Roter Faden

Kurz erklärt – Was ist eigentlich ein Exposé?

Für Studierende gehört das Schreiben von Haus- und Abschlussarbeiten zu den größeren Herausforderungen des Studiums. Unterstützend kann hier das Anfertigen eines Exposés sein. Doch gerade Studienanfänger_Innen ist der Begriff oftmals noch unbekannt. Was zunächst nach Mehrarbeit klingt, macht perspektivisch gesehen allerdings viel Sinn. Langfristige Zeitersparnis und mehr Sicherheit in Druckphasen sind so möglich. Eine kurze Zusammenfassung wesentlicher Merkmale eines Exposés soll dieser Beitrag bieten.

Was ist ein Exposé?

Ein Exposé verfolgt das Ziel, einen Überblick über die geplanten Arbeitsschritte einer wissenschaftlichen Ausarbeitung (beispielsweise bei einer Abschlussarbeit) zu geben. Es bildet damit so etwas wie den „roten Faden“ der Arbeit. Wenn die Abgabe im Rahmen des Studiums verpflichtend ist, so sollte mit den Betreuern abgesprochen werden, was im Exposé aufgeführt werden sollte. Generell können die folgenden Aspekte Bestandteil sein:

  • 1. Einleitung (thematische Hinführung zum Thema)
    Mit einem interessanten Einstieg in das Exposé kann das Interesse an ihrem Thema (Bspw. auch mit einem ansprechenden Zitat) geweckt werden. Dies ist gerade nützlich, wenn für das Forschungsvorhaben noch eine Betreuung gewonnen werden soll. Im Rahmen der Einleitung können das Thema in die entsprechende Fachdisziplin eingeordnet, erste Begriffsdefinitionen vorgenommen und prägnante Aussagen aufgeführt werden. Bestandteil der Einleitung kann die Problemstellung sein.
  • 2. Problemstellung
    Problem- und die Fragestellung sind eng miteinander verbunden. Als Metapher betrachtet verhalten diese sich wie die obere und untere Seite eines Kaffeefilters zueinander. Die Problemstellung ist weiter gefasst (also weniger konzentriert, so wie das Kaffepulver, das oben in den Filter gefüllt wird) als die – im Rahmen des Forschungsvorhabens – zu beantwortende Forschungsfrage. Die Problemstellung führt über die Forschungslücke letztlich zur konkreten, präzisen Fragestellung (beim Kaffeefilter ist das Ergebnis am unteren Ende der konzentrierte Kaffee). Grundsätzlich gibt es keine konkreten Regeln für die Auswahl des Forschungsthemas. Das Thema sollte jedoch weder zu weit noch zu eng gefasst sein. Ein zu weites Thema kann in der Regel nicht unter Einhaltung der zeitlichen Vorgaben abgearbeitet werden. Ein zu enges Thema (unter anderem auch neue Trendthemen) könnte kaum Material oder Diskurse bieten, auf denen im Rahmen einer Abschlussarbeit aufgebaut werden kann. Mögliche Ursprünge einer Problemstellung können sein:
    • Thema in der Wissenschaft, das viel oder wenig diskutiert wird;
    • Thema das einen persönlich interessiert;
    • ein Aspekt, den man hinterfragen möchte;
  • 3. Erkenntnisinteresse (wissenschaftlich und persönlich)
    Das Erkenntnisinteresse kann wissenschaftliche, aber auch persönliche Gründe haben (Sind Schreibende zu einem bestimmten Zeitpunkt – Alltag, Beruf, Forschung, Reisen, etc. – beispielsweise mit dem Thema oder der Problematik in Berührung gekommen)?
  • 4. Forschungsstand und Quellenlage
    Zu den Vorbereitungsarbeiten einer wissenschaftlichen Hausarbeit oder Abschlussarbeiten zählt die Gewinnung eines Überblicks zum Diskussionsstand des jeweiligen Themas. Dieser sollte auch im Rahmen des Exposés aufgeführt werden. Relevante wissenschaftliche Literatur und andere Quellen (u.a. Datensätze, Statistiken, etc.) sollten also gesichtet werden. Handelt es sich um ein bereits umfassend erforschtes Thema, so sollten auch Ergebnisse, Hypothesen oder Theorien aufgegriffen werden. Zusammengefasst:

