Schriftzug Monatsnotiz auf hellem minten Hintergrund

Monatsnotiz für die Monate Juni, Juli, August und September 2022

Selbst in Hamburg war es diesen Sommer für meinen Geschmack an vielen Tagen einfach zu warm und trocken. Immerhin: In kühleren Räumen blieb somit genug Zeit für die Arbeit 😉 Zu berichten gibt es in dieser Notiz nun zum Herbstanfang u. a. etwas zu folgenden Themen:

Wissenschaftliches Arbeiten

Der letzte Termin unseres Bachelorseminars „Wissenschaftliches Arbeiten“ im Sommersemester 2022 fand am 12. Juli statt. In den letzten Veranstaltungswochen ging es überwiegend um das eigentliche Schreiben wissenschaftlicher Texte und den damit verbundenen Herausforderungen, nachdem zuvor wie gewohnt Recherche, Literaturverwaltung, Zitieren und Lesen Themen waren. Neben theoretischen Inputs ist es in meinen Augen vor allem wichtig, dass die Studierenden Raum haben, um mehr über die eigenen Gewohnheiten, Stärken und Schwächen (die wir alle haben) beim Schreiben von Texten herauszufinden. Neben dem gemeinsamen Austausch (Wie lief es bspw. bisher im Rahmen des Semesters bei der Hausarbeit oder auch anderen Schreibprojekten), theoretischen Inputs (bspw. Kennzeichen wissenschaftlicher Texte) und interaktiveren Lehr-Lernmaterialien wie dem Fragebogen zu Schreibgewohnheiten ist für mich vor allem immer spannend, welche Wege aus problematischeren Phasen wie der Schreibblockade eingeschlagen werden. Während ich nach wie vor (aber auch nicht immer) ganz gut mit kleineren Tools wie Typedrummer oder Ortswechseln vorankomme (weitere Ideen finden sich in 7 individuelle Tipps gegen Schreibblockaden), ist für andere zum Beispiel das Borgen eines Anfangs oder die Sprachaufnahme ein Weg vorbei an der Angst vor dem leeren Blatt. Dies war für mich auch ein Anlass, um mal wieder selbst Sprachaufnahmen auszuprobieren. Hier neige ich dann aber im Anschluss „leider“ immer noch dazu, viele potenziell passende digitale Werkzeuge für die Transkription auszuprobieren, was mich Unmengen an Zeit kostet. Die „Umwandlung“ bei vielen Programmen sorgt aber wenigstens des öfteren für wirklich kuriose Ergebnisse. Auch schön 🙂

Mit Ende des Seminars standen auch im vergangenen Sommersemester die Abgaben der wissenschaftlichen Hausarbeiten an, die von meinem Kollegen Detlev Bieler und mir dann mit einem Feedback versehen wurden, bevor für uns bereits heute wieder Vorlesungsstart war. Wie in den vergangenen Jahren versuchen wir auch dieses Semester so gut es geht, Rückmeldungen der Studierenden in der neuen „Ausgabe“ des Seminars zu berücksichtigen.

Nicht nur im Bachelorseminar der TU-Bibliothek spielt das Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ eine Rolle und so hatten mein Kollege Detlev Bieler und ich in den vergangenen Wochen und Monaten auch einige Gespräche mit Kolleg:innen verschiedener TUHH-Institute, um zu schauen, wie einige Basisthemen unseres Seminars zukünftig in andere Veranstaltungen integriert werden können.

Open Access

Auch in den vergangenen Wochen und Monaten hat das Open-Access-Team der TU-Bibliothek die im März 2022 eingeführte offene Open-Access-Sprechstunde an der TUHH angeboten. Am Konzept hat sich bisher nichts geändert. TU-Angehörige haben hier die Möglichkeit, mit ihren Fragen zu OA spontan in unserer virtuellen Runde vorbeizuschauen und sich mit uns auszutauschen. Wer Lust, Interesse und Fragen hat: Immer freitags ab 10:00 Uhr steht das OA-Team per Videokonferenz über Zoom zur Verfügung. Sollte unsere Runde nicht besucht werden, so werden u. a. Entwicklungen rund um Open Access, aktuelle Finanzierungsanfragen oder Workflows im Team besprochen.

