Informationsmonokultur: 22 Thesen des SuMa-eV

Der Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs SuMa-eV hat in 22 Thesen die Problematik der heutigen Informationsbeschaffung im Internet zusammengefasst. Thematisiert wird vor allem das Problem, dass die zwei Informationsquellen Google und Wikipedia die Recherche im Internet derart dominieren, dass eine monopolartige und einseitige Struktur daraus erwachsen ist. Gegensteuern könnte man vor allem durch eine gezielte Aufklärung der Nutzer dieser Quellen, um deren Informationskompetenz zu stärken. Schwierig daran ist, dass viele Nutzer die Dienste von Google und Wikipedia als cool empfinden und mit den von ihnen gelieferten Informationen zufrieden sind. Insbesondere Google hat dabei inzwischen eine derart etablierte Rolle, dass die Nutzer Suchergebnisse besonders dann als nützlich empfinden, wenn dabei steht, dass sie von Google kommen (selbst wenn sie gar nicht wirklich von Google kommen, siehe http://www.searchcowboys.com/google/619).

Die TUHH-Bibliothek bietet übrigens zu diesem Thema seit einigen Jahren das Tutorial DISCUS an, mit dem Recherche- und Informationskompetenzen unterstützt werden sollen.

Dissertationen elektronisch publizieren

Seit Sommer 2007 ist die neue Promotionsordnung an der TUHH in Kraft. §13 regelt die möglichen Veröffentlichungsarten der Promotionsarbeit. In Abs. 2c4 dieses Paragraphen wird eine Publikation über den universitären Dokumentenserver als vollwertige Veröffentlichung anerkannt.

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Sie können also, wenn Sie nach dieser Fassung der Promotionsordnung Ihre Dissertation schreiben, die Publikation primär digital vornehmen und dadurch die Kosten einer Printpublikation sparen. In diesem Fall müssen Sie neben den dem Prüfungsausschuss bzw. Institut vorzulegenden Exemplaren lediglich 4 gebundene Versionen in der TUHH-Bibliothek abgeben – anstatt der vorher üblichen 40. Zusätzlich müssen Sie die digitale Fassung auf unseren Dokumentenserver TUBdok hochladen und das dort bereitgestellte Veröffentlichungsformular ausfüllen.

Wenn Sie dabei Probleme haben oder keinen keinen gültigen Bibliotheksausweis mehr besitzen, wenden Sie sich einfach direkt an uns (unter tubdok@tu-harburg.de).

Die Bereitstellung auf TUBdok ist derzeit kostenfrei.

Alternativen zu Google (4)

Neben den Suchmaschinen kann man das Internet auch mit Hilfe von Verzeichnissen durchstöbern. Verzeichnisse sind im Gegensatz zu den maschinell erstellten Suchmaschinen-Indizes manuell zusammengestellte und meist kommentierte Linksammlungen. Ein bekanntes Projekt in diesem Kontext ist das Open Directory Project, das bereits 1998 von der Firma Netscape ins Leben gerufen wurde und unter Nutzerbeteiligung entstand (so ähnlich, wie heute Social-Bookmarking-Dienste wie del.icio.us oder Connotea arbeiten). Viele andere Webverzeichnisse basieren auf DMOZ (Abkürzung für „Directory Mozilla“), wie die Web-Adresse des „Open Directory“-Projektes lautet, so z.B. auch das Google Directory.

In den Verzeichnissen sind die Einträge nicht nur per Suchfunktion aufzufinden, sondern werden auch über eine hierarchisch sortierte klickbare Liste (sozusagen einen Katalog) angeboten. Man kann sich also auch zurechtfinden, ohne konkrete Suchbegriffe zu kennen, indem man sich durch Kategorien klickt und sich auf diese Weise einen Überblick verschafft.

Unter den Webverzeichnissen gibt es sowohl allgemein gültige (wie z.B. web.de, wo Links aus Deutschland erschlossen sind) als auch spezielle Fachportale (Beispiele: Intute und Vifatec). Die Vifatec ist eine Virtuelle Fachbibliothek zum Thema Technik. Auch zu anderen Themenbereichen wurden virtuelle Fachbibliotheken aufgebaut, die zentral über die Suchmaschine Vascoda durchsucht werden können.