    • Welche Erkenntnisse liegen vor?
    • Was ist bislang unzureichend untersucht?
    • Gibt es Widersprüche?
    • Für ein Exposé sind lediglich die Kenntnisse über die wichtigsten Studien, Autor_innen oder Theorien relevant.
  • 6. Methodik, Forschungsdesign
    Wie planen sie die Erarbeitung des ausgewählten Themas? Hier sollte möglichst konkret erfasst werden, wie Erkenntnisse und Informationen gesammelt werden sollen. Auch die geplanten Methoden (beispielsweise Literaturauswertung, Interviews, Umfragen, Inhalts- oder Medienresonanzanalyse) sowie eine Beschreibung und Begründung der Forschungsinstrumente sollten erfolgen.
  • 7. Zielsetzung
    Bei der Zielsetzung legen Schreibende offen, was erforscht werden soll. Man führt sich selbst nochmals explizit vor Augen zu welchem Ziel die Arbeit führen soll? Auch wenn die Forschungsergebnisse erst am Ende der Ausarbeitung vorliegen, so sollten zu dieser frühen Phase bereits Überlegungen angestellt werden, was letztlich das Ergebnis sein könnte oder sollte. Fragen können in diesem Zusammenhang sein:

    • Was will ich am Ende der Arbeit herausgefunden haben?
    • Warum ist es von Bedeutung, dies herauszufinden?
    • Was leistet meine Arbeit im Hinblick auf meine Fachdisziplin Fortschritt)?
  • 8. Vorarbeiten (geleistete und zu leistende)
    Hinsichtlich der Vorarbeiten sollte zum einen aufgeführt werden, was bisher für die anstehende Arbeit gemacht und erledigt wurde. Besonders relevant ist es hier, das die noch anstehenden Vorarbeiten aufgeführt werden (Wurde bereits Kontakt zu Interviewpartnern aufgenommen? Gibt es saisonale Einschränkungen? Sind die erforderlichen Forschungsinstrumente zugänglich und die benötigte Literatur verfügbar?)
  • 9. Gliederungsentwurf
    Eine (grobe) vorläufige Gliederung der geplanten Arbeit zeigt, dass Schreibende sich konkrete Gedanken über das anstehende Schreibprojekt gemacht haben. Diese sollte nachvollziehbar sein, bietet aber auch Spielraum für Kreativität. Da zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht im Detail klar sein kann, wie das Forschungsvorhaben verläuft (wäre alles im Detail bekannt, müsste ja nicht mehr geforscht werden) ist diese Gliederung eine grobe Übersicht beziehungsweise Landkarte. Die Eckpunkte stehen erst einmal fest. Wie der genaue Weg dorthin allerdings konkret aussieht, zeigt sich erst, wenn dieser beschritten wird.
  • 10. Zeitplan
    Der Zeitplan kann mit Hilfe unterschiedlicher Anwendungen und Tools erstellt werden. Ein möglicher Ansatz mit Hilfe von Gantt-Diagrammen ist in diesem Blogbeitrag beschrieben. Generell sollte der Plan nicht zu genau gestaltet werden. Wissenschaftliches Arbeiten lebt ein Stück weit auch von Ungewissheit und Überraschungen. Es gibt Phasen, in denen es schneller läuft als erwartet. Und es gibt Abschnitte, in denen aufgrund unterschiedlicher – nicht immer beeinflussbarer Faktoren – mehr Zeit als beabsichtigt benötigt wird. Hilfreich ist hier ein realistischer und ehrlicher Zeitplan. Berücksichtigen sie ihre Fähigkeiten sowie bereits feststehende „Verpflichtungen“ (u.a. Arbeit, Studium, Urlaub, Familiäres, Freizeit und Krankheit) und planen entsprechend Zeitpuffer ein.
  • 11. Literaturverzeichnis
    Dem gewählten Zitierstil entsprechend sollten auch bereits Literaturangaben aufgeführt werden. Grundsätzlich ersparen sie sich somit die spätere Nacharbeit der bereits verwendeten Literatur. Zudem kann in Betreuungsgesprächen so ausgemacht werden, welche potentiellen Fachexpert_Innen oder Veröffentlichungen noch für das zu bearbeitende Thema in Frage kommen.

