Material in Stud.IP

UrhG und eLearning aktuell

 

Die Kultusministerkonferenz (KMK), die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) haben sich darauf verständigt, dass für Nutzungen nach § 52a UrhG an Hochschulen bis 30. September 2017 nochmals eine Pauschalvergütung gezahlt wird.

KMK: Vorläufige Vereinbarung zur Verwendung von Schriftwerken für Lehre und Forschung an Hochschulen. 23.12.2016

 

Was darf im LMS hochgeladen und Studierenden oder Kolleginnen und Kollegen zugänglich gemacht werden?

Das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) UrhG regelt in §52a UrhG die Nutzung von Materialien innerhalb von LernManagementSystemen (LMS) wie Stud.IP.

Leider wird die konkrete Umsetzung des §52a UrhG in der täglichen Praxis zum 01.01.2017 geändert: Die pauschale Abrechnung über die Bundesländer wird durch die Einzelmeldung an die VG Wort durch den Anmelder abgelöst. Einer Empfehlung der Landeshochschulrektorenkonferenz folgend wird die TU Hamburg nicht dem Vertrag zwischen der KMK und der VG Wort beitreten. Dieser Vertrag gilt ausschließlich für Seiten mit überwiegend Text! Alle anderen Werkarten (Bild, Kunstwerke, Musik, Film, etc.) werden wie bisher über einen Gesamtvertrag mit den anderen Verwertungsgesellschaften pauschal durch die Länder vergütet.

Was ist im Rahmen der Lehre in Stud.IP jetzt noch erlaubt?

Da die TU Hamburg dem Vertrag zwischen der KMK und der VG Wort nicht beigetreten ist, dürfen Sie nur noch folgende Text-Materialien hochladen:

  • Sie selbst sind der Rechteinhaber, d.h. Autor, und stellen über das LMS für die TUHH kostenfrei das Material zur Verfügung. Damit wäre auch keine Meldung an die VG Wort notwendig! Alternativ stellen Sie wieder eine Print-Kopiervorlage zur Verfügung.
  • Sie fragen bei den Rechteinhabern an und lassen sich das einfache, kostenfreie Nutzungsrecht innerhalb der Lernplattform einräumen.
  • Sie nutzen die Möglichkeit, auf bereits lizenzierte digitale Bücher und Zeitschriften zu verlinken. Nicht jede von der Bibliothek erworbene Lizenz erlaubt zugleich die kostenfreie Nutzung in der Lernplattform! mehr Info zur Verlinkung

 

Aufgrund der Pauschalvergütung an die VG Bild-Kunst durch die Länder ist die Nutzung folgender Werkarten zulässig:

  • Einzelne Abbildungen und Fotos
  • Urheberrechtlich geschützte Musikaufnahmen (< 5 Minuten)
  • Urheberrechtlich geschützte Filme (< 5 Minuten, Kinofilme älter als 2 Jahre)
  • Notenedition (< 6 Seiten)

 

Wie viele Seiten oder Abbildungen darf ich in Stud.IP nutzen?

Sie dürfen nicht einfach ein ganzes Buch digital zur Verfügung stellen. Die Bibliothekslizenzen erlauben i.d.R. nur eine kapitelweise Nutzung bzw. Auszüge aus Büchern bis max. 12 Prozent des Werkes bzw. weniger als 100 Seiten!

 

Was sollten Sie noch beachten?

Bitte vermitteln Sie den Studierenden, dass digitales Material nicht „Freiwild“ zum Bedienen ist, sondern auch hier Regelungen einzuhalten sind. Sie sollten bei der Nutzung von Materialien Dritter immer einen Hinweis in das Skript, Folien u.a. aufnehmen, dass die Studierenden dieses Material nur im Rahmen der Ausbildung nutzen dürfen und nicht an Dritte weitergeben dürfen.

Was tun wir?

Wir setzen uns dafür ein, die bewährte schnelle und umfangreiche Informationsversorgung auf Basis der bisherigen Gesetzeslage fortführen zu können. Die TUHH als Institution hat entsprechend den Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz die Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft unterzeichnet.

Was können Sie tun?


Weitere Informationen:

  1. Hinweise zu Fragestellungen bezogen auf das UrhG:
    Till Kreutzer: Rechtsfragen bei E-Learning / digitaler Lehre. Überarbeitete Fassung (Stand März 2015, PDF). Hamburg: Multimedia Kontor, 2015.
  2. Auf das Thema Open Educational Resources (OER), Open- Content und Urheberrecht bezieht sich die Untersuchung von Dr. Till Kreutzer, iRights.Law (2013).
  3. Informationen über Lizenzmodelle für elektronische Publikationen finden Sie – gefördert durch die Deutsche UNESCO-Kommission – hier: „Open Content – Ein Praxisleitfaden zur Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen“ von Till Kreutzer, 2015, bzw. auf Englisch „Open Content – A practical guide to using Creative Commons licenses“ by Till Kreutzer (2014).
  4. Zum Thema „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt: Urheber- und Persönlichkeitsrechte im Internet“ eine Broschüre von irights.info und der EU-Initiative Klicksafe, vom Juni 2014.