Kalenderblatt

Monatsnotiz April/ Mai 2021 – Open-Access-Veranstaltungen, Zotero für iOS, Podcastempfehlung

In den vergangenen Wochen gab es viele Veranstaltungen rund um Open Access. Unser Bachelorseminar „Wissenschaftliches Arbeiten“ ist im April ins Sommersemester 2021 gestartet und ich habe einige Tools und Anwendungen ausprobiert. Auch eine neue Podcast-Empfehlung rund um „Openness“ gibt es in dieser Monatsnotiz.

Veranstaltungen

13.04.2021: „DEAL Praxisaustausch“

Beim DEAL-Praxisaustaustausch zu Publikations- und Kostendatenmanagement ging es um Einblicke in die Umsetzung der systematischen Erfassung von Publikationsdaten und den damit verbundenen Zahlungsinformationen. Die Veranstaltung bot dabei Input-Beiträge und Breakout-Sessions für den Austausch unter Fachexpert:innen und Interessierten. Los ging es mit Bernhard Mittermaier (Forschungszentrum Jülich), der in seinem Impulsbeitrag den Open Access Monitor und die damit verbundenen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für unterschiedliche Einrichtungen vorstellte (Erfassung des Publikationsaufkommens in wissenschaftlichen Zeitschriften). 

Es folgte ein Beitrag von Agathe Gebert (Publikations- und Publikationskostenmonitoring bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften). Dieser gliederte sich in vier Leitfragen im Zusammenhang mit den Open-Access-Aktivitäten bei GESIS:

  • Wie entscheiden wir uns für Transformationsverträge?
    • u. a. Publikationsanalysen und Publikationshäufigkeit in bestimmten Publikationen.
  • Wie monitoren wir Publikationen?
    • u. a. Forschungsinformationssystem, OA-Monitor und Dashboards.
  • Wie monitoren wir Publikationskosten?
    • Orientierung am Leibniz-Fonds, sehr viele zentrale Rechnungen.
  • Welche Verbesserungen planen wir in den nächsten Jahren?
    • u. a. neue Buchungskontenansätze und Schulungen.

15.04.2021: Irene Barbers (Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich): „Monitoring von Publikationskosten“

Irene Barbers gab einen Einblick in den „Workflow Publikationsgebühren“ des Forschungszentrums Jülich. Gezeigt wurden im Rahmen des Vortrags auch das Open Access Barometer sowie der Open Access Monitor. Das Barometer bietet Daten zur Transformation von der Subskription hin zu Gold Open Access, ist Grundlage für Vertragsverhandlungen und verbindet unterschiedliche Kenngrößen wie Publikations- und Subskriptionswerte. Der Open Access Monitor dient der Erfassung des Publikationsaufkommens in wissenschaftlichen Zeitschriften. Sowohl die Folien als auch eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung stehen zur Verfügung.

22.04.2021: Benjamin Auberer (LMU München): „Etatverteilung nach dem DEAL“

Zentrales Thema des Beitrags von Benjamin Auberer waren die Herausforderungen der Open-Access-Transformation für die Etatverteilung bei Bibliotheken. Der Vortrag basiert
u. a. auf einer Masterarbeit, die im Sommer 2020 eingereicht wurde und greift eine allgemeine, überregionale Expertenstudie auf, die die Voraussetzungen und Bedingungen der Verankerung von Open Access in bibliothekarischen Etats untersuchte. An dieser nahmen zehn Erwerbungsleiter:innen sowie Open-Access-Verantwortliche teil. Die Ergebnisse wurden hinsichtlich folgender Fragen aufbereitet:

  • „Geht die Welt unter?“
  • „Braucht man noch Etatverteilung?“
  • „Anforderungen an das System?“
  • „Welche Anforderungen werden an die Einrichtungen gestellt?“

Für einen umfassenden Einblick stehen die Folien sowie die knapp 28 Minuten lange  Videoaufzeichnung zur Verfügung.