Abseits der festen Open-Access-Sprechstunde ist dieses Jahr vor allem die Nachfrage nach kurzen Inputs zu OA-Grundlagen mit anschließendem Austausch gestiegen. Meine Kollegin Isabo Schick und ich waren in verschiedenen Instituten, Arbeitsgruppensitzungen oder auch Studiengängen zu Gast, um einen Einblick in Open-Access-Grundlagen, Publikations- und Förderungsmöglichkeiten zu geben. Für uns ist es hier auch spannend, von Seite der Forscher:innen zu erfahren, welche Bedürfnisse und Fragen rund um Open Access bestehen. Häufiges Thema: Zweitveröffentlichungsrecht.

Die TU-Bibliothek erhält regelmäßig Open-Access-Angebote, die jeweils im Team begutachtet werden. So ging es zuletzt um mögliche Beteiligungen an unterschiedlichen Freikauf-und National-Konsortien oder auch die Möglichkeit, dass normalerweise lizenzpflichtige Titel direkt über den goldenen Open-Access-Weg veröffentlicht werden. Nicht immer fällt die Entscheidung leicht, da in erster Linie das Erwerbungsspektrum der eigenen Einrichtung berücksichtigt und die Bedürfnisse der Forschenden eingeschätzt werden müssen. Im Fall des PLOS-Nationalkonsortiums (Public Library of Science) wurde zur Entscheidungshilfe daher eine anonyme Umfrage aufgesetzt, die sich an die Professor:innen und Oberingenieur:innen der TUHH richtete. So wollten wir zum einen mehr darüber erfahren, ob und warum Forschende PLOS als mögliche Publikationsmöglichkeit betrachten und TU-Angehörigen auch eine einfache Einbringung in die Gestaltung unseres Serviceangebots ermöglichen. Ähnlich sind wir als TU-Bibliothek auch bereits bei der Umfrage zur Literaturverwaltung an der TUHH vorgegangen. Die Ergebnisse der PLOS-Umfrage wurden über das Blogangebot der TU-Bibliothek geteilt.

Mittlerweile sind auch die Vorbereitungen der Open Access Week angelaufen (bzw. nahezu abgeschlossen), die dieses Jahr unter dem Motto „Open for Climate Justice“ steht. Hier sind wir intern und auch institutionsübergreifend gerade mit der finalen Ausgestaltung unseres Programms im Endspurt und ich bin gespannt, welche Ideen und Beiträge es am Ende in welcher Form in die Open Access Week schaffen.

Fachreferat

Bei meiner Arbeit im Fachreferat stand in den vergangenen Wochen und Monaten neben den klassischen Fachreferatstätigkeiten (viele Anschaffungsvorschläge und Fragen zur Recherche von Fachinformationen, Anpassungen bestimmter Webseiten) vor allem Open Access im Vordergrund. Aber auch urheberrechtliche Fragen trudeln nach wie vor häufiger rein und es gibt eigentlich immer in regelmäßigen Abständen Fragen zu Creative-Commons-Lizenzen. Mit Letzteren geben Urheber:innen Interessierten die Möglichkeit, die jeweiligen Inhalte ohne Einholung einer zusätzlichen Erlaubnis unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen zu nutzen. Auch die eine oder andere Nachfrage zur Veröffentlichung in Open Access über den „Grünen Weg“ gab es in den vergangenen Wochen, sodass immer mal wieder auch auf das Zweitveröffentlichungsrecht und SHERPA/RoMEO hingewiesen wird. Über Letzteres lassen sich Informationen über die Lizenzbedingungen vieler Verlage recht übersichtlich abrufen.

