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VuFind und die VZG

Posted by Oliver Goldschmidt on 13. November 2015 in vufind |

Inzwischen ist öffentlich bekannt, dass die Verbundzentrale des GBV (VZG) eine eigene Discovery-Lösung anbietet, die Anfang 2016 unter der Open Source Lizenz AGPL veröffentlicht werden soll. Gerald Steilen von der VZG hat diese Eigenlösung erstmals Mitte Oktober 2015 vor der Facharbeitsgruppe Technische Infrastruktur des GBV und Anfang November auch in Kiel vorgestellt.

In den genannten Folien und im Protokoll der FAG-Sitzung finden sich einige Punkte, die wir so nicht stehenlassen möchten.

Die Kompatibilität zwischen verschiedenen vufind 2.x Versionen behindere die Übertragung von Eigenentwicklungen bei Upgrades. […] Herr Steilen berichtet, dass die Vorbereitung des Einsatzes von vufind 2 an anderen Standorten mit einem erheblichen Personalaufwand verbunden war; an der UB Leipzig ca. 1 Personenjahr Vorbereitung, im BSZ ca. 1,5 Personenjahre.

Es ist richtig, dass der Sprung von VuFind 1.x zu VuFind 2.x sehr groß ist und und viel Arbeit kostet. Diese Erfahrung machen auch wir gerade. Das „Problem“ liegt in der großen strukturellen Änderung, die sich beim Sprung von VuFind 1.x zu VuFind 2.x ergeben hat – das gesamte Framework wurde dabei ausgewechselt. Dass es aber auch innerhalb von VuFind 2.x zu Problemen kommen soll, ist nicht nachvollziehbar. Wenn man sich bemüht, sich nicht zu stark vom Kern zu entfernen, sind Upgrades aus meiner Erfahrung unproblematisch. Die Planung für VuFind 3 läuft derzeit eher auf kleinere Änderungen hinaus, die für den Umstieg aller Voraussicht nach nicht so gravierende Folgen hätten.

PHP 5.3, die aktuelle Basis von vufind 2.x, sei veraltet und erhält seit Ende 2013 keinen Support mehr.

Dieses Missverständnis steht nicht nur im FAG-Protokoll, es findet sich auf den Vortragsfolien aus Kiel auf Folie 49 und in den Folien aus Göttingen auf Folie 8.
Falsch ist, dass VuFind 2.x auf PHP 5.3 basiert. Eine Software hat üblicherweise Mindestvoraussetzungen. Die Mindestvoraussetzung, VuFind 2.x zu betreiben, ist PHP 5.3. Das bedeutet NICHT, dass die Software unter aktuelleren Versionen nicht lauffähig ist. Unter PHP 5.5 läuft VuFind 2.x problemlos und die Community wird sich bemühen, die Lauffähigkeit auch weitergehend zu gewährleisten. Die Originalfolien, aus denen die abgebildete Tabelle entnommen ist, sind an der Stelle leider (aus dem Kontext gerissen) auch etwas missverständlich, ich verstehe sie aber als allgemeinen Aufruf, VuFind 3 auf PHP7 auszulegen und zu testen.

Schwächen von vufind 2 wurden auch auf dem 4. vufind Anwendertreffen behandelt und finden ihren Ausdruck in zwei Stellungnahmen, die aktuelle Herausforderungen der vufind 2 Entwicklung und dessen produktiven Einsatzes adressieren.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei einem Anwendertreffen Schwächen einer Software thematisiert werden und daraus Weiterentwicklungsmöglichkeiten bzw. Wünsche für die kommende Softwareversion herausgearbeitet werden. Das gilt natürlich auch für OpenSource-Produkte. Bei einer der im Protokoll erwähnten „Stellungnahmen“ handelt es sich um eine Wunsch- bzw. Vorschlagsliste für die Weiterentwicklung von VuFind, die von der deutschen VuFind-Community kooperativ über Etherpad zusammengestellt und an die VuFind Mailingliste verteilt wurde (http://sourceforge.net/p/vufind/mailman/message/34527895/). Diese wurde auch auf dem VuFind Summit in Villanova in Amerika thematisiert und zu allen Punkten (mit einer Ausnahme) wurde Bereitschaft signalisiert, diese im Rahmen von VuFind 3.x anzugehen und zu beheben. Das sind also keine wirklichen Hürden, sondern (im Gegenteil) eher Argumente für die Aktivität der Community. Die deutschsprachige Community ist derzeit recht stark, es gibt zahlreiche VuFind-Anwender, die sich auch aktiv in die Weiterentwicklung in Amerika einbringen. Insbesondere genannt seien in diesem Kontext die KollegInnen im finc-Konsortium, die KollegInnen von Swissbib, die KollegInnen aus dem BSZ und der UB Freiburg und nicht zuletzt auch wir (die TUB Hamburg). Es gibt einige weitere deutschsprachige Anwender, die sich aber teilweise noch mit einer aktiveren Partizipation etwas zurückhalten.

