Stifte, Heft, Radiergummi auf dem Tisch

„Wenn ich nochmal Ersti wäre …“: 12 Tipps zum Semesterstart

Dein Studium beginnt und du weißt als Ersti gar nicht so genau, was dich erwartet? So ging es uns auch. Und rückblickend gab es einige Dinge, die wir dann doch schon gerne zu Semesterbeginn gewusst hätten. Denn so aufregend der Start ist, er kann auch ziemlich überwältigend sein: Anmeldungswirrwarr durchblicken, Stundenplan organisieren, die richtigen Veranstaltungsräume finden, Kommiliton*innen und Campus kennenlernen. In diesem Beitrag haben wir daher einige Tipps festgehalten, die wir uns geben würden, wenn wir nochmal Ersti wären:

1. Mache Orientierungsangebote mit und lerne Leute kennen

Ein alter Hut: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Neben einigen Kommiliton*innen, die recht schnell merken, dass das Studium doch nicht ganz das ist, was man sich erwartet hat, wirst du mit vielen der Menschen um dich herum die nächsten Jahre gemeinsam an Themen arbeiten und für Prüfungen lernen. Such dir also eine Gruppe, in der du dich wohlfühlst und mit der du dir gemeinsames Lernen vorstellen kannst. In deiner Gruppe sollte auch der eine oder andere Spaß beim alltäglichen Miteinander Platz haben. Kaum woanders wirst du so viele Menschen um dich haben, die ja letztlich wegen ähnlicher Interessen ihr Studium starten. Eine tolle Gelegenheit zum Netzwerken sind neben den Orientierungswochen auch weitere Angebote der Hochschule (Freizeitaktivitäten wie gemeinsamer Hochschulsport, Chor und Theater, aber auch Angebote von Bibliotheken und studentische Initiativen sowie natürlich Unipartys). Gerade in den frustigen Zeiten des Studiums wird dir ein einfacher Plausch „über Gott und die Welt“ wieder neue Motivation geben.

  • Tausche dich mit Gleichgesinnten aus
  • Verschaffe dir auf den Uni-Webseiten einen Überblick über Hochschulangebote wie Sport, Kultur und Weiterbildung

2. Bereite deinen Semesterstart vor

Die ersten Tage im Studium prasselt viel auf einen ein. Klar: Stundenpläne und Raumnummern hat man meist in digitaler Form per Smartphone, Tablet oder Laptop dabei. Aber es wird der Tag kommen, an dem dein Akku leer ist, die benötigte Webseite wegen Wartungsarbeiten offline geht, dein Internetprovider spontan seinen Dienst für einige Stunden „pausiert“ oder das Funkloch in Bus und Bahn dir einen Strich durch die Rechnung macht. Druck dir deinen Stundenplan daher am besten aus und erkunde vielleicht auch schon einmal vorher, wo welche Veranstaltung stattfindet. Die Uni kann einem zu Beginn schon wie ein kleines Labyrinth vorkommen, da solltest du dir potentiellen Stress sparen, wo es nur geht.

  • Stunden- und Raumplan als Backup ausdrucken
  • Mache dich mit dem Campus vor Ort oder über den virtuellen Campusplan vertraut

3. Fange früh an dich zu organisieren

In der Uni geht es in vielen Veranstaltungen nach einer kurzen Organisationseinheit recht schnell mit den ersten Inhalten los. Mache dir also schon zu Beginn ein paar Gedanken zu zentralen Ablagemöglichkeiten für Basisinformationen wie wichtige Mailadressen von Ansprechpartner*innen oder Sprechzeiten. Verschaffe dir auch ruhig schon mal einen Überblick über einige gängige Begrifflichkeiten der Hochschule und werfe einen Blick in die Studien- und Prüfungsordnungen. Wichtig sind aber vor allem zwei Punkte: Deadlines und Dokumentablage.

3.1 Notiere jede Deadline

Habe stets wichtige Termine im Auge. Wann auch immer also eine Deadline in Veranstaltungen genannt wird, schreib sie direkt auf! Verlass dich nicht alleine auf Messenger-Gruppen (hier kriegst du oft was mit, nicht selten ist es bei Terminen aber schon fast zu spät) und pflege von Beginn an deinen Kalender mit Abgabeterminen, Anmeldefristen und sonstigen Daten.

