Schon früh ans Schreiben denken!

Cover des Werkes: Krentel, F. et al (2015). Library life: Werkstätten kulturwissenschaftlichen Forschens. Lüneburg:Meson Press. Creative-Commons-Lizenz CC-BY SA 4.0.

Zu den Tipps zum Überleben beim Informieren gehört neben denjenigen, dass man beim Recherchieren möglichst auch Fach-Datenbanken benutzen sowie mit Suchbegriffen (Synonyme!) „spielen“ sollte, auch der folgende Hinweis:

„Beim Finden [, Lesen und Experimentieren] schon an die spätere Weiterverarbeitung bzw. Publikation denken!“

Eigentlich kann das Schreiben Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit schon beim Nachdenken über Ihr Thema und Ihre Fragestellung beginnen. Schon beim Recherchieren für beide und erst recht beim ersten Lesen von Literatur ist es sinnvoll, das Gefundene festzuhalten bzw. das Gelesene im Hinblick auf die eigene Fragestellung weiterzuverarbeiten. Zwei „Werkzeuge“ können Sie beim Vorbereiten und konkreten Schreiben unterstützen:      

Schreibjournal

  • Schreibjournale können auch als Studien-, Forschungsjournal oder Lerntagebuch gesehen werden. Sie dienen zum reflektierenden Schreiben und Begleiten des eigenen Lernens, Schreibens und Forschens. Sie können das eigene Lernen begleiten ähnlich wie das Laborbuch die experimentelle Forschung.
  • Ein Studien-, Forschungs- oder Schreibjournal hält quasi die Ergebnisse Ihres Experimentes „Eigenes Lernen, Forschen und Schreiben“ fest. Bei diesem Experiment erkunden Sie die Möglichkeiten Ihres eigenen Lernens, Forschens und Schreibens. Beschrieben wird hier Ihr Umgang mit Erfahrungen, Meinungen, Ereignissen und Informationen. Stellen Sie sich dabei Fragen, wie sie beispielhaft unten aufgeführt sind, und beantworten Sie diese in eigenen Worten:
    • Welche Fakten und Konzepte des Erlebten, Gehörten, Gelesenen usw. sind mir wichtig?
    • Was habe ich nicht verstanden? Welche weiterführenden Fragen bleiben für mich zu klären?
    • Welche Bezüge und Anknüpfungspunkte zu bisherigen Wissen und/oder Erfahrungen sind vorhanden?
    • Was fand ich warum interessant? Wo bin ich anderer Meinung bzw. widerspricht das Gelernte meinen Erfahrungen?
    • Wo und wie kann ich das Gelernte gebrauchen und anwenden? Welche Möglichkeiten, Spekulationen und Lösungen eröffnet es?
    • Gibt es alternative Interpretationsmöglichkeiten und unterscheidliche Perspektiven auf das Gelernte?
  • Die Schreibberatung der Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz unterscheidet bei ihren Tipps ein Ideen-Magazin von einem Forschungsjournal als Denkwerkzeug.

Literaturverwaltungs-Software

PDF-„Friedhöfe“ beleben – mit Literaturverwaltung

Zitieren beim wissenschaftlichen Arbeiten - WordleLiteraturverwaltungsprogramme organisieren und verwalten Ihre in lokalen Verzeichnisssen abgelegten PDF-Dateien. Ausserdem bieten Sie Quellenangaben per Mausklick, dadurch kein Chaos, keine Vergessen und keine Plagiate. Aber was ist das richtige Programm für Sie? Welche Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie sich für ein Programm entscheiden? Eine Checkliste hilft!

Die TUHH-Bibliothek empfiehlt Zotero und Citavi:

  • Zotero als freie Software für alle gängigen Betriebssysteme, die auch eine web-basierte Komponente hat.
  • Citavi als Windows-basiertes Standalone-Produkt mit einer Campus-Lizenz für die TUHH, das große Stärken bei der Wissensorganisation besitzt. Hier ist es innerhalb des Programms möglich, eine mit Kommentaren und Gedanken versehene Bibliografie zu erstellen!

Beide Programme erlauben einen schnellen Wechsel von Zitierstilen und die Verknüpfung mit Textverarbeitungsprogrammen wie LibreOffice oder Word.

Wenn Sie zum Ausprobieren der Programme eine Beispiel-Aufgabe aus dem Seminar lösen wollen, finden Sie diese hier unten. Eine „Lösung“ wird Ihnen auf Anforderung und nach Sendung Ihrer Ergebnisse an literaturverwaltung@tuhh.de gerne zugeschickt.


Aufgabe: Literaturverwaltung

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Den Überblick behalten durch effektive Literaturverwaltung

Literaturverwaltungsprogramme unterstützen Sie bei der eigenen Wissensorganisation. Das an der TUHH als Campus-Lizenz verfügbare Programm Citavi kann sogar Ihre gesammelten PDF-Dateien, die bisher irgendwo auf Ihrem Rechner in einem Ordner als „PDF-Friedhof“ 😎 gesammelt waren, organisiert ablegen. Auch einer der wichtigsten formalen Tipps beim Zitieren, nämlich den Zitierstil konsequent durchzuhalten, sollte mit Literaturverwaltungsprogrammen eigentlich kein Problem mehr sein.

Mit Citavi ist es möglich, eine mit Kommentaren und Gedanken versehene Bibliografie zu erstellen! Ausgehend von einem hier angebotenen Beispiel-Projekt mit Literatur zum Thema Wissenschaftliches Arbeiten können Sie z.B. eine nach Kategorien geordnete Literaturliste im jeweils gewünschten Literaturstil erzeugen. Dazu müssen Sie den Literaturstellen natürlich in Citavi vorher diese Kategorien zugeordnet haben.

Literaturverwaltung Citavi - Beispielprojekt Wissenschaftliches Arbeiten

Gibt man dann noch teilweise Annotationen zu einzelnen Literaturzitaten an, hält eigene Gedanken mittels des Citavi-Moduls Wissen (Nutzen Sie die Glühbirne in der Liste oben rechts in Citavi!) fest oder notiert wörtliche Zitate aus einem Dokument in Citavi, kann man diese Inhalte mit den Kategorien auch als Skript aus Citavi in eine Datei für Ihr Textverarbeitungsprogramm (hier Ergebnis als PDF-Datei) auslesen.