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Scopus – Abstract- und Zitationsdatenbank

Inhalt

Scopus, was ist das?

Scopus ist eine multidisziplinäre Recherche-Oberfläche für die Suche nach wissenschaftlicher Literatur. 

Als Abstract- und Zitationsdatenbank umfasst sie Inhalte von mehr als 100 Millionen Artikeln aus über 28.000 Zeitschriften, die meisten davon peer-reviewed. Außerdem 13 Mio. Konferenzbeiträge und 39 Mio. Patente. Es werden derzeit ca. 2,4 Milliarden Zitationen nachgewiesen. Die Inhalte sind englischsprachig und auch die Suche wird auf Englisch durchgeführt. Scopus ist kostenpflichtig und wird von der TUB finanziert.

In der Trefferliste werden Titel, Abstract und Schlagwörter angezeigt, keine Volltexte, es werden aber Open-Access-Volltexte verlinkt, derzeit sind dies über 25 Millionen. Scopus gibt auch Hinweise auf verwandte Dokumente (Similar documents), die gemeinsame Literatur nutzen oder gegenseitig zitiert werden.

Scopus verzeichnet als sogenannte Zitationsdatenbank – wie auch Web of Science – neben den darin verzeichneten Artikeln auch die darin genutzten Quellen – die Literaturliste – und außerdem die Artikel, die den vorliegenden Artikel zitieren. Auf diese Weise lässt sich eine Vorwärts- sowie Rückwärtssuche durchführen: Welche Artikel liegen dem vorliegenden zugrunde und werden zitiert (verwendete Literatur) und wer hat den Artikel nach seiner Veröffentlichung zitiert.

Mit der Analyse der Beziehungen zwischen zitierenden und zitierten Artikeln können zudem Maßzahlen für die wissenschaftliche Bedeutung einer Zeitschrift, eines Artikels oder eines Autors oder einer Autorin berechnet werden, wie z.B. der Impact Factor oder der H-Index.

In der TUB wird z.B. mithilfe einer von Scopus zur Verfügung gestellten API (Application Programming Interface) auch der Datenaustausch mit TORE umgesetzt, so dass Metadaten von Forscher*innen und deren Literatur immer aktuell gehalten werden können, etwa für die Erstellung von Forschungsberichten oder zur Evaluation einer Institution.

Die Oberfläche von Scopus

Nach dem Start der Datenbank wird die einfache Suche von Scopus angezeigt:

Einfache Suche zum Einstieg (Bild nicht unter freier Lizenz)

Voreingestellt ist die Dokumentensuche, es kann aber auch in der einfachen Suche nach Autor*innen gesucht werden oder nach Forschungsgebieten und Organisationen, dies kann über die verschiedenen Tabellenreiter oberhalb des Suchfensters ausgewählt werden.

Einfache Suche

Die einfache Suche kann dahingehend erweitert werden, dass verschiedene Suchfelder gewählt werden können. Für den Beginn einer Suche ist das voreingestellte Suchfeld „Article title, Abstract, Keywords“ zu empfehlen. Weitere nützliche Suchfelder sind z. B. „Source title” „Affiliation”, „Funding sponsor“ oder „DOI“. Der Suche können über den Menüpunkt unterhalb des Suchfeldes „+ Add search field“ außerdem weitere Zeilen für weitere Suchbegriffe hinzugefügt werden. Diese können dann miteinander durch die Boole´schen Operatoren AND, OR und AND NOT kombiniert werden.

Im Beispiel wurde nach den Begriffen „renewable energy“ gesucht, das Ergebnis sind fast 400.000 Treffer, natürlich sind dies viel zu viele, hierfür gibt es aber zahlreiche Eingrenzungsmöglichkeiten, die noch vorgestellt werden.

Trefferliste einer einfachen Suche (Bild nicht unter freier Lizenz)

Links neben den Treffern sind schon erste Filtermöglichkeiten zu sehen, neben dem Zeitraum kann auch das Fachgebiet eingeschränkt werden und es kann innerhalb der Treffermenge nach weiteren Begriffen gesucht werden. Die Anzeige des Abstracts muss aktiv aufgerufen werden über „Show abstract“ unter dem jeweiligen Treffer. Hier wurden die Treffer nach dem neuesten Datum sortiert angezeigt, es kann aber auch „Relevance“, „Cited by (highest)“ oder „First Author“ sowie „Source Title“ gewählt werden.