3.2 Organisiere deine Unterlagen und setzte dich am besten direkt mit Literaturverwaltung auseinander

Sorge rechtzeitig für einen guten Überblick über deine Unterlagen, egal ob digital oder analog. Lege dir eine kleine Ordnerorganisation zurecht, um auch in Situationen, wo dir gefühlt alles über den Kopf wächst, zu wissen, wo was zu finden ist. Wichtige Mailadressen können hier genauso landen wie Informationen zu Sprechzeiten, die schnell griffbereit sein sollten. Fang am besten auch gar nicht erst an Zettel über Tage und Wochen ungeordnet in der Tasche mit dir rumzuschleppen oder in irgendwelchen Papierstapeln querbeet zu „verstecken“. Sich aufzuraffen, hier nachträglich Ordnung reinzubringen, ist kein Spaß. Im Einzelfall ist das aber durchaus ok und normal. Auch wichtig: Vergebe eindeutige Ordner- und Dateinamen und lege am besten einige Regelungen für die Benennung fest. So sind diese auch zukünftig besser auffindbar. Namensbestandteile können zum Beispiel inhaltliche Stichworte, das Datum der Erstellung, der Bearbeitungsstand und eine Versionsnummer sein. Vielleicht lohnt sich hier auch schon ein Blick in Regelungen des Forschungsdatenmanagements.

Eigentlich ist das erste Semester auch schon ein guter Zeitpunkt, sich direkt mit dem Thema Literaturverwaltung vertraut zu machen. So sparst du dir den Aufwand der Einarbeitung später, wenn die ersten Hausarbeiten oder gar die Abschlussarbeit ansteht. Wenn du gar keine Lust hast, erste Praxiserfahrungen mit der Verwaltung von Fachliteratur zu sammeln, kannst du dir zunächst auch ein paar Projekte anlegen, in denen du Kochrezepte für das Unileben oder Informationen zu Hobbys strukturiert ablegst. Sortieren könntest du deine Dokumentablage für das Studium zunächst beispielsweise nach Semestern (damit kannst du aber auch später anfangen). Innerhalb des Semesters sortierst du nach dem jeweiligen Kurs und innerhalb des jeweiligen Kurses eventuell nach „Vorlesungsfolien“, „Aufgaben“ und „Abgaben“.

4. Lerne deine Lernbedürfnisse besser kennen

Manche Menschen lernen besser in ruhigen Räumen, andere in einer Umgebung mit regem Treiben und Musik. Probiere frühzeitig im Studium aus, wie gut auch ein Wechsel von Lernorten für die Motivation sein kann und suche dir einige Räumlichkeiten, in denen du dich wohlfühlst. Gerade in Prüfungsphasen ist nicht immer überall genug Platz und so ist es gut, wenn du neben den eher ruhigen Einzelplätzen in einer der Fachbibliotheken im Philturm mit toller Aussicht auch mal in voll besetzten Lernräumen der Stabi vom Eifer deiner Sitznachbarn „angesteckt“ wirst oder von den langen Öffnungszeiten im Rechtshaus oder auf dem TUHH-Campus profitieren kannst.

Wenn du verhältnismäßig viele Prüfungen vorbereiten musst, so gehe den Lernstoff nicht nur wieder und wieder im Kopf durch. Schreibe auch einfach mal analoge oder digitale Zusammenfassungen, zeichne dir visuelle Ankerpunkte und Eselsbrücken in deine Aufzeichnungen, erstelle Lernkarten oder nehme dich selbst auf, um dir bestimmte Kapitel einfach nochmal anhören zu können. Lass dich auch nicht beirren, wenn dir dein Lernsystem aufwendiger erscheint als bei deinen Kommiliton*innen. Wichtig ist: Fühl dich mit deinem ganz persönlichen Lernsystem wohl.

  • Beobachte dein Lernverhalten und finde heraus, was zu deinem Lernerfolg beiträgt (Wohlfühlfaktoren und Erfolgserlebnisse)
  • Probiere aus, welche Lernmethoden bei dir in welchen Situationen besser funktionieren als andere
  • Wirf einen Blick in Veröffentlichungen wie Mehr als 77 Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten, um Anregungen zu Themen wie Lesen, Schreiben und Ideenfindung zu erhalten

5. Führe ein Lern- und Ideentagebuch

Fang möglichst früh an eine Art Lern- und Ideentagebuch zu führen. Die Form ist dabei zunächst erst einmal recht egal. Als Struktur reicht für den Start eine digitale oder analoge lose Zettelsammlung in Mappen, Ordnern oder Heften. Wenn du später auf deine aufgeschriebenen Tipps, Ideen und dokumentierte Lernfortschritte zurückblickst, macht das nicht nur Freude. Einige Ideen wirst du Jahre später über ungeplante „Geistesblitze“ weiterverfolgen oder mit anderen Ideen kombinieren können. Und je früher du mit diesen „guten Gewohnheiten“ anfängst, desto mehr Sicherheit gewinnst du für dein Studium. Du wirst kaum noch Bedenken haben, etwas zu vergessen oder zu verpassen, und diese Form der Dokumentation hilft auch dabei, sich einfach mal den Druck aus dem Kopf zu schreiben. Mach dir auch bewusst, dass du letztlich für dich selbst studierst, der Mehraufwand ist es also wert. Da ein Studium ein Stück weit ein Prozess ist, bei dem man Interesse und Fertigkeiten erst nach und nach entdeckt und entwickelt, ist diese Form der Dokumentation eine gute Möglichkeit, möglichst viel aus den Semestern mitzunehmen und sich Chancen für später offen zu halten.