Vor- und Nachteile eines Exposés

Ein Exposé bietet Schreibenden viele Vorteile. Man hat eine Struktur, die einem Sicherheit gibt. Im Austausch mit den Betreuenden kann frühzeitig ausgemacht werden, welche Vorhaben realistisch sind und wo der Plan noch überdacht werden sollte. So umgeht man bereits frühzeitig Herausforderungen des wissenschaftlichen arbeitens. Beispielsweise gibt es kaum etwas schlimmeres, als im Rahmen einer Abschlussarbeit wochenlang an Inhalten geschrieben zu haben, um dann festzustellen, dass das bisherige Vorgehen so nicht sinnvoll war oder Schreibende und Betreuende stark unterschiedliche Vorstellungen vom Schreibprojekt haben. Zu den weiteren Vorteilen zählen:

  • frühzeitige Auseinandersetzung mit einem Forschungsthema;
  • Ermöglichung von strukturiertem Vorgehen beim eigentlichen Schreibprozess:
    • Arbeitsschritte sind grob bekannt;
    • durch Präzisierung des Themas wird Abgrenzung und Fokus auf das Wesentliche begünstigt;
    • Zeitplanung wird vereinfacht;
    • Teile eines gut geschriebenen Exposés können als direkte oder indirekte Vorlage für bestimmte Abschnitte der eigentlichen Arbeit verwendet werden;
  • mögliche Fehler im Forschungsdesign können rechtzeitig vor der eigentlichen Bearbeitungsphase identifiziert werden;
  • Exposé kann auch als Bewerbungsunterlage für die Betreuung der anzufertigenden Bachelorarbeit genutzt werden.

Das Exposé ermöglicht also durch planvolleres Vorgehen langfristig Zeitersparnis. Das Risiko potentiellen (Zeit-)Drucks, der im Rahmen von Abschlussarbeiten eher Regel als Ausnahme ist, wird reduziert.

Nachteile birgt die Erstellung eines Exposé nicht wirklich. Dennoch sollte bedacht werden, dass zunächst nicht alle Probleme, Herausforderungen und Ergebnisse vorausgesehen werden können. Zudem muss für ein gelungenes, zielförderndes Exposé zunächst Zeit investiert werden, bevor langfristig Streß- und Zeitersparnis erfolgt.

Zusammenfassung

Ein Exposé fungiert als Leitfaden für anstehende Schreibprojekte. Für den Austausch mit Betreuenden ist das Exposé wertvoll, da vor den intensiveren Arbeitsphasen abgeklärt werden kann, welche Arbeitsschritte eventuell unnötig oder auch unrealistisch (Zeitfaktor) sind. Für den Schreibprozess selbst ist das Exposé von Vorteil, da die einzelnen Arbeitsschritte greifbarer sind und eine Auseinandersetzung mit dem Thema bereits stattfand. Ein Exposé ist also eine Art Kurzvorschau oder Musterentwurf des geplanten auszuarbeitenden Textes.

Dabei gilt: die Inhalte sind nicht in Stein gemeißelt. Viele Aspekte bestehen vorerst nur aus Vermutungen. Es kann sich herausstellen, dass die Datenerhebung oder -auswertung nicht wie erwartet funktioniert. Interviewpartner können ausfallen oder persönliche Umstände zu Verzögerungen führen. Auch neue Ideen können dazu führen, dass vom geplanten Vorhaben abgewichen werden soll oder muss. Im Optimalfall wurden diese Herausforderungen bereits im Exposé vorausgesehen und Alternativen formuliert. Das wichtigste dabei ist immer der Austausch mit den Betreuer_Innen, um Lösungen abzustimmen.

Weiteres zum Thema „Exposé“ gibt es unter anderem in der Veröffentlichung „Lesen und Schreiben“, die als Printexemplar im Bestand der tub. zur Verfügung steht. Eine kleine Starthilfe zur Verfassung eines Exposés bieten wir in diesem Beitrag an.

