Vom 19. bis 25. Oktober 2026 findet die internationale Open Access Week statt. Auch die Universitätsbibliothek TU Hamburg beteiligt sich wieder mit Beiträgen und Angeboten rund um den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen.
Das diesjährige Motto lautet „The Cost of Knowledge“. Es lädt dazu ein, genauer hinzuschauen: Was kostet Wissen eigentlich? Wer trägt diese Kosten? Und wer kann das entstandene Wissen anschließend nutzen?

Wissen hat seinen Preis
Wenn wir über die Kosten wissenschaftlichen Wissens sprechen, denken wir vielleicht zuerst an Zeitschriftenabonnements, Publikationsgebühren oder Verlagsvereinbarungen. Diese finanziellen Fragen spielen für Hochschulen, Bibliotheken und Forschende eine wichtige Rolle.
Doch Wissen kostet mehr als Geld. Es braucht Menschen, die forschen, schreiben, prüfen, vermitteln und Wissen zugänglich machen. Es braucht außerdem Infrastrukturen, die entwickelt, betrieben und dauerhaft finanziert werden müssen.
Das Motto „The Cost of Knowledge“ lädt deshalb dazu ein, nicht nur nach den sichtbaren Kosten zu fragen. Es geht auch um die Arbeit, die dahintersteckt, und darum, wie Kosten und Nutzen verteilt sind: Wer investiert Zeit und Ressourcen? Wer bezahlt für wissenschaftliche Informationen und Infrastrukturen? Und wer kann das entstandene Wissen anschließend nutzen und weiterverwenden?
Offenheit lässt diese Kosten nicht verschwinden. Sie verändert aber die Möglichkeiten, Wissen zugänglich zu machen, zu teilen und darauf aufzubauen.
Damit stellt sich neben der Frage nach den Kosten auch eine andere: Was ist uns offenes Wissen wert?
Aktuelle Streiflichter: Wer trägt die Kosten offenen Wissens?
Wie aktuell diese Fragen sind, zeigen verschiedene Entwicklungen im wissenschaftlichen Publizieren und im Umgang mit offenem Wissen.
- Publikationskosten und Informationsbudgets:
Hochschulen und Bibliotheken beschäftigen sich zunehmend damit, wie sich die Kosten wissenschaftlicher Informationsversorgung und des Publizierens gemeinsam betrachten und transparenter erfassen lassen. Auch an der TU Hamburg wird ein Informationsbudget aufgebaut. Dabei geht es nicht nur um einzelne Publikationsgebühren, sondern um die Frage, welche Ressourcen insgesamt für den Zugang zu wissenschaftlicher Information, für Veröffentlichungen und für Infrastrukturen eingesetzt werden. - Offene wissenschaftliche Infrastrukturen:
Angebote wie OpenAlex ermöglichen es, wissenschaftliche Publikationen ohne institutionelle Datenbanklizenz zu recherchieren und bibliografische Daten weiterzuverwenden. Doch auch offene Infrastrukturen benötigen Finanzierung, technische Entwicklung und kontinuierliche Pflege. Wer trägt diese Arbeit langfristig, und wie können wissenschaftsgeleitete Angebote gemeinschaftlich unterstützt werden? - Künstliche Intelligenz und offenes Wissen:
Auch die Nutzung offen zugänglicher Inhalte durch KI-Systeme wirft neue Fragen auf. Wenn wissenschaftliche und andere frei verfügbare Inhalte zur Entwicklung kommerzieller Anwendungen beitragen, wer profitiert dann von der Arbeit, die in diesen Inhalten steckt? Und welche Formen der Anerkennung oder Gegenseitigkeit sind dabei denkbar? Mit solchen Fragen beschäftigt sich unter anderem die Diskussion um die von Creative Commons entwickelten CC Signals.
Diese Beispiele zeigen: Bei den Kosten von Wissen geht es nicht allein um die Höhe einer Rechnung. Es geht auch darum, wie Arbeit, Finanzierung, Zugang und Nutzen miteinander zusammenhängen.
Die Open Access Week 2026 an der TU Hamburg
Während der Open Access Week möchten wir das Motto aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.
In unserem Blog beschäftigen wir uns unter anderem mit der Frage, was hinter einer wissenschaftlichen Trefferliste steckt. Denn Literaturrecherche erfordert nicht nur Zeit und Suchkompetenz. Auch Metadaten, Datenbanken und Recherche-Infrastrukturen müssen erstellt, gepflegt und finanziert werden. Und welche Infrastruktur zur Verfügung steht, kann mitentscheiden, welches Wissen überhaupt gefunden wird.
Ein weiterer Beitrag widmet sich offenen Lehrmaterialien, sogenannten Open Educational Resources (OER). Ihre Erstellung kostet Zeit, Kreativität und Arbeit. Durch offene Lizenzen können andere diese Materialien jedoch weiterverwenden, anpassen und weiterentwickeln. So kann eine einmal geleistete Arbeit über ihren ursprünglichen Entstehungskontext hinauswirken.
Die Kosten des wissenschaftlichen Publizierens spielen ebenfalls eine Rolle. An der TU Hamburg unterstützen wir Open-Access-Veröffentlichungen durch verschiedene Angebote und machen Publikationskosten unter anderem über OpenAPC transparent.
Begleiten Sie uns durch die Woche und entdecken Sie, welche Arbeit, Entscheidungen und Infrastrukturen hinter offenem Wissen stehen.
Entdecken, nachfragen und ins Gespräch kommen
Auch in der Bibliothek wird die Open Access Week sichtbar. In unserer Rotunde zeigen wir Poster rund um Open Access. Außerdem wartet dort ein Puzzle zum Thema Offenheit auf Sie. Ob Sie nur ein paar Teile zusammensetzen oder eine längere Puzzlepause einlegen möchten: Schauen Sie gerne vorbei und puzzeln Sie mit!
Offenheit setzen wir auch bei unseren eigenen Materialien um, wo immer es geht: Auf Wikimedia Commons stellen wir inzwischen Fotos unserer Bibliothek unter CC0 zur Verfügung. Die Aufnahmen zeigen unter anderem das Bibliotheksgebäude und unsere Rotunde. Sie können kostenfrei genutzt, geteilt und bearbeitet werden. Und die Galerie soll weiter wachsen.


Fragen rund um Open Access sind ebenfalls willkommen: Am Freitag, 23. Oktober 2026, findet von 10:00 bis 10:30 Uhr unsere offene virtuelle Open-Access-Sprechstunde statt.
Open Access Team der TUHH
E-Mail: openaccess@tuhh.de
Offene Open-Access-Sprechstunde: Freitags in der Zeit von 10:00 Uhr bis 10:30 Uhr.
Über Zoom (Kenncode: 190591)
Ob Publikationsfinanzierung, Verlagsvereinbarungen, Zweitveröffentlichung oder Creative-Commons-Lizenzen: Das Open-Access-Team freut sich auf Ihre Fragen.
Denn hinter dem Motto „The Cost of Knowledge“ steckt nicht nur die Frage, was Wissen kostet.
Es geht auch darum, wie wir mit den Ressourcen umgehen, die wir in Wissen investieren, und wie möglichst viele Menschen davon profitieren können.