  • Probier dich an einem eigenen System zur Dokumentation von Lernfortschritten und Ideen aus
  • Hol dir auch Inspiration zu einem eigenen Notizsystem über andere Ansätze, die beispielsweise in dieser Beitragsserie beschrieben werden

6. Plane von Anfang an vernünftige Zeitpuffer ein

Stell dir vor, du startest heute dein Studium. Um am ersten Tag pünktlich zu sein, hast du dir ganz fest vorgenommen, pünktlich loszufahren, um nicht auf den letzten Drücker anzukommen. Dazu hast du einige Tage zuvor auch noch eine „Trockenübung“ gemacht und bist die Strecke schon mal abgefahren. Alles lief reibungslos. In der Theorie also alles super, aber in Städten wie Hamburg solltest du immer einkalkulieren, dass die Bahn mal ausfallen kann. Und nicht selten macht der Busverkehr gleich mit. Sehr gut, wenn du im Notfall auf ein Stadtrad oder E-Scooter umschwenken kannst. Kalkuliere dir dafür aber auch noch Puffer ein. Denn mehr oder weniger klitschnass und abgehetzt das Uni-Abenteuer zu starten macht keine Freude. Wenn du stets versuchst, dir gleich einen „großzügigeren“ Zeitpuffer einzuplanen, wirst du auch bei Projekt- und Hausarbeiten weniger Probleme mit knappen Fristen bekommen. Und in Campusnähe lieber noch in Ruhe einen Kaffee zu gönnen ist allemal besser als noch aufgeregter und völlig aus der Puste im neuen Lebensabschnitt anzukommen.

7. Gönn dir Pausen und Belohnungen

Mit das Wichtigste im Studium: finde ein angemessenes Tempo für dich. Wenn du das Gefühl hast, dass es für heute reicht, solltest du dir eine Pause gönnen. Wichtig hierbei: sei ehrlich zu dir selbst, setze also keine zu kleinen Meilensteine und Aufgabenpakete, die nur wenige Augenblicke in Anspruch nehmen. Dabei solltest du dich für deinen Fleiß auch mal belohnen. Eine kleine Mittagspause und ein kurzer Spaziergang mit Kommiliton*innen über den Campus kann schon reichen, um ausgeruht und viel motivierter wieder ans Werk zu gehen. Vielleicht kannst du ja auch mal rausfinden, wie der eine oder die andere Studierende es hinbekommt, nach einem 10-Minuten-Powernap wie neu geboren wieder ans Werk zu gehen.

  • Belohne dich, wenn du es ehrlich verdient hast
  • Probiere aus, was dir beim Kraft tanken hilft (Spazieren, lockerer Plausch im Ca­fé um die Ecke oder auf dem Campus)

8. Sei sichtbar für Dozierende

Die Uni kann schon ein wirklich unpersönlicher Ort sein. Gerade wenn man frisch aus der Schule oder einer Ausbildung kommt. Du sitzt zum Teil mit Hunderten von Menschen in realen und virtuellen Räumen. Dozierende und Mitstudierende können so kaum wissen, wer du bist. Aktive Teilnahme an Veranstaltungen kann sich aber lohnen. Das hat auch nichts mit Schleimerei, sondern ehrlichem Interesse zu tun. Nach und nach lässt sich mit deinem Gesicht etwas verbinden. Anfangs bist du vielleicht noch der „Herr Kommilitone“, nach und nach kann es dann aber auch mal mit dem Namen klappen. Und ja, es fällt immer mal wieder schwer, den Arm zu heben. Nehme dein Studium und die Veranstaltungen aber als wirkliche Chance wahr, auch mal aus der eigenen Komfortzone auszubrechen. Und wenn deine Professor*innen das „Prinzip der offenen Tür“ leben, so nutze auch diese Chance. Ein netter Schnack auf Augenhöhe freut nicht nur dich und die Dozierenden. Bei dieser Form von „Networking“ können durchaus auch mal tolle Ideen für Projekte zustande kommen, was dein ganzes Studium nochmal attraktiver macht.

  • Spring über deinen Schatten und nimm aktiv an den Veranstaltungen teil
  • Nimm Angebote wie Sprechzeiten und offene Türen der Dozierenden an

9. Mache. Backups. Regelmäßig!

Achte IMMER darauf, deine Dateien möglichst regelmäßig zu sichern. Es wäre doch zu ärgerlich, jeden noch so kleinen, mühsam erarbeiteten Textfortschritt zu verlieren, den du dir gerade in einer deiner ersten Hausarbeiten erarbeitet hast. Und auch wenn du glaubst, dass dieser Tipp schon so einen Bart hat: Besonders bei neuen Anwendungen und Serviceangeboten ist es sinnvoll, nochmals fokussierter auf diese Kleinigkeit zu achten.

