Über Inken Feldsien-Sudhaus

Direktorin der Universitätsbibliothek

Unsicher über die Lizenz in Stud.IP?

Das Semester beginnt wieder, und Materialien werden von Lehrenden für die Veranstaltungen in Stud.IP, der Lernplattform der TUHH, hochgeladen. Hierbei ist immer das Urheberrecht zu beachten. Auch Studierende können durchaus Dokumente in Stud.IP einstellen. Sie alle dürfen nicht ohne Weiteres Schriftwerke hochladen. Vorab haben Sie zu klären, ob an diesen Werken Rechte von Dritten (z.B. Verlagen oder des Urhebers) vorhanden sind. Je nach urheberrechtliche Grundlage Ihres Dokumentes müssen Sie in Stud.IP eine entsprechende Lizenz auswählen (siehe unten!).

Screenshot Website Stud.IP TUHH

Bis zum 01.03.2018 regelt der § 52a UrhG die Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material in geschlossenen Veranstaltungen z.B. im Rahmen einer Lernplattform wie Stud.IP. Damit alle Nutzerinnen und Nutzer in Stud.IP gesetzeskonform die Nutzungsbedingungen für die von ihnen eingestellten Materialien abbilden können, sind in Stud.IP die folgenden Lizenzen hinterlegt.

Lizenzmodelle in StudIP

  • Selbst verfasstes, nicht publiziertes Werk
  • Werk mit freier Lizenz, z.B. CC BY 4.0
  • Nutzungserlaubnis oder Lizenz liegt vor, z.B. Studierende willigen in die Veröffentlichung von Seminarergebnissen ein
  • Abbildungen, Fotos, Filme, Musikstücke, Partituren (Nutzung nur von kleinen Teilen eines Werkes gemäß §52a UrhG)
  • Publizierte Texte ohne erworbene Lizenz oder gesonderte Erlaubnis (Nutzung von kleinen Teilen eines Werkes gemäß §52a UrhG)

 

Die Benennung von Autoren und der Hinweis auf die Quellen sind bei allen hochgeladenen Materialien zwingend notwendig. Zum Beispiel bietet es sich bei Bildern an, Autorin oder Autor sowie die Lizenz direkt auf dem Bild anzubringen oder zumindest in Stud.IP unter der Beschreibung der Datei die Namensnennung, Quelle und Nutzungsbedingungen anzubringen.

Wie geht es weiter?
Es ändert sich der zulässige Nutzungsumfang. Nach dem 01.03.2018 dürfen Sie gemäß dem neuen §60a UrhG (Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft – Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz – UrhWissG) bis zu 15 Prozent des Werkes nutzen! Artikel dürfen vollständig genutzt werden. Es besteht hier eine andere Einschränkung: die Nutzung wird auf „einzelne Beiträge aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift“ beschränkt, damit sind z.B. Beiträge aus Tages- und Wochenzeitungen für die Nutzung in Stud.IP tabu!

Texte in Stud.IP: weiterhin Pauschalvergütung

Für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Texte in Stud.IP gilt bis zum 28.02.2018 weiterhin eine Pauschalvergütung. Die Höhe der angemessenen Vergütung soll auf Basis einer gemeinsam abzustimmenden Erhebung ermittelt werden.

Dazu muss auch neu vereinbart werden, welche Vergütung für die Nutzung von Texten in den Lernplattformen ab dem 01.03.2018 fällig wird. Ab dann gilt das neue Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG).

Das steht im Gesetz

Textauszug UrhWissG:

§ 60a : Unterricht und Lehre

(1) Zur Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre an Bildungseinrichtungen dürfen zu nicht kommerziellen Zwecken bis zu 15 Prozent eines veröffentlichten Werkes vervielfältigt, verbreitet, öffentlich zugänglich gemacht und in sonstiger Weise öffentlich wiedergegeben werden

  1. für Lehrende und Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung,
  2. für Lehrende und Prüfer an derselben Bildungseinrichtung sowie
  3. für Dritte, soweit dies der Präsentation des Unterrichts, von Unterrichts- oder Lernergebnissen an der Bildungseinrichtung dient.

(2) Abbildungen, einzelne Beiträge aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift, sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen abweichend von Absatz 1 vollständig genutzt werden.