Im Verhältnis zu vorherigen Jahren gab es vor allem in den vergangenen zwei bis drei Monaten viele Anfragen zum Thema Literaturverwaltung. Abseits von Log-in-Problemen bei bestimmten Anbietern und Services sind die Ausgangssituationen vielseitig. Von Studienanfänger:innen, die vom Start weg gerne ein Literaturverwaltungsprogramm nutzen möchten und eine Einführung wünschen über Nutzer:innen, die bestimmte Funktionen suchen oder kurz vor Abgabe von Texten das erste Mal ein Literaturverzeichnis erstellen wollen bis hin zu Forschenden, die einen Programmwechsel in Betracht ziehen ist gefühlt alles vertreten. Würde ich heute gefragt werden, ist Literaturverwaltung sicher auch mit eine der Service-Tätigkeiten, die mir am meisten Spaß bereiten, da hier das Ergebnis (meistens) unmittelbar zu sehen ist: Entweder Freude, weil das Programm nun funktioniert wie gewünscht bzw. Deadlines eingehalten werden können. Oder (leider) auch mal zu Recht Frust, wenn ein Programm bzw. Service in bestimmten Zeitfenstern einfach Probleme macht.

Ansonsten stehen bei uns im Fachreferat derzeit neben weiteren To-dos wie der Revision des Lesesaalbestandes, dem Reflektieren unserer Arbeitsziele und -schwerpunkte für das Jahr 2022 und der Aufstellung der Schwerpunkte für das kommende Jahr verschiedene Termine im Oktober an:

  • „Kick-Off WiMis GettIng Started 2022“:
    Doktorand:innen lernen Bereiche und Personen an der Hochschule kennen
  • Hospitationsbesuche von Kolleg:innen der Scientific Library of Riga Technical University (Lettland) im Rahmen einen Erasmus+ Stipendiums:
    Viele Kolleg:innen stellen im Rahmen der Woche Ihre Arbeitsbereiche vor. Ich werde dabei u. a. einen Einblick in das Thema Open Educational Resources (OER) vorbereiten. Gespannt bin ich, was ich zum Thema OER vielleicht von unseren lettischen Kolleg:innen lernen kann.

Eine Frage, die mich durch unsere Lesesaalrevision und die anstehenden Veranstaltungen auch mal wieder umtreibt: Wie kann man auf Bibliotheksbestände inklusive Datenbanken vor Ort attraktiv aufmerksam machen? Wenn jemand Beispiele, Ideen oder lesenswerte Beiträge dazu kennt: Immer gerne her damit 🙂

Sonstiges

In der Bibliothek passiert eigentlich immer viel. Wahrscheinlich werde ich mich also auch nach Veröffentlichung dieser Monatsnotiz wieder „ärgern“, dass ich mir bestimmte Themen nicht aufgeschrieben habe und sie daher nicht im Text gelandet sind. Aber ganz wichtig: Sehr gefreut habe ich mich vor allem über die Verstärkung unseres Bibliotheksteams. Gleich drei Kolleg:innen durchlaufen bzw. durchliefen in den vergangenen Wochen und Monaten das interne Onboarding (Ankommen und Kennenlernen von Kolleg:innen und ihrer Arbeit im Haus) und sind in unterschiedlichen Bereichen der Bibliothek im Einsatz.

Auch toll: Dieses Jahr war ich in die Prüfungsvorbereitung unserer FaMI-Ausbildung eingebunden. FaMI steht für Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste. Da ich diese Ausbildung vor meinem Studium selbst durchlief und vor einigen Jahren nach meiner Ausbildereignungsprüfung (quasi eine Ausbildung der Ausbilder:innen in Hamburg) auch in der Ausbildung tätig war, war es schön, wieder selbst direkt in verschiedene Lernprozesse involviert zu sein. Noch toller: unser Auszubildender hat die Prüfung bestanden. An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch und alles Gute 🙂

Tweets

In meiner letzten Monatsnotiz habe ich einige Tweets festgehalten, die ich aus unterschiedlichen Gründen lesenswert, hilfreich, interessant oder einfach „nur“ unterhaltsam finde. Auch zum Ende dieser Monatsnotiz möchte ich wieder eine kleine Twitter-Linkliste (meistens mit Berufsbezug) teilen:

Damit komme ich zum Ende der Monatsnotiz für die Monate Juli bis September 2022. Bei der Auflistung der Tweets geisterte mir am Ende eine Frage durch den Kopf. Gibt es derzeit Einrichtungen oder Projekte, die sich mit der Archivierung von Tweets auseinandersetzen? Soweit ich mich erinnere, hat die US-Kongressbibliothek vor einigen Jahren zumindest den Plan aufgegeben, alle jemals verschickten Tweets zu archivieren. Kommentare oder E-Mails mit Ergänzungen, Fragen und Anregungen sind wie immer gerne gesehen 🙂 .