29.04.2021: Anja Oberländer (KIM Universität Konstanz) und Marco Tullney (TIB): „Gemeinschaftliche Open-Access-Finanzierung als Aufgabe für Bibliotheken“

Anja Oberländer und Marco Tullney luden zum Austausch über gemeinsame konsortiale Open-Access-Lösungen ein. In der Bibliothekslandschaft sind Konsortien vereinfacht zusammengefasst Zusammenschlüsse von Bibliotheken, die das Ziel des gemeinsamen Erwerbs von Nutzungsrechten (beispielsweise von Datenbanken und elektronischen Publikationen) verfolgen. Zum Einstieg der Veranstaltung wurde ein Überblick über viele Basisthemen von Open Access gegeben. So ging um die Open-Access-Transformation und die Auswirkungen auf Tätigkeiten und Budgets von Bibliotheken (z. B. Wie sollte mit Nicht-Open-Access-Veröffentlichungen umgegangen werden, wenn Open Access wirklich gefördert werden soll und Umgang mit der derzeitigen Abhängigkeit von Sondermitteln auf dem Weg zur Abdeckung über reguläre Erwerbungsetats). Neben den Herausforderungen rund um publikationsbasierte Abrechnungsmodelle spielt hier auch die nach wie vor bestehende Abhängigkeit zu großen, wissenschaftlichen Verlagen eine Rolle. Hervorzuheben ist an dieser Stelle die im Vortrag erwähnte Wichtigkeit der Vielfältigkeit der Open-Access-Landschaft. Es sollte nicht nur ein einziges Open-Access-Modell verfolgt werden (auch, um neue Abhängigkeiten zu meiden), sondern den zahlreichen unterschiedlichen Bedürfnissen in der Wissenschaftslandschaft entsprechend unterschiedliche Modelle und Entwicklungen betrachtet und unterstützt werden. Als Beispiel wurde in diesem Zusammenhang auch das Projekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) als gemeinsame Open-Access-Lösung vorgestellt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung bietet der zur Verfügung gestellte Foliensatz sowie die knapp 38 Minuten lange Videoaufzeichnung.

22.04./ 23.04.2021: Open Access Barcamp

Dieses Jahr habe ich das erste Mal beim Open Access Barcamp teilgenommen. Die Veranstaltung wurde vom Team von open-access.net organisiert. Über Barcamps wurde im tub.torials-Blog u. a. auch in Beiträgen zum stARTcamp 2019 und dem Hamburger OERCamp 2020 berichtet. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen, die im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, wenig vorgegebenes Programm anbieten. Stattdessen agieren Teilnehmende als Teilgebende und schlagen selbst Themen oder Sessions vor, über die dann im Plenum tagesaktuell abgestimmt wird.

Beim Open Access Barcamp 2021 gab es so auf zwei Tage verteilt insgesamt fünf Sessionblöcke, in denen nach kurzen Inputs Austausch und Diskussionen entstanden. Bei der Darstellung des Sessionsplans habe ich mich von viola’s blog inspirieren lassen. Meine Teilnahme ist also mit einem „*“ gekennzeichnet:

Sessionblock 1

  • Feedback/ Austausch Weiterentwicklung der Open-Access-Plattform – Anforderungen aus der Community
  • Über den Tellerrand: Forschungsdaten und deren Publikation
  • Austausch: Anforderungen an Publikationssoftware

Sessionblock 2

  • Offener Austausch: Open-Access-Advocacy – Bewerbung von OA-Angeboten (*) an der eigenen Einrichtung
  • Diskussion: Open Access-Services vs. Subskriptionsangebote – auf welchem Auge sind wir blind? & Austausch: DEAL und Open-Access-Transformation an der Einrichtung kommunizieren

Sessionblock 3

  • Publikationsdaten-Management institutionelles Repositorium? Excel? Access?
  • Rechtsfragen in der OA-Beratung (*)

Sessionblock 4

  • OA Gender Publication Gap
  • Austausch Praktikerinnen zu Zweitveröffentlichungsservices (*)
  • Austausch zu scholar-led Publishing im Bereich Bücher

Sessionblock 5

  • Creative-Commons-Lizenzen bei Open-Access-Büchern – Wie geeignet sind sie?
  • Von der OAPolicy zur Open Science Policy
    Diamanten schürfen – Unterstützungsmöglichkeiten für Diamond OA (*)

