksendequoten steigen demnach auch. Wie sieht es nach der Arbeit mit dem Lebensmitteleinkauf aus? Lebensmitteleinkäufe im Internet wird ebenfalls gern genutzt. Lebensmittel werden verpackt und abgeschickt. Das Motto Zeitersparnis des Käufers auf Kosten der Umwelt. Die meisten Menschen machen sich sicherlich weniger Gedanken, wie die Pakete zu ihnen kommen. Diese steht plötzlich vor der Tür mit einem Postboten anbei. Da verbirgt sich unter anderem eine Schattenseite. Der steigende Online Handel bedingt durch die Digitalisierung fördert jedoch ein erhöhtes Transportaufkommen. Dabei ist zum Einen entscheidend, ob die Waren nacheinander gekauft werden oder in einer Bestellung aufgegeben wird. Meist bedeutet eine Bestellung nicht, dass alles in einem Päckchen verschickt wird. Dieser steigende Transport hat über die CO2-Emissionswerte einen direkten Einfluss auf unsere Umwelt. Denn steigende Emissionswerte unterstützen die globale Erwärmung. Zum Anderen stellt sich die Frage, ob die Mehrheit der Menschen ihren Einkauf normalerweise mit dem Auto oder anderen Alternativen durchgeführt hätten. Wenn die Einkäufe von allen Menschen mit dem Auto durchgeführt werden, dann ist ein Transport der Ware eine gut Idee. Die Emissionen würden durch den Transport tatsächlich sinken, weil weniger Leute mit dem Auto unterwegs sein müssten. Jedoch sieht der Fall etwas anderes aus. Viele junge Personen in der Stadt besitzen nicht genügend Einkommen um sich ein Auto zu leisten oder benötigen innerhalb der Stadt einfach kein Auto. Somit führt das eher zu einem erhöhten CO2 Ausstoß bedingt durch viele Transporte. Des Weiteren ist die Anbindung in der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einigen Städten sehr gut ausgebaut. Dazu wird der Radverkehr für Menschen ebenfalls attraktiver gestaltet und hält uns durch die sportliche Betätigung fit. Durch diese beiden Aspekte können mehrere Menschen umweltschonender an ihr Ziel kommen. Diese Argumente sprechen eher für eine größere Belastung durch ein Überfluss an Transportaufkommen. Ferner kommen jene zurückgeschickten Kleidungsartikel hinzu, die durch herkömmliches Einkaufen nicht entstanden wären, weil sie im Laden anprobiert werden können und gleich vor Ort getestet werden dürfen. Diese Transportfahrten summieren sich dann auf. Ein Vorteil an der Digitalisierung, der nachhaltig genutzt werden kann, ist in Form von Second-Hand-Produkten. Es wird kein weiteres neues Produkt erstellt, sondern bestehende Produkte weiter verkauft/geschenkt. Durch Online Portale kann dies auch unmittelbar in der näheren Umgebung geschehen. So könnten Fuß und Radwege genutzt werden, um diese Waren nachhaltig von Person zu Person weiter zugeben. Dazu ist eine große Community an Interessenten vorhanden. Die Digitalisierung bietet verlockende Möglichkeiten an Sachen bequem Online bestellen zu können. Dies liegt einfach daran, dass es schnell, entspannt und von Zuhause aus möglich ist. Diese Verführung etwas online bestellen zukönnen, führt jedoch zu einem steigenden Transportaufkommen, welcher auf Kosten unserer Umwelt geschieht und die globale Erwärmung unterstützt. Ein generelles Umdenken zu umweltschonenden Verkehrsmitteln hält nicht nur fit, sondern senkt auch die CO2-Emissionen, ein wichtiger Parameter für die Nachhaltigkeit auf unserem Planeten. Dazu sollte beim Kauf auf Bekleidungsartikel und sonstige Second-Hand-Produkte aufmerksamer geachtet werden, bevor der nächste Kauf in Richtung neues Produkt geht.

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Studentische Perspektiven“ von Thomas Hapke, Joshua Höhne, Kevin Malz, Sinan Özyilmaz, Olivier Petitot, Fynn Pieper, Lorenz Reichel, Björn Wohltmann, Lizenz: CC BY 4.0.

