Wenn Forschungsdaten eine Rolle spielen, sollte der Umgang mit diesen Daten bereits zu Beginn eines wissenschaftlichen Projekts geplant werden. Die Ergebnisse dieser Planung werden in einem Datenmanagementplan (DMP) festgehalten.

Auf dieser Seite erfahren Sie:
- Was ist ein DMP?
- Warum sollte ich einen DMP erstellen?
- Wie erstelle ich einen DMP?
- Weiterführende Informationen
- Wo bekomme ich Unterstützung?
Was ist ein Datenmanagementplan?
Ein Datenmanagementplan (DMP) ist ein Dokument, das den Umgang mit Forschungsdaten im Projekt systematisch beschreibt. Er beschreibt, wie während der Laufzeit und nach Projektende mit verwendeten Daten verfahren wird.
Der Umfang eines DMP kann je nach Projekt stark variieren – von wenigen Absätzen bis zu einem umfangreichen Dokument.
Typische Themen eines DMP sind:
- Nutzung bestehender Daten und deren Nutzungsbedingungen
- Methoden der Datenerzeugung oder -erhebung
- Datentypen und Umfang der im Projekt erzeugten Daten
- Organisation, Speicherung und Dokumentation der Daten
- Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen
- Archivierung, Veröffentlichung und Nachnutzung der Daten
- Verantwortlichkeiten im Datenmanagement
- Benötigte Ressourcen und ggf. entstehende Kosten
Dieses Lehrvideo erläutert grundlegende Funktionen und Nutzen eines DMP (deutsch, 5:20 Min)1.
Warum sollte ich einen Datenmangementplan erstellen?
Datenmanagementpläne werden zunehmend von Forschungsförderorganisationen im Rahmen von Drittmittelanträgen erwartet. Auch unabhängig davon ist eine strukturierte Planung des Forschungsdatenmanagements empfehlenswert.
Ein DMP:
- schafft Transparenz über Datenprozesse im Projekt
- definiert Verantwortlichkeiten im Team
- unterstützt die Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis
- verbessert die Nachvollziehbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten
- erleichtert die Kommunikation im Projektteam
Damit trägt ein DMP wesentlich zu einem strukturierten und verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsdaten bei.
Was passiert ohne einen Datenmanagementplan?

Die Illustration zeigt auf humorvolle Weise typische Probleme im Umgang mit Forschungsdaten – von verlorenen Dateien bis hin zu unzureichender Dokumentation.
Sie verdeutlicht, welche Risiken entstehen können, wenn der Umgang mit Forschungsdaten nicht frühzeitig geplant wird.
Zur vollständigen Research Data Scary Tale
Verwendung der Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Sandruschka.
Wie erstelle ich einen Datenmanagementplan?
Datenmanagementpläne (DMPs) lassen sich anhand von Checklisten und Vorlagen erstellen, die von Forschungsinstitutionen oder Förderorganisationen bereitgestellt werden. Diese Vorlagen unterstützen dabei, den Plan sinnvoll zu strukturieren und alle relevanten Aspekte zu berücksichtigen – ohne dass zwingend jede einzelne Frage vollständig beantwortet werden muss.
Die Inhalte eines DMP sollten sich stets an den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Projekts sowie an den Vorgaben der Förderinstitution orientieren. Dabei gilt: Formulieren Sie Ihre Angaben so konkret und präzise wie möglich.
Ein DMP ist kein statisches Dokument, sondern ein sogenanntes Living Document. Das bedeutet: Ändern sich im Verlauf des Projekts Prozesse oder Rahmenbedingungen im Umgang mit Forschungsdaten, sollten diese Anpassungen kontinuierlich im DMP dokumentiert werden.
Dieses Lehrvideo bietet Ihnen einen exemplarischen Einblick in typische Fragen und mögliche Antworten innerhalb einer DMP-Vorlage2.
Kommentierte DFG-Checkliste als Hilfestellung
Eine hilfreiche Unterstützung bei der Erstellung eines DMP bietet die von uns kommentierte DFG-Checkliste zum Umgang mit Forschungsdaten. Sie enthält praxisnahe Erläuterungen zu den Fragen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und unterstützt Forschende der TU Hamburg gezielt bei der Planung ihres Forschungsdatenmanagements.
Auch wenn sich die Checkliste an der DFG-Vorlage orientiert, lässt sie sich problemlos auf andere Förderformate übertragen. Die Unterschiede zwischen den Vorlagen liegen meist nur im Aufbau oder in der Formulierung – die erforderlichen Inhalte bleiben weitgehend gleich.
TUHH DataPlan – das Tool zur DMP-Erstellung
Mit dem TUHH DataPlan erstellen Forschende der TU Hamburg Datenmanagementpläne (DMPs) einfach, strukturiert und im Team. Das Tool unterstützt dabei, zentrale Aspekte des Forschungsdatenmanagements frühzeitig zu planen und die Anforderungen guter wissenschaftlicher Praxis umzusetzen.
Ein geführter Fragebogen deckt alle relevanten Bereiche ab – von der Datenbeschreibung über Speicherung und rechtliche Aspekte bis hin zu Zugänglichkeit und Verantwortlichkeiten. Die Inhalte können gemeinsam bearbeitet, versioniert gespeichert und in verschiedenen Formaten exportiert werden.

