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Vor 120 Jahren: Benennung der Straße „Am Irrgarten“

Wer kennt nicht die kleine Verbindungsstraße zwischen Eißendorfer Straße und Denickestraße „Am Irrgarten“ und das Gelände vor dem ehemaligen Gesundheitsamt. Eigentlich wollte man dieser Straße im Jahre 1893 den Name „Krankenhausplatz“ geben, da dies der offizielle Zugang zum 1861 errichteten Allgemeinen Krankenhauses Harburg darstellte. Aber man entschied sich für die Beibehaltung des volkstümlichen Namens.

Bis zum Jahre 1838 war das Gelände vom heutigen Finanzamt Harburg bis nach Eißendorf ein wüstes Gelände. Man entschloss sich in diesem Jahr einen Teilbereich, den heutigen Platz vor dem ehemaligen Krankenhaus, durch eine Anpflanzung von Obstbäumen zu bereichern. Dabei wurde aber nicht für eine sorgfältige Anpflanzung gesorgt. Diese „Obstbaumplantage“ bestand nur etwa 50 Jahre, dann wurde sie entfernt.

Zu der Herkunft und Bedeutung der vergebenen Bezeichnung „Am Irrgarten“ als „ehemalige“ Bepflanzung und nicht als künstlich angelegten Garten mit Schlangenpfaden seien folgende Belege genannt.

Im Jahrbuch des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung 20 (1894) findet man im Aufsatz „Die Glückstädter Mundart“ unter dem Kapitel „Vertauschen von Konsonaten“ einen Hinweis auf das Wort „Irrgarten“. Bei Punkt 3 wird der nicht sehr häufige Wechsel von „l“ und „r“ benannt und als Beispiel angeführt „ellgåan Irrgarten“; besonders interessant ist dabei die in Klammern stehende Erläuterung „so wurde früher der Glückstädter Stadtpark genannt“.

Im „Korrespondenzblatt des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung“, 1954, Heft 61, S. 14 wurde gefragt, wie die Bezeichnung Irrgoren (Irrgarten) für eine kleine Landparzelle entstanden ist und was sie bedeutet. Schon bei dieser Frage wies die Schriftleitung darauf hin, dass in der Stadt Harburg „ein freier Platz Irrgarten“ heißt.

Bei der Beantwortung der Frage im Heft 62/4 (1955) auf S. 55 ergab sich als wichtigster Aspekt, dass sich auf den heute als Irrgarten bezeichneten Landparzellen früher der Hausgarten befand. Dies führte dann auf den Begriff „alter ehemaliger“ Garten. Dabei erscheint das Wort „eher“ in friesischer Lautform als „ir“ und ist in Nordwestfalen noch häufig anzutreffen. Die Verlegung eines Hausgartens konnte in älterer Zeit durchaus verschiedene Gründe haben; „dem alten Hausgarten fiel dann die Flurbezeichnung Irg?ren zu.“

Für den in Harburg befindlichen Platz wird auf S. 55/56 von W. Schwarzkopf Hamb Straßennamen aus Hamburg-Harburg folgende Erklärung angeführt: „Der Platz, der in Harburg heute die Bezeichnung ‚Am Irrgarten‘ führt, war bis 1838 ein wüst liegender Platz. In jenem Jahr bepflanzte man ihn mit Obstbäumen, die einem Garten in der Nähe des Kaufhauses entnommen wurden. Es mag die wenig sorgfältige Anpflanzung die Ursache zur volkstümlichen Namensgebung gewesen sein. Die Anpflanzung wurde 1891 entfernt. Nachdem für den Platz die Bezeichnung Krankenhausplatz vorgesehen war, erhielt er am 25.8.1893 die Bezeichnung ‚Am Irrgarten‘.“ Diese Begründung der Namensgebung ist bei Horst Beckershaus: Die Hamburger Straßennamen. Hamburg: Hanse, 2002 zu finden.

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