Kalenderblatt

Monatsnotiz April/ Mai 2021 – Open-Access-Veranstaltungen, Zotero für iOS, Podcastempfehlung

In den vergangenen Wochen gab es viele Veranstaltungen rund um Open Access. Unser Bachelorseminar „Wissenschaftliches Arbeiten“ ist im April ins Sommersemester 2021 gestartet und ich habe einige Tools und Anwendungen ausprobiert. Auch eine neue Podcast-Empfehlung rund um „Openness“ gibt es in dieser Monatsnotiz.

Veranstaltungen

13.04.2021: „DEAL Praxisaustausch“

Beim DEAL-Praxisaustaustausch zu Publikations- und Kostendatenmanagement ging es um Einblicke in die Umsetzung der systematischen Erfassung von Publikationsdaten und den damit verbundenen Zahlungsinformationen. Die Veranstaltung bot dabei Input-Beiträge und Breakout-Sessions für den Austausch unter Fachexpert:innen und Interessierten. Los ging es mit Bernhard Mittermaier (Forschungszentrum Jülich), der in seinem Impulsbeitrag den Open Access Monitor und die damit verbundenen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für unterschiedliche Einrichtungen vorstellte (Erfassung des Publikationsaufkommens in wissenschaftlichen Zeitschriften). 

Es folgte ein Beitrag von Agathe Gebert (Publikations- und Publikationskostenmonitoring bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften). Dieser gliederte sich in vier Leitfragen im Zusammenhang mit den Open-Access-Aktivitäten bei GESIS:

  • Wie entscheiden wir uns für Transformationsverträge?
    • u. a. Publikationsanalysen und Publikationshäufigkeit in bestimmten Publikationen.
  • Wie monitoren wir Publikationen?
    • u. a. Forschungsinformationssystem, OA-Monitor und Dashboards.
  • Wie monitoren wir Publikationskosten?
    • Orientierung am Leibniz-Fonds, sehr viele zentrale Rechnungen.
  • Welche Verbesserungen planen wir in den nächsten Jahren?
    • u. a. neue Buchungskontenansätze und Schulungen.

15.04.2021: Irene Barbers (Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich): „Monitoring von Publikationskosten“

Irene Barbers gab einen Einblick in den „Workflow Publikationsgebühren“ des Forschungszentrums Jülich. Gezeigt wurden im Rahmen des Vortrags auch das Open Access Barometer sowie der Open Access Monitor. Das Barometer bietet Daten zur Transformation von der Subskription hin zu Gold Open Access, ist Grundlage für Vertragsverhandlungen und verbindet unterschiedliche Kenngrößen wie Publikations- und Subskriptionswerte. Der Open Access Monitor dient der Erfassung des Publikationsaufkommens in wissenschaftlichen Zeitschriften. Sowohl die Folien als auch eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung stehen zur Verfügung.

22.04.2021: Benjamin Auberer (LMU München): „Etatverteilung nach dem DEAL“

Zentrales Thema des Beitrags von Benjamin Auberer waren die Herausforderungen der Open-Access-Transformation für die Etatverteilung bei Bibliotheken. Der Vortrag basiert
u. a. auf einer Masterarbeit, die im Sommer 2020 eingereicht wurde und greift eine allgemeine, überregionale Expertenstudie auf, die die Voraussetzungen und Bedingungen der Verankerung von Open Access in bibliothekarischen Etats untersuchte. An dieser nahmen zehn Erwerbungsleiter:innen sowie Open-Access-Verantwortliche teil. Die Ergebnisse wurden hinsichtlich folgender Fragen aufbereitet:

  • „Geht die Welt unter?“
  • „Braucht man noch Etatverteilung?“
  • „Anforderungen an das System?“
  • „Welche Anforderungen werden an die Einrichtungen gestellt?“

Für einen umfassenden Einblick stehen die Folien sowie die knapp 28 Minuten lange  Videoaufzeichnung zur Verfügung.

29.04.2021: Anja Oberländer (KIM Universität Konstanz) und Marco Tullney (TIB): „Gemeinschaftliche Open-Access-Finanzierung als Aufgabe für Bibliotheken“