Wir möchten der Verbundzentrale auf keinen Fall das Recht absprechen, neue Wege zu gehen. Dies gehört im Gegenteil sogar zu unserer Erwartungshaltung. Und auch VuFind hat mal klein angefangen.
Dennoch bedauern wir, dass die Verbundzentrale die Probleme, die sie bei VuFind identifiziert hatte, nicht innerhalb der OpenSource Community von VuFind öffentlich thematisierte. Wäre es nicht besser gewesen, ein wenig transparenter mit den erkannten Problemen umzugehen, so dass die Community gemeinsam an deren Verbesserung hätte arbeiten können? Genau das ist es, was OpenSource Software ausmacht und was gerade im Fall von VuFind bislang ganz hervorragend funktioniert.

Nur mit einer aktiven Community kann sichergestellt werden, dass eine Open Source Software weiterlebt und sich weiter entwickelt. Diese Community existiert seit einigen Jahren für VuFind, gerade auch in Deutschland. Die VZG wird hier sicherlich fehlen. Hoffen wir, dass es genug aktive Anwender für zwei Open Source Discovery Lösungen in Deutschland gibt und dass zumindest auf Indexebene eine Kompatibilität auch weiterhin erhalten bleibt.

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Aktualisierung auf github

Posted by Oliver Goldschmidt on 16. April 2014 in tub.find |


Nachdem wir es ja versprochen hatten und bereits über Twitter nachgefragt wurde, haben wir jetzt unser github-Repository auf den neuesten Stand gebracht. Darin enthalten ist die Einbindung des PrimoCentral-Index und alle anderen Änderungen, die sich zum 1. April (bis heute) ergeben haben.
Damit sind die letzten Änderungen wieder besser nachnutzbar und für die Community leichter verfügbar.

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Warum zwei Reiter?

Posted by Heiko Weier on 3. April 2014 in tub.find |

jakob_tubfind_zwei_reiter

doerte_tubfind_zwei_reiter

lambert_tubfind_zwei_reiter

Wir haben nicht viel Feedback auf unseren TUBfind-Relaunch mit der Zwei-Reiter-Lösung bekommen. Offenbar wurde er sogar für einen Aprilscherz gehalten. Dass es uns ernst damit ist, hat sich inzwischen aber wohl gezeigt. Drei Reaktionen, die über Twitter geäußert wurden, sind oben im Screenshot festgehalten.

Wir möchten aus diesem Anlass nochmal kurz erklären, weshalb wir die Lösung mit den zwei Reitern realisiert haben. Wir würden auch lieber nur eine Liste anbieten, und mit PrimoCentral ist theoretisch die Möglichkeit dazu gegeben (im Finc-Katalog der UB Leipzig wird die Vermischung bereits seit Jahren praktiziert, das ist ein weitaus passenderes Beispiel als Google Universal Search, das technologisch mit unserer Umgebung nicht vergleichbar ist). Im Vorfeld haben wir uns intensiv damit beschäftigt, aber unsere Testergebnisse waren eben (leider) nicht so positiv. Sowohl innerhalb des GBV-Index (der sich hinter dem „Bücher und mehr…“-Reiter verbirgt) als auch im PC-Index werden Suchergebnisse nach Relevanz gewichtet. Mischt man die Ergebnisse aus beiden Indizes in einer Ergebnisliste, kann es vorkommen, dass die Treffer aus *einem* Index sehr dominant sind.

Der für die Mischung derzeit verantwortliche Algorithmus kann aber heterogene Daten nur sehr begrenzt innerhalb eines kleinen Ergebnissets mischen. Weitere Probleme entstehen im Bereich der Facetten sowie bei der Möglichkeit, das Suchergebnis auszuweiten (über den Button „Auch in anderen Bibliotheken suchen“ bzw. „Weitere Ergebnisse“). Deshalb bieten wir die Ergebnisse nun getrennt an.

Wir behalten das im Auge und werden weiterhin versuchen, die Ergebnislisten zu vereinheitlichen und wieder zusammenzuführen. Zum jetzigen Zeitpunkt waren unsere Testergebnisse aber nicht überzeugend genug, um eine gemeinsame Ergebnisliste in die Öffentlichkeit zu entlassen. Bis es so weit ist, kann der Mehrwert, der sich aus dem erweiterten Datenschatz ergibt, immerhin schon genutzt werden.