Neben interessanten Session-Inhalten (so haben wir beispielsweise im Team Verlagsverträge „unter die Lupe“ genommen und über Bewerbungsmöglichkeiten von Open Access an den eigenen Einrichtungen gesprochen) und Austauschmöglichkeiten außerhalb der Sessions an virtuellen Thementischen (hier ging es in meinen Runden u. a. darum, welche Tools, Arbeitsprozesse und Zusammenarbeiten uns derzeit beschäftigen) waren für mich – zumindest mit derart vielen Teilnehmer:innen – die Erfahrungen mit der Videokonferenzanwendung Gather.town und dem virtuellen Whiteboard Miro neu.

Gather.town ermöglichte es, dass Teilnehmer:innen nach Erstellung eines Avatars durch virtuelle Konferenzhallen, Teeküchen und Sessionräume wandern und sich an Sitz- und Stehmöglichkeiten für Gespräche in kleineren Runden zusammenfinden konnten. Wie das ganze aussehen kann, habe ich weiter unten im Beitrag im Bereich „Tools und Anwendungen“ anhand anderer Veranstaltungen etwas detaillierter beschrieben.

Ein Screenshot der Gather.town-Veranstaltungsräumlichkeiten des Einführungsfoliensatzes beim Open Access Barcamp (nicht unter freier Lizenz).

Ich empfand diese Umsetzung sehr motivierend. Mitunter kam richtiges Konferenzfeeling auf und die ganze Organisation hat in meinen Augen sehr gut funktioniert. Ging man in den Konferenzräumlichkeiten doch mal verloren, so hat einen nach wenigen Augenblicken das Organisationsteam wieder auf den richtigen Weg gebracht. Wie Viola Voß bereits in ihrem Beitrag einen Kollegen zitierte: „Heute gehe ich nicht mit Zoom-Fatigue-Kopfschmerzen nach Hause, sondern mit einem Lächeln im Gesicht.“

Die Planung der Sessions und auch die Dokumentation erfolgte über ein Miro-Whiteboard. Aktuell kann hier auch noch in die einzelnen Dokumentationen geschaut werden. Vorstellen kann man sich so ein Whiteboard als „unendliche“ Fläche, in der Teams in Echtzeit gleichzeitig arbeiten können. Im Rahmen des Barcamps konnte so auf den Session-Plan zugegriffen, Dokumente angeschaut oder im Rahmen einzelner Themenräume virtuelle Notizzettel für Austausch und Diskussion angepinnt werden. Die Dokumentation der Sessions wurde Teilnehmenden im Nachgang noch zur Verfügung gestellt.

In Miro-Whiteboards kann stufenlos rein- und ausgezoomt werden.

Zusätzliche Impressionen zum Open Access Barcamp gibt es auch über #OABarcamp21.

Blogbeitrag Open Science Barcamp

Im Februar hat unser Projektteam „Modernes Publizieren“ am Open Science Barcamp 2021 (#oscibar) teilgenommen. In einem Sammelbeitrag mit vielen anderen Teilnehmer:innen schauen wir zurück auf Themen der Veranstaltung vom 16. Februar 2021. Inhalte sind u. a. Wissensungerechtigkeit, (Wieder-)Verwendung von Forschungsdaten, Unterstützung offener Wissenschaftler:innen, Single-Source-Publishing und Publikationsstrukturen. Auch der komplette Session-Plan und die jeweiligen Dokumentationen sind über den Beitrag abrufbar. Weiteres zum Open Science Barcamp gibt es auch in der Februar-Monatsnotiz.

Seminar Wissenschaftliches Arbeiten

Im April ging es endlich wieder los mit dem Bachelorseminar Wissenschaftliches Arbeiten. Neben allgemeinen Themen wie formalen Anforderungen und einer Kurzvorstellung von Anwendungen für das gemeinsame Arbeiten (im Seminar kann individuell oder in Teams eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben werden) ging es bisher um die Auseinandersetzung mit der Ideenfindung (Themen sind frei wählbar), Exposé und Fragestellung, Recherchemöglichkeiten, Literaturverwaltung, Lese- und Notizmethoden (einige offene Kurzusammenfassungen und Skripte sind verlinkt). Neu ist im Rahmen unseres Seminars auch, dass zu vielen Veranstaltungen neben Skripten im Nachgang eine „Gesammelte Notiz“ erstellt wird, welche die wesentlichen Inhalte, Fragen und dazugehörige Antworten nochmals kurz zusammenfasst.