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Kurz erklärt – Was ist eigentlich ein Exposé?“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag kann auch als Markdowndatei heruntergeladen werden.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – geht das?

Die vergangene Woche stand bei uns ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Im Rahmen des wöchentlichen Hackerspace der TUHH ging es um „Nachhaltigkeit in den HOOU-Projekten“ (20. November). Das Motto der diesjährigen Campus Innovation lautete „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ (21. bis 22. November).

Nachhaltigkeit von HOOU-Projekten

Beim Hackerspace ging es im Projektkontext vor allem darum, ob und wie der Zugang für Lernende auf das Backend von Webangeboten, gegebenenfalls die Betreuung der Lernenden und die möglicherweise weitere Betreuung des Projektes geregelt ist bzw. geregelt werden könnte. Für tub.torials nehme ich persönlich mit, dass wir derzeit durchaus gut aufgestellt sind. Das liegt unter anderem an folgenden Aspekten:

  • über Pläne zu Inhalten und Arbeitsprozesse wird regelmäßig Face-to-Face gesprochen;
  • für Herausforderungen, Berichte und mehr ist über den eigentlichen Projektkern hinaus auch in wöchentlichen internen Austauschrunden Platz;
  • Projektthemen (u.a. to-dos, Aufgabenverteilung und Vorgehen) werden intern sowohl über ein Wiki als auch über das Git-Projekt kommuniziert bzw. ausgehandelt und festgehalten;
  • wo es sich anbietet wird mit Funktionsaccounts gearbeitet.

Was also im Projekt passiert, ist auch in einem größeren internen Kreis einseh- und nachlesbar. Mögliche Übergaben von Projekten oder Übernahmen von Tätigkeiten sind so einfacher möglich. Dennoch hat der Austausch im Hackerspace mir einmal mehr verdeutlicht, wie gut und wichtig eine umfassende Dokumentation ist. Neben der Nachvollziehbarkeit von Arbeitsprozessen, behobenen und eventuell auch noch bestehenden Herausforderungen und Problemen sollte auch der eigentliche Projektaufwand in einer umfassenden Dokumentation Platz finden. Für uns bei tub.torials bedeutet dies u.a. auch eine Erfassung des betriebenen Aufwands hinsichtlich:

  • Technikbetreuung (bspw. Funktionalität der Webseite, Linkchecking, OER-Material);
  • OER-Produktion (aus welchem Kontext heraus bietet sich eine Erstellung von OER an und wie wird dies umgesetzt);
  • Inhaltsbetreuung;
  • Organisation (bspw. Repräsentation, Kollaborationen, Remix von Inhalten).

Hier ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, denn Prozesse im Experimentierfeld sind für mich einmal mehr und einmal weniger einfach zu erfassen beziehungsweise abzuschätzen. Über Empfehlungen und eigene Erfahrungen mit Erfassungsansätzen von Leser_innen würden wir uns auf jeden Fall freuen.

Campus Innovation: Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Das Schwerpunktthema der Campus Innovation 2019 war „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“. „Leider“ gab es so viele interessante Themenblöcke, dass ich oftmals am liebsten an zwei Orten gleichzeitig gewesen wäre. Glücklicherweise kann man über den Hashtag #CIHH19 zumindest im Ansatz nachlesen, was in den zahlreichen Sessions andernorts diskutiert wurde. Die folgenden Themen, die mich zum nach- und weiterdenken angeregt haben, sind also sehr selektiv.

Bienenschwarm im großen Saal?

Besonders hängen geblieben ist bei mir die Keynote „Studierende gestalten nachhaltige Hochschulen – digital unterstützt?!“ von Eva Kern und Leonie Schröpfer (netzwerk n e. V.). Schön das mit statt über Studierende auf so einer großen Bühne gesprochen wird. Unmittelbar zum Einstieg wurde das Publikum zum Gespräch untereinander aufgefordert: „Wie wirkt ihr?“ Im Saal klang es wie in einem Bienestock. Reges Treiben. Das war für mich ungewöhnlich. Und es hat Spaß gemacht. Ich glaube in so einem großen Kreis habe ich noch nie eine Murmelgruppe erlebt. Darüber hinaus ging es um viele spannende Projekte und Themen zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung an Hochschulen: Reisen, intelligentes Heizmanagement, Lehr-Lern-Programme wie die HOOU (u.a. Öffnung für die Zivilgesellschaft und Entwicklung von Inhalten im Rahmen von Lehrveranstaltungen) und Ansätze wie das Wandercoaching (Peer-to-Peer-Programm zur Entwicklung von Visionen für die eigene nachhaltige Hochschule). Sobald die Videoaufzeichnung (auf Podcampus sowie Lecture2Go) vorhanden ist, kann ich nur sagen: unbedingt mal reinschauen!