Anja Oberländer und Marco Tullney luden zum Austausch über gemeinsame konsortiale Open-Access-Lösungen ein. In der Bibliothekslandschaft sind Konsortien vereinfacht zusammengefasst Zusammenschlüsse von Bibliotheken, die das Ziel des gemeinsamen Erwerbs von Nutzungsrechten (beispielsweise von Datenbanken und elektronischen Publikationen) verfolgen. Zum Einstieg der Veranstaltung wurde ein Überblick über viele Basisthemen von Open Access gegeben. So ging um die Open-Access-Transformation und die Auswirkungen auf Tätigkeiten und Budgets von Bibliotheken (z. B. Wie sollte mit Nicht-Open-Access-Veröffentlichungen umgegangen werden, wenn Open Access wirklich gefördert werden soll und Umgang mit der derzeitigen Abhängigkeit von Sondermitteln auf dem Weg zur Abdeckung über reguläre Erwerbungsetats). Neben den Herausforderungen rund um publikationsbasierte Abrechnungsmodelle spielt hier auch die nach wie vor bestehende Abhängigkeit zu großen, wissenschaftlichen Verlagen eine Rolle. Hervorzuheben ist an dieser Stelle die im Vortrag erwähnte Wichtigkeit der Vielfältigkeit der Open-Access-Landschaft. Es sollte nicht nur ein einziges Open-Access-Modell verfolgt werden (auch, um neue Abhängigkeiten zu meiden), sondern den zahlreichen unterschiedlichen Bedürfnissen in der Wissenschaftslandschaft entsprechend unterschiedliche Modelle und Entwicklungen betrachtet und unterstützt werden. Als Beispiel wurde in diesem Zusammenhang auch das Projekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) als gemeinsame Open-Access-Lösung vorgestellt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung bietet der zur Verfügung gestellte Foliensatz sowie die knapp 38 Minuten lange Videoaufzeichnung.

22.04./ 23.04.2021: Open Access Barcamp

Dieses Jahr habe ich das erste Mal beim Open Access Barcamp teilgenommen. Die Veranstaltung wurde vom Team von open-access.net organisiert. Über Barcamps wurde im tub.torials-Blog u. a. auch in Beiträgen zum stARTcamp 2019 und dem Hamburger OERCamp 2020 berichtet. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen, die im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, wenig vorgegebenes Programm anbieten. Stattdessen agieren Teilnehmende als Teilgebende und schlagen selbst Themen oder Sessions vor, über die dann im Plenum tagesaktuell abgestimmt wird.

Beim Open Access Barcamp 2021 gab es so auf zwei Tage verteilt insgesamt fünf Sessionblöcke, in denen nach kurzen Inputs Austausch und Diskussionen entstanden. Bei der Darstellung des Sessionsplans habe ich mich von viola’s blog inspirieren lassen. Meine Teilnahme ist also mit einem „*“ gekennzeichnet:

Sessionblock 1

  • Feedback/ Austausch Weiterentwicklung der Open-Access-Plattform – Anforderungen aus der Community
  • Über den Tellerrand: Forschungsdaten und deren Publikation
  • Austausch: Anforderungen an Publikationssoftware

Sessionblock 2

  • Offener Austausch: Open-Access-Advocacy – Bewerbung von OA-Angeboten (*) an der eigenen Einrichtung
  • Diskussion: Open Access-Services vs. Subskriptionsangebote – auf welchem Auge sind wir blind? & Austausch: DEAL und Open-Access-Transformation an der Einrichtung kommunizieren

Sessionblock 3

  • Publikationsdaten-Management institutionelles Repositorium? Excel? Access?
  • Rechtsfragen in der OA-Beratung (*)

Sessionblock 4

  • OA Gender Publication Gap
  • Austausch Praktikerinnen zu Zweitveröffentlichungsservices (*)
  • Austausch zu scholar-led Publishing im Bereich Bücher

Sessionblock 5

  • Creative-Commons-Lizenzen bei Open-Access-Büchern – Wie geeignet sind sie?
  • Von der OAPolicy zur Open Science Policy
    Diamanten schürfen – Unterstützungsmöglichkeiten für Diamond OA (*)

Neben interessanten Session-Inhalten (so haben wir beispielsweise im Team Verlagsverträge „unter die Lupe“ genommen und über Bewerbungsmöglichkeiten von Open Access an den eigenen Einrichtungen gesprochen) und Austauschmöglichkeiten außerhalb der Sessions an virtuellen Thementischen (hier ging es in meinen Runden u. a. darum, welche Tools, Arbeitsprozesse und Zusammenarbeiten uns derzeit beschäftigen) waren für mich – zumindest mit derart vielen Teilnehmer:innen – die Erfahrungen mit der Videokonferenzanwendung Gather.town und dem virtuellen Whiteboard Miro neu.

Gather.town ermöglichte es, dass Teilnehmer:innen nach Erstellung eines Avatars durch virtuelle Konferenzhallen, Teeküchen und Sessionräume wandern und sich an Sitz- und Stehmöglichkeiten für Gespräche in kleineren Runden zusammenfinden konnten. Wie das ganze aussehen kann, habe ich weiter unten im Beitrag im Bereich „Tools und Anwendungen“ anhand anderer Veranstaltungen etwas detaillierter beschrieben.

Ein Screenshot der Gather.town-Veranstaltungsräumlichkeiten des Einführungsfoliensatzes beim Open Access Barcamp (nicht unter freier Lizenz).