  • Speichere deine Arbeiten, Ideen und Notizen regelmäßig
  • An der TUHH kann dafür ggf. auch auf den Cloud-Dienst des Rechenzentrums zurückgegriffen werden. Ansonsten tut es im Notfall auch das Verschicken von Dokumenten an die eigene E-Mail-Adresse, wie im Beitrag Notiz-Selbstmanagement beschrieben

10. Nimm bei Bedarf Hilfe in Anspruch

In den letzten Schuljahren lief es eigentlich immer gut. Wenn du einmal deine Trägheit überwunden hattest, hast du auch gute Noten geschrieben. In der Uni kann es aber nach und nach häufiger mal Aufgaben, Foliensätze, Handouts und Skripte geben, die du nicht direkt verstehen wirst. Auch längeres Hinsetzen hilft dann nicht immer weiter. Das ist völlig normal. Scheue dich nicht nach Hilfe zu fragen. Entweder in deiner Lerngruppe oder auch in den Veranstaltungen. Das gilt auch für Tutorien – also eine Art Übungsgruppe, geleitet von höheren Studierenden – die ergänzend zu Vorlesungen wie Statistik angeboten werden. Es wird auch immer wieder Situationen geben, wo deine Hilfe gebraucht wird, so dass ihr euch immer im Wechsel untereinander helfen könnt.

  • Frage nach Hilfe, wenn du etwas nicht verstehst
  • Unterstütze andere, wenn du helfen kannst

11. Blicke über deinen eigenen Studiengang hinaus

Wenn es dein Studium oder dein Campus hergibt, so tausche dich auch mal mit Studierenden anderer Fachdisziplinen aus. Es ist spannend, Gespräche außerhalb der eigenen immer gleichen Fachthemen und -gruppen zu haben. So lernst du ganz andere Perspektiven auf Themen kennen und kannst sicher auch die eine oder andere tolle Freundschaft knüpfen.

  • Schau über den eigenen Teller- beziehungsweise Studienrand

12. Nicht jeder Tipp wird für dich passen

Im Grunde einer der wichtigsten Tipps: Es hat ja schon Tradition, dass Absolvent*innen und Studierende der höheren Semester viel „Insiderwissen“ teilen. Und das ist auch gut so. So wirst du schnell viel über die Möglichkeiten von Praxissemestern im Ausland, empfehlenswerte Kurse, Tutorien und Veranstaltungen lernen. Deine Mitstudierenden werden immer mal wieder unterschiedliche Meinungen zu Seminaren, Personen oder empfohlener Literatur haben. Und auch alle anderen Ratgeber*innen bringen immer ihre ganz individuellen Erfahrungen in eigene Ratschläge ein. Mach dir aber nach Möglichkeit immer ein eigenes Bild. Wenn es die Zeit hergibt, probiere dir sinnvoll erscheinende Lernmethoden aus. Interessiert dich ein Seminar, obwohl Kommiliton*innen sagen, dass aufgrund fehlender Anwesenheitspflicht gar kein Grund für einen Besuch der Veranstaltung spricht? Du wirst vor Ort sicher Gleichgesinnte treffen. Folge deinem Bauchgefühl, denn niemand weiß so gut wie du selbst, was dir wichtig ist, was du ausprobieren möchtest und was du für dein erfüllendes und erfolgreiches Studium brauchst. Ach ja und nicht jede Buchempfehlung musst du dir direkt ungesehen kaufen. Das Geld ist knapp und du hast auch noch eine Universitätsbibliothek an deiner Seite, die dir in Sachen Fachliteratur gerne zur Seite steht.

  • Nimm Ratschläge und Tipps dankbar an
  • Mache dir aber nach Möglichkeit immer selbst ein Bild von Inhalten, Methoden oder Personen, statt vorschnell jedem „Gerücht“ zu glauben

Wir hoffen, es waren einige Tipps dabei, die nicht nur unserem Ersti-Ich helfen könnten. Falls ihr selbst Tipps und Tricks für den Studienstart oder spätere Semester habt, so teilt diese doch gerne in den Kommentaren. Allen Studierenden wünschen wir an dieser Stelle einen möglichst angenehmen Semesterstart. Viel Spaß und Erfolg für die kommenden Wochen und Monate! Lasst euch von dem einen oder anderen Dämpfer nicht unterkriegen und schaut bei bibliotheksspezifischen Fragen auch gerne einmal in den Ersti-Blogbeiträgen zur Bibliotheksnutzung eurer TUB in der Rubrik Wissenswertes für Erstis vorbei.


CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: „Wenn ich nochmal Ersti wäre …“: 12 Tipps zum Semesterstart von Florian Hagen, Alexander Unteutsch und Ronja Schwardt, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag und dazugehörige Materialien stehen auch im Markdownformat und als PDF zum Download zur Verfügung. In einer früheren Version ist der Blogbeitrag „Wenn ich nochmal Ersti wäre …: 12 Tipps zum Semesterstart“ unter CC BY 4.0 am 11. Oktober 2021 im tub.torials-Blog veröffentlicht worden. Die Änderungen gegenüber dem Originalbeitrag werden nachfolgend aufgeführt. Hinweise zur Bearbeitung: Die Erzählperspektive wurde gegenüber der Originalversion von „Ich“ zu „Wir“ geändert, da zusätzliche Autor*innen an der vorliegenden Version beteiligt sind. Kapitel 3.2 wurde um zusätzliche Informationen zur Benennung von Ordnern und Dateien erweitert. Zusätzliche Tutorials zur Literaturverwaltung mit Zotero wurden in Kapitel 3.2 aufgeführt und verlinkt. Kapitel 9 wurde um konkretere Beispiele für Backups ergänzt. Der Text wurde an einigen ausgewählten Stellen umformuliert.
Lesen und KI

Texte besser verstehen mit KI-„Copilot“? Workflow und Gedanken zur Kombination von Zotero und SciSpace

Wissenschaftliche Texte sind nicht immer leicht zu verstehen. Neben verschiedenen Lesemethoden wie PQ4R (Fragen an einen Text stellen) oder dem kursorischen Lesen (ein Text wird Schritt-für-Schritt gelesen) und Notiztechniken wie dem Cornell-System sowie anderen Strategien zur Notizenerstellung können dabei auch digitale Werkzeuge helfen.

In diesem Beitrag wird dafür die Kombination von Zotero und SciSpace beschrieben. Diese war auch Thema in der Veranstaltung „Kein Chaos, kein Vergessen, kein Plagiat – besser schlafen dank Literaturverwaltung“ am 15.02.2023 im Rahmen der Workshop-Reihe „Collect, Write, Publish“. Da aus zeitlichen Gründen nicht umfassender diskutiert werden konnte, sind einige Ideen, Gedanken und Anregungen in den vorliegenden Blogbeitrag geflossen.

Während Zotero seit vielen Jahren als DAS Open-Source-Literaturverwaltungsprogramm gilt, handelt es sich bei SciSpace um eines von vielen KI-unterstützten Tools, die im Zuge des Hypes um ChatGPT in den vergangenen Wochen und Monaten in Wissenschaft und Forschung rege diskutiert werden. Mehr oder weniger auf Knopfdruck kann SciSpace (potenziell) schwer verständliche Texte in einfachere Worte mit zusätzlichen Informationen „übersetzen“.

Der Text behandelt nachfolgend zwei Themen:

  • A. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Workflow zwischen Zotero und SciSpace.
  • B. Reflexion über den Einsatz von KI-Tools zur Forschungsunterstützung.
Lesen und KI
Texte verstehen mithilfe von KI? (Abbildung von Ines Rettmer, CC BY 4.0)

A. Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kombination von Zotero und SciSpace

1. Bevor wir uns SciSpace anschauen, öffnen wir Zotero (Beschreibung der Schritte basiert auf Zotero 6.0.21, macOS). Mit einem Klick auf „Datei“ und „Neue Sammlung“ erstellen wir einen neuen Ordner. Dieser wird „0_SciSpaceTestflug“ genannt. Natürlich kann hier beim parallelen Mitmachen auch ein – für das jeweils individuelle Forschungsvorhaben – thematisch passenderer Titel gewählt werden.

Sammlung anlegen
Anlegen einer neuen Sammlung (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

2. Haben wir bereits PDF-Volltexte heruntergeladen und in Zotero gesammelt, so können wir diese nun per Drag-and-drop in unseren neu angelegten Ordner „0_SciSpaceTestflug“ schieben. Wenn keine Volltexte zur Verfügung stehen, können wir bspw. auf TORE (TUHH Open Research) die Funktion des Durchstöberns nutzen, um Artikel zu sammeln. Ich habe hier nach „Informationskompetenz“ gesucht und anschließend zur Einschränkung am rechten Bildschirmrand über die Facettierung lediglich „publications“ ausgewählt. Da die Anzahl der Treffer mit 43 überschaubar ist, überfliege ich die Trefferliste und wähle aus Eigeninteresse den Titel „Informationskompetenz 2.0 und das Verschwinden des Nutzers“ aus.