Bildungsminister Jan Böhmermann besucht US-Präsident Leonardo DiCaprio

Die gilt auch für den Vortrag „2040 oder die schöne neue Welt der universitären Lehre. Eine nicht ganz ernste Zukunftsvision“ von Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). In der überspitzten Zukunftsprognose beschäftigt die Fernuniversität Hagen die meisten menschlichen Mitarbeiter_innen und Bildungsminister Jan Böhmermann trifft sich mit dem US-Präsidenten Leonardo DiCaprio. Der Publikumsreaktion konnte man durchaus entnehmen, dass das vielen gefallen würde 😉 Für mich nehme ich hier primär mit, dass es auch heute noch ohne digitale beziehungsweise visuelle Unterstützung möglich ist, Menschen zu erreichen. Der Vortrag kam gänzlich ohne Folien aus. Für mich besteht da oftmals die Gefahr, das ich inhaltlich verloren gehe. Hier lösten die Inhalte bei mir aber großes Kopfkino aus. Sehr schön. Die satirische Erweiterung aktueller Tendenzen in der Hochschullehre machte ansonsten noch einmal deutlich, dass nach wie vor ein gutes Gleichgewicht zwischen klassischer und digitaler Lehre angestrebt werden sollte. Konkret vorausgesagt werden kann die Zukunft nicht. Aber mitgestaltet.

Data Literacy und das eigene Wirken

Am Freitag stand bei mir in erster Linie das Thema „Data Literacy“ im Mittelpunkt. Hier nehme ich im Großen und Ganzen viele gute Ideen und Anregungen mit, wie man für das Thema zumindest schon früh Studierende sensibilisieren kann beziehungsweise sollte. Für die Vermittlung von wirklich relevanten Basics denke ich allerdings nach wie vor, dass umfassendere Veranstaltungen wie in „Data Literacy Education – Welche digitalen Kompetenzen brauchen alle?“ durch Dr. Alexander Silbersdorff, Universität Göttingen, dargestellt, an Hochschulen Standard werden sollten.

Auch das eigene Wirken war am zweiten Konferenztag wieder mehrfach Thema. In verschiedenen Vorträgen und Gesprächen wurde klar, dass das Bewusstsein für Nachhaltigkeit mehrheitlich sehr ausgeprägt ist. Das Handeln kann aber immer noch weit konsequemter erfolgen (Anschaffung privater Elektronik, Streaming, etc.). Besonders gut gefallen hat mir ein reger Austausch in meiner Sitzreihe zum Thema Nachhaltigkeit von Robotern als Lehrassistenten. Eine richtige Antwort kann ich für mich noch nicht festmachen. Aber es ist gut, dass hier während der Veranstaltungen und auch auf den Fluren immer wieder Austausch zu Inhalten statt findet, die mitunter vom Vortag stammen.

Zusammengefasst war die Campus Innovation für mich in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung. Bei mir kreisen immer noch viele Überlegungen und Ideen im Kopf. Eine eindeutige beziehungsweise konkrete Antwort auf die im Titel aufgeführte Frage ist schwer zu formulieren. Ja, nachhaltiger geht auf jeden Fall. Hinsichtlich dem „Wie?“ ist in vielen Bereichen aber (wenig überraschend) keine konkrete Antwort vorhanden. Die Ideen und Ansätze, die aus unterschiedlichen Perspektiven im Rahmen des Programmes thematisiert und diskutiert wurden, lassen mich aber zumindest mit einem guten Gefühl in die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema gehen.

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Nachhaltigkeit und Digitalisierung – geht das?“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag kann auch als Markdowndatei heruntergeladen werden.
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