Ebenfalls in die Gruppe der Webverzeichnisse können die angesprochenen Social-Bookmarking-Dienste gezählt werden, da diese nach einem sehr ähnlichen Prinzip arbeiten. Der Unterschied zu den allgemeinen Webverzeichnissen ist, dass hier die Inhalte ausschließlich von Nutzern generiert werden. So gibt es hier keine zentrale Instanz, die die Inhalte einstellt bzw. freischaltet und es entsteht eine breiter gefächerte Auswahl an Links.

Dissertationen auf TUBdok

Um Ihre Dissertation digital zu publizieren und damit auf einfache Weise mehr Leser zu gewinnen, können Sie unseren Dokumentenserver TUBdok nutzen. Derzeit ist die Bereitstellung einer digitalen Publikation auf TUBdok kostenfrei und freiwillig. Sollten Sie nach der neuen Promotionsordnung schreiben, können Sie diesen Publikationsweg sogar zur Erfüllung Ihrer Veröffentlichungspflicht laut Promotionsordnung nutzen und müssen nur noch 4 gedruckte Exemplare in der Bibliothek einreichen. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Ihre Dissertation als offizielle Erfüllung Ihrer Veröffentlichungspflicht auf TUBdok bereitstellen wollen!

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Passwort vergessen?

Sollten Sie mal Ihr Bibliothekspasswort vergessen haben, kann das schnell unangenehm werden. Sie können Ihre Leihfristen nicht verlängern und keine Bücher mehr aus dem Magazin bestellen. Bislang war die einzige Lösung, sich in der Bibliothek zu melden und sein Passwort zurücksetzen zu lassen. Das ist jetzt anders: Sie können rund um die Uhr selbst Ihr Passwort zurücksetzen und sich umgehend ein neues zuweisen. Einzige Voraussetzung ist, dass wir eine aktuelle eMail-Adresse von Ihnen haben.

Der Wechsel geht ganz einfach: Klicken Sie auf die Seite http://www.tub.tuhh.de/lbspw/forgotten/ und geben Sie dort Ihre Ausweisnummer ein. Sie bekommen dann sofort eine eMail, in der das weitere Vorgehen beschrieben wird.

Informationskompetenz bei Webseiten

Albrecht Ude schreibt in der „Zeit“ über das Problem der Beurteilung von Webinhalten.

Der Artikel beschreibt eindrücklich, wie über das Internet Falschinformationen verbreitet werden können und wie man als Nutzer die Glaubwürdigkeit der Inhalte einschätzen kann. Zudem wird klargestellt, dass zu einer anspruchsvollen Recherche mehr gehört, als nur den ersten Treffer bei Google auszuwerten.

Link zum Artikel: http://www.zeit.de/2008/06/C-Internetwahrheit

Bestellung gebundener OpenAccess-Dokumente

Unser Dokumentenserver TUBdok stellt ab sofort eine neue Funktionalität zur Verfügung: Print-on-Demand. Mit Print-on-Demand können Sie als Leser des Dokuments eine gedruckte und gebundene Ausgabe des Werkes bestellen, sofern der Autor des Werkes eine solche Verwertung erlaubt. Bei jedem Dokument, das zum Print-on-Demand freigegeben wurde, erscheint ein Button, über den die Bestellung gestartet werden kann.

Die Bestellungsabwicklung und die Abrechnung erfolgt über unseren Partner ProPrint. Die Kosten richten sich nach Ihren Ausstattungswünschen und dem Umfang des Werkes. Sie können das Werk nach der Fertigstellung bei einem mit ProPrint kooperierenden Druckdienstleister abholen oder es sich auf Wunsch auch liefern lassen.