Um eine komplexere Suche durchführen zu können, ist es sinnvoll sich mit der erweiterten Suche zu beschäftigen. Diese Art der Suche erlaubt, sehr ausführliche und in die Tiefe gehende Suchanfragen zu erstellen.

Fortgeschrittene Suche

Die „Advanced Search“, wie es bei Scopus heißt, ermöglicht die eigenständige Zusammenstellung eines Suchstrings aus der Kombination verschiedener Suchfelder und der Suchbegriffe, die mit Boole´schen Operatoren verknüpft werden können, ähnlich wie dies auch bei der einfachen Suche möglich ist. Der Vorteil bei der erweiterten Suche ist die Erstellung komplexer Suchstrings mit langen Suchanfragen wie z.B. für eine systematische Literaturrecherche, wo so ein Suchstring schon mal über eine ganze DIN A 4 Seite gehen kann. Hier nur ein kurzes Beispiel für eine Suche im Bereich Bio-Reaktor mit Algen:

Selbst zusammengestellter Suchstring für komplexere Suchen(Bild nicht unter freier Lizenz)

Der obige Suchstring wurde mit Hilfe eines Suchbegriffsdiagramms erstellt, in dem verschiedene Alternativen der Suchbegriffe (Synonyme, Varianten) mit Boole´schen Operatoren kombiniert wurden. Ergänzt wurde der Suchstring mit der Eingrenzung auf Erscheinungsjahre nach 2002 und schließlich sollten die Ergebnisse alle Open Access lizenziert sein. Dies ergab 15 Treffer, ohne OA wären es 52 gewesen.

Am rechten Rand auf dem Screen sind einige der Suchfeld-Codes zu sehen, die für die Suche ausgewählt werden können, indem auf das Plus geklickt wird.

Die Stärke einer Datenbank wie Scopus oder auch Web of Science gegenüber einer Internet-Suchmaschine wie Google Scholar ist die Möglichkeit, Treffermengen durch diverse Filter gezielt einzugrenzen, was im Folgenden gezeigt wird.

Zahlreiche Filtermöglichkeiten

In Scopus gibt es verschiedene Filter mit denen die Treffermenge eingegrenzt werden kann:

Zahlreiche Filtermöglichkeiten – Auszug (Bild nicht unter freier Lizenz)

Eine weitere wichtige Möglichkeit, in den Treffern weiter zu suchen, ist die Möglichkeit, die Suche zu verfeinern: Refine search. Mit der Eingabe weiterer Begriffe kann in der vorliegenden Treffermenge nach diesen Begriffen gesucht werden und das Ergebnis verfeinert werden. In diesem Beispiel soll im Bereich der Treffer zum Thema Renewable energy zunächst auf Wellenkraft, wave power, eingeschränkt werden.

Nach dem Klick auf den blauen Pfeil neben Refine search wird die ursprüngliche Treffermenge von fast 400.000 Ergebnissen auf 24.000 Treffer verringert. Innerhalb dieser Menge wird ein weiteres Mal nach einem Begriff gesucht: tides, da hier Veröffentlichungen zum Thema Gezeitenkraft interessieren. Die Refine search ergibt hierzu nun nur noch 1.235 Treffer. Um diese näher zu untersuchen, bietet sich hier z.B. die weitere Fokussierung auf Open Access- Artikel und hierzu besonders Reviews an, die eine Einführung in das Thema geben können, dann bleiben 91 Treffer.

Mehrfache Eingrenzung der Treffermenge mit Refine search (Bild nicht unter freier Lizenz)

Um die 1.235 angezeigten Treffer nun genauer zu untersuchen, kann das Suchergebnis von Scopus analysiert werden.

Trefferanalyse

Angenommen, Sie möchten wissen:

  • in welchen anderen Forschungsbereichen zu einem Thema geforscht wird,
  • welche Journals besonders viel zu dem Forschungsthema publizieren,
  • oder Sie suchen nach anderen Forscher*innen , um mit diesen ein gemeinsames Projekt zu machen?

Dann können Sie sich über den Button „Analyze results“ (oben rechts über der Trefferliste) verschiedene Analysen anzeigen lassen.