Wie funktioniert Lernen heute und morgen? Studentische Perspektiven zum Lernen im Zeitalter der Digitalisierung

Die Digitalisierung hat Einfluss auf nahezu jeden Bereich unseres Lebens. Während sich viele Menschen früh morgens noch den Schlaf aus den Augen reiben, tastet die Hand schon fast automatisch nach dem Smartphone auf dem Nachttisch. Ein kurzer Blick auf Instagram. Nachrichten lesen bei Twitter. Texte verschicken bei WhatsApp. Eine Zeit ohne smarte Elektronik ist heutzutage kaum noch vorstellbar. Neben dem technischen Fortschritt spielt vor allem Vernetzung eine immer wichtigere Rolle. Auch das Lehren und Lernen verändert sich stetig. Onlineplattformen bieten multimediales Lernmaterial für das Selbststudium an. Immer mehr Menschen entdecken Videoplattformen wie YouTube zum gezielten Lernen für sich. Der neueste Trend aus Südkorea: Gongbang (übersetzt: Lernsendung bzw. Lernhilfe). Diese Videos zeigen Menschen beim – meist stundenlangen – Lernen. Zuschauer_innen schauen u.a. zu, um sich selbst zum Lernen zu motivieren. Im Grunde handelt es sich also um einen „virtuellen“ Lerngruppenersatz.

Kultur- und Bildungseinrichtungen fragen und diskutieren immer wieder, wie die Hochschullehre der Zukunft aussehen könnte. So widmete sich beispielsweise der Horizon Report 2019 den kurz-, mittel- und langfristigen Trends und Herausforderungen der Hochschullehre aus Sicht von Fachexperten_innen. Einen anderen Betrachtungsansatz nahm die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) ein. DINI ist ein Zusammenschluss von Informationsinfrastruktureinrichtungen der Hochschulen und anderer Forschungseinrichtungen wie Bibliotheken, Medien- und Rechenzentren, der im Rahmen des studentischen Wettbewerbs “Lernen 4.0 – Gestalte Deinen Lernraum” Studierende zu Wort kommen lies. Was sollte eine Hochschule zum Lernen bieten? Welche Formen der Kommunikation helfen in physischen sowie virtuellen Lernräumen und welche innovativen Lernkonzepte begünstigen die individuellen Lernerfolge? Antworten darauf gaben u.a. die drei prämierten BeiträgeLernen im Makerspace 4.0 – die Digitalisierung von Uni gemeinsam denken“ (Online-Community), „Nina Normal und Bob Besserwisser in der Zukunft“ (digitale Assistenz) und „BibBuddies – lern dich glücklich“ (Identifikation von Lernpartner_innen).

Auch für die Studierenden des Seminars “Wissenschaftliches Arbeiten” an der Technischen Universität Hamburg gab es im Sommersemester 2019 optional die Möglichkeit, sich mit der Thematik des Lernens und Lehrens im Zeitalter der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Im Folgenden sind vier Ausarbeitungen mit freundlicher Genehmigung der Studierenden einsehbar:

Lilian Gabel beschäftigt sich in ihrem Essay „Digitale Tools“ mit ihren individuellen Herausforderungen im Lernalltag und der Rolle, die digitale Tools in diesem Kontext spielen.

Digitale Tools – Fluch oder Segen (Ein Essay)