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Monatsnotiz für Juni, Juli, August und September 2022 von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Beitragsbild „Monatsnotiz Mint“ von Florian Hagen (Lizenz: CC0/Public Domain). Der Beitrag und dazugehörige Materialien stehen auch im Markdownformat und als PDF zum Download zur Verfügung.
Kalenderblatt

Monatsnotiz April/ Mai 2021 – Open-Access-Veranstaltungen, Zotero für iOS, Podcastempfehlung

In den vergangenen Wochen gab es viele Veranstaltungen rund um Open Access. Unser Bachelorseminar „Wissenschaftliches Arbeiten“ ist im April ins Sommersemester 2021 gestartet und ich habe einige Tools und Anwendungen ausprobiert. Auch eine neue Podcast-Empfehlung rund um „Openness“ gibt es in dieser Monatsnotiz.

Veranstaltungen

13.04.2021: „DEAL Praxisaustausch“

Beim DEAL-Praxisaustaustausch zu Publikations- und Kostendatenmanagement ging es um Einblicke in die Umsetzung der systematischen Erfassung von Publikationsdaten und den damit verbundenen Zahlungsinformationen. Die Veranstaltung bot dabei Input-Beiträge und Breakout-Sessions für den Austausch unter Fachexpert:innen und Interessierten. Los ging es mit Bernhard Mittermaier (Forschungszentrum Jülich), der in seinem Impulsbeitrag den Open Access Monitor und die damit verbundenen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für unterschiedliche Einrichtungen vorstellte (Erfassung des Publikationsaufkommens in wissenschaftlichen Zeitschriften). 

Es folgte ein Beitrag von Agathe Gebert (Publikations- und Publikationskostenmonitoring bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften). Dieser gliederte sich in vier Leitfragen im Zusammenhang mit den Open-Access-Aktivitäten bei GESIS:

  • Wie entscheiden wir uns für Transformationsverträge?
    • u. a. Publikationsanalysen und Publikationshäufigkeit in bestimmten Publikationen.
  • Wie monitoren wir Publikationen?
    • u. a. Forschungsinformationssystem, OA-Monitor und Dashboards.
  • Wie monitoren wir Publikationskosten?
    • Orientierung am Leibniz-Fonds, sehr viele zentrale Rechnungen.
  • Welche Verbesserungen planen wir in den nächsten Jahren?
    • u. a. neue Buchungskontenansätze und Schulungen.

15.04.2021: Irene Barbers (Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich): „Monitoring von Publikationskosten“

Irene Barbers gab einen Einblick in den „Workflow Publikationsgebühren“ des Forschungszentrums Jülich. Gezeigt wurden im Rahmen des Vortrags auch das Open Access Barometer sowie der Open Access Monitor. Das Barometer bietet Daten zur Transformation von der Subskription hin zu Gold Open Access, ist Grundlage für Vertragsverhandlungen und verbindet unterschiedliche Kenngrößen wie Publikations- und Subskriptionswerte. Der Open Access Monitor dient der Erfassung des Publikationsaufkommens in wissenschaftlichen Zeitschriften. Sowohl die Folien als auch eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung stehen zur Verfügung.

22.04.2021: Benjamin Auberer (LMU München): „Etatverteilung nach dem DEAL“

Zentrales Thema des Beitrags von Benjamin Auberer waren die Herausforderungen der Open-Access-Transformation für die Etatverteilung bei Bibliotheken. Der Vortrag basiert
u. a. auf einer Masterarbeit, die im Sommer 2020 eingereicht wurde und greift eine allgemeine, überregionale Expertenstudie auf, die die Voraussetzungen und Bedingungen der Verankerung von Open Access in bibliothekarischen Etats untersuchte. An dieser nahmen zehn Erwerbungsleiter:innen sowie Open-Access-Verantwortliche teil. Die Ergebnisse wurden hinsichtlich folgender Fragen aufbereitet:

  • „Geht die Welt unter?“
  • „Braucht man noch Etatverteilung?“
  • „Anforderungen an das System?“
  • „Welche Anforderungen werden an die Einrichtungen gestellt?“

Für einen umfassenden Einblick stehen die Folien sowie die knapp 28 Minuten lange Videoaufzeichnung zur Verfügung.

