Was bedeutet für Sie Offenheit?

Das Seminar „Wissenschaftliches Arbeiten“ an der TUHH startet beim ersten Termin auch immer mit einer kurzen Diskussion zur Frage „Was ist für Sie ein wichtiges Kennzeichen von Wissenschaft?“

Abb. aus:  e-InfraNet: ‘Open’ as the default modus operandi for research and higher education (2013) CC-BY-SA 3.0 Lizenz tinyurl.com/Vielfalt-Offenheit

Abb. aus: e-InfraNet: ‘Open’ as the default modus operandi for research and higher education (2013) CC-BY-SA 3.0 Lizenz http://tinyurl.com/Vielfalt-Offenheit


Zu einem solchen Nachdenken über Wissenschaft wird zur Vertiefung eine schriftlich abzuliefernde Hausaufgabe gestellt. Die Studierenden sollen zwei Texte hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Auffassungsunterschiede zu den Kennzeichen von Wissenschaft vergleichen. Für Ingenieur-Studierende kann diese Hausaufgabe durchaus ein kleiner Schock sein, haben sie doch manchmal extra ein solches Fach gewählt, damit sie nicht schreiben müssen.

Als alternative Hausaufgabe für besonders Kreative wird seit dem letzten Wintersemester zur Auswahl auch die Aufgabe gestellt, einen kurzen Text, etwa ein Essay, zu einem bestimmten, vorgegebenen Thema zu schreiben. Dieses Semester ist es das Thema Offenheit:

„Was bedeutet für Sie Offenheit, insbesondere beim Forschen und Lernen? Ist dies eine Haltung, hat sie was mit Zugang, Transparenz oder Freiheit, mit Bildung, Teilhabe oder Kollaboration zu tun? Welcher Aspekt von Offenheit ist für Sie besonders wichtig?“

Ich bin immer sehr gespannt, wieviele Studierende sich für den alternativen Text entscheiden! Lesende dieses Blog-Beitrages können auch gerne hier bei den Kommentaren ihnen wichtige Aspekte von Offenheit nennen und ausführen.

Übrigens: Vor zwei Semestern lautete das Thema

„Wie stelle ich mir eine Bibliothek in 5 bis 10 Jahren vor? Was erwarte ich als Dienstleistungen von einer Bibliothek heute? Wird es in 20 Jahren noch Bibliotheken geben? In welcher Form?“

Sieben der in der Regel 30 Teilnehmenden am Seminar hatten sich damals für diese Alternative entschieden, mit einem so interessanten Ergebnis, das deren Texte nun online als Publikation auf dem Open Access Repository der TUHH tub.dok verfügbar sind:

Bibliothek in Zukunft?! Texte von Studierenden zum Wandel von Bibliotheken : aus dem Bachelor-Seminar „Wissenschaftliches Arbeiten“ an der TU Hamburg /hrsg. von Thomas Hapke. Hamburg tub., 2017 (TUB HHefte – Schriftenreihe der Universitätsbibliothek der TU Hamburg (tub.);2)

Zur Nacht des Wissens in Hamburg am 4. November 2017 trägt der Schreiber dieser Zeilen zum Thema „Wikipedias Ahnen – zur Geschichte der Offenheit von Wissen“ vor. Im Rahmen einer kleinen Zeitreise lässt er sich von einem Mönch vertreten.

Seminar im Wintersemester 2017/18

Auch im Wintersemester 2017/18 wird das Seminar Wissenschaftliches Arbeiten für Bachelor-Studierende an der TU Hamburg wieder jeweils am Donnerstag, von 13.30 bis 16.45 h, alle 14 Tage stattfinden. Der erste Termin wird der 26. Oktober 2017 sein.

Eine Anmeldung wird wie wohl für die meisten Lehrveranstaltungen des Nichttechnischen Angebotes (NTA) im Komplementärstudium an der TUHH in der Zeit vom 30.09. bis 10.10.2017 in Stud.IP möglich sein.

Beim Anmeldeverfahren wird es Neuerungen geben. Sie können dann Ihre Wünsche für bestimmte Veranstaltungen des NTA-Angebotes nach Priorität gewichtet abgeben. Diese Priorisierung wird dann nach Maßgabe der verfügbaren Plätze bei deren automatischer Vergabe berücksichtigt. Auch Wartelisten wird es weiter geben, für die Sie sich nach dem Losverfahren aber bei den Sie interessierenden Veranstaltungen nochmals eintragen müssen. Für den endgültigen Platzerhalt ist auch die Teilnahme in der ersten Sitzung entscheidend.