von Lilian Gabel

Möglichst viel lernen – in möglichst kurzer Zeit. Möglichst effektiv lernen – mit möglichst geringem Aufwand. Effizienz und Konzentration stehen an der Tagesordnung ganz weit oben, wenn ich in der Bibliothek der Universität sitze. Immer dabei habe ich meinen Laptop, auf dem ich eine aufgezeichnete Vorlesung im Studentenforum anschaue, die ich leider verpasst habe, da ich zu dem Zeitpunkt mit einem anderen Uni-Projekt beschäftigt war. Nebenbei fasse ich Notizen aus heutigen Vorlesungen zusammen und sichere sie digital ab und tippe hin und wieder mir nicht bekannte Begriffe in Google ein. Dank des Dual-Windows ist Multitasking keine Seltenheit mehr. Und obwohl ich so viel zu tun habe und so viel beschäftigt bin, so schweifen meine Gedanken hin und wieder ab. Einen Blick auf das Mobiltelefon zu werfen, das stets neben mir liegt – einsatzbereit – scheint sehr verlockend. Auf meinem Laptopbildschirm poppt derweil eine Benachrichtigung auf: schon wieder eine neue E-Mail. Sollte ich sie öffnen? Ist es vielleicht etwas Dringendes? Eine Benachrichtigung zu einer ausfallenden Vorlesung oder eine Nachricht eines Kommilitonen bezüglich einer gerade laufenden Gruppenarbeit? Oder vielleicht eine Nachricht von der Arbeit? Sollte ich mich von meiner jetzigen Arbeit ablenken lassen, da es vielleicht doch so wichtig sein könnte?

So oder so ähnlich laufen einige Lerntage tatsächlich ab, obwohl dies kein Paradebeispiel sein sollte. Durch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung und die weit umfassende Menge an digitalen Tools steht uns Studierenden heutzutage das Tor zur Wissenschaft offen – beispielsweise in Form des Internets. Hierbei ist aber Vorsicht geboten. Die Anonymität im World Wide Web geht nicht selten mit wenig fundiertem Wissen einher, welches auch nicht zwangsläufig evident sein muss. Ebenso sollte man sich vor tückischen Ablenkungen am Computer hüten. Denn so hilfreich die Suchmaschinen auch sein können, nicht selten gelangt man in seinem Lernprozess auf Abwegen, die einen geradewegs zu einem interessanten Youtube Tutorial führen. Die Abwärtsspirale der Prokrastination ist hiermit eröffnet worden.

Nun ist dies auch etwas überspitzt. Hinter dem Internet verbergen sich natürlich nicht nur Fallen der Prokrastination. Meine Generation ist mit dem selbstverständlichen Zugang zu Online-Lexika und Co. groß geworden. Präsentationen für die Schule habe ich seit der fünften Klasse mit Hilfe digitaler Tools und digitaler Wissensquellen bewältigt. Für mich sind sie fester Bestandteil des Lernens und auch meines Alltags so weit ich mich erinnern kann. Sie sind nicht mehr wegzudenken. Eine Recherche einzig und allein basierend auf Literatur? Dies ist für mich eine Seltenheit, das gebe ich zu. Ich denke, dass ich in meiner Generation damit auch nicht alleine dastehe. Ich erinnere mich zu gerne an die Vorgaben damals in der Schule, die von den Lehrern gestellt worden waren, wenn es um das Recherchieren ging: „Bitte benutzt mindestens drei Literaturquellen! Und kein Wikipedia!“ Die Internetquellen haben für uns, die Generation Y, nie ein Problem dargestellt. An die Literaturrecherche hielt man sich in dem Alter nur widerwillig.

Die Digitalisierung – ist sie nun ein Fluch oder ein Segen? Ich persönlich bin den größten, wenn nicht sogar den allergößten Teil meines Lebens quasi „digital“ aufgewachsen. So bleibt mir nicht sehr viel übrig, als die Digitalisierung als Segen zu bezeichnen. In gewisser Hinsicht erlebe ich die digitalen Möglichkeiten als immensen Vorteil beim Lernen. Man erhält schnellen Zugang zu breitem Wissen, Videos, Erfahrungen und Ideen. Man muss sie nur gut filtern und einzusetzen wissen. Darüber hinaus erleichtern digitale Kommunikationsmittel einen schnellen gegenwärtigen Austausch mit Kommilitonen und ermöglichen das reflektierende Miteinander in Form von Forumsdiskussionen. Ebenso lässt sich organisatorisch sehr viel online bewältigen. Stets habe ich alles mit in der Uni dabei und das auf einem einzigen Endgerät. Ich kann problemlos Wissen aus vorherigen Semestern abrufen, Dateien verändern und wieder abspeichern. Ein Blick auf eingescannte Formelsammlungen hilft mir auch heute bei Modulen des höheren Fachsemesters. So gesehen habe ich immer ein individuelles Sammelsurium an Wissenschaft in meiner Unitasche dabei – blöd nur, wenn der Akku meines Laptops den Geist aufgibt und ich das Ladekabel nicht dabei habe. Dann ist man regelrecht aufgeschmissen.

