Academic publishers make Murdoch look like a socialist

In diesem Blog berichten wir regelmäßig, wenn wir Ihnen neue oder erneuerte Zugänge zu elektronischen Medien anbieten können. Anders als bei gedruckten Büchern deutscher Verlage mit Buchpreisbindung ist der Preis, den wir insbesondere für elektronische Medien zahlen, so gut wie immer Verhandlungssache. Wenn Sie dann noch wissen, dass wir inzwischen gut 70% unseres Medienetats für elektronische Medien ausgeben, dann haben Sie vielleicht eine Vorstellung davon, wieviel Arbeit Bibliotheken wie wir inzwischen in Lizenzverhandlungen stecken.

Über die genauen Preiskalkulationen unserer Verhandlungspartner können natürlich wir nur Vermutungen anstellen. Das gilt für Lizenzen genauso wie für die Publikationsgebühren für Open Access Artikel (APCs). Insofern war es sehr interessant, dass Klaus Mickus, ein ehemaliger Verleger für die medizinwissenschaftlichen Journale im deutschsprachigen Raum bei Wiley-Blackwell, die Open Access Tage in Zürich nutzte, um „aus dem Nähkästchen zu plaudern“: Academic publishers make Murdoch look like a socialist. Eine ökonomische Analyse klassischer Publikationsmodelle

Vortragsfolie

Beispiel Mickus Open Access Tage Zürich 2015: Lifesciene Journal mit Impact Factor < 1 und 90 Artikeln pro Jahr

 

Die Aufzeichnung des Vortrags und die sich daran anschließende Diskussion bieten 23 gut investierte Minuten.
Am Anfang steht eine strukturierte Übersicht über den Herstellungsprozess einer wissenschaftlichen Zeitschrift, die Kosteneinsparungen durch die Reduzierung der vormals erheblichen Portokosten durch das Internet, sowie die Erläuterung, warum die Publikationskrise die wissenschaftlichen Zeitschriften nicht trifft. Danach folgt eine beispielhafte Einnahmeüberschussrechnung einer durchschnittlichen „Lifesciene Zeitschrift“ eines Göttinger Verlages, bei der Kosten von 34.600 € einem Ertrag von 383.559 € gegenüberstehen.