Tools und Anwendungen

An Tools und Anwendungen gibt es einige, die ich in den letzten Wochen ausprobiert habe. Nicht bei allen Anwendungen handelt es sich um Open-Source-Lösungen. Nichtsdestotrotz möchte ich auch diese kurz erwähnen.

Gather.town (Online-Konferenztool für interaktiven Austausch)

Gather.town habe ich bereits im Kontext des Open Access Barcamps erwähnt. Hier möchte ich nun etwas genauer zeigen wie das ganze aussehen kann und funktioniert. Ausprobiert habe ich Gather.town u. a. im Rahmen von Sitzungen mit dem Team Modernes Publizieren. Im Gegensatz zu Videokonferenzanwendungen wie BigBlueButton oder Zoom ist man hier mit Avataren in virtuellen Räumen unterwegs. Der eigene Avatar wird nach Erstellung über die Pfeiltasten auf der Tastatur durch den Raum bewegt (alternativ mit den Tasten „W“, „A“, „S“ und „D“). Bei interaktiven Objekten (beispielsweise Tagesordnungen in Form eines aufgehängten Zettels oder ein Video) kann mit der Taste „X“ interagiert werden. Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Optionen (automatische Verfolgung anderer Personen, Änderung der Informationen zum eigenen Avatar, etc.), die meinen bisherigen Erfahrungen nach bisher im Rahmen größerer Veranstaltungen immer sehr gut verständlich einleitend erklärt wurden.

Ein Teamtreffen in Gather.town.

Am der linken Seite des Browsers ist eine Chat-Option zu sehen. Hier kann eingestellt werden, ob mit allen Personen („everyone“), im näheren Umfeld befindlichen Avataren („nearby“) oder nur bestimmten Personen gechattet werden soll. Ebenfalls auf der linken Browserseite befindet sich die Teilnehmer:innen-Liste. Hier können wir also sehen, wer sich gerade alles im Raum befindet. Für mich einer der größten Vorteil gegenüber anderen Videokonferenzsystemen: Ein wenig kehrt die Flexibilität von Face-to-Face-Kommunikation zurück. Man kann sich Personen zuwenden, sich in Gruppen mit gleichgesinnten spontan an einen (virtuellen) Tisch setzen (oder alternativ natürlich den Strand ;-)) und einfach durch Räumlichkeiten streifen – so wie zumindest ich das auch gerne bei Präsenzveranstaltungen mache.

Coolors (Farbgenerator) für Foliensätze und mehr

Ich habe mal wieder ein wenig in den HOOU-Materialien der TUHH gestöbert. Dabei handelt es sich um eine Linkliste für Illustrationen, Videos, Sounds und mehr, dass für die Erstellung von offenen Lernangeboten und Materialien genutzt werden kann. Eine sehr schöne Sammlung. Gestoßen bin ich dabei auf Coolors. Coolors ist ein Farbgenerator, der im Grunde für alle Anliegen nützlich sein kann, wo die Farbabstimmung eine Rolle spielt. Bei mir ist es oftmals so, dass ich einige Ideen für Foliensätze habe, mich meine Farbabstimmung an sich dann aber selten vollkommen zufrieden stimmt. Ich lande dann wieder bei eher „sicheren“ Farbabstimmungen, die klassisch und dezent wirken (z. B. unterschiedliche Kombinationen von Grautönen mit Weiß). Mit Coolors können schnell gut aufeinander abgestimmte Farbpaletten gefunden werden. Vorstellen kann ich mir hier auch einen Nutzen für die Erstellung von Webseiten, Logos, Icons oder Bilderserien in Social-Media-Kanälen von Bibliotheken.