Als Studentin bedeuten diese Möglichkeiten für mich eine Flut an Informationen. Ziel ist es dabei meistens Alles kompakt auf einen Blick zu haben. Zu filtern, zu priorisieren und zu vereinfachen. Termine, Deadlines und Veranstaltungen möglichst geschickt zu verwalten. Mein digitaler Kalender ist meist voll. Die schnelle und gute Organisation bedeutet auch, dass man sich manchmal übernimmt. Sich zu viel vornimmt. Und dabei bleiben der Einfall und die Kreativität nicht selten auf der Strecke. Heutzutage geht alles immer schneller, man muss funktionieren und Fristen einhalten. Zeitgleich mehrere Projekte parallel jonglieren und sich in kürzester Zeit Wissen aneignen.

Da frage ich mich, wann ich das letzte Mal ein gutes Buch zur Hand hatte oder einfach mal meinen Gedanken freien Lauf und freie Zeit gönne. Mal nicht an die und jene Deadline oder Klausur achdenken, sondern die Gedanken schweifen lassen. Meiner Meinung nach hat es einen Grund, wieso ich gerade dann die besten Einfälle habe, wenn ich mit leerem Akku meines Mobiltelefons am Bahnsteig warte oder unter der Dusche stehe. Wenn man gezwungenermaßen nicht der Digitalisierung ausgesetzt ist, steigen der Einfallsreichtum und die Neugierde. Und das schafft meiner Meinung nach Wissen. Das ist für mich Wissenschaft. Nämlich selbst Einfälle und Ideen zu kreieren, anstatt die Sinne durch ein Überangebot an Fachwissen im Netz zu überstimulieren.

Ich finde, einen großen Teil des Lernens sollten diese freien Gedankengänge ausmachen. In der Wissenschaft, die sich auf mein Studienleben beschränkt, ist dies natürlich nicht immer der Fall. Denn wenn man nicht gerade das Rad neu erfinden möchte, sondern für die nächste Matheklausur zum zehnten Mal dieselbe Formel beweisen muss, hat das nicht unbedingt viel mit Kreativität und Ideenreichtum zu tun. Nichtsdestotrotz kann es sehr erfrischend sein, einen Stift in die eine und ein Blatt Papier in die andere Hand zu nehmen und einfach darauf loszuschreiben oder zu rechnen – ohne Rücksicht auf Fehler.

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Lars Albertsen schildert in „Mit der Zeit gehen – Digitales Lernen an der Universität“ seine Ideen, wie Hochschulen digitale Tools und Anwendungen noch effektiver zur Verbesserung der Hochschullehre einsetzen könnten.

Mit der Zeit gehen – Digitales Lernen an der Universität

von Lars Albertsen

Digitale Tools erhalten immer mehr Einzug in unser Leben. Auch an Hochschulen sind sie nicht mehr weg zu denken. Für viele Studierende bieten sie eine erhebliche Erleichterung im Lernalltag und außerdem schon jetzt eine gute Möglichkeit Vorlesungen oder Seminare einfach von zu Hause aus zu Besuchen. Jedoch könnten die Einsatzmöglichkeiten zur Nutzung dieser digitalen Tools auf dem Campus noch verbessert werden.

Lange Anfahrtswege mit der Bahn oder dem Auto, das Problem, dass Studierende zwischen zwei Hochschulen pendeln müssen, führt häufig dazu, dass es nicht möglich ist pünktlich da zu sein oder einige Vorlesungen überhaupt zu besuchen. In solchen Fällen könnten digitale Tools sehr nützlich sein, indem die Hochschule z.B. speziell eingerichtete Tablets oder Laptops zur Verfügung stellt auf denen ein Programm installiert ist, auf dem jeder Kursteilnehmer direkten Zugriff hat. Dabei geht es nicht darum sich einfach nur ein Skript downzuloaden, sondern das dort prüfungsrelevante Fragen besprochen werden, direkte Anregungen oder Verbesserungsvorschläge unmittelbar nach der Veranstaltung gegeben werden können. Hier können Studierende auch untereinander direkt eintragen, was sie für wichtig oder unwichtig erachten.