TORE-Suche
TORE-Suche nach „Informationskompetenz“ (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

Alternativ können auch Fachdatenbanken, Google Scholar oder andere Suchwerkzeuge verwendet werden. Um ein weiteres PDF für die Zotero-Sammlung zu finden, recherchiere ich über Google Scholar nach „information literacy“ und nehme wie schon bei TORE einige (häufiger zitierte) Veröffentlichungen über den Zotero Connector in die Sammlung „0_SciSpaceTestflug“ auf. Die Funktion des Zotero Connectors und andere Möglichkeiten des Hinzufügens von Literatur in Zotero ist umfassender im Beitrag Einstieg in die Literaturverwaltung – Zotero in 7 Schritten beschrieben.

Zotero Connector
Aufnahme von Veröffentlichungen über den Zotero Connector (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

Schauen wir in unseren Ordner in Zotero, so sollten nun mehrere Titeleinträge mit angehängten PDF-Volltexten zur Verfügung stehen.

3. Jetzt rufen wir die Webseite von SciSpace auf. Um SciScpace zu nutzen, benötigen wir einen Account. Dazu klicken wir auf „Sign Up“.

4. Nach der Einrichtung des Accounts wählen wir auf der SciSpace-Seite „My Library“ aus.

My Library
Auswahl von „My Library“ (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

5. Hier lässt sich auf der linken Fensterseite eine neue Sammlung über Auswahl von „+“ und Bestätigung der Benennung generieren. Die Nutzung dieser Funktion ist allerdings nur erforderlich, wenn keine Verknüpfung zwischen Zotero und SciSpace hergestellt werden soll.

SciSpace-Sammlung anlegen
Sammlung bei SciSpace anlegen und benennen (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

6. Am rechten Bildschirmrand befindet sich die Option „Import from Zotero“. Nach Klick auf diese erscheint ein Fenster, um die Verbindung zwischen SciSpace und Zotero herzustellen („Connect to Zotero“).

Zotero-SciSpace-Verbindung
Verbindung zwischen Zotero und SciSpace herstellen (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

7. Nach Klick auf „Connect to Zotero“ ist der Login in den eigenen Zotero-Account erforderlich.

Zotero-Login
Zotero-Login (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

Zotero fragt anschließend nochmals bzgl. der Verbindung zu SciSpace, was mit Klick auf „Accept Default“ bestätigt werden muss, wenn die Einrichtung der Verbindung fortgesetzt werden soll.

Key-Verbindung
Verbindung durch Klick auf „Accept Defaults“ bestätigen (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

8. Die Verbindung zwischen Zotero und SciSpace ist eingerichtet und SciSpace öffnet eine Auswahl für den Import von Zoterosammlungen. Wir wählen die extra eingerichtete Sammlung „0_SciSpaceTestflug“ und klicken unten rechts auf den orangen „Import“-Button.

PDF-Import
PDF-Volltexte aus Zotero in die SciSpace-Sammlung importieren (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

9. Der Ordner und die darin enthaltenen PDF-Volltexte befinden sich nun auch in unserer SciSpace-Bibliothek. Es kann jetzt ein beliebiger Artikel im eingerichteten Ordner per Mausklick geöffnet werden.

Importierter Ordner
Importierter Zotero-Ordner in der SciSpace-Sammlung (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

Nach einem Mausklick wird nicht nur der Artikel selbst, sondern auch der „Copilot“ geöffnet. Dieser kann unser Textverständnis bei Bedarf (potenziell) unterstützen.

Copilot-Funktion
Artikelfenster und Copilot-Funktion (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

10. Verstehen wir beim ersten Anlesen zum Beispiel bestimmte Wörter, Ablaufbeschreibungen und Ähnliches in einem wissenschaftlichen Text nicht, so können wir diese Textstelle markieren. Nun haben wir zwei Optionen:

Optionen nach Textmarkierung
Nachdem ein Text markiert wird, bietet SciSpace zwei Bearbeitungsoptionen (Screenshot nicht unter freier Lizenz)
  • Mit Klick auf „Text hervorheben“ erscheint ein Fenster, indem eine Farbe für die Textmarkierung gewählt und zusätzliche Anmerkungen manuell erstellt werden können.
  • Mit Klick auf „Explain text“ „übersetzt“ SciSpace ausgewählte Textabschnitte in andere Worte mit zusätzlichen Erläuterungen oder erklärt auch einzelne Begrifflichkeiten. Noch offene Fragen und Unklarheiten lassen sich über Folgefragen mithilfe eines Klicks auf „Ask a follow up question“ klären:
Fragen an den Text stellen
Textabschnitte und einzelne Begriffe lassen sich über „Explain text“ und Folgefragen durchdringen (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

11. Mit Klick auf „Explain math & table“ und Markierung der gewünschten Stelle mit dem Auswahlwerkzeug lassen sich auch weitere Dokumentbestandteile wie Formeln oder Tabellen durch die Copilot-Funktion erschließen.