Zotero iOS (Mobile Literaturverwaltung/ Beta)

Zotero ist eine Literaturverwaltungsanwendung. Eine Kurzeinführung dazu gibt es in diesem Beitrag in Text- und Videoform. Aktuell befinden sich in der Beta-Testphase u. a. ein integrierter PDF-Reader und eine iOS-App. Beides funktioniert im Zusammenspiel bereits jetzt schon hervorragend. Bislang synchronisiert der PDF-Reader bei mir ohne Probleme unabhängig vom verwendeten Gerät. Notizen und Anmerkungen, die also auf Tablet oder Smartphone erstellt werden, sind für die spätere Weiterverarbeitung direkt am Rechner abrufbar für die Weiterverarbeitung und umgekehrt.

Derzeit im Beta-Test: ein integrierter PDF-Reader.

Derzeit im Beta-Test: ein integrierter PDF-Reader.

Auch für meinen individuellen Workflow (Literatur unterwegs über mobile Geräte recherchieren, anlesen und mit wenig Aufwand in die eigene Literatursammlung überführen) sehe ich hier bereits in der Testphase viele robuste Verbesserungen. Diese und weitere Funktionen sollen Bestandteil der kommenden Zotero-Version 6 sein, für die eine Veröffentlichung in 2021 geplant ist. Wer an der Beta teilnehmen möchte, erhält auf den Zotero-Seiten weitere Informationen.

Zotero mobil: Menüansicht in der iOS-App

Zotero mobil: Menüansicht in der iOS-App.

Chat-Angebot der Bibliothek

Ausprobiert habe ich in den vergangenen Wochen Mibew. Mibew ist eine Open-Source-Chatanwendung die simpel zu bedienen ist – so wie man das von vielen Chats eben kennt. Nutzer:innen können somit beispielsweise schnell und effizient Antworten auf bestimmte Fragen, Empfehlungen und weitere Unterstützung erhalten. Hintergrund ist die kontinuierliche Entwicklung neuer und verbesserter Service-Angebote der TU-Bibliothek. Weiteres dazu gibt es im Beitrag Der neue Bibliotheks-Chat. Ich bin auf jeden Fall schon auf Praxiseindrücke gespannt und finde es super, dass Nutzer:innen zukünftig auf einen weiteren Kommunikationskanal dank dem Engagement der Benutzungsabteilung der TU-Bibliothek zurückgreifen können.

Podcasts

Auch Podcast-Empfehlungen dürfen in dieser Monatsnotiz nicht fehlen. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Einblicke in den Wissenschaftsalltag, die Open Science Stories von Heidi Seibold bietet. In kurzen, bisher maximal zwölf Minuten langen, Geschichten geben Wissenschaftler:innen Einblicke in persönliche Erfahrungen und Eindrücke rund um Offenheit in der Wissenschaft. Nicht „nur“ informativ, sondern auch wirklich emotional und spannend. So gibt beispielsweise Heidi Seibold selbst in der Episode „Open Science is science done right“ Einblicke in den Abschied von Freunden und Familie, um den Weg in die Wissenschaft anzugehen, während Claudia Frick in „Open Peer Review“ von einem Begutachtungswerkzeug der Open-Science-Bewegung am Beispiel eigener Publikationen berichtet. Hier wird neben all den Vorteilen auch über berechtigte Ängste gesprochen, die offene Wissenschaft mit sich bringen kann. Sehr empfehlenswert!

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: „Monatsnotiz April/ Mai 2021 – Open-Access-Veranstaltungen, Zotero für iOS, Podcastempfehlung“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag steht auch als Markdowndatei und PDF zur Verfügung.
Videokonferenz Symbolzeichnung

„Wau“, „Miau“, „Wann fängt die Maus an?“ – Eindrücke und Tipps aus zwei Wochen Videokonferenz im Home-Office