29.04.2021: Anja Oberländer (KIM Universität Konstanz) und Marco Tullney (TIB): „Gemeinschaftliche Open-Access-Finanzierung als Aufgabe für Bibliotheken“

Anja Oberländer und Marco Tullney luden zum Austausch über gemeinsame konsortiale Open-Access-Lösungen ein. In der Bibliothekslandschaft sind Konsortien vereinfacht zusammengefasst Zusammenschlüsse von Bibliotheken, die das Ziel des gemeinsamen Erwerbs von Nutzungsrechten (beispielsweise von Datenbanken und elektronischen Publikationen) verfolgen. Zum Einstieg der Veranstaltung wurde ein Überblick über viele Basisthemen von Open Access gegeben. So ging um die Open-Access-Transformation und die Auswirkungen auf Tätigkeiten und Budgets von Bibliotheken (z. B. Wie sollte mit Nicht-Open-Access-Veröffentlichungen umgegangen werden, wenn Open Access wirklich gefördert werden soll und Umgang mit der derzeitigen Abhängigkeit von Sondermitteln auf dem Weg zur Abdeckung über reguläre Erwerbungsetats). Neben den Herausforderungen rund um publikationsbasierte Abrechnungsmodelle spielt hier auch die nach wie vor bestehende Abhängigkeit zu großen, wissenschaftlichen Verlagen eine Rolle. Hervorzuheben ist an dieser Stelle die im Vortrag erwähnte Wichtigkeit der Vielfältigkeit der Open-Access-Landschaft. Es sollte nicht nur ein einziges Open-Access-Modell verfolgt werden (auch, um neue Abhängigkeiten zu meiden), sondern den zahlreichen unterschiedlichen Bedürfnissen in der Wissenschaftslandschaft entsprechend unterschiedliche Modelle und Entwicklungen betrachtet und unterstützt werden. Als Beispiel wurde in diesem Zusammenhang auch das Projekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) als gemeinsame Open-Access-Lösung vorgestellt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung bietet der zur Verfügung gestellte Foliensatz sowie die knapp 38 Minuten lange Videoaufzeichnung.

22.04./ 23.04.2021: Open Access Barcamp

Dieses Jahr habe ich das erste Mal beim Open Access Barcamp teilgenommen. Die Veranstaltung wurde vom Team von open-access.net organisiert. Über Barcamps wurde im tub.torials-Blog u. a. auch in Beiträgen zum stARTcamp 2019 und dem Hamburger OERCamp 2020 berichtet. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen, die im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, wenig vorgegebenes Programm anbieten. Stattdessen agieren Teilnehmende als Teilgebende und schlagen selbst Themen oder Sessions vor, über die dann im Plenum tagesaktuell abgestimmt wird.

Beim Open Access Barcamp 2021 gab es so auf zwei Tage verteilt insgesamt fünf Sessionblöcke, in denen nach kurzen Inputs Austausch und Diskussionen entstanden. Bei der Darstellung des Sessionsplans habe ich mich von viola’s blog inspirieren lassen. Meine Teilnahme ist also mit einem „*“ gekennzeichnet:

Sessionblock 1

  • Feedback/ Austausch Weiterentwicklung der Open-Access-Plattform – Anforderungen aus der Community
  • Über den Tellerrand: Forschungsdaten und deren Publikation
  • Austausch: Anforderungen an Publikationssoftware

Sessionblock 2

  • Offener Austausch: Open-Access-Advocacy – Bewerbung von OA-Angeboten (*) an der eigenen Einrichtung
  • Diskussion: Open Access-Services vs. Subskriptionsangebote – auf welchem Auge sind wir blind? & Austausch: DEAL und Open-Access-Transformation an der Einrichtung kommunizieren