(3) Nicht nach den Absätzen 1 und 2 erlaubt sind folgende Nutzungen:

  1. Vervielfältigung durch Aufnahme auf Bild- oder Tonträger und öffentliche Wiedergabe eines Werkes, während es öffentlich vorgetragen, aufgeführt oder vorgeführt wird,
  2. Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines Werkes, das ausschließlich für den Unterricht an Schulen geeignet, bestimmt und entsprechend gekennzeichnet ist, an Schulen sowie
  3. Vervielfältigung von grafischen Aufzeichnungen von Werken der Musik, soweit sie nicht für die öffentliche Zugänglichmachung nach den Absätzen 1 oder 2 erforderlich ist.

(4) Bildungseinrichtungen sind frühkindliche Bildungseinrichtungen, Schulen, Hochschulen sowie Einrichtungen der Berufsbildung oder der sonstigen Aus- und Weiterbildung.

Dazu schon heute der Hinweis, dass Artikel ab 01.03.2018 nur bereitgestellt werden dürfen, wenn sie aus wissenschaftlichen Zeitschriften stammen. Artikel aus Wochenzeitungen oder Publikumszeitschriften dürfen nicht mehr hochgeladen werden! Diese Einschränkung erfolgte erst kurz vor der Beschlussfassung durch den Bundestag aufgrund der Einflussnahme der Verleger! Hier gibt es dann auch wieder Abgrenzungsfragen, die möglicherweise vor Gericht geklärt werden müssen, z.B. fallen Beiträge aus der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ unter diese Regelung?

JA zum UrhWissG im Bundestag

Stud.IP seminar-sidebar
Heute hat der Bundestag mit dem neuen UrhWissG – Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz – eine grundlegende Reform des Urheberrechtes für Forschung und Lehre verabschiedet. Damit wird Vieles besser, Einiges wurde verschlechtert – es ist eben ein Kompromiss. Was bedeutet das jetzt konkret für die Lehre an der TUHH?

Das UrhWissG ermöglicht „erlaubnisfrei“ – ohne dass Dozenten aufwändig prüfen müssen, ob ein „angemessenes Lizenzangebot“ eines Anbieters vorliegt – Teile von Werken (im Umfang von max. 15 %) oder einzelne Aufsätze aus Fachzeitschriften über die Lernplattform den Studierenden zur Verfügung zu stellen. Es ist auch klar geregelt, dass für diese Nutzung eine pauschale Vergütung oder eine repräsentative Stichprobe der Nutzung für die nutzungsabhängige Berechnung der angemessenen Vergütung vorgegeben ist. Leider wurde in der parlamentarischen Abstimmung die Einschränkung eingefügt, dass diese Regelung nicht für Beiträge aus Zeitungen oder Publikumszeitschriften gilt, was insbesondere in den Sozial- und Geisteswissenschaften von Nachteil ist. Und nach vier Jahren wird evaluiert, ob diese Regelungen nicht zu sehr Urheber und Verlage benachteiligen.

Das Gesetz tritt zum 01.03.2018 in Kraft: Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Hochschulen und Verwertungsgesellschaft Wort eine Übergangsregelung finden, da die zur Zeit gültige Vereinbarung zum 30.09.2017 endet.

Mehr Informationen

Verlinken statt Hochladen – digitale Texte aus Stud.IP

Wenn Hochladen nicht erlaubt ist, dann gibt es eine Alternative zum Bereitstellen von Dateien in Stud.IP: die Verlinkung auf digitale Texte!

Da die TUHH dem Rahmenvertrag mit der VG Wort nicht beigetreten ist, dürfen Texte ab dem 01.01.2017 nicht über Stud.IP direkt zur Verfügung gestellt werden. Stud.IP bietet alternativ verschiedene Möglichkeiten der Verlinkung an. Der Vorteil ist dabei: Der Verlag kontrolliert selbst den Zugang. Sie können Buchkapitel oder Zeitschriftenaufsätze damit zur Verfügung stellen. Dafür werden sog. DOI (Digital Object Identifier) genutzt, die eine dauerhafte, eindeutige Referenzierung für die Publikationen darstellen. Weiterlesen

Texte in der Lernplattform ab 2017 – Update

Update:
HRK, KMK und VG Wort entwickeln gemeinsame Lösung zu digitalen Semesterapparaten
Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vom 9. Dezember 2016

2016-12-01-17_28_37-lizenzstatus-stud-ip-3-4Bitte beachten Sie in Stud.IP / ILIAS:
Zum 01.01.2017 dürfen Texte, die nicht frei von den Rechten Dritter sind, nicht mehr über die Lernplattform zur Verfügung gestellt werden.