Ich empfand diese Umsetzung sehr motivierend. Mitunter kam richtiges Konferenzfeeling auf und die ganze Organisation hat in meinen Augen sehr gut funktioniert. Ging man in den Konferenzräumlichkeiten doch mal verloren, so hat einen nach wenigen Augenblicken das Organisationsteam wieder auf den richtigen Weg gebracht. Wie Viola Voß bereits in ihrem Beitrag einen Kollegen zitierte: „Heute gehe ich nicht mit Zoom-Fatigue-Kopfschmerzen nach Hause, sondern mit einem Lächeln im Gesicht.“

Die Planung der Sessions und auch die Dokumentation erfolgte über ein Miro-Whiteboard. Aktuell kann hier auch noch in die einzelnen Dokumentationen geschaut werden. Vorstellen kann man sich so ein Whiteboard als „unendliche“ Fläche, in der Teams in Echtzeit gleichzeitig arbeiten können. Im Rahmen des Barcamps konnte so auf den Session-Plan zugegriffen, Dokumente angeschaut oder im Rahmen einzelner Themenräume virtuelle Notizzettel für Austausch und Diskussion angepinnt werden. Die Dokumentation der Sessions wurde Teilnehmenden im Nachgang noch zur Verfügung gestellt.

In Miro-Whiteboards kann stufenlos rein- und ausgezoomt werden.

Zusätzliche Impressionen zum Open Access Barcamp gibt es auch über #OABarcamp21.

Blogbeitrag Open Science Barcamp

Im Februar hat unser Projektteam „Modernes Publizieren“ am Open Science Barcamp 2021 (#oscibar) teilgenommen. In einem Sammelbeitrag mit vielen anderen Teilnehmer:innen schauen wir zurück auf Themen der Veranstaltung vom 16. Februar 2021. Inhalte sind u. a. Wissensungerechtigkeit, (Wieder-)Verwendung von Forschungsdaten, Unterstützung offener Wissenschaftler:innen, Single-Source-Publishing und Publikationsstrukturen. Auch der komplette Session-Plan und die jeweiligen Dokumentationen sind über den Beitrag abrufbar. Weiteres zum Open Science Barcamp gibt es auch in der Februar-Monatsnotiz.

Seminar Wissenschaftliches Arbeiten

Im April ging es endlich wieder los mit dem Bachelorseminar Wissenschaftliches Arbeiten. Neben allgemeinen Themen wie formalen Anforderungen und einer Kurzvorstellung von Anwendungen für das gemeinsame Arbeiten (im Seminar kann individuell oder in Teams eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben werden) ging es bisher um die Auseinandersetzung mit der Ideenfindung (Themen sind frei wählbar), Exposé und Fragestellung, Recherchemöglichkeiten, Literaturverwaltung, Lese- und Notizmethoden (einige offene Kurzusammenfassungen und Skripte sind verlinkt). Neu ist im Rahmen unseres Seminars auch, dass zu vielen Veranstaltungen neben Skripten im Nachgang eine „Gesammelte Notiz“ erstellt wird, welche die wesentlichen Inhalte, Fragen und dazugehörige Antworten nochmals kurz zusammenfasst.

Tools und Anwendungen

An Tools und Anwendungen gibt es einige, die ich in den letzten Wochen ausprobiert habe. Nicht bei allen Anwendungen handelt es sich um Open-Source-Lösungen. Nichtsdestotrotz möchte ich auch diese kurz erwähnen.

Gather.town (Online-Konferenztool für interaktiven Austausch)

Gather.town habe ich bereits im Kontext des Open Access Barcamps erwähnt. Hier möchte ich nun etwas genauer zeigen wie das ganze aussehen kann und funktioniert. Ausprobiert habe ich Gather.town u. a. im Rahmen von Sitzungen mit dem Team Modernes Publizieren. Im Gegensatz zu Videokonferenzanwendungen wie BigBlueButton oder Zoom ist man hier mit Avataren in virtuellen Räumen unterwegs. Der eigene Avatar wird nach Erstellung über die Pfeiltasten auf der Tastatur durch den Raum bewegt (alternativ mit den Tasten „W“, „A“, „S“ und „D“). Bei interaktiven Objekten (beispielsweise Tagesordnungen in Form eines aufgehängten Zettels oder ein Video) kann mit der Taste „X“ interagiert werden. Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Optionen (automatische Verfolgung anderer Personen, Änderung der Informationen zum eigenen Avatar, etc.), die meinen bisherigen Erfahrungen nach bisher im Rahmen größerer Veranstaltungen immer sehr gut verständlich einleitend erklärt wurden.

Ein Teamtreffen in Gather.town.

Am der linken Seite des Browsers ist eine Chat-Option zu sehen. Hier kann eingestellt werden, ob mit allen Personen („everyone“), im näheren Umfeld befindlichen Avataren („nearby“) oder nur bestimmten Personen gechattet werden soll. Ebenfalls auf der linken Browserseite befindet sich die Teilnehmer:innen-Liste. Hier können wir also sehen, wer sich gerade alles im Raum befindet. Für mich einer der größten Vorteil gegenüber anderen Videokonferenzsystemen: Ein wenig kehrt die Flexibilität von Face-to-Face-Kommunikation zurück. Man kann sich Personen zuwenden, sich in Gruppen mit gleichgesinnten spontan an einen (virtuellen) Tisch setzen (oder alternativ natürlich den Strand ;-)) und einfach durch Räumlichkeiten streifen – so wie zumindest ich das auch gerne bei Präsenzveranstaltungen mache.