Sessionblock 3

  • Publikationsdaten-Management institutionelles Repositorium? Excel? Access?
  • Rechtsfragen in der OA-Beratung (*)

Sessionblock 4

  • OA Gender Publication Gap
  • Austausch Praktikerinnen zu Zweitveröffentlichungsservices (*)
  • Austausch zu scholar-led Publishing im Bereich Bücher

Sessionblock 5

  • Creative-Commons-Lizenzen bei Open-Access-Büchern – Wie geeignet sind sie?
  • Von der OAPolicy zur Open Science Policy
    Diamanten schürfen – Unterstützungsmöglichkeiten für Diamond OA (*)

Neben interessanten Session-Inhalten (so haben wir beispielsweise im Team Verlagsverträge „unter die Lupe“ genommen und über Bewerbungsmöglichkeiten von Open Access an den eigenen Einrichtungen gesprochen) und Austauschmöglichkeiten außerhalb der Sessions an virtuellen Thementischen (hier ging es in meinen Runden u. a. darum, welche Tools, Arbeitsprozesse und Zusammenarbeiten uns derzeit beschäftigen) waren für mich – zumindest mit derart vielen Teilnehmer:innen – die Erfahrungen mit der Videokonferenzanwendung Gather.town und dem virtuellen Whiteboard Miro neu.

Gather.town ermöglichte es, dass Teilnehmer:innen nach Erstellung eines Avatars durch virtuelle Konferenzhallen, Teeküchen und Sessionräume wandern und sich an Sitz- und Stehmöglichkeiten für Gespräche in kleineren Runden zusammenfinden konnten. Wie das ganze aussehen kann, habe ich weiter unten im Beitrag im Bereich „Tools und Anwendungen“ anhand anderer Veranstaltungen etwas detaillierter beschrieben.

Ein Screenshot der Gather.town-Veranstaltungsräumlichkeiten des Einführungsfoliensatzes beim Open Access Barcamp (nicht unter freier Lizenz).

Ich empfand diese Umsetzung sehr motivierend. Mitunter kam richtiges Konferenzfeeling auf und die ganze Organisation hat in meinen Augen sehr gut funktioniert. Ging man in den Konferenzräumlichkeiten doch mal verloren, so hat einen nach wenigen Augenblicken das Organisationsteam wieder auf den richtigen Weg gebracht. Wie Viola Voß bereits in ihrem Beitrag einen Kollegen zitierte: „Heute gehe ich nicht mit Zoom-Fatigue-Kopfschmerzen nach Hause, sondern mit einem Lächeln im Gesicht.“

Die Planung der Sessions und auch die Dokumentation erfolgte über ein Miro-Whiteboard. Aktuell kann hier auch noch in die einzelnen Dokumentationen geschaut werden. Vorstellen kann man sich so ein Whiteboard als „unendliche“ Fläche, in der Teams in Echtzeit gleichzeitig arbeiten können. Im Rahmen des Barcamps konnte so auf den Session-Plan zugegriffen, Dokumente angeschaut oder im Rahmen einzelner Themenräume virtuelle Notizzettel für Austausch und Diskussion angepinnt werden. Die Dokumentation der Sessions wurde Teilnehmenden im Nachgang noch zur Verfügung gestellt.

In Miro-Whiteboards kann stufenlos rein- und ausgezoomt werden.

Zusätzliche Impressionen zum Open Access Barcamp gibt es auch über #OABarcamp21.

Blogbeitrag Open Science Barcamp

Im Februar hat unser Projektteam „Modernes Publizieren“ am Open Science Barcamp 2021 (#oscibar) teilgenommen. In einem Sammelbeitrag mit vielen anderen Teilnehmer:innen schauen wir zurück auf Themen der Veranstaltung vom 16. Februar 2021. Inhalte sind u. a. Wissensungerechtigkeit, (Wieder-)Verwendung von Forschungsdaten, Unterstützung offener Wissenschaftler:innen, Single-Source-Publishing und Publikationsstrukturen. Auch der komplette Session-Plan und die jeweiligen Dokumentationen sind über den Beitrag abrufbar. Weiteres zum Open Science Barcamp gibt es auch in der Februar-Monatsnotiz.