Weitere Infos über: Analyze results (Bild nicht unter freier Lizenz)

Es werden grafische Übersichten angezeigt:

  • Documents per year: Der erschienenen Dokumente nach Jahren
  • Documents per year per source: Dokumente pro Jahr und Quelle, d.h. der Zeitschriften mit den meisten Publikationen in einem Jahr
  • by author: Dokumentenanzahl nach Autor*innen:
  • by affiliation: Dokumente nach Affiliationen, hier Universitäten an denen am meisten zu einem Thema publiziert wurde
  • by type: Dokumente nach Erscheinungstyp, z.B. Artikel, Review-Artikel, Buchkapitel, Konferenzschrift

Oder sortiert nach Fachgebiet:

Analyze results: Anzeige der verschiedenen Forschungsbereiche (Bild nicht unter freier Lizenz)

Im Beispiel ist gut zu sehen, in wie vielen verschiedenen Bereichen zu dem Thema Nutzung von Wellenkraft durch Gezeiten geforscht und publiziert wird. Bei einem Mouse-Over über den einzelnen Segmenten wird die Zahl der zugehörigen Publikationen angezeigt, beim Klick wird die entsprechende Liste geöffnet.

Auch in Scopus lässt sich aber auch gezielt nach Forscher*innen suchen.

Suche nach Forscher*innen

Auf der Startseite kann neben Dokumenten auch direkt nach Autor*innen gesucht werden, in diesem Beispiel reichte aufgrund der Bekanntheit von Herrn Antranikian die Angabe seines Nachnamens.

Autor*innensuche (Bild nicht unter freier Lizenz)

Im anschließenden Fenster kann dann gewählt werden, ob die Publikationsliste oder die Zitationsübersicht angezeigt werden sollen:

Publikationsliste oder Zitationsübersicht (Bild nicht unter freier Lizenz)

Eine weitere Suchmöglichkeit ist mit Researcher Discovery die Suche nach Forscher*innen, die zu einem bestimmtem Thema publiziert haben. Hierzu kann nach einem Begriff gesucht werden, im Beispiel Carbon-Beton, und als Ergebnis werden Forscher*innen angezeigt, die zu diesem Thema besonders viel veröffentlicht haben.

Verschiedene Suchmöglichkeiten (Bild nicht unter freier Lizenz)

Dies kann bei der Suche nach Partner*innen für eine mögliche Kooperation hilfreich sein:

Suche nach möglichen Projektpartner*innen (Bild nicht unter freier Lizenz)

Schließlich kann über „Organizations“ auch gezielt nach bestimmten Organisationen wie Universitäten oder Forschungseinrichtungen gesucht werden.

Fazit

Scopus ist eine Datenbank, mit der Forscher*innen ihre Suche eigenständig und gezielt steuern können. Als Abstract- und Zitationsdatenbank ermöglicht sie die Vorwärts- und Rückwärtssuche nach anderen Publikationen bzw. Autor*innen anhand zitierender und zitierter Arbeiten. Außerdem lässt sich die Treffermenge nach verschiedenen Kategorien analysieren.

Wie auch bei der ähnlichen Datenbank Web of Science, die im letzten Monat an dieser Stelle vorgestellt wurde, ist die Stärke von Scopus die Möglichkeit, Ergebnislisten auf verschiedene Weise zu filtern. So kann ein umfangreiches Ergebnis schnell und einfach zielgerichtet eingeschränkt und fokussiert werden.

Zum Schluss eine Empfehlung: Wer unsicher ist bei der Frage, ob nun WoS oder Scopus genutzt werden sollte, tatsächlich empfiehlt sich die Suche in beiden Datenbanken. Denn Vergleiche zeigen, dass dieselbe Suchanfrage bei der einen und der anderen Datenbank jeweils ein zwar ähnliches aber in Teilen doch erheblich anderes Suchergebnis bringt. In den meisten Fällen liefert Scopus mehr Ergebnisse aber Web of Science ergänzt dies durch weitere wichtige Treffer. Schließlich ist nicht die Zahl der Treffer entscheidend, sondern deren Relevanz. Und auch die zum Vergleich nachträglich durchgeführte Suche mit den „gefundenen“ Treffern der einen in der anderen Datenbank zeigt diese dann zwar meist ebenfalls an, dies aber auch nicht in jedem Fall. Auch dies spricht für die Nutzung beider Datenbanken.

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