Coolors (Farbgenerator) für Foliensätze und mehr

Ich habe mal wieder ein wenig in den HOOU-Materialien der TUHH gestöbert. Dabei handelt es sich um eine Linkliste für Illustrationen, Videos, Sounds und mehr, dass für die Erstellung von offenen Lernangeboten und Materialien genutzt werden kann. Eine sehr schöne Sammlung. Gestoßen bin ich dabei auf Coolors. Coolors ist ein Farbgenerator, der im Grunde für alle Anliegen nützlich sein kann, wo die Farbabstimmung eine Rolle spielt. Bei mir ist es oftmals so, dass ich einige Ideen für Foliensätze habe, mich meine Farbabstimmung an sich dann aber selten vollkommen zufrieden stimmt. Ich lande dann wieder bei eher „sicheren“ Farbabstimmungen, die klassisch und dezent wirken (z. B. unterschiedliche Kombinationen von Grautönen mit Weiß). Mit Coolors können schnell gut aufeinander abgestimmte Farbpaletten gefunden werden. Vorstellen kann ich mir hier auch einen Nutzen für die Erstellung von Webseiten, Logos, Icons oder Bilderserien in Social-Media-Kanälen von Bibliotheken.

Zotero iOS (Mobile Literaturverwaltung/ Beta)

Zotero ist eine Literaturverwaltungsanwendung. Eine Kurzeinführung dazu gibt es in diesem Beitrag in Text- und Videoform. Aktuell befinden sich in der Beta-Testphase u. a. ein integrierter PDF-Reader und eine iOS-App. Beides funktioniert im Zusammenspiel bereits jetzt schon hervorragend. Bislang synchronisiert der PDF-Reader bei mir ohne Probleme unabhängig vom verwendeten Gerät. Notizen und Anmerkungen, die also auf Tablet oder Smartphone erstellt werden, sind für die spätere Weiterverarbeitung direkt am Rechner abrufbar für die Weiterverarbeitung und umgekehrt.

Derzeit im Beta-Test: ein integrierter PDF-Reader.

Derzeit im Beta-Test: ein integrierter PDF-Reader.

Auch für meinen individuellen Workflow (Literatur unterwegs über mobile Geräte recherchieren, anlesen und mit wenig Aufwand in die eigene Literatursammlung überführen) sehe ich hier bereits in der Testphase viele robuste Verbesserungen. Diese und weitere Funktionen sollen Bestandteil der kommenden Zotero-Version 6 sein, für die eine Veröffentlichung in 2021 geplant ist. Wer an der Beta teilnehmen möchte, erhält auf den Zotero-Seiten weitere Informationen.

Zotero mobil: Menüansicht in der iOS-App

Zotero mobil: Menüansicht in der iOS-App.

Chat-Angebot der Bibliothek

Ausprobiert habe ich in den vergangenen Wochen Mibew. Mibew ist eine Open-Source-Chatanwendung die simpel zu bedienen ist – so wie man das von vielen Chats eben kennt. Nutzer:innen können somit beispielsweise schnell und effizient Antworten auf bestimmte Fragen, Empfehlungen und weitere Unterstützung erhalten. Hintergrund ist die kontinuierliche Entwicklung neuer und verbesserter Service-Angebote der TU-Bibliothek. Weiteres dazu gibt es im Beitrag Der neue Bibliotheks-Chat. Ich bin auf jeden Fall schon auf Praxiseindrücke gespannt und finde es super, dass Nutzer:innen zukünftig auf einen weiteren Kommunikationskanal dank dem Engagement der Benutzungsabteilung der TU-Bibliothek zurückgreifen können.

Podcasts

Auch Podcast-Empfehlungen dürfen in dieser Monatsnotiz nicht fehlen. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Einblicke in den Wissenschaftsalltag, die Open Science Stories von Heidi Seibold bietet. In kurzen, bisher maximal zwölf Minuten langen, Geschichten geben Wissenschaftler:innen Einblicke in persönliche Erfahrungen und Eindrücke rund um Offenheit in der Wissenschaft. Nicht „nur“ informativ, sondern auch wirklich emotional und spannend. So gibt beispielsweise Heidi Seibold selbst in der Episode „Open Science is science done right“ Einblicke in den Abschied von Freunden und Familie, um den Weg in die Wissenschaft anzugehen, während Claudia Frick in „Open Peer Review“ von einem Begutachtungswerkzeug der Open-Science-Bewegung am Beispiel eigener Publikationen berichtet. Hier wird neben all den Vorteilen auch über berechtigte Ängste gesprochen, die offene Wissenschaft mit sich bringen kann. Sehr empfehlenswert!

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: „Monatsnotiz April/ Mai 2021 – Open-Access-Veranstaltungen, Zotero für iOS, Podcastempfehlung“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag steht auch als Markdowndatei und PDF zur Verfügung.