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Größer, Weiter, Schneller!

Posted by Oliver Goldschmidt on 1. April 2014 in tub.find |

buecher-und-mehr Schon viel zu lange herrscht Schweigen in diesem Blog. Jetzt, am 1. April, dem (vierten) Geburtstag von TUBfind, ist es an der Zeit, dieses Schweigen zu brechen und die Kunde von Neuigkeiten zu verbreiten.
Ab heute ist TUBfind noch umfassender als je zuvor. Der Grund: wir haben den Bestand von TUBfind beträchtlich durch die Einbindung des PrimoCentral-Index der Firma ExLibris erweitert.

articles-and-more Mehr als 50 Millionen Artikel, eBooks und andere Online-Materialien ergänzen ab sofort die Suche in TUBfind. Diese neuen Materialien manifestieren sich in einem zweiten Reiter, der neben den Standard-Ergebnisreiter (der ab sofort „Bücher und mehr…“ heisst) rückt: der „Artikel und mehr…“-Reiter. Wie der Name erahnen lässt, finden sich in dem neuen Reiter vor allem Artikel, aber auch andere Online-Materialien, die bislang nicht in TUBfind gefunden werden konnten, obwohl wir schon länger Zugriff darauf haben (weil sie nicht im Index des GBV enthalten waren).

Auch einige weitere Änderungen, unter anderem im Outfit, ziehen ab dem 1.4.2014 in TUBfind ein:

  • Merkliste
    Über die Merkliste können Suchergebnisse zwischengespeichert werden, ohne sich anmelden zu müssen. Die Möglichkeit, Suchergebnisse oder ganze Suchanfragen dauerhaft bei den Favoriten bzw. in der Suchhistorie abzuspeichern (nach Login mit dem Bibliotheksausweis) bleibt davon unberührt.
  • Verbesserte Suchtipps
    Nach einer ergebnislosen Suche gibt es jetzt aussagekräftigere Hinweise, wie vielleicht doch ein Ergebnis gefunden werden kann.
  • Verbesserte Ausweitung der Suche
    Über den Button „Suche auch in anderen Bibliotheken“ im „Bücher und mehr…“-Reiter bzw. über den Button „Weitere Ergebnisse“ im „Artikel und mehr…“-Reiter kann das Suchergebnis einfach ausgeweitet werden. So lassen sich auch Ressourcen finden, die nicht direkt bei uns zugänglich sind, aber zum Beispiel per Fernleihbestellung oder per Kauf beschafft werden können.
  • Verbesserte Einbindung der Online-Verfügbarkeit
    Der „Volltextbutton“ zeigt auf einen Blick an, ob Materialien bei uns online verfügbar sind. Es gibt auch Querverweise von einer elektronischen Ressource auf ein gedruckt vorhandenes Äquivalent.

Die Änderungen im Quelltext werden demnächst auf github aktualisiert und so weiter nachnutzbar gemacht. Probieren Sie es aus und testen Sie unser neues, verbessertes TUBfind! Sagen Sie uns auch gerne Ihre Meinung dazu, zum Beispiel über die Kommentarfunktion zu diesem Artikel.

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TUBfind auf github

Posted by Oliver Goldschmidt on 17. Oktober 2013 in tub.find, vufind |

tubfind-githubImmer mal wieder bekommen wir von anderen VuFind-Anwendern Fragen, wie wir bestimmte Funktionalitäten in TUBfind realisiert haben. Bislang hatte ich mich an sich immer mit den Anfragenden in Verbindung gesetzt und z.B. Dateien auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
Ab jetzt ist der Zugriff auf den TUBfind-Quelltext einfacher. Wir haben uns entschlossen, unsere Arbeit über github der VuFind-Community zur Verfügung zu stellen.
TUBfind basiert auf VuFind 1.3, enthält aber auch noch (insbesondere im theme-Bereich) Elemente aus 1.2. Für uns ist git mittlerweile zu einem wichtigen Instrument der Weiterentwicklung von TUBfind geworden, so war der Schritt zu github wohl nur eine Frage der Zeit.

Die auf github angegebenen Ticketnummern beziehen sich übrigens auf unser internes Bugtracking-System, das (noch?) nicht öffentlich verfügbar ist. Wir hoffen, die Freigabe hilft anderen Anwendern und sind gespannt auf Rückmeldungen aus der Community!

TUBfind findet sich unter https://github.com/olli-gold/tubfind.

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