Hilfreich wäre es auch, prüfungsrelevante Vorlesungsinhalte einfach kurz mit einer digitalen Kamera filmen zu lassen und sie dann direkt hochzuladen, sodass die Studierenden jederzeit Zugriff auf diese Themen haben.

Für Studierende, die sich die ganze Vorlesung nachträglich anschauen möchten, wäre vielleicht sogar ein Live Stream nützlich. Man könnte direkt auf Übungsaufgaben zugreifen, die man dann gemeinschaftlich bearbeiten und besprechen kann.

Des Weiteren sollte man dieses Programm auch als App anbieten. Man kann zu der jeweiligen Vorlesung einen kleinen Fragenkatalog erstellen, den man dann mit dem Smartphone bearbeitet und ein direktes Feedback bekommt.

Weil die Bibliothek oftmals völlig überlaufen ist oder man in der Gruppe arbeiten möchte, wären gut ausgestattete Lernräume sehr hilfreich. In diesen Räumen gibt es Whiteboards oder sogar Smartboards, mit denen man gemeinschaftlich arbeitet. Aber auch wenn man allein ist sollte man in solchen Räumen die Möglichkeit haben seinen Laptop zu nutzen.

Es muss also Internet/Intranet vorhanden sein und am besten sollte man auch einen Zugriff auf die Onlinebibliothek haben. Diese Räume haben dann nicht nur Stühle und Tische, sondern auch gemütliche Sitzecken mit Sofas um entspannt zu lernen, gerade in langen Pausenzeiten zwischen zwei Veranstaltungen.

Ein weiterer Vorschlag betrifft speziell die Technische Universität und die Universität Hamburg, um hier das Studieren angenehmer und einfacher zu gestalten.

Es wäre sinnvoll, wenn die beiden Hochschulen enger mit einander zusammenarbeiten würden. Dazu würde dann auch eine gemeinsame Internet Plattform gehören, da es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, sich mit den ganzen verschiedenen Plattformen vertraut zu machen. Zusätzlich wäre es eine Erleichterung bei der Wahl der Kurse oder zur Anmeldung der Prüfung direkt zu sehen, ob es Überschneidungen gibt. Auch wenn dies kein direkter Vorschlag zum besser lernen ist, würde es dieses Studium erleichtern.

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Michel Grelck befasst sich in „Lernapps an der Uni: Sinn oder Unsinn?“ mit dem Nutzen von Lern-Apps an der Hochschule.

Lernapps an der Uni: Sinn oder Unsinn?

von Michel Grelck

Seit der rasanten technologischen Entwicklung von Smartphones, Tablets und Laptops ist der kontinuierliche, digitale Informationsstrom präsenter und erreichbarer als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Nahezu jede Universität verwendet digitale Geräte um die Informationsflut zu nutzen. Sie vermitteln Lehrinhalte und stellen Materialien bereit. Lernapps sind weltweit auf dem Vormarsch um Schüler unterstützend zu bilden. Doch sind wir wirklich in der Lage, sie effizient zum Lehren und Lernen an der Universität einzusetzen?

Auf der einen Seite sind die Anschaffungskosten vieler digitaler Geräte zu hoch als dass sich Schüler und Studenten, geschweige denn Schulen diese finanziell leisten können. Neue Technologie ist teuer, wird aber benötigt, um den aktuellsten Bildungsstand vermitteln zu können. Die Simulation verschiedener Prozesse, Softwareprogramme aller Art oder auch entsprechender Apps verbrauchen Unmengen an Speicher, welcher von alten Geräten nicht aufgebracht werden kann. Ist ein neues Gerät gekauft, so fehlen Lernapps und Softwareprogramme, die durch monatliche Zahlung abonniert werden können.

Ein weiteres Problem ist dass sich viele Studenten leicht ablenken lassen. Die schnelle Erreichbarkeit von Facebook und Co. sorgt für eine kontinuierliche Versuchung, der nur schwer entgegenzuwirken ist. Vor allem in stressigen Situationen neigen Studenten durch diesen Umstand stark zur Prokrastination. Es sammeln sich sprichwörtlich Berge an Arbeit an, die nur unter hohem Aufwand zu bewältigen sind.