Monatsnotiz März 2021 – besuchte Veranstaltungen, Podcasts und „besserer“ Start in digitale Treffen

Der April ist schon fast vorbei und die Monatsnotiz für den März ist noch nicht erschienen. Höchste Zeit, dies zu ändern und einen Rückblick auf einige Themen des vergangenen Monats zu werfen. Für eine bessere Übersicht ist der Beitrag in vier Hauptkapitel unterteilt.

1. Veranstaltungen im März 2021

Im März habe ich an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen.

1.1 Workshop-Reihe „Datenmanagementpläne in der Forschung“

In der Workshop-Reihe Datenmanagementpläne in der Forschung – von Grundlagen zu Grundfragen ging es um das Thema Datenmanagementpläne (DMP). Kurz zusammengefasst sind DMP vor allem „lebende“ Dokumente, die strukturiert beschreiben welche Daten wie während einem Forschungsprozess entstehen und wie während und nach der Forschungsarbeit mit diesen Daten umgegangen werden kann. Wenn Forschungsergebnisse also langfristig interpretiert, nachvollziehbar und dadurch nachnutzbar sein sollen (also so wie es die gute wissenschaftliche Praxis vorsieht), so ist ein DMP ein sehr empfehlenswertes Werkzeug der Qualitätssicherung. Eine immer wieder genannte Anlaufstelle rund um Forschungsdaten ist forschungsdaten.info.

Die Reihe wurde in vier Einzel-Workshops aufgeteilt:

  1. Das Konzept Datenmanagementplan (11.03.2021),
  2. Datenmanagementpläne zwischen Vorgaben der Förderer und Forschungspraxis (18.03.2021),
  3. Datenmanagementpläne in fachspezifischer und fachübergreifender Perspektive (23.03.2021),
  4. Workshop DMP-Tools (25.03.2021).

Neben Grundlagen zu Datenmanagementplänen empfand ich vor allem die Hinweise auf Mustervorlagen, Best Practices und den Einblick in unterschiedliche Hilfsmittel, die bei der Erstellung von Datenmanagementplänen helfen können, spannend. Einen guten Einblick bietet auch die Veröffentlichung Erfahrungen und Empfehlungen aus der Beratung bei Datenmanagementplänen, die Checklisten, Leitfäden und Toolsammlungen beinhaltet.

1.2 „Train-the-Trainer Workshop Forschungsdatenmanagement“ (15.03. und 16.03.2021)

Begleitend zu den DMP-Workshops habe ich am „Train-the-Trainer“-Workshop zum Thema Forschungsdatenmanagement teilgenommen. Neben einer sehr verständlich aufgebauten fachlichen Einführung in das Thema Forschungsdatenmanagement (u. a. Definition eines DMP, Checklisten zur Versionierung von Dokumenten, Leitfäden für die Speicherwahl, Überblick über Repositorien verschiedener Disziplinen) von Kerstin Helbig und Katarzyna Biernacka habe ich hier auch didaktische Anregungen und Methoden (u. a. Reflektion über ein „Beuteblatt“ oder „Veranstaltungslandkarten“) kennengelernt, die ich mir gut in eigenen Veranstaltungen vorstellen kann. Einen umfassenderen Einblick in das Konzept des Workshops gibt es in Train-the-Trainer Konzept zum Thema Forschungsdatenmanagement.

1.3 Vortragsreihe „Open Access in der Erwerbung“ (dbv, 18.03. bis 06.05.2021)

Die Vortragsreihe „Open Access in der Erwerbung“ vom dbv (Deutscher Bibliotheksverband) ist im März mit zwei Veranstaltungen gestartet. Es folgen weitere Termine in den Monaten April und Mai.

1.3.1 „Open Access in der Erwerbung“ (Henriette Rösch, UB Leipzig, 18.03.2021)

Die Keynote „Open Access in der Erwerbung“ übernahm Henriette Rösch (UB Leipzig). 300 interessierte Kolleg:innen verfolgten die Veranstaltung. Frau Rösch griff die aktuelle Diskrepanz auf, die zwischen dem großen politischen Ziel Open Access und der aktuellen praktischen Umsetzung (u. a. Auseinandersetzung mit der Finanzierung von Mehrkosten, neuen Vertrags- und Finanzierungsmodellen sowie Prozessanpassungen) besteht.

Im ersten Teil ging es vor allem um die Bedeutung von Bestandsentwicklung im Zusammenhang mit Open Access. Für Bibliotheken stellt sich u. a. die Frage, wie die Vielfalt, die durch die Open-Access-Transformation vorhanden ist, nun in den Katalogen sichtbar abgebildet werden kann.

Im zweiten Teil des Vortrages ging es um das konkrete Erwerbungshandeln und welche Veränderungen sich hier erwarten lassen. Bisher hatte die Erwerbung – u.  a. auf Basis von Ausleihzahlen – unmittelbaren Einfluss auf die Literaturversorgung. Mit Open Access haben wir nun publikationsbasierte Modelle. Primär wird nicht mehr Content, sondern das Publizieren finanziert, was neben dem Wegfall klassischer Steuerungsmöglichkeiten nach Henriette Rösch auch Platz für den Einzug neuer Steuerungsmechanismen in die Bestandsentwicklung (u. a. Qualitätskriterien oder Preisgrenzen/ Eigenbeteiligung) ermöglicht. Erwerbungsentscheidungen liegen fortan anders als bisher direkt bei Forscher:innen, die ganz individuell eigene Kriterien für ihre Veröffentlichungen haben (beispielsweise fachliche Gründe wie auch Renommee).