Die Hochschulen sind dem Vertrag zur Vergütung von Ansprüchen nach § 52a UrhG zwischen der KMK und der VG Wort nicht beigetreten. Deshalb dürfen Texte Dritter ohne erworbene Lizenz oder gesonderte Erlaubnis demnächst nicht mehr innerhalb der Lernplattformen genutzt werden. Jede Nutzerin, jeder Nutzer der Lernplattform ist persönlich verantwortlich, die Bestimmungen des §52a UrhG, einzuhalten! Weiterlesen

#OAWeek 2016: Berliner Erklärung als Support für Open Science

Auszug Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen

Die Technische Universität Hamburg (TUHH) hat  die „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ unterzeichnet. Die Berliner Erklärung ist einer der Meilensteine in der Open Access-Bewegung. Sie fordert einen freien und nachnutzbaren Zugang zu wissenschaftlichen Informationen. Dies umfasst Texte, Forschungsdaten, multimediale Objekte und Software. Die Unterzeichnung der TUHH findet im Rahmen der Internationalen Open Access-Woche vom 24. bis 30.10.2016 statt. Weiterlesen

#OAweek 2016: Ergebnisse der Forschungsdaten-Umfrage TUHH 2016

Im Sommer 2016 wurde an der TU Hamburg eine Online-Umfrage zu Forschungsdaten durchgeführt.

Forschungsdaten sind das Rückgrat unserer Forschung. Ergebnisse aus Messungen, Beobachtungen und Experimenten aber auch aus umfangreichen Berechnungen liegen als Daten in unterschiedlichen Formaten vor. Die Aufbereitung, Pflege, strukturierte Ablage und Archivierung sind für eine effiziente und innovative Forschung, die oft auf einen Vergleich mit vorherigen Ergebnissen und einer Weiterentwicklung beruht, unumgänglich. In Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen und Universitäten wird der Austausch dieser Forschungsdaten, oft auch im Open Access, immer wichtiger.

Andreas Timm-Giel. Vizepräsident Forschung TUHH

Bisher fehlt es für das effiziente Management der Forschungsdaten und der Bereitstellung ausgewählter Daten im Open Access an der TUHH noch an geeigneter Unterstützung und Infrastruktur. Mit dieser Umfrage sollte daher die derzeitige Situation sowie die Bedarfe zum Umgang mit Forschungsdaten der wissenschaftlich Tätigen an der TUHH abgefragt werden. Der Bericht aggregiert die Ergebnisse: Weiterlesen

#OAWeek 2016: Finanzierung für Zeitschriftenartikel

Zeitschriften müssen sich finanzieren. Das ist für konventionelle Zeitschriften nicht anders als wie für reine Open Access Zeitschriften. Nur können letztere sich nicht über Abonnements bzw. die in unserem Bereich stark verbreiteten Zeitschriftenpakete (Big Deals) der großen Wissenschaftsverlage finanzieren. Weiterlesen

#OAweek 2016: Open Access Beratung an der TUHH

„Die TUHH ermutigt ihre Mitglieder und Angehörigen, in Open-Access-Publikationen zu veröffentlichen. Diese Publikationen sind damit frei zugänglich, soweit nicht ausdrückliche Vereinbarungen mit Verlagen und anderen dem entgegenstehen.“

Als das Präsidium der Technischen Universität im März 2013 Open Access öffentlich als strategisches Ziel benannte, war ihm gleichzeitig bewusst, dass dieses Ziel nur mit konkreter Unterstützung erreicht werden kann. Daher wurde an der TUHH eine offizielle Open Access Beauftragte eingesetzt. Diese Aufgabe nimmt seitdem Frau Feldsien-Sudhaus, die Direktorin der Bibliothek, wahr. Weiterlesen