UrhG neu: Was darf ich in der Lehre?

Das Urheber-Wissensgesellschaft-Gesetz reformiert das Urheberrecht. Was ist nach dem neuen Urhebergesetz zulässig? Dieses regelt für die Lehre der § 60a UrhG.

Es gibt klare Nutzungsmöglichkeiten

„bis zu 15% eines veröffentlichten Werkes“

Bei der Berechnung sind sämtliche Seiten zu berücksichtigen, deren Inhalt überwiegend aus Text besteht (d.h. einschließlich Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Einleitung, Literaturverzeichnis, Namens- und Sachregister); lediglich Leerseiten sowie Seiten, die überwiegend Bilder, Fotos oder Abbildungen enthalten, sind außer Acht zu lassen.

Die vollständige Nutzung ist erlaubt für

  • einzelne Beiträge aus Fachzeitschriften oder wissenschaftlichen Zeitschriften,

aber nicht für Artikel aus allgemeinen Zeitungen und Publikumszeitschriften; für diese gilt die 15% Obergrenze nach § 60a Abs. 1 UrhG oder § 51 UrhG (Zitatrecht).

  • Abbildungen
  • Vergriffene Werke (d.h. seit min. 2 Jahren nicht mehr über den Buchhandel lieferbar)
  • Werke geringen Umfangs

Bei „Werke geringen Umfangs“ ist von folgenden Grenzwerten auszugehen:

  • für Druckwerke ≤25 Seiten
  • für Noten ≤6 Seiten
  • für Filme ≤5 Minuten
  • für Musik ≤5 Minuten

zur „Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre“

  • im Unterricht, aber auch davor und danach im Rahmen der Vor- und Nachbereitung
  • nicht nur für die Lehre, sondern auch für Prüfungen und Prüfungsleistungen (einschließlich erforderlicher Vor- und Nachbereitung)

zu nicht kommerziellen Zwecken

  • Lehre im Kontext der staatlichen Hochschulen gilt grundsätzlich als nicht kommerziell. Maßgeblich ist, ob die konkrete Lehrveranstaltung mit (unmittelbarer Gewinnerzielungsabsicht) gehalten wird.

Die Quellenangabe ist stets Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis und bei den genutzten Werken Pflicht!

Hierzu eine Übersicht: Nutzungshandlungen im Rahmen des § 60a UrhG

Gesetzestext des § 60a UrhG