Im dritten Teil gab es von Henriette Rösch einen Überblick über Arbeitsfelder und Herausforderungen, wo auf Basis aktueller Transformationsentwicklungen nun Prozessanpassungen anstehen:

  • Mittelverteilung und Budgetierung (u. a. Kostenverschiebungen zwischen publikationsstarken und weniger publikationsstarken Einrichtungen sowie Abbildung und Übergang der Subskriptionslogik hin zu publikationsbasierten Ansätzen, bei denen die Publikationskultur und die damit verbundene eigene Dynamik berücksichtigt werden sollte),
  • Monitoring und Verwaltung (Infrastrukturen für Erhebung von Publikationsdaten – an der TUHH sind wir in diesem Bereich u. a. mit TORE aufgestellt/ Verwaltung von Publikationskosten und Transformationsverträgen/ Zentralisierung bzw. Transparenz hinsichtlich den gesamten Publikationskosten einer Einrichtung),
  • Personalentwicklung (neue Anforderungen erfordern u. a. Expertise in Bibliometrie, Umgang mit Dashboards Austausch mit der Wissenschaft und Verlagen sowie Öffentlichkeitsarbeit).

Sowohl die Aufzeichnung der Keynote als auch die Folien (stehen unter CC-BY-Lizenz) stehen zur Verfügung.

1.3.2 „Das neue Etatmodell der ULB Düsseldorf mit Open-Access-Komponente“ (Susanne Göttker, 25.03.2021)

Susanne Göttker (ULB Düsseldorf) hat in ihrem Vortrag das Literaturmittelverteilungsmodell der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vorgestellt, welches über eine Open Access-Komponente verfügt und seit 2021 im Einsatz ist. Neben den Gründen der Einführung des neuen Modells (nicht Einführung von Open Access, sondern Kreislauf der nicht zufriedenstellenden Mittelzuweisung/ Überbudgetierung in verschiedenen Fakultäten) gab es einen Vergleich zwischen dem alten (kennzahlenbasiertes Modell) und neuem Ansatz (einzige Kennzahl: Anzahl der Wissenschaftler:innen).

Die Beitragsfolien wie auch die Aufzeichnung der Veranstaltung stehen ebenfalls zur Verfügung.

1.4 Workshop „Urheberrecht in Forschung und Lehre“ (Till Kreutzer, 17.03.2021)

Am 17.03.2021 fand die letzte Veranstaltung der Reihe Collect, Write, Publish 2021 (CWP) statt.

Till Kreutzer (Rechtsanwaltskanzlei iRights.Law) gab in der letzten CWP-Veranstaltung des Jahres einen Überblick zum Thema Urheberrecht im Kontext von Forschung und Lehre. Die dreistündige Veranstaltung war in fünf Themenblocks eingeteilt:

  • Grundlagen des Urheberrechts,
  • Nutzungen außerhalb der Öffentlichkeit,
  • Nutzungsfreiheit für die Lehre und Forschung,
  • Einbeziehung von Online-Inhalten,
  • Open-Source-Software und Open Content.

Zum Ende jeder Einheit war Zeit für eine Fragerunde so z. B. folgende Fragen und Themen diskutiert oder vertieft werden konnten:

  • „Was kann eigentlich geschützt werden?“
    Prinzip: nicht die konkrete Information/ Faktum, sondern was als konkretes Werk aus einer Information mit gestalterischer Leistung aus dieser Information entsteht),
  • „Was genau bedeutet eigentlich Verwendung?“
    Das Urheberrecht bezieht sich nicht auf jede Art von Verwendung, sondern auf Werknutzungen wie Kopien oder die Weitergabe des Werkinhaltes im weitesten Sinne,
  • Was bedeutet „Schöpfungshöhe“?
    Kriterium, das urheberrechtlich geschützte Werke von Werken abgrenzt, die keinem urheberrechtlichen Schutz unterliegen. S
    chwer zu unterscheiden, bis wann diese als „banal“ einzuschätzen ist.

2. Podcast-Empfehlung (Open Access)

Im März habe ich einige Podcasts gehört und möchte an dieser Stelle die Mini-Serie „Open Access – Der Podcast zum Thema“ empfehlen. Die drei Episoden mit 24 bis 37 Minuten Laufzeit widmen sich aus unterschiedlichen Perspektiven Open Access:

2.1 „Reden wir offen … über das Publizieren im Wissenschaftsbetrieb“ (Mai Thi Nguyen-Kim, maiLab)

In Episode 1 (Veröffentlichung: 26.11.2019, Laufzeit: 24 Minuten) der Podcast-Serie gibt Mai Thi Nguyen-Kim, nicht zuletzt bekannt durch den YouTube-Kanal maiLab, Einblicke in die eigene Karriereplanung, Wissenschaftskommunikation (sehr einprägsam beschrieben: Diese sorgt dafür, dass die Wissenschaft nicht für immer hinter Fachbegriffen im oft zitieren Elfenbeinturm zurückgehalten wird) und das Publizieren in der Wissenschaft (wie gehen Naturwissenschaftler:innen typischerweise nach der Datensammlung vor, bevor es ans Schreiben geht).