Seit spätestens knapp zwei Wochen ist klar: das Coronavirus macht auch nicht vor dem Arbeitsalltag halt. Immer mehr Arbeitnehmer_Innen arbeiten – sofern möglich – von zuhause. Das ist nicht immer einfach. Einige Tipps für das Home-Office haben wir bereits festgehalten. Dass die Arbeits-Situation in den eigenen vier Wänden eine andere ist, sorgt bei mir aber auch gerade in Videokonferenzen für viel Freude. Kinder, Hunde, Katzen und Co. lassen sich nicht davon beirren, dass Mama oder Papa bzw. Frauchen und Herrchen plötzlich den ganzen Tag zuhause sind. Die Frage „Wann fängt denn endlich die Maus an?“, die alltägliche bellende Begrüßung des Postboten oder der dezent schnurrende Hinweis auf ein kleines Hüngerchen sind mittlerweile fester Bestandteil vieler Videokonferenzen und Teambesprechungen und lassen mich gerne an das BBC-Interview von Robert Kelly – einem der wohl bekanntesten Heimarbeiter der Welt – zurückdenken. Der Politikprofessor und Korea-Experte wurde 2017 während eines Live-Interviews von seinen Kindern überrascht.

Kurzeindrücke zu genutzten Videokonferenz-Plattformen

Apropos Videokonferenzen: Wie viele habe ich in unterschiedlichen Teams in den vergangenen Tagen zahlreiche Dienste intensiv genutzt. Einige kurze Eindrücke und Tipps dazu sind in diesem Beitrag festgehalten.

tub.-cloud

Für tub.-interne Teambesprechungen benutzen wird die tub.-Cloud. Dieser Service war bisher ein „schlummernder“ Service, den wir u.a. für kollaborative Schreibsituationen in der Vergangenheit auch schon im Rahmen des TUHH-Hackerspace in größerer Runde ausprobiert haben. Einige Informationen zum – auf Nextcloud basierenden Dienst – hat unser Kollege Heiko Weier in der Vergangenheit bereits im Rahmen eines Coffee Talks (mittlerweile tub.talks) vorgestellt. In unseren tub.-Meetings lief der Dienst bislang in Gruppen von bis zu 8 Teilnehmer_Innen abseits von vereinzelten Tonproblemen (hier musste ich den Konferenzraum zur Behebung des zu leisen Tons neu betreten) sehr stabil.

Zoom

Im Rahmen des HOOU-Webinars Podcasts in der Hochschullehre ging es in geplanten 90 Minuten um Besonderheiten und Potentiale von Podcasts in der Hochschullehre. Erste Anregungen und Hilfestellungen zur Podcasteinbindung wurden gegeben. Diese konnten in einem Fortsetzungswebinar und im Podcast-Team auf der HOOU-Webseite weiterverfolgt werden. Das Webinar musste kurzfristig wegen Auslastung auf ZOOM verlegt werden. ZOOM ist ein kommerzieller Online-Meeting-, Videokonferenz- und Webinar-Service aus den USA. Zu eventuellen datenschutzrechtlichen Bedenken gibt es einen umfassenden, gut verständlichen – und stets aktualisierten – Beitrag von Stephan Hansen-Oest. Die Performanz während des HOOU-Webinars war sehr gut. Zeitweise waren über 100 Teilnehmer_Innen im Raum. Moderator Christian Friedrich war – genau wie die Teilnehmenden, die bei Fragen und Anregungen jeweils ihr Mikrofon und Kamera aktivieren konnten – die ganze Zeit über sehr gut zu hören und zu sehen.

Ebenso gut lief das DSpace-Anwendertreffen 2020, das am 26.03.2020 als Webkonferenz für mehr als 100 Anwender_Innen angeboten wurde.

MIT Unhangout

Für unsere Besprechungen im Projekt Modernes Publizieren haben wir zunächst das MIT Unhangout ausprobiert. Hier treffen sich Teilnehmer_Innen in einer gemeinsamen Lobby, um einen gemeinsamen Austausch zu starten oder ein eingebundenes Video zu diskutieren. Im Anschluss können (vom Host vorher oder von den Teilnehmenden spontan eingerichtete) Breakout-Sessions zu Einzelthemen für weiteren Austausch genutzt werden. Während mir die intuitive Struktur sehr gut gefällt, hatten wir am Tag unserer Testsession leider mit Tonproblemen zu kämpfen (dennoch lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall ein zweiter Blick).

Jitsi Meet

Jitsi ist eine quelloffene Software, die u.a. Videokonferenzen ermöglicht. Teilnehmer_Innen benötigen hierfür keinen Account.

