Kopieren erlaubt?

Rechtslage ab dem 01.03.2018

§ 60c UrhG-neu vereint die bisher über § 52a Absatz 1 Nummer 2 und § 53 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 UrhG-alt geregelten Befugnisse. Die neue Vorschrift lautet:

§ 60c (Wissenschaftliche Forschung)
(1) Zum Zweck der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung dürfen bis zu 15 Prozent eines
Werkes
vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden
1. für einen bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen für deren eigene wissenschaftliche Forschung
sowie
2. für einzelne Dritte, soweit dies der Überprüfung der Qualität wissenschaftlicher Forschung dient.
(2) Für die eigene wissenschaftliche Forschung dürfen bis zu 75 Prozent eines Werkes vervielfältigt werden.
(3) Abbildungen, einzelne Beiträge aus derselben Zeitung oder Zeitschrift, sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen abweichend von den Absätzen 1 und 2 vollständig genutzt werden.
(4) Nicht nach den Absätzen 1 bis 3 erlaubt ist es, während öffentlicher Vorträge, Aufführungen oder Vorführungen eines Werkes diese auf Bild- oder Tonträger aufzunehmen und später öffentlich zugänglich zu machen.

Die neue Vorschrift stellt nun klar: sofern kommerzielle Zwecke mit der wissenschaftlichen Veröffentlichung verfolgt werden, ist der § 60c UrhG-neu nicht anwendbar. Die Norm hat klarstellende Wirkung, weil auf unbestimmte Begriffe verzichtet wurde. Die neue Vorschrift stellt eine separate Erlaubnis für Kopien, deren Verteilung und die Online-Nutzung für nicht-kommerzielle wissenschaftliche Forschung da.

Wichtig: Werden Forschungsergebnisse in einem Verlag veröffentlicht, führt dies nicht dazu, dass die zugrundeliegende Forschung als kommerziell betrachtet wird.

Die Ausnahmen des § 53 Absatz 2 (2 Jahre bei vergriffenen Werken) gilt weiter.

Erlöschen des Urheberrechts: 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (gilt unverändert auch nach der Reform).

Übersicht zu Nutzungshandlungen im Rahmen des § 60c UrhG.

Rechtslage bis zum 28.02.2018

Der § 53 UrhG regelt die Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch. Das Gesetz erlaubt in diesem Rahmen nur Kopien auf Papier oder einem ähnlichen Träger mittels beliebiger photomechanischer Verfahren.

  • Bei elektronischen Ressourcen legt in der Regel der abgeschlossene Lizenzvertrag fest, was gestattet ist – und nicht das allgemeine UrhG.
  • In der Regel dürfen gedruckte Bücher und eBooks/CD-ROMs nicht als ganzes Werk komplett gescannt bzw. kopiert werden, sondern immer nur Auszüge!
  • Auch die DIN-Normen unterliegen besonderen Beschränkungen: Nur TUHH-Angehörige dürfen Normen zu wissenschaftlichen Zwecken in Auszügen per Copy-and-Paste aus der Datenbank kopieren bzw. ausdrucken.
  • Noten dürfen ohne Zustimmung des Rechteinhabers nie kopiert sondern nur abgeschrieben werden.

Die Ausnahme:
Wenn ein Werk mindestens 2 Jahre vergriffen ist, darf eine vollständige Kopie erstellt werden.

Wann erlischt das Recht des Urhebers?
70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (Autors).