Es werden viele Begrifflichkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens wie „Peer Review“ oder „Impact Factor“ gut nachvollziehbar mit Blick auf die Praxis veranschaulicht. Weitere Themen sind

  • Veröffentlichungsdruck („Publiziere oder verrecke!“),
  • die Wichtigkeit gescheiterter Experimente (in diesem Zusammenhang erwähnenswert: das Journal of Unsolved Questions),
  • Herausforderungen, die die Transformation hin zu öffentlich einsehbarer Forschung neben vielen Vorteilen mit sich bringt.

Die durchaus mal als „trockener Stoff“ empfundenen Themen werden in einer Form besprochen, die sich unterhaltsam und informativ als empfehlenswertes Begleitmaterial für den nächsten Spaziergang bei gutem Wetter anbietet.

2.2 „Reden wir offen … über Wissenschaft und Rechtliches“ (Till Kreutzer, iRights.Law)

In Episode 2 (Veröffentlichung: 11.12.2019, Laufzeit: zirka 37 Minuten) geht Till Kreutzer, der diesen Monat auch bei der CWP-Reihe an der TUHH (wie oben erwähnt) vertreten war, auf Rechtliches im Kontext von Wissenschaft ein. Gesprochen wird z. B. über den Unterschied zwischen „offen“ und „frei“ („Open“ zielt darauf ab, das Inhalte nicht nur frei genutzt, sondern auch weiterverwendet werden dürfen, um diese beispielsweise auf anderen Webseiten anzubieten) und Schattenbibliotheken (Volltextdatenbanken, die gegen Urheberrechtsbestimmungen verstoßen und auch unter dem Begriff „Guerilla Open Access“ gefasst werden). Auch die Einräumung von Nutzungsrechten (nach Möglichkeit sollten Autor:innen keine ausschließlichen Nutzungsrechte an Verlage übertragen) und wie Open Access die möglichst ungehinderte Verbreitung der eigenen Inhalte fördert, werden von Till Kreutzer angesprochen.

2.3 „Reden wir offen … über Forschung und Open Access“ (Ellen Euler, FH Potsdam)

Ellen Euler (Professorin für Open Access, Open Science und Open Data an der FH Potsdam) gibt in Episode 3 (Veröffentlichung: 15.01.2020, Laufzeit: 32 Minuten) Einblicke, warum viele Wissenschaftler:innen für Open Access sensibilisiert sind (Wissen baut auf Wissen auf, uneingeschränkter Zugriff ist daher erstrebenswert) und dennoch aus unterschiedlichen Beweggründen einen anderen Publikationsweg wählen. Als vergleichende Metapher zieht sie den Gang in den Supermarkt heran, wo wir im Idealfall möglichst Umwelt schonend einkaufen wollen, beim Einkauf aber zwischen der in Plastik verpackten, appetitlicher aussehenden Bio-Paprika und einer unverpackten Paprika die Qual der Wahl haben. Dieses Dilemma spiegelt sich laut Ellen Euler in der Wissenschaft durch das Thema Reputation wider. Auch in Episode 3 der Mini-Serie werden viele alltägliche, aber nicht immer unbedingt einfach nachvollziehbare, Begrifflichkeiten der Wissenschaft wie der „Impact Factor“ (Wie häufig wird ein Beitrag in einer Zeitschrift in anderen Zeitschriften zitiert und warum sagt dies nichts über die eigentliche Qualität der Forschung aus) und seine Herkunft (ursprünglich eine Hilfe für die Kaufentscheidung von Bibliotheken) angesprochen und verständlich beschrieben. Ebenfalls eine Rolle spielen die unterschiedlichen Wege von Open Access (z. B. die Open-Access-Farbenlehre) sowie die Diskussion der Transformation des wissenschaftlichen Publikationssystems (Wie kann ein attraktives Open-Access-System in unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen als Standard etabliert werden?).