Seminar Wissenschaftliches Arbeiten

Im April ging es endlich wieder los mit dem Bachelorseminar Wissenschaftliches Arbeiten. Neben allgemeinen Themen wie formalen Anforderungen und einer Kurzvorstellung von Anwendungen für das gemeinsame Arbeiten (im Seminar kann individuell oder in Teams eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben werden) ging es bisher um die Auseinandersetzung mit der Ideenfindung (Themen sind frei wählbar), Exposé und Fragestellung, Recherchemöglichkeiten, Literaturverwaltung, Lese- und Notizmethoden (einige offene Kurzusammenfassungen und Skripte sind verlinkt). Neu ist im Rahmen unseres Seminars auch, dass zu vielen Veranstaltungen neben Skripten im Nachgang eine „Gesammelte Notiz“ erstellt wird, welche die wesentlichen Inhalte, Fragen und dazugehörige Antworten nochmals kurz zusammenfasst.

Tools und Anwendungen

An Tools und Anwendungen gibt es einige, die ich in den letzten Wochen ausprobiert habe. Nicht bei allen Anwendungen handelt es sich um Open-Source-Lösungen. Nichtsdestotrotz möchte ich auch diese kurz erwähnen.

Gather.town (Online-Konferenztool für interaktiven Austausch)

Gather.town habe ich bereits im Kontext des Open Access Barcamps erwähnt. Hier möchte ich nun etwas genauer zeigen wie das ganze aussehen kann und funktioniert. Ausprobiert habe ich Gather.town u. a. im Rahmen von Sitzungen mit dem Team Modernes Publizieren. Im Gegensatz zu Videokonferenzanwendungen wie BigBlueButton oder Zoom ist man hier mit Avataren in virtuellen Räumen unterwegs. Der eigene Avatar wird nach Erstellung über die Pfeiltasten auf der Tastatur durch den Raum bewegt (alternativ mit den Tasten „W“, „A“, „S“ und „D“). Bei interaktiven Objekten (beispielsweise Tagesordnungen in Form eines aufgehängten Zettels oder ein Video) kann mit der Taste „X“ interagiert werden. Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Optionen (automatische Verfolgung anderer Personen, Änderung der Informationen zum eigenen Avatar, etc.), die meinen bisherigen Erfahrungen nach bisher im Rahmen größerer Veranstaltungen immer sehr gut verständlich einleitend erklärt wurden.

Ein Teamtreffen in Gather.town.

Am der linken Seite des Browsers ist eine Chat-Option zu sehen. Hier kann eingestellt werden, ob mit allen Personen („everyone“), im näheren Umfeld befindlichen Avataren („nearby“) oder nur bestimmten Personen gechattet werden soll. Ebenfalls auf der linken Browserseite befindet sich die Teilnehmer:innen-Liste. Hier können wir also sehen, wer sich gerade alles im Raum befindet. Für mich einer der größten Vorteil gegenüber anderen Videokonferenzsystemen: Ein wenig kehrt die Flexibilität von Face-to-Face-Kommunikation zurück. Man kann sich Personen zuwenden, sich in Gruppen mit gleichgesinnten spontan an einen (virtuellen) Tisch setzen (oder alternativ natürlich den Strand ;-)) und einfach durch Räumlichkeiten streifen – so wie zumindest ich das auch gerne bei Präsenzveranstaltungen mache.

Coolors (Farbgenerator) für Foliensätze und mehr

Ich habe mal wieder ein wenig in den HOOU-Materialien der TUHH gestöbert. Dabei handelt es sich um eine Linkliste für Illustrationen, Videos, Sounds und mehr, dass für die Erstellung von offenen Lernangeboten und Materialien genutzt werden kann. Eine sehr schöne Sammlung. Gestoßen bin ich dabei auf Coolors. Coolors ist ein Farbgenerator, der im Grunde für alle Anliegen nützlich sein kann, wo die Farbabstimmung eine Rolle spielt. Bei mir ist es oftmals so, dass ich einige Ideen für Foliensätze habe, mich meine Farbabstimmung an sich dann aber selten vollkommen zufrieden stimmt. Ich lande dann wieder bei eher „sicheren“ Farbabstimmungen, die klassisch und dezent wirken (z. B. unterschiedliche Kombinationen von Grautönen mit Weiß). Mit Coolors können schnell gut aufeinander abgestimmte Farbpaletten gefunden werden. Vorstellen kann ich mir hier auch einen Nutzen für die Erstellung von Webseiten, Logos, Icons oder Bilderserien in Social-Media-Kanälen von Bibliotheken.