Formeln erklären lassen
Neben Textstellen können auch Tabellen oder Formeln erklärt werden (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

12. Die Notizen in SciSpace lassen sich unter dem Copilot-Fenster mit einem Klick auf „Save as note“ in SciSpace abspeichern. Bestätigt wird das Abspeichern im nachfolgenden Fenster mit einem erneuten Klick auf „Save“.

Notizen speichern
Notizen über „Save as note“ abspeichern (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

Für die Arbeit mit Notizen empfiehlt es sich jedoch, im Rahmen der eigenen Literatursammlung in Zotero mit Notizen zu arbeiten (siehe Schritt 13).

13. Sollen ein „besonders gelungener“ Austausch oder Notizen zwischen uns und dem Copiloten festgehalten werden, so kann dies über den Notizeneditor in Zotero geschehen. Dazu öffnen wir den eben in SciSpace bearbeiteten Text in Zotero (Doppelklick auf PDF oder Literatureintrag) und heben den Begriff oder Textabschnitt mit dem Textmarkierungswerkzeug und Auswahl einer Markerfarbe hervor.

Textstelle in Zotero markieren
Textstelle in Zotero markieren (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

14. Zotero legt im linken Annotationsfenster eine Annotation an. Bei dieser haben wir die Möglichkeit, zusätzliche Kommentare anzuhängen („Kommentar hinzufügen“).

Textmarkierung in Zotero mit Kommentar
Einer Textmarkierung in Zotero einen Kommentar hinzufügen (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

15. Die gewünschten Informationen in SciSpace kopieren wir mit den gängigen Tastaturkürzeln (Windows: Strg+C, Strg+V; macOS: Command+C, Command+V) und fügen diese in Zotero als Kommentar bei der jeweiligen Annotation ein.

Kommentar im Zotero-Notizeneditor
Hinzugefügter Kommentar im Zotero-Notizeneditor (Screenshot nicht unter freier Lizenz)

Hinsichtlich der guten wissenschaftlichen Praxis sollte dem Kommentar ggf. noch ein Hinweis auf den Ursprung der Definition für eine eventuelle Weiterverarbeitung und kritische Auseinandersetzung angehängt werden. Im abgebildeten Beispiel ist dies über ein Tag erfolgt.

16. Nach diesem Schema lassen sich ggf. ganze Artikel durchdringen, sodass am Ende die relevanten Informationen und Zusammenhänge verstanden werden. Wie die aus diesem Prozess entstehenden Anmerkungen den Weg in unsere PDF-Eintragsnotizen in Zotero oder in einen Textentwurf in Programmen wie Word oder LibreOffice schaffen, ist Schritt für Schritt im Beitrag Mehr Zeit für die Forschung: Schritt-für-Schritt-Anleitung für den PDF-Reader und Notizeneditor von Zotero 6 beschrieben.

Mit Blick auf unterschiedliche Lehrveranstaltungen im vergangenen Semester könnte das oben beschriebene Vorgehen bspw. eine gute Ergänzung im Methoden- und Werkzeugkoffer von Studierenden (und natürlich auch Forschenden) in unterschiedlichen Studien- und Karrierestufen sein. Zum einen, um sich einen schnellen Überblick über (neue oder sich schnell entwickelnde) Fachgebiete zu verschaffen. Zum anderen aber ganz konkret durchaus auch, um zum Beispiel Literatur-Reviews zu erarbeiten oder einfach den ersten Schritt zur Auseinandersetzung mit einem Thema zu gehen und eventuelle Lern-, Lese- oder Schreibblockaden zu lösen.

B. Reflexion über den Einsatz von KI-Tools zur Forschungsunterstützung.

Die Verständlichkeit wissenschaftlicher Publikationen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es ist immer möglich, dass stilistische und rhetorische Eigenheiten von Autor*innen den Zugang zu wertvollen Erkenntnissen erschweren. Gleichzeitig kann es sein, dass Leser*innen (noch) nicht den erforderlichen Wissensstand in der Domäne einer Publikation haben oder es auch (noch) an den Kompetenzen mangelt, überhaupt Texte zu erschließen. Tara Westover, die in ihrem Buch „Befreit“ eindrucksvoll den eigenen Bildungsweg aus ihrer wissenschaftsfeindlichen Familie hin zu einer erfolgreichen Promotion in Cambridge beschreibt, kommt bezüglich besagter Kompetenzen zu dem Schluss:

Rückblickend erkenne ich, dass das meine Bildung war, diejenige, die wichtig war: die Stunden, die ich an einem geliehenen Schreibtisch saß und mühevoll schmale Stränge mormonischer Lehre in Nachahmung meines Bruders analysierte, der mich verlassen hatte. Die Fertigkeit, die ich mir aneignete, war wesentlich: die Geduld, Dinge zu lesen, die ich noch nicht verstand (Westover, Tara, 2020, Befreit, 4. Auflage, Kiepenheuer & Witsch, S. 98).