Elektronische Publikation alter Dissertationen

Die vielfach kritisierte Reform des Urheberrechts lässt womöglich nicht mehr lange auf sich warten (http://www.urheberrecht.org/news/3142/). Davon betroffen sind auch Hochschulschriftenserver wie der von uns angebotene TUBdok, zumindest wenn Sie zukünftig beabsichtigen, Ihre zwischen 1966 und 1995 entstandene Dissertation zusätzlich auf einem Open Access-Repository digital verfügbar zu machen. Erik Steinhauer berichtete über die mögliche Einschränkung dieses Rechtes in seinem Weblog. Möchten Sie vermeiden, dass der Verlag Ihrer Dissertation ausschließliche Rechte zur Online-Publikation geltend machen kann (und Ihnen dadurch eine eigene Verwertung verbietet), sollten Sie bei Ihrem Verlag schriftlich dagegen Widerspruch einlegen.

Eine andere Möglichkeit ist es, uns die Rechte zur Online-Publikation Ihrer Arbeit einzuräumen, denn wenn Sie uns ein nicht-ausschließliches Recht zur digitalen Veröffentlichung einräumen, kann Ihr Verlag sich auch keine Exklusivrechte mehr einräumen lassen. Entscheiden Sie sich für eine Rechteübertragung an uns, so haben Sie weiterhin alle Rechte an Ihrem Werk und können diese auch zukünftig nach eigenem Ermessen wahrnehmen, und zudem stellen wir ein Digitalisat Ihrer Arbeit als Open Access Dokument auf TUBdok zur Verfügung. Wir können derzeit allerdings leider die Digitalisierung nicht anbieten, Sie müssen also eine digitale Version Ihrer Arbeit selbst erstellen. Wenn Sie Hilfestellung dabei benötigen, sprechen Sie uns an!

Präzisierung des Sammelauftrages für Netzpublikationen der Deutschen Nationalbibliothek

Heise vermeldet:
Bundesregierung präzisiert Pflichten zur Archivierung von Netzinhalten
Es geht um die Archivierung von Netzpublikationen durch die DNB. Die Archivierung soll durch Meldepflichten realisiert werden, bei Nicht-Meldung drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Wie das Ganze konkret umgesetzt werden soll, beantwortet die DNB in ihren FAQs.

Suchmaschinen-Konferenz im September

Es ist noch eine ganze Weile hin, aber da der Platz begrenzt ist, wird bereits jetzt um Anmeldungen gebeten: am 20. September 2007 findet in Berlin der vom SuMa-eV veranstaltete Suchmaschine-Kongress statt. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Suchmaschinen – juristisch, technisch, wirtschaftlich, politisch“ und findet in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin statt. Das Programm im einzelnen (nach aktuellem Planungsstand):

10.00 Eroeffnung der Veranstaltung,
Wolfgang Gibowski, Staatssekretaer

10.10 Dr. Wolfgang Sander-Beuermann: Begruessung und
Ueberblick SuMa-eV Aktivitaeten

10.30 – 13.00 Technisch-wirtschaftliche Vortraege:
Chairman: Dr. Wolfgang Sander-Beuermann

10.30 Matthias Schneider: Semantische Suche – Moeglichkeiten und
Loesungsanaetze am Beispiel von „Semager“

11.10 Kaffee-Pause

11.40 Thomas Bindl: Suchmaschinen – Ihre wirtschaftliche Bedeutung
und Potentiale fuer Unternehmen

12.20 Dr. Klaus Holthausen: Die Technologie hinter dem Pagerank –
kritische Anmerkungen zu Google

13.00 Mittagessen

14.00 – 17.30 Juristische Vortraege:
Chairman: Rechtsanwalt Dr. Stefan Ernst

14.00 Prof. Dr. Gerald Spindler, Uni Goettingen: Haftung von
Suchmaschinen

14.45 Prof. Dr. Andreas Wiebe, WWU Wien: Suchmaschinenmonopole
und Kartellrecht

15.30 Kaffee-Pause

16.00 Rechtsanwalt Dr. Stefan Ernst, Freiburg/Br.:
Suchmaschinenmarketing im Marken- und Wettbewerbsrecht

16.45 Dr. Thilo Weichert, Landesdatenschutzbeauftragter
Schleswig-Holstein: Datenschutz bei Suchmaschinen

17.30-19 Podiumsdiskussion (Wirtschaft und Politik)
EU-Vertreter (angefragt), Google-Vertreter,
Politik (angefragt)

19.00 Grusswort des niedersaechsischen Ministerpraesidenten
Christian Wulff

19.15 – 22.30 Imbiss