Zotero iOS (Mobile Literaturverwaltung/ Beta)

Zotero ist eine Literaturverwaltungsanwendung. Eine Kurzeinführung dazu gibt es in diesem Beitrag in Text- und Videoform. Aktuell befinden sich in der Beta-Testphase u. a. ein integrierter PDF-Reader und eine iOS-App. Beides funktioniert im Zusammenspiel bereits jetzt schon hervorragend. Bislang synchronisiert der PDF-Reader bei mir ohne Probleme unabhängig vom verwendeten Gerät. Notizen und Anmerkungen, die also auf Tablet oder Smartphone erstellt werden, sind für die spätere Weiterverarbeitung direkt am Rechner abrufbar für die Weiterverarbeitung und umgekehrt.

Derzeit im Beta-Test: ein integrierter PDF-Reader.

Derzeit im Beta-Test: ein integrierter PDF-Reader.

Auch für meinen individuellen Workflow (Literatur unterwegs über mobile Geräte recherchieren, anlesen und mit wenig Aufwand in die eigene Literatursammlung überführen) sehe ich hier bereits in der Testphase viele robuste Verbesserungen. Diese und weitere Funktionen sollen Bestandteil der kommenden Zotero-Version 6 sein, für die eine Veröffentlichung in 2021 geplant ist. Wer an der Beta teilnehmen möchte, erhält auf den Zotero-Seiten weitere Informationen.

Zotero mobil: Menüansicht in der iOS-App

Zotero mobil: Menüansicht in der iOS-App.

Chat-Angebot der Bibliothek

Ausprobiert habe ich in den vergangenen Wochen Mibew. Mibew ist eine Open-Source-Chatanwendung die simpel zu bedienen ist – so wie man das von vielen Chats eben kennt. Nutzer:innen können somit beispielsweise schnell und effizient Antworten auf bestimmte Fragen, Empfehlungen und weitere Unterstützung erhalten. Hintergrund ist die kontinuierliche Entwicklung neuer und verbesserter Service-Angebote der TU-Bibliothek. Weiteres dazu gibt es im Beitrag Der neue Bibliotheks-Chat. Ich bin auf jeden Fall schon auf Praxiseindrücke gespannt und finde es super, dass Nutzer:innen zukünftig auf einen weiteren Kommunikationskanal dank dem Engagement der Benutzungsabteilung der TU-Bibliothek zurückgreifen können.

Podcasts

Auch Podcast-Empfehlungen dürfen in dieser Monatsnotiz nicht fehlen. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Einblicke in den Wissenschaftsalltag, die Open Science Stories von Heidi Seibold bietet. In kurzen, bisher maximal zwölf Minuten langen, Geschichten geben Wissenschaftler:innen Einblicke in persönliche Erfahrungen und Eindrücke rund um Offenheit in der Wissenschaft. Nicht „nur“ informativ, sondern auch wirklich emotional und spannend. So gibt beispielsweise Heidi Seibold selbst in der Episode „Open Science is science done right“ Einblicke in den Abschied von Freunden und Familie, um den Weg in die Wissenschaft anzugehen, während Claudia Frick in „Open Peer Review“ von einem Begutachtungswerkzeug der Open-Science-Bewegung am Beispiel eigener Publikationen berichtet. Hier wird neben all den Vorteilen auch über berechtigte Ängste gesprochen, die offene Wissenschaft mit sich bringen kann. Sehr empfehlenswert!

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: „Monatsnotiz April/ Mai 2021 – Open-Access-Veranstaltungen, Zotero für iOS, Podcastempfehlung“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag steht auch als Markdowndatei und PDF zur Verfügung.
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