Ohne Frage kann es ein Gewinn sein, mithilfe von Tools wie SciSpace besser zu verstehen, worum es in (wissenschaftlichen) Texten geht. Fragen ließe sich allerdings, ob es sich hierbei um eine Abkürzung handelt, die auch eine Kehrseite hat. Wenn Geduld eine Tugend ist, dann kann die Praxis des Lesens auch zunächst unverständlicher Texte der Anlass sein, sich in dieser Tugend zu üben. Prellen sich Studierende um den Erwerb einer für Bildung zentralen Fertigkeit, wie Westover es sieht, wenn sie sich beim Leseverständnis von Algorithmen helfen lassen?

Mit der Lesekompetenz eng verbunden ist im akademischen Zusammenhang die Schreibkompetenz. Der äußerst hilfreiche Vergleich von Ted Chiang „ChatGPT Is a Blurry JPEG of the Web“, dass es sich beim Sprachmodell hinter ChatGPT um ein in der Auflösung reduziertes Abbild der Wirklichkeit handele, motiviert hier einen weiteren Gedanken: Tools wie SciSpace reduzieren die „Auflösung“ wissenschaftlicher Texte, indem sie das Wesentliche einer Passage oder eines Begriffs herausstellen und so den Blick auf das Wesentliche freimachen können. Damit einher geht eine Zunahme von blurryness, die – und das wäre auf lange Sicht zu beweisen – von Vorteil ist, weil sie eben helfen kann, komplizierte Sachverhalte besser zu verstehen. Wenn es aber ums Schreiben geht, ist eine „Erhöhung der Auflösung“ gefragt, zunächst unscharfe Gedanken müssen im Schreibprozess klar und deutlich in Worte gefasst werden, um den Erkenntnisprozess von Forschung möglichst verlustfrei zwischen Subjekten teilen zu können. Auch dieser Prozess erfordert Geduld und stellt die Ausbildung wesentlicher Fertigkeiten dar, worauf auch John Warner in Why They Can’t Write hinweist (auch im Bestand der TUB verfügbar).

Die epistemischen Grenzen von Anwendungen wie SciSpace werden mit einem Blick in die technischen Zusammenhänge deutlich. Sprachmodelle werden bisher aus einem finiten Pool von Texten trainiert. Der Vorgang ist sehr zeit- und energieaufwändig. Die Geschwindigkeit und Menge von Forschungspublikationen kann in diesem Prozess nicht abgebildet werden. Daher entstehen die Erläuterungen, die Tools wie SciSpace anbieten, immer mit einer den Forschungsstand betreffenden Latenz und qualitativer Unvollständigkeit. Aber deshalb solche Tools für Studium und Forschung auszuschließen, lässt sich nicht rechtfertigen. Denn auch der Wissensstand von Kommiliton*innen in höheren Semestern und Hochschullehrenden, die ich um eine Erklärung eines unverständlichen Textes bitte, kann veraltet und unvollständig sein. Daher ist hier nicht die Frage zu stellen, ob Menschen oder Maschinen besser sind, um Wissenschaft zu erklären.

Auf lange Sicht kann vielleicht eher der folgende Gedanke leitend sein: KI-Systeme verfügen (noch) nicht über eigene empirische Zugänge zur Welt. Sie generieren ihre Ausgaben auf Basis von Statistik und lernen nicht in einem konstruktivistischen Sinne. Sie sind, wie Daniel Kehlmann sagt, „Zweitverwerter“ von Weltwissen und damit angewiesen auf die Vermittlung von „Welt“ durch uns Menschen. Wenn es also nicht auf lange Sicht zu einem qualitativen Generationsverlust in den Trainingsdaten kommen soll, dann braucht es weiterhin originären Content im Netz, der Eingang in neue Trainingsprozesse von KI-Modellen findet. Dieser entsteht durch Menschen, die gut in generativen Prozessen wie bspw. dem Schreiben sind und sich dabei möglicherweise von KI helfen lassen könnten, die Strukturen vorschlägt oder Formulierungsvarianten anbietet.

Die Worte von Tara Westover weisen auf den Akt der Nachahmung hin, der in Lernprozessen eine wichtige Rolle spielt. Sie sieht ihren Bruder viel Zeit verbringen mit dem Lesen und schließt daraus, dass es so sein muss, wenn man Schriften verstehen will. Es könnte daher von Bedeutung sein, welches Bild Vorbilder im Hochschulkontext in Zukunft vom Lesen und Lernen vermitteln. Ist Eile geboten oder liegt auch Potenzial in der Langsamkeit?

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Texte besser verstehen mit KI-„Copilot“? Workflow und Gedanken zur Kombination von Zotero und SciSpace von Axel Dürkop und Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag und dazugehörige Materialien stehen auch im Markdownformat und als PDF zum Download zur Verfügung.
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