Vorgaben der Förderorganisationen (Stand: Januar 2024)
Ob und bis wann ein Datenmanagementplan vorliegen muss, hängt von der Förderorganisation bzw. den Förderbedingungen der jeweiligen Ausschreibung ab. In den meisten Anträgen ist zumindest ein Textabschnitt mit Ausführungen zum geplanten Umgang mit den Forschungsdaten erforderlich.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Das BMBF verlangt bei einigen Förderprogrammen einen Datenmanagementplan. Wenn ein DMP gefordert ist muss dieser direkt mit dem Antrag eingereicht werden. Der Inhalt des DMPs und ob dieser aktualisiert werden muss, ist abhängig vom jeweiligen Förderprogramm.
Weitere Informationen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erwartet von den geförderten Forschungsvorhaben, dass sie ein Forschungsdatenmanagement nach den FAIR Data Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) betreiben. Mit Skizzeneinreichung bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist daher ein projektbezogener Datenmanagementplan vorzulegen, welcher in der Antrags- beziehungsweise Projektphase zu konkretisieren ist.
Weitere Informationen:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Bei der DFG eingereichte Projektanträge müssen einen Abschnitt zum Umgang mit Forschungsdaten enthalten. Dieser Abschnitt soll Informationen zu Art, Umfang und Dokumentation der Daten sowie die geplante Aufbewahrung und Möglichkeiten der Nachnutzung beinhalten. Auf welche Weise Überlegungen und Ansätze zum Umgang mit Forschungsdaten ausgeführt werden sollen, variiert je nach Förderprogramm.
Weitere Informationen:
Europäische Kommission – Horizon Europe
Die Europäische Kommission fordert für Horizon-Europe-Projekte einen Datenmanagementplan sechs Monate nach Beginn der Förderung, sofern Forschungsdaten eine Rolle spielen. Im Antrag muss auf circa einer Seite dargelegt werden, wie der Umgang mit den Daten und weiteren Forschungsergebnissen bezugnehmend auf die FAIR Data Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) geplant ist. Ein aktualisierter DMP muss zum Projektende eingereicht werden.
Weitere Informationen:
- Flyer Horizon Europe, Open Science3
- Antragstemplate für Verbundprojekte (PDF, 2.110 KB) – Ausführungen zum Datenmanagement auf S. 9
- Programme Guidelines (PDF, 1.108 KB)
- Template Datenmanagementplan (DOCX, 101 KB)
VolkswagenStiftung
Bei Antragstellung von datengenerierenden oder -nutzenden Projekten in Disziplinen ohne eindeutigen Workflow ist die Einreichung eines digitalen Konzepts mit einem DMP gefordert. Es wird empfohlen, den DMP als Living Document eines digitalen Konzepts zu nutzen.
Weitere Informationen:
Zusätzliche personelle, technische oder infrastrukturelle Ressourcen für die Einhaltung eines DMPs können in der Regel in Drittmittelanträgen geltend gemacht werden. Eine Präsentation des Serviceteams Forschungsdaten der Leibniz Universität Hannover / TIB (PDF, 509 KB) bietet anschauliche Beispiele zur Kostenschätzung für das FDM. Hilfreich ist das Data Management Costing Tool and Checklist des UK Data Service.
Weiterführende Informationen
- Der Datenmanagementplan – Eine Wegbeschreibung für Daten – Artikel von forschungsdaten.info
- FDM Budgeplanung – Kosten voraus denken und einplanen – Artikel von forschungsdaten.info
- FDM-Leitfaden von Science Europe (PDF, 2.303 KB) – Core Requirements for Data Management Plans, S. 6 ff.
- Checklist for a Data Management Plan – Leitfaden des Digital Curation Centers
- FAIRmat Guide to write a Research Data Management Plan (PDF, 2.913 KB) – Leitfaden des NFDI-Konsortiums FAIRmat für die Materialwissenschaften
Zitationen
- Dominik Schmitz, Daniela Hausen, Ute Trautwein-Bruns. Datenmanagement nach Plan. RWTH Aachen University. 2018. Verfügbar unter DOI: 10.18154/RWTH-2018-231100. ↩︎
- Dominik Schmitz, Daniela Hausen, Ute Trautwein-Bruns. Inhalte eines Datenmanagementplans. RWTH Aachen University. 2018. Verfügbar unter DOI: 10.18154/RWTH-2018-224185. ↩︎
- European Commission, Directorate-General for Research and Innovation, Horizon Europe, open science – Early knowledge and data sharing, and open collaboration, Publications Office of the European Union, 2021, https://data.europa.eu/doi/10.2777/18252 ↩︎
Beratung und Kontakt

Referentin Forschungsdaten
(Zentrale FDM-Ansprechperson)
E-Mail: forschungsdaten@tuhh.de
Tel.: +49 40 30601-3311

Dr.-Ing. Seoyun Sohn
Data Steward, Cluster of Excellence BlueMat
(FDM-Beratung für BlueMat-Projekte)
E-Mail: seoyun.sohn@tuhh.de
Tel.: +49 40 30601-2647
Ausführliche Informationen zu Forschungsdaten finden Sie auf der Informationsplattform forschungsdaten.info.

