#oaweek2014 Tag 3: Der Grüne Weg

International Open Access Week 2014Bei der Publikation in einer traditionellen Zeitschrift, die sich über Abonnementskosten finanziert, schließen Sie als Autor i.d.R. einen Verlagsvertrag ab, der dem Verlag die ausschließlichen Verwertungsrechte (Vervielfältigung, Verbreitung und das Recht zur öffentlichen Wiedergabe) einräumt. Es gibt aber Verlage, die Ihnen auch zusätzlich das Recht einräumen, parallel den Artikel in der Fassung Post-Print oder Pre-Print über ein nicht-kommerzielles, institutionelles Repositorium, z.B. den Dokumentenserver TUBdok, kostenfrei bereitzustellen. Dabei ist häufig ein zeitliches Embargo einzuhalten. Dieser Open Access Publikationsweg wird als der sog. Grüne Weg bezeichnet. Einen Überblick über die unterschiedlichen Konditionen vieler Verlage bietet Ihnen die SHERPA/RoMEO Liste der University of Nottingham, UK.

Die letzte Änderung des Urheberrechtsgesetzes UrhG (vom 1.10.2013) räumt den Autoren ein einfaches Nutzungsrecht, das sog. Zweitverwertungsrecht, ein. Selbst wenn Sie einem Verlag mit Sitz in Deutschland das ausschließliche (=alleinige) Verwertungsrecht per Vertrag eingeräumt haben, ist diese Vereinbarung ab 01.01.2015 nicht wirksam, wenn folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • wissenschaftlicher Beitrag, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden ist
  • Veröffentlichung in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung
  • Embargofrist von 12 Monaten nach Erstveröffentlichung im Verlag
  • akzeptierte Manuskriptversion, nicht zwingend die pdf-Verlagsversion !
  • Veröffentlichung darf keinem gewerblichen Zweck dienen, muss also Open Access sein
  • die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben

Können Sie alle Bedingungen einhalten, dann können Sie die Veröffentlichung über das institutionelle Repositorium oder Ihre Instituts-Website allgemein öffentlich zugänglich machen.


Vorschau auf morgen: Open Access Week Tag 4: Peer Review