Darüber hinaus entwickeln jüngere Generationen eine immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne. Das liegt daran, dass Informationen überall und zu jeder Zeit erhältlich sind. Es muss nicht mehr in der Tiefe erlernt und verstanden werden, denn fehlt eine Information, so kann sie kurz durch digitale Medien „gegoogelt“ werden. Es ist nicht nötig sich lange zu konzentrieren.

Auf der anderen Seite ist das Angebot der Lernapps, Videos und der Themen gigantisch. Durch die unkomplizierte Entwicklung ist es ein Leichtes, eine eigene Lernapp oder ein eigenes Lehrvideo zu erstellen. Profis können Inhalte übersichtlich aufbereiten. Davon profitiert vor allem der Endnutzer.

Die weltweite Vernetzung des Wissens steigert die Kredibilität der in Apps vorhandenen Inhalte, da mehr Leute an der Erstellung beteiligt sein können. Vermitteltes Wissen wird dadurch vielfach geprüft. Der Student lernt gegebenenfalls von Programmen, die von Leuten aus dem entsprechenden Beruf entwickelt wurden.

Schließlich sei zu beachten, dass Nutzer Inhalte schneller erlernen. Die meisten erfolgreichen Apps wie beispielsweise „Duolingo“ bereiten Wissen auf und vereinfachen dieses, so dass es leicht zu verstehen ist. Die App-Oberfläche ist wie ein Spiel aufgebaut, mit Wiederholungen als Kern und der Möglichkeit sich mit anderen zu vergleichen. Das soll den Nutzer immer wieder neu motivieren, was dazu führt, dass dieser gerne Zeit mit der App verbringt. Der Verbraucher lernt häufiger und schneller.

Sind wir in der Lage, digitale Lernapps effizient an der Universität für das Lernen und Lehren zu nutzen? Die Argumente sprechen dafür, denn Apps bieten eine Chance Wissen schnell, vereinfacht und spielerisch der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das unterstützt letztendlich die Wissenschaft um Wissen-zu-schaffen.

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Felix Pannwitt widmet sich in „Wie soll digitales Lernen aussehen?“ u.a. den Vor- und Nachteilen der Digitalisierung des Lernens.

Wie soll digitales Lernen aussehen?

von Felix Pannwitt

Sie gehört zu den größten Themen unserer Zeit: die Digitalisierung. In immer mehr Bereichen unseres Lebens dringt sie vor, und so gibt es kaum ein Gerät, was man nicht auch alt „smarte“ Variante kaufen kann. Und nun hat sich auch die Bundesregierung dazu durchgerungen, mit dem „Digitalpakt Schule“ auch die Bildung in das digitale Zeitalter zu holen. Aber was macht digitales Lernen aus? Was erwarte ich vom digitalen Lernen?

Der folgenden Text bezieht sich auf das digitale Lernen an einer Hochschule. Konkret bedeutet das, dass man nicht in einem Klassenverband von ca. 30 Personen lernt, sondern entweder in einer Vorlesung mit 100 bis 700 Leute oder mit zwei bis fünf Personen in einer Lerngruppe.

Schon heute ist das zentrale Lerngerät der Laptop. Hier werden die Vorlesungsfolien angeschaut, die bei modernen Geräten dank Stifteingabe, sogar handschriftliche Notizen enthalten. Das ausgedruckte Skript, auf totem Holz, wird also beim digitalen Lernen keine Rolle mehr spielen. Wahrscheinlich wird das Schreiben auf Papier irgendwann ganz in Vergessenheit geraten, und das Schreiben auf dem Tablet wird den Schreibblock ersetzen.

Was jedoch nicht so schnell verschwinden wird, ist die Handschrift selbst. So habe ich im fünften Semester angefangen, wieder meine Zusammenfassungen handschriftlich auf Papier zu schreiben. Ich kann mir den Stoff auf diese Weise besser merken. Der Grund, warum ich damals auf dem PC umgestiegen bin, war meine gruselige Handschrift. Doch das Tippen ist einfach noch etwas anderes, als den Kugelschreiber zu schwingen und wichtige Dinge in vier verschiedenen Farben anzustreichen.