Die Veranstaltung wird also alle 14 Tage jeweils 4 Stunden stattfinden. Hier noch einmal eine Übersicht über die Termine:

  1. Donnerstag, 26.10.2017, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  2. Donnerstag, 09.11.2017, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  3. Donnerstag, 23.11.2017, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  4. Donnerstag, 07.12.2017, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  5. Donnerstag, 21.12.2017, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  6. Donnerstag, 11.01.2018, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  7. Donnerstag, 25.01.2018, 13.30-16.45 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09

Eine Beschreibung der Veranstaltung finden Sie auch im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis, ansonsten bieten Beiträge dieses Weblogs einen guten Überblick über die Themen! 😎

Schon früh ans Schreiben denken!

Cover des Werkes: Krentel, F. et al (2015). Library life: Werkstätten kulturwissenschaftlichen Forschens. Lüneburg:Meson Press. Creative-Commons-Lizenz CC-BY SA 4.0.

Zu den Tipps zum Überleben beim Informieren gehört neben denjenigen, dass man beim Recherchieren möglichst auch Fach-Datenbanken benutzen sowie mit Suchbegriffen (Synonyme!) „spielen“ sollte, auch der folgende Hinweis:

„Beim Finden [, Lesen und Experimentieren] schon an die spätere Weiterverarbeitung bzw. Publikation denken!“

Eigentlich kann das Schreiben Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit schon beim Nachdenken über Ihr Thema und Ihre Fragestellung beginnen. Schon beim Recherchieren für beide und erst recht beim ersten Lesen von Literatur ist es sinnvoll, das Gefundene festzuhalten bzw. das Gelesene im Hinblick auf die eigene Fragestellung weiterzuverarbeiten. Zwei „Werkzeuge“ können Sie beim Vorbereiten und konkreten Schreiben unterstützen:      

Schreibjournal

  • Schreibjournale können auch als Studien-, Forschungsjournal oder Lerntagebuch gesehen werden. Sie dienen zum reflektierenden Schreiben und Begleiten des eigenen Lernens, Schreibens und Forschens. Sie können das eigene Lernen begleiten ähnlich wie das Laborbuch die experimentelle Forschung.
  • Ein Studien-, Forschungs- oder Schreibjournal hält quasi die Ergebnisse Ihres Experimentes „Eigenes Lernen, Forschen und Schreiben“ fest. Bei diesem Experiment erkunden Sie die Möglichkeiten Ihres eigenen Lernens, Forschens und Schreibens. Beschrieben wird hier Ihr Umgang mit Erfahrungen, Meinungen, Ereignissen und Informationen. Stellen Sie sich dabei Fragen, wie sie beispielhaft unten aufgeführt sind, und beantworten Sie diese in eigenen Worten:
    • Welche Fakten und Konzepte des Erlebten, Gehörten, Gelesenen usw. sind mir wichtig?
    • Was habe ich nicht verstanden? Welche weiterführenden Fragen bleiben für mich zu klären?
    • Welche Bezüge und Anknüpfungspunkte zu bisherigen Wissen und/oder Erfahrungen sind vorhanden?
    • Was fand ich warum interessant? Wo bin ich anderer Meinung bzw. widerspricht das Gelernte meinen Erfahrungen?
    • Wo und wie kann ich das Gelernte gebrauchen und anwenden? Welche Möglichkeiten, Spekulationen und Lösungen eröffnet es?
    • Gibt es alternative Interpretationsmöglichkeiten und unterscheidliche Perspektiven auf das Gelernte?
  • Die Schreibberatung der Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz unterscheidet bei ihren Tipps ein Ideen-Magazin von einem Forschungsjournal als Denkwerkzeug.

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Seminar im Sommersemester 2017


Das Seminar Wissenschaftliches Arbeiten wird im Sommersemester 2017 jeweils am Dienstag, von 13.15 bis 16.30 h, alle 14 Tage stattfinden. Der erste Termin wird der 11. April 2017 sein. Nach der Pfingstwoche beginnt der 14-tägliche Rhythmus am 13. Juni 2017.

