Material in Stud.IP

UrhG und eLearning aktuell

 

Ab dem 01.03.2018 gilt das neue Urheberrechtgesetz (Änderung durch das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz).

Es gibt Änderungen für Bibliotheken, welche Sie hier finden können.

Was ist im Rahmen der Lehre in Stud.IP immer zu empfehlen?
  • Sie selbst sind der Rechteinhaber, d.h. Autor, und stellen über das LMS für die TUHH kostenfrei das Material zur Verfügung. Damit ist auch keine Meldung an die VG Wort notwendig!
  • Sie fragen bei den Rechteinhabern an und lassen sich schriftlich das einfache, kostenfreie Nutzungsrecht innerhalb der Lernplattform einräumen.

Verlinkung
Sie nutzen die Möglichkeit, auf bereits lizenzierte digitale Bücher und Zeitschriften zu verlinken. Nicht jede von der Bibliothek erworbene Lizenz erlaubt zugleich die kostenfreie Nutzung in der Lernplattform! mehr Info zur Verlinkung

Folgende Nutzungen sind zulässig:

  • Werke bis zu 15 % des Gesamtumfangs
  • Werke geringen Umfanges:
    • Einzelne Abbildungen und Fotos
    • ein Text von bis zu 25 Seiten Gesamtumfang (ohne Abbildungen!)
    • Urheberrechtlich geschützte Musikaufnahmen (< 5 Minuten)
    • Urheberrechtlich geschützte Filme (< 5 Minuten, Kinofilme älter als 2 Jahre)
    • Notenedition (< 6 Seiten)

Eine digital Lernplattform wie das Stud.IP muss durch technische Maßnahmen entsprechende Beschränkungen aufnehmen. Das kann entweder durch eine Zugangsbeschränkung (geschlossene Veranstaltung) oder durch eine Zugriffsbeschränkung (z.B. passwortgeschützte Dateieinordner) erfolgen.

Nutzungshandlungen im Rahmen des § 60a UrhG

Für die ungefähre Berechnung des Umfanges kann dieser Rechner hilfreich sein.

Sie dürfen nicht ein ganzes Buch digital zur Verfügung stellen. Hier eine Übersicht zu den Nutzungsmöglichkeiten:

Nicht erlaubt ist die Bereitstellung von

  • Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften die keine expliziten Fachzeitschriften sind (sogenannte Kioskzeitschriften, Presseartikel). Für Presseartikel bleibt die 15%-Regel oder die Möglichkeit, daraus zu zitieren (§ 51 UrhG).
  • Werke, die ausschließlich für den Unterricht an Schulen gekennzeichnet sind

Die Vorabprüfung, ob ein Lizenzangebot eines Verlages vorliegt, entfällt dabei mit der neuen Regelung. Es dürfen nur veröffentlichte Texte bzw. Ihre eigenen Texte (bei denen Sie im Besitz der Verbreitungsrechte sind) hochgeladen werden.

Was sollten Sie noch beachten?

Bitte vermitteln Sie den Studierenden, dass digitales Material nicht „Freiwild“ zum Bedienen ist, sondern auch hier Regelungen einzuhalten sind. Sie sollten bei der Nutzung von Materialien Dritter immer einen Hinweis in das Skript, Folien u.a. aufnehmen, dass die Studierenden dieses Material nur im Rahmen der Ausbildung nutzen dürfen und nicht an Dritte weitergeben dürfen.

Was tun wir?

Wir setzen uns dafür ein, die bewährte schnelle und umfangreiche Informationsversorgung auf Basis der bisherigen Gesetzeslage fortführen zu können. Die TUHH als Institution hat entsprechend den Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz die Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft unterzeichnet.

Was können Sie tun?


Weitere Informationen:

  1. Hinweise zu Fragestellungen bezogen auf das UrhG:
    Till Kreutzer, Tom Hirche: Rechtsfragen zur Digitalisierung in der Lehre : Praxisleitfaden zum Recht bei E-Learning, OER und Open Content. Überarbeitete Fassung (Stand Oktober 2017, PDF). Hamburg: Multimedia Kontor, 2017. Weiter führende Informationen finden Sie auf der Seite irights.de.
  2. Die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt hat eine ausführliche Übersicht zum Thema „Urheberrecht – FAQ in der Hochschullehre“ bereit gestellt.
  3. Frau Christiane Müller (Universität Tübingen) hat eine gute „Übersicht zu den Änderungen im Urheberrecht“  erarbeitet.
  4. Auf das Thema Open Educational Resources (OER), Open- Content und Urheberrecht bezieht sich die Untersuchung von Dr. Till Kreutzer, iRights.Law (2013).
  5. Informationen über Lizenzmodelle für elektronische Publikationen finden Sie – gefördert durch die Deutsche UNESCO-Kommission – hier: „Open Content – Ein Praxisleitfaden zur Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen“ von Till Kreutzer, 2015, bzw. auf Englisch „Open Content – A practical guide to using Creative Commons licenses“ by Till Kreutzer (2014).
  6. Zum Thema „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt: Urheber- und Persönlichkeitsrechte im Internet“ eine Broschüre von irights.info und der EU-Initiative Klicksafe, vom Juni 2014.