3. Der (vorerst) letzte Fachreferatsmontag

In den vergangenen Monatsnotizen habe ich ab und an über unseren Fachreferatsmontag berichtet. Thomas Hapke hat Kolleg:innen hier im Jahr 2021 einen Einblick in zahlreiche Arbeitsprozesse gegeben, die über all die Jahre mal mehr und mal weniger regelmäßig zu den Tätigkeiten von Fachreferent:innen im Haus gehörten und gehören. Hintergrund war der wohlverdiente Ruhestand, in den Thomas sich verabschiedet hat. Ich fand diese Treffen auch abseits der fachlichen Inhalte immer super, da wir oft Zeit für die eine oder andere Anekdote gefunden haben – mal rund um die Bibliothekswelt, mal darüber hinaus. Gerade in der aktuellen Zeit, in der der direkte Kontakt so stark zurückgefahren wird, waren diese (digitalen) Treffen immer eines der Wochenhighlights für mich. Auch durch den Austausch und die Zusammenarbeit in Projekten aus den Bereichen Hamburg Open Science (HOS) und Hamburg Open Online University (HOOU) habe ich viel mitgenommen. In dieser Monatsnotiz möchte ich also auch nochmal „Vielen Dank Thomas!“ sagen und allen Interessierten empfehlen den Hapke-Blog und Twitter für Wissenswertes rund um Bibliotheken, Informationskompetenz und mehr (seitdem ich weiß, dass es eine blaue Waldbiene gibt, sind wir regelmäßig am Ausschau halten) im Blick zu haben.

Katalogkarte Bibliothek

Abschied auf die bibliothekarische Art mit einer klassischen Katalogkarte.

4. Besser in digitale Treffen starten?

Zu Semesterbeginn haben wir im Rahmen unseres Bachelorseminars Wissenschaftliches Arbeiten über BigBlueButton (BBB) zum ersten Mal die Warteraumfunktion ausprobiert. Da wir oftmals weit vor Veranstaltungsbeginn bereits im Raum sind, aber noch an anderen Aufgaben arbeiten oder auch Absprachen für die Veranstaltung treffen, erschien uns diese Lösung sinnvoll. Wenn der Raum frei betretbar ist und Studierende ebenfalls wesentlich früher bereits „vor Ort“ sind, so empfinde ich meine eigene fehlende Präsenz unhöflich. Für mich ist das so ein wenig das Gegenstück der dunklen, stummen Wand. Jetzt eben aus der Perspektive der Studierenden.

Aber auch dieses „vor der Tür bleiben“ finde ich nach einigen Probeläufen wenig attraktiv. Wo bei Präsenzveranstaltungen Zeit für den einen oder anderen schönen Plausch mit Anderen ist, sitzt man hier in der Regel alleine vor dem Rechner und harrt der Dinge, die dann hoffentlich bald in Form des Seminarstarts kommen. Dazu kommt noch, dass nach Breakout-Sessions über BBB immer mal wieder die Rückkehr in den Hauptraum nicht gelingt. Je nach Teilnehmer:innenzahl kann dies übersehen werden (und schon gar nicht erkennbar ist, wer denn nun eigentlich fehlt). Die Betroffenen müssen also den Raum neu betreten, was aber nicht ohne Freigabe der Dozierenden klappt. In meinen Augen zu viel Stress und Organisationsaufwand für alle Beteiligten. Unser Warteraum ist also schon wieder Geschichte.

Hier gilt es für mich beziehungsweise uns, als Seminarverantwortliche nun zu überlegen, wie die Zeit, die den Studierenden nach Ankunft im digitalen Konferenzraum bis zum Beginn der Veranstaltung bleibt, optional attraktiver gestaltet werden kann. Von ursprünglichen Überlegungen wie einem frei verfügbaren digitalen Whiteboard oder anregenden Fragen, die in Folienform bereitgestellt werden könnten, bin ich nach kurzem Überlegen schnell wieder abgekommen. Was mir bei unseren tub.-Snapshots (kurze Präsenzveranstaltungen, bei denen Kolleg:innen u. a. Einblicke in Anwendungen oder auch Projekte im Haus geben) immer ganz gut gefallen hat, war die im Hintergrund laufende Musik, die Kollege Mike Rinne eine Zeit lang bis zum Start der Veranstaltung laufen ließ. Ich kann bei so etwas gut entspannen, Gedanken sortieren oder ja – auch einfach mal vor mich hinträumen :-).

So ein wenig finde ich diese Idee für den digitalen Raum beim Angebot Internetquatsch von Nele Hirsch wieder. Hier gibt es viel Inspiration für eine positiver gestaltete Ankommenszeit bis zum Veranstaltungsbeginn (und auch für Veranstaltungen selbst). Richtig gut! Und da Fernweh aktuell sicher nicht nur für mich ein Thema ist, könnte es in der kommenden Veranstaltung vor Beginn so bei uns im digitalen Raum aussehen:

Einstiegsfolie digitale Veranstaltung

Das Seminar motivierender starten.

Habt Ihr weitere Podcast-Tipps, Veranstaltungshinweise rund um Open Science oder Ideen für den Start und die Interaktion bei digitalen Veranstaltungen? Der Kommentarbereich (und natürlich auch mein Mail-Fach) freut sich immer über Beiträge 🙂

 

CC BY 4.0
Weiternutzung als OER ausdrücklich erlaubt: Dieses Werk und dessen Inhalte sind – sofern nicht anders angegeben – lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Monatsnotiz März 2021 – besuchte Veranstaltungen, Podcasts hören und „besserer“ Start in digitale Treffen“ von Florian Hagen, Lizenz: CC BY 4.0. Der Beitrag steht auch als Markdown-, DOCX- und PDF-Datei zur Verfügung.
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