Eine Anmeldung wird wie wohl für die meisten Lehrveranstaltungen der Nichttechnischen Wahlpflichtfächer an der TUHH vom 18. März 2017, 00:01 h, bis 28. März 2017, 23:59 h, über die Lernplattform Stud.IP möglich sein. Am Ende des Anmeldezeitraum wird am 29. März 2017 um 00:01 h per Los über den vorläufigen Platzerhalt und die Warteliste entschieden. Für den Platzerhalt ist die Teilnahme in der ersten Sitzung entscheidend. Als Studierende werden Sie gebeten, sich bei Nichtteilnahme auszutragen.

Erfahrungsgemäß wird nach dem Lostermin einige Tage „heftig“ nachgerückt und umsortiert. Auf der Warteliste befindliche Studierende könnten einen vorläufigen Platz erhalten. Ggf. lohnt sich ein Erscheinen zur Sitzung auch für nicht zugelassene Teilnehmende, die vorn auf der Warteliste stehen. Erst nach dem ersten Termin stehen die endgültigen Besetzungen für die 30 Plätze fest. In den letzten Semestern hatte man durchaus auch als 20. oder 30. der Warteliste noch ein Chance auf Teilnahme am Seminar, da nicht alle Ausgelosten und auch nicht alle Wartenden dann ihre eigene Chance wahrnehmen wollten bzw. konnten.

Die Veranstaltung wird also alle 14 Tage jeweils 4 Stunden stattfinden. Hier noch einmal eine Übersicht über die Termine:

  1. Dienstag, 11.4.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  2. Dienstag, 25.4.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  3. Dienstag, 9.5.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  4. Dienstag, 23.5.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  5. Dienstag, 13.6.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  6. Dienstag, 27.6.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09
  7. Dienstag, 11.7.2017, 13.15-16.30 h im Gebäude H (SBS95), Raum H0.09

Eine Beschreibung der Veranstaltung finden Sie auch im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis, ansonsten bieten die Beiträge dieses Weblogs einen guten Überblick über die Themen! 😎

Sich systematisch informieren – das Beispiel Verfahrenstechnik

Immer wieder taucht die Frage nach einem Leitfaden oder einer kurzen Übersicht auf, wie man systematisch nach Informationen suchen sollte und sich dabei sicher zu sein, nichts Wichtiges zu übersehen.

Für den jährlich stattfindenden Projektierungskurs Verfahrenstechnik des betreffenden Studiendekanats an der TUHH wurde dieses Jahr ein (englischsprachiges) Handout erstellt. Dieses versucht auf einer Seite in linearer Form – ausgehend von allgemeinen Informationsmitteln zur Orientierung und als Hintergrundinformation bis hin zu detaillierten Quellen des Nachweises aktueller Forschung – die wichtigsten spezifischen Informationsquellen zur Verfahrenstechnik an der TUHH vorzustellen. Auch eine Poster-Version, die inhaltlich etwas umfangreicher ist, steht zur Verfügung. Manche der Inhalte sind sicher auch für andere ingenieurwissenschaftliche Fachgebiete von Relevanz.

Die hier dargestellte Linearität des Rechercheprozesses wird beim praktischen wissenschaftlichen Arbeiten sicher selten so praktiziert. Die Praxis ist deutlich iterativer und sprunghafter. Oft muss man ad hoc in Abhängigkeit vom praktischen Experiment bestimmte Stoffdaten oder Sicherheits-Informationen ermitteln, dann werden immer mal wieder Hintergrund-Informationen benötigt oder man wird zu bestimmten neuen Aspekten, die beim Forschen neu auftauchen, bei Google Scholar nicht fündig und muss dann doch noch einmal in speziellen Fachdatenbanken nach Ergebnissen aktueller Forschung recherchieren.

Vorbild und Ausgangspunkt bei der Erstellung des Handouts war ein Poster von Crystal Boyce der amerikanischen Illinois Wesleyan University, „Chemistry Lab Poster“ (2016). Das Handout und das Poster stehen in diesem Blog genauso wie das Original unter der Creative Commons Lizenz CC_BY-NC-SA International License zur Verfügung. Die verwendeten Cliparts, die nicht im Ursprungsposter auftauchen, stammen von openclipart.org und haben die Lizenz CC0, sind also Public Domain. Letzteres gilt auch für die weiteren verwendeten Abbildungen.