Cloudspeicher ermöglichen eine neue Art der Zusammenarbeit. Dokumente können problemlos ausgetauscht und sogar gleichzeitig bearbeitet werden. Auf diese Weise kann teilweise der persönliche Arbeitsaufwand reduziert werden. Der Stolperstein hierbei ist jedoch, dass schnell Lernerfolge verschenkt werden. So muss ich mir bei einer eigenen Formelsammlung selbst überlegen, was wichtig ist oder auch in welchen Fällen bestimmte Aussagen überhaupt gültig sind. In dem Moment, wo diese Arbeit teilweise abgeben wird, verschenkt man sich selbst die Möglichkeit etwas zu verstehen. Hier gilt es seitens der Hochschule die passende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Und dann wären ja da noch die Smartboards. Große Bildschirme mit berührungsempfindlicher Oberfläche. Sie sind eine tolle Möglichkeit, um die Vorteile von Overheadprojektoren und denen von PowerPoint Folien zu vereinen. So können die Folien leicht am Computer geändert werden, während der Präsentation, können aber auch noch Ergänzungen, Anmerkungen und Unterstützende Zeichnungen gemacht werden. Insofern wünsche ich mir für die Zukunft, dass auch in den Übungsräumen Smartboards eingebaut werden.

White Board hingegen sollten direkt auf den Schrott. Wer auf die Idee gekommen ist, in großen Übungsräumen die Kreidetafel gegen Whiteboards auszutauschen, hat sich nicht richtig mit dem Thema auseinandergesetzt. Nun ist es irgendwie hipp und alle wolle sie haben. Der einzige Vorteil, ist dass man kein Wasser zum Wischen braucht. Dagegen steht ein deutlich schlechterer Kontrast, Spiegelungen und man sieht nicht, wie viel in den Stiften noch drin ist, wodurch diese immer leer sind und der Kontrast noch mehr leidet!

Die Technik kann uns nur beim Lernen unterstützen, lernen müssen wir schon selbst. Außer man denkt futuristisch und hofft, dass Wissen in der Zukunft durch Spritzen indiziert werden kann. Aber will man vorgefertigtes Wissen überhaupt haben?

Hier kommen wir zu einem weiteren Punkt. Digitales Lernen darf nicht bedeuten, dass ich 24/7 am Lernen bin, weil ich meinen Lernnetzwerken immer jemand eine Frage hat oder an Gruppenarbeiten arbeitet. Aus den diesen Gründen habe ich angefangen, in Urlauben das Handy auszuschalten. Und das sollte digitales Lernen zu verhindern suchen oder mich zumindest dabei zu unterstützen. So könnten die digitalen Netzwerke mir nur von Montag bis Freitag von acht bis 17 Uhr Nachrichten auf mein Handy schicken. Auf diese Weise sehe ich nicht Lernsachen neben der Anfrage für eine Verabredung.

Was nehmen wir jetzt also mit? Papier wird eine immer kleinere Bedeutung bekommen, was unsere Wälder auf jeden Fall freuen wird. Außerdem sollen Kreidetafeln gegen Smartboards und nicht gegen Whiteboards ausgetauscht werden. Zuletzt sollen uns Lernnetzwerke dabei unterstützen, abschalten zu können, um beim Lernen mit 100% dabei zu sein und nicht rund um die Uhr mit 40%.

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Wie sieht die Zukunft der Hochschullehre aus? Was wird zum effektiven Lernen benötigt und wo läuft es bereits gut? Digital, analog, hybrid? Soziales Ereignis oder individuelle Lernszenarien? Wir freuen uns auf Kommentare.

Laptop mit Notizzetteln.

Wie sieht Lernen in der Zukunft aus (Abbildung: „Notizen“, Florian Hagen, CC BY 4.0)?

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Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Wie funktioniert Lernen heute und morgen? Studentische Perspektiven zum Lernen im Zeitalter der Digitalisierung“ von Lilian Gabel, Lars Albertsen, Michel Grelck, Felix Pannwitt, Thomas Hapke (tub.), Florian Hagen (tub.), Lizenz: CC BY 4.0.