  • Eigene Jitsi-Instanz (einrichten): 
    Nach den kurzfristig auftretenden Problemen bei Unhangout haben wir eine selbst gehostete Jitsi-Instanz genutzt. Diese funktionierte mit vier Leuten überwiegend gut. Problem waren hier – allerdings nur bei mir – dass sowohl der Host als auch sein Bildschirm nach einer Bildschirmfreigabe für mich nur noch als schwarzer Bildschirm zu sehen waren. Andere Teammitglieder und ihre Bildschirme betraf dieses Problem allerdings nicht. Wer sich selbst an der Einrichtung einer eigenen Jitsi-Instanz versuchen möchte: Mein Kollege Tobias Zeumer hat erfolgreich diverse Testläufe mit selbst eingerichteten Jitsi-Servern durchgeführt und eine Schnell-Anleitung frei zur Verfügung gestellt. Diese kann hier oder hier abgerufen werden.
  • Offen nutzbare Jitsi-Installationen: 
    Wer sich nicht an einer eigenen Einrichtung versuchen möchte, kann auch auf offene Jitsi-Installationen zugreifen, die u.a. in einer laufend aktualisierten Liste von DigitalCourage – einem Verein, der u.a. Themen wie ungehinderte Kommunikation und Datenschutz verfolgt – aufgeführt werden. In Kurztests habe ich mit Gesprächspartner_Innen u.a. Instanzen von Freifunk München, fairkom und der TU Ilmenau im kleinen Rahmen (4 Personen) ohne Probleme nutzen können.

Grundsätzliche Tipps zu Videokonferenzen

Egal welche Plattform für Videoplattformen genutzt wird, für alle kann ich guten Gewissens ganz allgemein die folgenden Tipps bei der Nutzung geben:

  • einen möglichst ruhigen Raum nutzen:
    Für eine Videokonferenz empfiehlt sich ein möglichst ruhiger Raum. Denn noch wichtiger als das Bild ist bspw. bei Teambesprechungen der Ton. Wenn neben uns im Zimmer eine weitere Videokonferenz stattfindet oder direkt vorm Fenster starker Straßenlärm zu erwarten ist, so ist das äußerst ungünstig.
  • In-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon nutzen:
    In „größeren“ Gruppen wird die Tonqualität deutlich angenehmer, wenn die Teilnehmer_Innen zumindest einen einfachen In-Ear-Kopfhörer mit eingebautem Mikrofon nutzen. So gibt es weniger Nebengeräusche wie Tastaturklappern.
  • nach Möglichkeit sollte nur eine Person sprechen:
    Gerade in größeren Gruppen empfiehlt es sich, die Kolleg_Innen ausreden zu lassen, bevor man selbst das Wort ergreift. Ein gutes Mittel: So lange man nicht spricht einfach das Mikrofon deaktivieren.
  • Kolleg_Innen konkret ansprechen:
    Während wir es gewohnt sind in Face-to-Face-Besprechungen auch Gestik und Mimik zu nutzen, ist dies im Rahmen von Videokonferenzen nur eingeschränkt möglich. Daher vereinfacht es allen Beteiligten einer Konferenz den Austausch, wenn Personen konkret mit Namen angesprochen werden. Aus eigener Erfahrung: Sind mehrere Personen mit gleichen Namen anwesend, so ergeben sich dennoch unterhaltsame Situationen 🙂
  • „Authentisch“ mit ungeplanten Situationen umgehen:
    Meetings können noch so gut vorbereitet sein. Dennoch kann es immer passieren, dass Kinder, Hunde und Katzen im Hintergrund duch das Bild laufen. Ganz ehrlich: gerade in Zeiten, in denen wir oft mit „sozialer Distanz“ konfrontiert sind, sind derart persönliche Ereignisse doch zumindest eine kleine Überbrückung unserer momentanen Situation (es ist natürlich auch ok, wenn jemand das nicht möchte).

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Welche Tipps funktionieren in euren Videokonferenzen besonders gut? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: „Wau“, „Miau“, „Wann fängt die Maus an?“ – Eindrücke und Tipps aus zwei Wochen Videokonferenz im Home-Office von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Dieser Beitrag kann auch als Markdowndatei runtergeladen werden.