#OAWeek2019 Publikationsfonds und DEAL

Projekt DEAL - Bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage mit Open Access Komponente
Die TU Hamburg (TUHH) beteiligt sich am Projekt DEAL der Hochschulrektorenkonferenz und der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Zugleich verfügt die TUHH über einen Publikationsfonds, der von 2016-2019 mit einer DFG-Förderung unterstützt wurde. Beide Projekte fördern die internationale Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen der TUHH.

Über den Publikationsfonds werden Article Processing Charges (APC) für Artikel aus der TUHH in reinen Open Access-Zeitschriften finanziert (sog. Gold Open Access). 2018/19 wurden bisher insgesamt 34 Artikel mit gut 45.000 € gefördert. Weitere Artikel wurden direkt über Forschungsmittel aus den Instituten oder beteiligten Partnereinrichtungen finanziert. Der Jahresbericht 2018 des Präsidiums der TUHH weist bereits 60 Open Access Publikationen aus. Weitere Artikel wurden als  Zweitveröffentlichung (akzeptiertes Manuskript) z.B. auf TUHH Open Research (TORE) veröffentlicht. Damit sind 113 Artikel mit dem Erscheinungsjahr 2018 in Open Access zugänglich und zitierbar.

Das Projekt DEAL hat das Ziel, durch deutsche Wissenschaftseinrichtungen veröffentlichte Artikel in Zeitschriften international offen zugänglich zu machen. Statt einer Abonnementgebühr zahlen die DEAL-Teilnehmereinrichtungen eine Publikations- und Lesegebühr an den Verlag. Ziel ist die Transformation der Finanzierung im Publikationswesen. Ein erster Vertrag wurde mit dem Verlag Wiley abgeschlossen, der seit dem 01.07.2019 für drei Jahre gilt. Mit dem Verlag SpringerNature wird es einen Vertrag für die Jahre 2020-2022 mit der Verlängerungsoption um ein Jahr geben. Ausgenommen von diesem Vertrag werden die Nature-Zeitschriften sein.

Offenheit in der Wissenschaft gibt es nicht für umsonst!

Offenheit ist ein Ziel der Technischen Universität Hamburg. Das Publizieren von Forschungsergebnissen kostet immer Arbeitszeit bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, bildet zugleich aber die Grundlage für den wissenschaftlichen Austausch und die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Bevor ein Artikel öffentlich zugänglich wird, hat dieser Artikel viele mögliche Stationen zu durchlaufen:

  • die inhaltliche Auswahl durch den bzw. die Herausgeber der Zeitschrift
  • die automatisierte Überprüfung auf Plagiate
  • eine Begutachtung der wissenschaftlichen Qualität der Erkenntnisse durch die Peer Reviewer
  • die Umsetzung in die vorgegebenen Formatvorlagen der Zeitschrift
  • das Vorhalten einer technischen Infrastruktur für den Einreichungs- und Review-Prozess sowie der anschliessenden Veröffentlichung des Artikels auf der Plattform der Zeitschrift im Web

Bei Artikeln hinter einer Bezahlschranke ist danach außerdem noch die Bereitstellung auf TORE notwendig, um den Artikel Open Access bereitzustellen. Bei der Publikation in einer geeigneten Open-Access-Zeitschrift entfällt der Aufwand hierfür.


Sie suchen nach einer Open Access Zeitschrift mit Peer Review Verfahren? Schauen Sie hier im Directory of Open Access Journals


Bei vielen Zeitschriften finanzieren die Abonnements den realen Aufwand des Verlages. Aber gerade bei sehr renommierten Zeitschriften ist die Preisgestaltung häufig an das Renommee geknüpft. Die Veröffentlichung dort ist für die Wissenschaft attraktiv, da dies mit großer Anerkennung für die Autor*innen verbunden ist, was sich wieder bei der Beantragung von Forschungsgeldern und Institutsausstattung positiv auswirken kann. Insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) haben die Verlage hierfür hochpreisige Subskriptionsmodelle mit Zeitschriftenpaketen und jährlichen Preissteigerungen entwickelt, die sie sich von Bibliotheken bezahlen lassen. Damit tragen diese Titel zu hohen Umsätzen weniger Verlage bei, die zugleich eine hohe Rendite der Stakeholder bedeuten.

Article Processing Charge (APC) zusätzlich zu den Abonnements?

Als Open-Acccess-Option bieten die Verlage den Autor*innen bei den Abonnementzeitschriften an, dass sie durch die einmalige Zahlung einer sog. Article Processing Charge den eigenen Artikel in „freikaufen“ zu können. Der Verlag verzichtet aufgrund dieser zusätzlichen Gebühr auf weitere zukünftige Nutzungsrechte (=Einnahmen). Es wird aber zugleich doppelt bezahlt: Abokosten der Bibliotheken sowie APC der Autoren. Zugleich gibt es „Spiegel“-Zeitschriften, die als Open-Access-Variante mit fast identischem Titel den Autoren angeboten werden. Dies kann als Transformation der Abonnementzeitschrift hin zu einer Open Access-Zeitschrift gewertet werden, es kann aber auch als Abspaltung und damit doppelte Einnahmequelle gesehen werden.

Mehr Informationen zu Open Access sowie zu DEAL an der TUHH.


Mehr zur Open Access Woche 2019:

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